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lüder h. niemeyer

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Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der im Schlageisen gefangene Hirsch. 12-Ender in dichter Waldpartie. Radierung + Kupferstich. (1750.) Bezeichnet: I. El. Ridinger inv. del. & sculp. / verlegt in Augsburg bey Martin Engelbrecht. 25 x 35,7 cm.

Johann Elias Ridinger, Hirsch im Schlageisen

Thienemann + Schwarz 75; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, innert 1787 (nur in „neuerem Druck“, 1885!); Slg. Reich auf Biehla innert 15 (nur in „neuem Druck“, 1894!). – Blatt 7 der instruktiven 30blätt. FANGARTEN-SUITE („A rare set“, Schwerdt 1928), als Ganzes fehlend selbst der Helbing’schen Mammutofferte von 1900, die aber auch anstehendes Blatt nur in einem und zudem lediglich gutem Exemplar aufwies (XXXIV, 179). Hier denn in herrlichem Druck leuchtenden Hell-Dunkels mit 3-4, oben 2,5 cm Rand rundum auf dem für alte, gleichwohl etwas spätere Drucke bekannten qualitätvollen wolkigen Papier.

Eines  der  vier  rätselhaften  Fangarten – Blätter

(+ Th. 74, 89, 91), die schon frühzeitig die Adresse von Martin Engelbrecht (1684-1756, der gleichnamige Verlag bis 1827) in Augsburg tragen und mit Ausnahme von Thienemann + Schwarz nur in Abdrucken  ohne  den erläuternden Untertext bekannt sind und daher bislang überwiegend als „Proofs“ (Schwerdt, 1928, für Th. 74, 75 + 89), „Frühe Drucke vor dem Text“ der im übrigen „erst später erschienen(en) vier Blätter“ (L’Art Ancien, 1939, gelegentlich der Offerte des Schwerdt-Exemplars), „Drucke vor der Schrift, nur mit Künstlername u. Adresse“ (Gräflich Faber-Castell, 1958), „Zustandsdrucke auf Linienpapier mit Signatur + Engelbrecht-Adresse, doch vor Titel und Untertext“ (hierselbst, 1978, unter erstmaligem Hinweis auf die unzulänglich beschriebenen Merkmale und die Rangfolge der Zustände) qualifiziert wurden.

Thienemanns (1856) „zuweilen“ trügen diese vier Blätter keine Unterschrift und die Engelbrecht-Adresse deute auf neuere Abdrucke hin, kann daher nur gegenteilig interpretiert werden. „Zuweilen“ gibt’s tatsächlich Drucke  mit  der Schrift. So offenbar das Exemplar Weigel XXVIII, Ridinger 7 A, auf das sich Thienemann gestützt haben wird. Sodann Schwarz (1910) für Th. 74, 89 + 91, doch alle bereits  mit  der Engelbrecht-Adresse, 74a, konform zu obigen, nur mit Künstlernamen und Engelbrecht-Adresse als „vor“ (!) der Schrift und dazu 93a als interessante weitere Variante, nämlich vor jeglicher Schrift.

Weigel 7 B führt die Folge sodann als „in späteren Abdrücken, wo bei den Nr. Th. 74, 75, 89 und 91

die  Unterschrift  zugelegt  worden  ist ,

und  diese  die  Adresse  von  Engelbrecht  tragen“.

Wobei zu beachten ist, daß die Engelbrecht-Ausgabe von ca. 1824 auf linienfreiem Thurneisen-Papier abgezogen worden ist (siehe Pos. 5172 der 142. Tenner-Versteigerung, 1982), die fraglichen vier untertextfreien Blätter ihrer Druck- und Bütten-/Linien-Qualität halber indes selbst von Kennern für Frühdrucke angesehen wurden.

Was  also  hat  es  mit  diesen  vier  Platten  auf  sich?

Waren sie etwa untergegangen und dann für eine Engelbrecht-Ausgabe neu gestochen worden, wobei in Hektik der Untertext fortgelassen wurde? Diese Erklärung erschien plausibel. Solange zumindest, bis hier zu Th. 91 die originale Druck-Platte mit dem Texte, aber, wohlgemerkt, auch  mit  der Engelbrecht-Adresse à la Schwarz 74, 89 + 91 auftauchte. Und damit Weigel 7 B bestätigte, wonach beim Druck dieser vier „die Unterschrift zugelegt worden ist“. Der Grund hierfür bleibt vorerst im Dunkeln. Wobei zu konstatieren ist, daß sich die Untertexte dieser vier in ihrer nur 4zeiligen Kürze zusätzlich von allen anderen abheben.

Und gesichert ist, daß das Auftauchen der Platte zu Th. 91 als der bislang einzigen der vier aller bisherigen Spekulation nunmehr den festen Boden verschafft, daß sie, und damit auch die drei übrigen, tatsächlich  mit  dem Texte existiert und dieser somit erwiesenermaßen für alle „Proofs“ und „Frühdrucke“ lediglich abgedeckt worden ist. Mit Ausnahme sicher von Schwarz 93 a, „vor aller Schrift“.
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(Mr. R. H. P., July 25, 2005)