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lüder h. niemeyer

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Fürstensohn

Kuntz, Rudolf (Mannheim 1797 – Karlsruhe 1848). Mirza. Kastanienbraun. / Bai chatâin. Portrait nach rechts vor zarter Küstenkulisse mit Palast, Booten und Palmen. Mit blaßbrauner Tonplatte gedruckte Kreidelithographie von Lorenz Ekeman Allesson (Malmö 1790/91 – Stuttgart 1828). (1824.) Signiert: Nach d. Leben gez. von Rud. Kuntz. / Lithogr. v. L. Ekeman Allesson., bezeichnet wie oben. 37,5 x 42 cm.

Rudolf Kuntz, Mirza

Winkler, Die Frühzeit der dt. Lithographie, 180, 57, 6; Boetticher, Kuntz, II, 2; Grafische Arbeiten der Pferdemaler 17.-19. Jhdt. – Ausstellungskatalog Dt. Pferdemuseum, Verden 1996 – Nr. 45/46 (W. 180, 57, 16 f.); Thieme-Becker XXII, 116.

Blatt 6 der vom Königlich. lith. Institut in Stuttgart hrsg. 18blätterigen

„ Abbildungen  Kgl.  Württembergischer  Gestütts  Pferde

von  orientalischen  Racen “

von 1823/24 (Boetticher’s 1823/32 schon mit Ekeman’s Todesjahr nicht harmonierend). – Neben den vom Druck mittels Tonplatte herrührenden technischen Löchlein in den Unterecken der schwarzen Bildeinfassung im weißen Oberrand sowie unterhalb und im Bereich der Bezeichnung verschiedene Wurmgänge, deren einer knapp innerhalb der Einfassungslinie verläuft. Eine schwache Stockfleckig- bzw. Wasserrandigkeit von der Tonplatte weitgehendst überlagert. An der Schulter kleine Retouche. Alles den Gesamteindruck des schönen Portraits von „Fürstensohn“ (mit Brandmarke) nur wenig tangierend.

„ Im 19. Jh. hatte man wissenschaftliche Methoden zur gezielten Steuerung der Tierzucht entwickelt. Im Verlauf dieser Entwicklung wurden Pferde gewissermaßen zu Persönlichkeiten, deren Namen man kennen mußte, und die manchmal einen über Generationen reichenden Stammbaum hatten. Seit dieser Zeit erschienen umfangreiche Bildserien bedeutender Zuchtpferde, welche die Leistungen staatlicher Gestütpferdezucht dokumentierten und als Vorbilder für die private Pferdezucht dienen sollten. Die aus der Leidenschaft des Königs Wilhelm von Württemberg („König der Landwirtschaft“, ADB) entsprungene

erstmalige  Reinzucht  arabischer  Pferde  außerhalb  des  Orients

wird in großformatigen Pferdeportraits des Karlsruher Hofmalers Rudolf Kuntz dargestellt “

(Dietrich Fröba, Ausstellungskatalog Verden, Seite 23).

Die seltenen Blätter repräsentieren somit zugleich einen sehr hohen Dokumentarwert. – Ekeman war Direktor des jungen Kgl. lith. Instituts und wurde bereits vom zeitgenössischen Nagler als ein „entschiedenes Talent für das Landschaftsfach“ und mit dem Prädikat ausgezeichnet erkannt und qualifiziert.
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