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Des Meister’s „Malerische“ –Zeichnungsunikate von höchster GüteRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Wolff in der Grube zu fangen mit dem Schafe. Im Vordergrund einer baumbestandenen Gebirgslandschaft eine Wolfsfalle mit aufragendem Stamme nebst Wagenrad an der Spitze, auf dem ein Lamm liegt, dessen Blöken vier Wölfe herbeigelockt hat, deren erster bereits in die Grube stürzt. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung. Rückseits mit Graphit hs. bezeichnet wie vor. 292-295 x 422-423 mm. Abb. erlebnis ridinger 1698-1998 S. 17. – Auf leichtem Bütten mit umlaufend bis zu 17 mm breitem Rand. – Stecknadelkopfkleines Löchlein, geglättete Längs- und Querfalte und gesamthaft etwas zeitspurig, die Bildwirkung indes praktisch nicht beeinträchtigend. Vom früheren Unterlagekarton ganz schwach durchgeschlagene Stockflecken bis auf einen nur rückseits wahrnehmbar.
Malerisch ganz vollkommen durchgeführte , herrliche Arbeit als Ursprungszeichnung vor deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung für die gleichnamige Radierung Th. 41 als der großen Version der beiden Wolfsgruben-Blätter der ab 1729 erschienenen Suite „Der Fürsten Jagd-Lust“ und vermutlich – vgl. Thienemann SS. 273 + 274, a 41 – dem sich auf den Ridinger-Nachlaß stützenden importanten, indes nur unzulänglich beschriebenen Weigel’schen Bestand entstammend. Bei der in Kreide und Bleistift ausgeführten, einzeln genannten Variante 492 des 1869er Weigel-Katalogs – auf der 1890er Versteigerung bei Wawra als Nr. 102 – der eine der Wölfe offenbar noch nicht in die Falle geraten. Mit welcher Vielfältigkeit Ridinger seine Kupfer vorbereitete, belegen neben den Arbeiten zu Th. 41 z. B. auch die zu der hochformatigen kleineren Version der Fürstenlust-Wolfsfalle – Th. 18 – hier nachweisbaren vier Varianten, die bei äußerlich gleichartiger Gestaltung sich inhaltlich unterscheiden. Drei derselben mit 1728 datiert, davon zwei, darunter eine hierselbst durchgelaufene, zusätzlich mit Januar. Hiesiges Blatt entstammt der „Gruppe der Malerischen“ jener in den 70ern peu à peu aufgelösten hochkarätigen westfälischen Sammlung, mit der neben u. a. Skizzen und Probedrucken auch eine Reihe ganz außerordentlicher zeichnerischer Unikate, so auch ein 9er Block zur Fangarten-Suite, auf den Markt zurückfand, deren ungemeiner Reiz von ihrer Lavierung bestimmt wird. Deren Technik der Meister die ganze Fülle malerischer Lichtwirkung und Kontrastierung abzugewinnen verstand. Solchermaßen ausgearbeitete Blätter in Verbindung mit einer Graphik zählen auch im Ridinger-Œuvre heute zu den größten Seltenheiten.
(Mr. L. A. F., October 28, 2003) |