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„ Amerika du hast es besser ,als unser Kontinent der alte “( Goethe )Good Grand Old PartyRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Rache eines niedrigen an einem mächtigern ist schädlich (oder, so in der Neuauflage von 1825, Ohnmächtiger Grimm bereitet sich selbst den Untergang). Der auf Bildungsreise durch Europa wandernde Elefant – den indischen Dichtern „ Symbol der Weisheit und des Mitgefühls …
und acht Elefanten tragen das Weltall “ (Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., V, 510/II), einer davon denn zugleich auch das Leittier der Grand Old Party – versehrte versehentlich ein vorlautes Füchslein, woraufhin dessen ganzes Geschlecht den Koloß zu strafen gedachte . Doch nur zu bald war „die Armee pulverisirt“. Radierung + Kupferstich. (1744.) Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. sculp. et excud., ansonsten dt.-lat.-franz. wie vor. 33,6 x 25,1 cm. Thienemann + Schwarz 771; Metzner-Raabe, Illustr. Fabelbuch, 1998, Bd. II (Bodemann), 123.I. – Blatt 7 der geistig wie optisch überaus reizvollen „Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere zur Verbesserung der Sitten und zumal zum Unterrichte der Jugend “, mit denen
(Stefan Morét, Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, Seite 96). Und speziell hierzu Ridinger selbst :
Bildlich im übrigen läßt Ridinger, einen neuen Bildtypus kreierend, einmal mehr Tradition und Feld hinter sich. Denn, so Ulrike Bodemann in Metzner-Raabe,
Und Regine Timm, ebda., Bd. I, Seite 171 :
Die große geistige Verwandtschaft mit dem bereits erwähnten Hogarth übrigens auch unmißverständlich zum Ausdruck kommend in Garricks Epitaph für diesen: „ Whose pictured Morals charm the Mind , And through the Eye correct the Heart.“ Zeitlich in diesem Zusammenhang interessant, daß 1726 jenseits des Kanals John Gay, berühmt-berüchtigt für seine „Beggars Opera“ (Brecht, Dreigroschenoper!), mit seinen „Fables“ „das Bedeutendste (vorgelegt hatte), was bisher von englischen Dichtern in dieser Gattung geleistet worden war“ (Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., VI, 960/II). Zeitlich in diesem Zusammenhang interessant, daß 1726 jenseits des Kanals John Gay, berühmt-berüchtigt für seine „Beggars Opera“ (Brecht, Dreigroschenoper!), mit seinen „Fables“ „das Bedeutendste (vorgelegt hatte), was bisher von englischen Dichtern in dieser Gattung geleistet worden war“ (Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., VI, 960/II). Die Folge besteht aus zwanzig Blatt, von denen Johann Elias gleichwohl nur die ersten sechzehn veröffentlichte. Vermutlich aus stilistischen Skrupeln. Denn mit den erst vom Ältesten, Martin Elias, auf Kupfer übertragenen und postum herausgegebenen vier letzten gibt er die Überfülle der vorangegangenen zu Gunsten einer für ihn völlig neuen, souverän konzipierten großflächigen Klarheit auf, womit auseinanderzusetzen er sich schlußendlich aber offenbar scheute. Und wohin ihm noch hundert Jahre später auch Thienemann nicht folgen mochte („haben weniger Kunstwerth, sind aber dennoch schätzbar und ihre Seltenheit zu bedauern“). Was hiesigerseits hingegen als ein bemerkenswert weiterentwickeltes künstlerisches Ausdrucksvermögen gesehen wird. Gipfelnd in dem Fascinosum, nicht allein ein neues Fabelbild geschaffen, sondern dieses in sich noch einmal zu neuem Ufer fortentwickelt zu haben. Solchermaßen denn ein höchst gewichtiger Meilenstein innerhalb des „rund 900 Ausgaben (ausmachenden) Grundcorpus illustrierter Fabelbücher“ bis hin zu Chagall’s 200 Jahre späterem Lafontaine-Folio mit seinen 100 Radierungen als geradezu einem Schlaglicht für die Unsterblichkeit der Fabel-Illustration. Daß Ridinger seine Folge ursprünglich gleichfalls wesentlich umfangreicher konzipiert hatte, belegen seine hier durchgelaufene Vorzeichnung zur 20. Fabel, die er mit „Fab 31“ bezeichnet hatte, jene mit „Fabel 29.“ bezeichnete zur 19. (Weigel, 1869, Nr. 384) und die Thienemann vorgelegene, mit „30“ genummerte, die gleich weiteren, unnumerierten, indes unverarbeitet blieb. Die aus der Weigel-Auktion (nicht 1869er Katalog) stammende aquarellierte Ursprungs-Federzeichnung im Stichsinn figurierte als „Prächtiges, vollständig ausgeführtes Aquarell“ unter Lot 110 auf der Ridinger-Versteigerung 1890 bei Wawra in Wien und befindet sich heute in bayer. Privatsammlung. Die für die Übertragung auf die Platte verwandte spiegelbildliche Zeichnung war in den zurückliegenden 70ern am Markt. Eine ausgeführte Studie des Elefanten in den 90ern in Amerika. Herrlicher früher Druck . – Ohne die Numerierung oben rechts, die allgemein unbekannt ist, gleichwohl später auftaucht. – In der 2. H. d. 19. Jhdts. auf blau-grauem Bütten des frühen 18. Jhdts. mit Wz. SICKTE (die von Veltheim’sche Papiermühle dortselbst) nebst Fürstenkrone über nach links offenem C aufmontiert worden, auf dem es jetzt lose aufliegt. – Oben meist auf Plattenkante geschnitten, sonst mit feinem Rändchen rundum. Braunstippen im linken Elefanten-Ohr.
Für weitere Einzelblätter der Folge siehe „ Die Fabel gehört dem Künstler, wie dem Dichter,
(de heer P. E., 1. Februar 2008) |