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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Dokumentarischer  Querschnitt

durchs  Ridinger-Œuvre

in  dabei  optisch  ganz  eigen-schönem  Gewand

Ridinger – Rohlfs – Menzler, Hermann.

Johann  Elias  Ridinger’s

Hermann Menzler. Johann Elias Ridinger's Jagd-Album

Jagd-Album

Nach den Originalen des Joh. Elias Ridinger … (sowie des A. Rohlfs, Hof-Jagdmaler des Prinzen Friedrich Karl von Preußen) gezeichnet. 3 Tle. + 1 Suppl. in 1 Bd. Bln., Ludwig Julius Heymann, Tauben=Straße 25, (1863-1865.) Fol. Folge von

77  (von 80)  getönten  Lithographien

in Hoch- (56) + Querformaten von ca. 32,6-36 x 23 bzw. 25-27 x 29-29,5 cm, in Druck von A. Renaud, vereinzelt auch A. Hölzer. Dunkelgrüner breiter HSchafs.-Ldr.-Bd. m. Ldrecken.,

Hermann Menzler. Johann Elias Ridinger's Jagd-Album

Goldfileten, goldgepr. weinroten TSchild. a. Rücken und, intarsiert, VDeckel., grünem Roma-Fabriano-Bütten als Deckelbezug + Vorsatz, goldgepr. verkleinerten Ridinger-Hirsch aus dem Abendblatt (Th. 240) der Vier Tageszeiten der Hirsche auf Rückdeckel, auf dessen unterer Innenkante zudem „ridinger handlung niemeyer“ in gleichfalls 23,5karät. Goldprägung, sowie eingebundenen grünen 2 Bll. Titel (mit fürstl. Sammlungs-Stempel) + Ankündigung zur 1. Lfg., hier gegeneinanderkaschiert, in gleichartigem Hldr.-Schuber m. d. Hirsch a. beiden Decken.

Schwarz XIX-XXII (XXII wohl irrig „Nach einer Orig.-Zeichnung“ statt nach Thienemann 141). – Nicht bei Schwerdt, Souhart, Nissen + Rümann, wie praktisch generell literaturunbekannt. – Unterteilt in drei Abteilungen, von denen jeweils ein Blatt eine Lieferung bildeten, nämlich:

I.
Darstellungen der bekanntesten Jagdthiere Mittel-Europas
nebst Fährten oder Spuren,
darunter ein 8blätteriges Supplement nach A. Rohlfs
mit Hühnervögeln incl. Auerhahn, Wild-Enten + -Gänsen, Schnepfen + Trappen

II.
Sammlung seltener Hirsch-Geweih-Abnormitäten und Hirschbilder

III.
Album interessanter Hatzen- und Gruppen-Bilder

Widerspiegelnd wichtige Arbeiten so bedeutender Folgen wie der Abbildung der jagdbaren Thiere (16) , der Wundersamsten Hirsche (26) , der von den Hunden behaezten Jagtbaren Thiere (10) , der Betrachtung der wilden Thiere , der Fürsten Jagd-Lust , der Fangarten-Folge sowie das Mitternachtsblatt aus den Tageszeiten der Hirsche mit nächtlich grün-blauer Tonplatte, letztere sonst überwiegend chamoisfarben, doch u. a. auch in Grün. Die Bindung abteilungsweise entsprechend den nach Abschluß des Werkes gelieferten, hier gleichwohl nicht präsenten, drei Abteilungstiteln nebst Inhaltsangabe. Der Optik halber hiervon abgewichen lediglich durch Vorziehen von I, 2 (Der Edelhirsch) vor I, 1 (Der Hase).

Complett  zu  den  größten  Seltenheiten  unter  den  Ridingeriana  zählend

– so hier nur ein vollständiges Exemplar für die Nachkriegsjahrzehnte nachweisbar, während es ein hier früher durchgelaufenes zeitgenössisch gebundenes Exemplar auf nur 75 Blatt brachte – , fehlen denn auch hier drei Blatt, nämlich II, 15 + 22 sowie III, 6 bzw. 42, 49 + 60, deren nachträgliche Einhängung ein jeweils mitgebundener Falz (der Optik halber vorerst als weißes ganzes Blatt) ermöglichen würde.

