English page

Widerrufsrecht
Impressum
45 Jahre
Kunsthandlung + Seltenheitsantiquariat

Kataloge
Kartographie
William Hogarth
Das AHA!-Erlebnis Juli 2008
Tiere, Jagen, Umwelt
Fischen + Angeln
Pferde + Reiten
Joseph Georg Wintter
Die Familie Rugendas
Künstlerindex
Homepage
e-mail
Datenschutz
Geschäftsbedingungen
 

lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Begleitet  von  ganz  superber  Seltenheit

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Groenlaendische See=Baeren. Schabkunstblatt von Johann Elias Haid (1739 Augsburg 1809) in Braundruck. Bezeichnet: Joh. Elias Ridinger pinxt. / Joh. Elias Haid fecit., ansonsten wie vor. 28 x 33,2 cm.

Johann Elias Ridinger, Grönländische Seebären

Thienemann-Stillfried (1876) + Schwarz (1910) 1386 sowie Reich auf Biehla 283 ( “… eines  sehr  seltenen  Blattes”, 1894 ! ), im übrigen über mehr als hundert Jahre hinweg

fehlend  in  den  importanten  Ridinger-Beständen  der  großen  Sammlungen

und Händler. Beginnend mit Thienemann selbst (1856) und Weigel (1838/57) über die schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885), Coppenrath (1889/90), Helbing (1900; neben 10 Zeichnungen, 1030 Blatt Graphik zuzüglich Zustands-Explre. und Doubletten!), Schwerdt (1928/37), Rosenthal (1940) bis hin zu Gräflich Faber-Castell (1958; 106 Zeichnungen, 1239 Blatt Graphik!). Hier gleichwohl im Laufe der Jahrzehnte in bayerische + rheinische Privatsammlung als großen gegenwärtigen vermittelt und nunmehr erneut vorliegend.

Die Zeichnung hierzu figurierte 1890 unter Pos. 34 mit dem Bemerken „für das unbeschriebene (sic!) und seltene Schwarzkunstblatt des Meisters“ innerhalb der „Schönen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstichen Joh. El. Ridinger’s aus dem Besitze eines bekannten Sammlers“ bei Wawra in Wien.

Ob eine Anregung von Johann Melchior Roos’ – für Arbeiten nach dessen Vater Johann Heinrich stehen Thienemann 793-806 – Schweriner Öl des Weißen Bären von 1729, wobei es sich gleichfalls um zwei Tiere handelt, ausgegangen ist, muß vorläufig dahingestellt bleiben. Siehe dessen Farbabbildung im undatierten Schweriner Ausstellungskatalog „Die Malerfamilie Roos in Deutschland“, vor 1998, S. 21, von Kristina Hegner SS. 20 f. kommentiert mit

„ Die Darstellung des weißen Bären gehört in ihrer ausschnitthaften Konzentration auf ein bis zwei Tiere und dank ihrer seltenen Farbe in eine Reihe mit den von Roos (nach fürstlichen Menagerien) geschilderten exotischen Tieren … Neben dem Aspekt der gemalten Naturalie rückt zunehmend der des Tierporträts in den Vordergrund und findet in diesem Gemälde einen gelungenen Ausdruck. Dazu im Gegensatz steht die bereits 1718 entstandene ausführliche Schilderung von ‚Eisbären in einer Felsenschlucht‘ (Abbildungen Roos-Katalog Kaiserslautern, 1985, S. 38, + Jedding, Joh. Hch. Roos – Werke einer Pfälzer Tiermalerfamilie in den Galerien Europas, 1998, Nr. 367, als Gegenstück der Braunen Bären, Abb. 366; siehe auch den Weißen Bären in Johann Melchior’s Reich der Tiere von 1728 in Braunschweig, Abb. Jedding 374). “

Und Hermann Jedding (Der Tiermaler Joh. Hch. Roos, Straßburg/Kehl 1955 als Bd. 311 der Studien zur dt. Kunstgeschichte, SS. 188 f., vorausschickend):

„ (Johann Melchior) setzt in direkter Linie die Tradition von Andreas Ruthardt fort und leitet über zu den Wildhatzen des Elias Ridinger. “

Innerhalb der Folgen figuriert der Weiße Grönländische Bär bei Ridinger als Blatt 3 der Bärenfolge, Thienemann 527, bzw., verkleinert + fuchsrot, innerhalb des Kolorierten Thierreichs als Zeydelbär, Thienemann 1081, sowie als Weißer Spitzberger Grönländischer Bär per 1082. Siehe hierzu die Federzeichnungen 755 (Zeydelbär), 757 (Weißer Grönländ. Bär) + 758 (Weißer Spitzberg. Grönländ. Bär) aus 1754 im Ridinger-Appendix des 1869er Nachlaßkatalog der Weigel-Zeichnungen. In deren Zusammenhang könnten auch die Grönländischen Seebären anstehenden Schabblattes entstanden sein.

Ganz  vollkommenes  Exemplar  von  allergrößter  Schönheit

auf 2,5-3 cm breitrandigem (hier ganz schwacher Anflug von Stockstippigkeit) festen AMP-Bütten.

Thematisch sind es zwei Bären, von denen der vordere, die Nase auf der Erde, nach links einer Höhle zupirscht, indes der hintere zu dem rechts oberhalb der Höhle lauernden Polarfuchs hinbrüllt. Ein „Sehr gut ausgeführtes Bild“ urteilte Graf Stillfried, der das Blatt als erster bekanntmachte.

Eine jener „Überlieferung(en)

seltener  Kompositionen

durch den Stich“, die „uns (Haid’s) Werk (als Schabkünstler; seit 1788 Akademiedirektor, Reisen nach Venedig und in die Niederlande, “erhielt Aufträge … von Norddeutschland bis zur Schweiz„) wertvoll (macht)“ (Thieme-Becker XV, 482 f.). Hier in dem nur den früheren Blättern eigenen tiefen Braun, das später von einem fahlen Grau abgelöst wird. Und damit über seine Seltenheit hinaus zugleich

ein  generelles  Spitzenblatt  der  Graphik  des  18.  Jahrhunderts.

Angebots-Nr. 14.395 / EUR  956. / Export price EUR  908. (c. US$ 1472.) + Versand

 


 

“ Received the 2 parcels yesterday in A. M. I am very pleased with the books as well as the condition of them. Thank you again … I hope we can do business again in the near future ”

(Mr. L. A. F., March 11 and 1 resp., 2001)