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„ Aeusserst selten(e) “Der Jäger und der Hunde Lustvor 110/120 Jahren schon !Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Lust des Jagens. Planung, Aufbruch, Erquickung und Ruhe der Jäger + Meute(n). Vier Stationen nebst jeweils 6zeil. Untertext auf 2 Blatt. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1730 Augsburg 1780). Bezeichnet: XVI. bzw. XVII. / Ioh. El. Ridinger, inv. et del. / Mart. El. Ridinger, sculps. A. V. 31,8-32 x 21,4-21,6 cm. Provenienz
Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen (1922-2004) Thienemann + Schwarz 359/360; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1875/76 ( „Aeusserst selten“, 1885! ); Slg. Reich auf Biehla 103/04 ( „Aeusserst selten“, 1894! ). – Blätter XVI + XVII der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge „Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd“ ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt) und ausschließlich von Johann Elias Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen. Bild 1 „ Des Jägers schlaue List denkt hier auf neue Neze … Theilt seine Hunde aus , füllt seine Taschen voll Mit Hagel u: mit Feuer , dadurch das Schwein zu fällen … “ zeigt in hügeliger Landschaft zwei Gruppen, deren eine – mit einem alle seinesgleichen machtvoll überragenden Hund à la bayer. Hiesel – noch plant, indes die andere schon talwärts zieht. Bild 2 „ Des Jägers Kunst weißt hier den Haasen zu erreichen , Die Hunde stehen ihm mit Schnelligkeit auch bey … “ in Vorbereitung der Hasenjagd. Bild 3 „ Ein klare Quell … gibt … oft auch dem matten Jäger Stärkung , Der manchmal auf sein Glück u: hiziges Jagen flucht ; Wenn er im Wald u: feld u: in den heiß’sten tagen Muß Hize , Staub u: Angst gedultig übertragen. “
Bild 4 „ Vom Jagen ganz erhizt u: durch den lauf ermattet Erquikt sich Herr u: Hund in ausgestrekter Ruh … “ Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Thienemann). Hier denn die seltenen Sujets in warmtonigen Erstausgabendrucken mit der römischen Numerierung („Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Thienemann). Auf schwerem Bütten mit typograph. Wz. bei Blattgrößen von 51 x 33,8 (XVI; oben noch die beiden originalen Aufhäng-Löchlein, drei säurefrei hinterlegte Kleinsteinrisse im extrem breiten Unterrand) bzw. 43,7 x 31,5 cm (XVII; linksseits unbeschnitten, schwacher kleiner Wasserrand in linker Oberrandecke), die unterschiedlich breiten Ränder optisch rundum gut proportioniert.
(Herr A. G., 8. Dezember 2003) |