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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Die  größte  der  Ridinger’schen  Kreuzigungen

vor  dem  Hintergrunde  dessen

was  Jerusalem’s  Unvergänglichkeit  ausmacht

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). In manus tuas com(m)endo Spiritum meum et hæc dicens expiravit. Luc. 23. Die wolkenverdüsterte Karfreitagsstunde Christi am Kreuz vor breit gelagertem Tempelberg mit auch der Klagemauer. Links des Kreuzes die von Johannes gestützte zusammenbrechende Maria, liegend zu Füßen desselben Magdalena. Schabkunstblatt von Johann Jacob Ridinger (1736 Augsburg 1784). Bezeichnet: I. N. R. I. am Kopf des Kreuzes / Ioh. Iacob Ridinger sculps. / I. El. Ridinger excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 63,3 x 45,1 cm.

Johann Elias Ridinger, Christus am Kreuz

Provenienz

Gräflich Faber-Castell

deren Ridinger-Versteigerung 1958

Lot-Nr. 167

Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen

(1922-2004)

Schwarz 1492 nebst Abb. II, Tafel XLII; Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik I/1 (1975), 155 (Schriftvariante); Faber-Castell 167.

Nicht bei Thienemann (1856) , Stillfried (1876) , Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57) , Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885; „ von grösster Reichhaltigkeit … [viele Seltenheiten] “) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Reich auf Biehla (1894; „ Von allen [R.-Slgn.], welche seit langer Zeit [verhandelt wurden], kann sich keine in Bezug auf Vollständigkeit und Qualität auch nur annähernd mit der vorliegenden … messen … besonders die Seltenheiten und unbeschriebenen Blätter, welche in reicher Anzahl vertreten sind “) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900) , Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Von kontrastreichem Hell-Dunkel – herrlich das Spiel des von oben einfallenden Lichts – bestimmter schöner schwarzer Druck mit typograph. Wz. (WANGEN?) bei umlaufend 1,5-2 cm breitem, dreiseits stockstippigem Rand, gleichwohl gesamthaft wenig bemerkbar leicht stippig und dubliert. Die zuvor geglättete Mittelfalte noch leicht sichtbar.

Das  außerordentlich  seltene , größtformatige  Blatt

aus der Reihe der neun Kreuzigungen, neben anstehendem hier nachweisbar nur im Exemplar Schwarz (Slg. von Gutmann, 1910, von diesem aber schon 1903  nicht  mit der Sammlung Horn erworben) sowie einer hier in den 90ern durchgelaufenen Variante. Entsprechend denn auch schon 1856 (!) Thienemann generell:

„ Die  Schwarzkunstblätter  sind  im  Handel  fast  gar  nicht  mehr

… zu bekommen … sämmtliche von und nach Joh. El. Ridinger gefertigte (sind) so selten, dass sie fast nur in einigen öffentlichen, grossartigen Kupferstichcabineten zu finden sind. Ich habe die meisten der beschriebenen nur in dem berühmten Dresdner Cabinet angetroffen … “ (selbst  dort fehlend denn aber hiesiges)

(Seiten VIII + 270).

An welcher Situation auch etwaige Neuauflagen wenig zu ändern vermochten, da die sich technisch bedingt extrem schnell abnutzende Schabplatte nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675) nur 50-60 gute Abdrucke ermöglicht.

Hier  denn  nach  50jähriger  Marktferne

das  Exemplar  Gräflich  Faber-Castell

(dessen Sammlungs-Untersatzkarton zwischenzeitlich entfernt). Die Szenerie selbst schließlich

von  großer  Kraft  und  bildlicher  Schönheit

– „ Und  ward  eine  Finsternis  über  das  ganze  Land “ –

vor  dem  Hintergrunde  dessen

was  Jerusalem’s  Unvergänglichkeit  ausmacht .

Angebots-Nr. 14.862 / EUR  1175. / Export price EUR  1116. (c. US$ 1801.) + Versand

 


 

„ das ‚Haupt-Schwein‘ ist gut … angekommen und gefällt … falls sich weitere Funde … auftun, freue ich mich über Ihre Nachricht “

(Herr W. S., 29. August 2002)