Direktem  Nachbesitz  einer  zeitgenössischen  forstlichen  Sammlung

entstammend  und  solchermaßen 

ganz  jungfräulich  erstmals  am  Markt

zählte das mit der 12blätterigen Holzstich-Folge „Aus König Friedrichs Zeit“ von Adolf Menzel themenfremd zusammengebundene Exemplar nur 73 Blatt, konnte indes aus hiesigem Lagerbestand um vier weitere auf nunmehr 77 Blatt aufgestockt werden. Bei der sich hieraus ergebenen Neubindung, adäquat zur schon verlegerseits betonten Eleganz des Werkes, wurde unter bibliophilem Aspekt auf einen neuerlichen Beschnitt des Buchblocks verzichtet.

Vorliegend auch nicht der per 1. Lfg. avisierte Gesamttitel. Ob es sich bei diesem um den hier früher durchgelaufenen illustrierten – siehe dessen Farbabbildung in der hiesigen Jubiläumsschrift erlebnis ridinger – 1698-1998 , S. 85 – weit größeren Blatt-Formates (62,5 x 47 cm) handelt, wie hier zusammen mit einigen weiteren entsprechend überbreitrandigen Blättern der Folge samt Ohlwd.-Mappe mit Bezeichnung „Dreizehnte Auflage“ und aktualisierter Adresse „Mauer=Straße 26“ (zumindest der postume Abt.-Titel II firmierte bereits per Mauer=Straße 42), muß dahingestellt bleiben. Die von normalschöner Breitrandigkeit begleiteten Regelabzüge kleineren Formats, wie denn auch hier + heute (43 x 34 cm) , das frühere hiesige Exemplar und hier vorliegende Einzelblätter, sind also immer die früheren Abzüge. Interessant ist gedachte beachtliche Auflagennennung allerdings insofern, als einerseits die offensichtlich große Nachfrage nach den Menzler-Blättern dokumentierend, andererseits aber in Kontrast stehend zu deren Seltenheit. Wie dem denn auch sei,

zeitgenössische  Estimierung + nachfolgende  Seltenheit

– so besaß Baron von Gutmann nur 45 Jahre nach Erscheinen lediglich vier Einzelblätter (Schwarz, s. o.), gänzliche Fehlanzeige bei Schwerdt (1928/35) mit seiner reichen Ridinger-Passage, fehlend auch bei Gräflich Faber-Castell (1958), indes Graf Radulf von Castell-Rüdenhausen (1922-2004) während jahrzehntelangen Sammelns immerhin 46 Blatt zusammenbrachte – sprechen nur fürs Objekt.

Lt. hier beigebundener Start-Ankündigung auf „Vollständig in 24 Heften“ à drei Blatt konzipiert, wurden die solchermaßen vorgesehenen 72 Blatt Ridinger im Laufe des Erscheinens um den Achtersatz Rohlfscher Hühnervögel ergänzt. Initialzündung der Herausgabe war offensichtlich,

„ (den)  sehr  selten  gewordenen …

mit  den  höchsten  Preisen  bezahlt(en  Arbeiten  des  Meister‘s) “

(vor also bereits 140 Jahren, wie hier schon so vielfältig auch an Hand anderer alter Quellen belegt) eine hohen Ansprüchen genügende Alternative zur Seite zu stellen. Damit aber avancierte Menzler zum einen zu des Meister’s Groß-Kopierern, zugleich aber auch zum eigenständigsten dazu. Denn thematisch liegt der nicht zuletzt sammlerische Reiz seiner Wiedergaben in ihrer häufigen Komprimierung auf das Wesentliche. Optisch aber erzielen die Blätter dank ihrer lithographischen Tondruck-Technik

eine  wundervolle  Wärme  und  ganz  eigene  malerische  Wirkung

wie im Kupferstich nur mittels der von Ridinger nicht mehr angewandten Aquatinta-Technik erzielbar. Auch unter diesem Aspekt denn eine Ridingeriana-Bereicherung von Graden. Hier + heute denn begleitet von – abgesehen von nahezu durchgängigem Eselsohr-Anflug oben rechts und beigelegter kleiner Läsur an der unteren weißen Blattkante sowie leichter Knickspur im weißen Rand unten rechts von Blatt 64, dem herrlichen Pappenheim-Hirsch Th. 301 – einer

Gesamtqualität  absoluter  Schönheit .

Angebots-Nr. 14.993  /  Preis auf Anfrage

 


 

“ I wish to thank you for the detailed, knowledgeable response. I am very impressed with your experience; your information was very helpful. ”

(Mr. R. H. P., July 25, 2005)