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Aus berühmtem StalleBürde, Friedrich (Breslau 1792 – Detmold 1849). Alcides wurde im Fr: Wilh: Gestüt im Jahre 1812 von dem Allahor und der Emma gezogen, er ist hellbraun und 5 Fuss 4 Zoll hoch. Stehend nach links mit der schön gezeichneten Brandmarke. Zurückgesetzt in ganzer Bildbreite drei Staffage-Gruppen mit zusammen 25 Pferden, davon sechs bzw. fünf in der Mitte + rechts stehend, ruhend, weidend, indes linksseits ein Knäuel von 14 seine Lebensfülle austobt. Radierung, teils mit der kalten Nadel. Bezeichnet: nach dem Leben gemahlt u: radirt v: F: Bürde 1823. 3tes Heft / Berlin, bei Simon Schropp & Comp., ansonsten wie vor. 38,2 x 50,6 cm. Thieme-Becker V, 194; Nagler II, 198. – Nicht in Sammlung Sarasin (1999). – Aus der 3. Lieferung der hier auf dem Markt complett nicht nachweisbaren Folge der „Abbildungen vorzüglicher Pferde die sich in den Königl. Preuss. Gestüten befinden … “, bestehend aus 18 Radierungen (1820/23) + 26 Lithographien (1825 ff.). Als umfangreichst bekannt nur das aus lediglich 26 Blatt gebildete Misch-Exemplar aus 1957 (Tenner VII/421).
Sehr seltenes Blatt aus zudem Vorbesitz J. H. Anderhub, doch zusammen mit weiteren hier derzeit in Katalogisierung begriffenen Positionen seines umfangreichen Graphik-Bestandes (u. a. Rugendas) figurierten seine Bürdes (siehe auch Nr. 28.607) nicht auf der 1963er Bücher-Versteigerung der „Bibliotheca Hippologica I. H. Anderhub“. Blattgrößenentsprechend (53,2 x 69,2 cm) breitrandig und hier, säurefrei versorgt, neben drei mit 3,5-4,5 cm messenden längeren Randeinrissen noch der eine und andere minimale. Kleiner Eckausriß links oben. Drei/vier feine Knitterspuren im weißen Feld oberhalb des Hengstes. Bürde , „Tier-, namentlich Pferde- und Schlachtenmaler, Kupferstecher, Lithograph und Modelleur, Professor an der Berliner Akademie“, ist der Sohn des seinerzeit namentlich durch die Übersetzung von Milton’s Verlorenem Paradies hochgeschätzten schlesischen Dichters S. G. Bürde (ADB III, 581 f.). Er machte sich
(Nagler 1835). – Und Dietrich Fröba, Grafische Arbeiten der Pferdemaler, 1996:
Hier denn eines des 1788 in Neustadt/Dosse gegründeten Friedrich-Wilhelm-Gestüts als eines „Hauptgestüt(s) mit überregionaler Bedeutung … für die brandenburgische Warmblutzucht“, zusammen mit dem Landgestüt Lindenau als Hengstdepot. „Bis 1833 wurde teils Voll- teils Halbblutzucht betrieben, in der Folge mehr und mehr rein englische Vollblutzucht“ (Friedrich Traut, Gestüte Europas, 1971, SS. 147 ff.).
(Mr. D. R.-H., January 26, 2005) |