English page

Widerrufsrecht
Impressum
45 Jahre
Kunsthandlung + Seltenheitsantiquariat

Kataloge
Kartographie
William Hogarth
Das AHA!-Erlebnis August 2008
Tiere, Jagen, Umwelt
Fischen + Angeln
Pferde + Reiten
Joseph Georg Wintter
Die Familie Rugendas
Künstlerindex
Homepage
e-mail
Datenschutz
Geschäftsbedingungen
 

lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

„ Eine  grosse  Menge  schöner  Pferde “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Par Force Pferde werden auf den Rendevous aufgeführet. Endloser Zug von meist in Dreiergruppen von den Reitknechten aus dem Wald auf die Lichtung geführter gesattelter Pferde. Von rechts kommen zwei Jagdwagen hinzu. Radierung und Kupferstich. Bezeichnet: Joh. El. Ridinger del. sculps. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie oben. 31,2 x 47,9 cm.

Johann Elias Ridinger, Die Par Force Pferde werden auf den Rendevous aufgeführet

Die  Par  Force  Jagd  des  Hirschen  III

Thienemann + Schwarz 51; Weigel, Kunstlager-Kat., 4a + 16545 („alte jetzt nur selten vorkommende Abdrücke“, 1847!); Stubbe, Johann Elias Ridinger, 1966, SS. 15 f. – Nicht in der schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885 !).

„ Eine grosse Menge schöner Pferde, gewöhnlich drei gesattelte neben einander, von dem Reitknecht in der Mitte geführt, sind auf dem langen Zuge nach dem Versammlungsorte. Es ist viel Leben und Ridinger’s Meisterhand versteht es, Abwechslung in dies Leben zu bringen “

(Thienemann).

Ausführlicher 8zeiliger Untertext in Deutsch. – Leuchtender Abdruck auf an den Seiten 4,7-5, oben und unten 3-4,8 cm breitrandigem festen Linienpapier. – Im linken Seitenrand die zwei verlagsseitigen Durchstiche. Im Oberrand ein bis an die Plattenkante heranreichender Einriß wie auch einige weitere kleinere säurefrei hinterlegt.

Als Ganzes ist diese „späte stattliche Serie der Parforcejagd“ für Stubbe, bis 1969 Hauptkustos des Kupferstichkabinetts der Hamburger Kunsthalle,

ein  Absolutum  an  Harmonie  und  reifer  Meisterschaft ,

wie er an Hand deren Blätter 8 + 12 (Th. 56 + 60) in Gegenüberstellung zu den entsprechenden der frühen „Fürsten-Jagdlust“ darlegt. Entsprechend auch Rolf Biedermann:

„ …überwiegt in der … ‚Par Force Jagd‘ … die durch einheitliche Lichtwirkung und stärkere Angleichung der Tonwerte erzielte Geschlossenheit des Bildraumes. Hinzu tritt eine tiefenräumlichere Durchgestaltung der Landschaften und eine engere Verklammerung der Figurenkompositionen “

(Ridinger-Katalog Augsburg 1967, S. 3 der Einleitung). – Sie gehört

zu  den  gesuchtesten  Werken  unseres  Meisters ,

zumal da sie nach abgeschaffter Parforcejagd sogar einen historischen Werth erhalten hat “ (Thienemann) – und zeigt in vier Teilen

den  vollständigen  Verlauf  einer  klassischen  Parforce-Jagd ,

deren Erfinder lt. Döbel der Heilige Hubertus „seyn soll“ – siehe hierzu generell und im Detail Gisela Siebert, Kranichstein, 64 f. – und deren jeweilige Stationen der ausführliche Untertext erläutert.

„ In der schnellen Verfolgung des Hirschs durch die Meute und die berittenen Jäger, in seiner Unterscheidung vom übrigen Wild und im Wiederfinden der verlorenen Spur lagen Reiz und Bedeutung dieser Jagd. ‚Es ist dieselbige eine lustige und angenehme Jagd vor diejenigen, so gerne reiten, den Laut der Hunde hören wollen, und das Blasen ästimieren, als worinne eigentlich die Jagd besteht‘ schreibt … Döbel in seiner … ‚Jäger-Practica‘. Die Parforcejagd forderte vorzügliche Jäger …, die auf der Höhe der jagdlichen Ausbildung ihrer Zeit sein, die Jagd und ‚gerechten Zeichen‘ des Hirschs kennen, ihr Pferd beherrschen, mit den Hunden arbeiten und das Jagdhorn blasen können mußten “

(Siebert, a. a. O., 56).

So  herrscht  denn  auch  über  den  Rang  der  Folge  in der alten wie in der gegenwärtigen Literatur Einmütigkeit. Von Naglers 1843er Wertung

„ Eines  der  schönsten  Werke  Riedinger’s “

über Thienemann’s und der W. Schmidts in der ADB (XXVIII, 507) von 1889 bis hin zur Feststellung des Grafen Solms-Laubach von 1961 angesichts des von ihm abgebildeten Stiches des „Anjagts Hirsch“ :

„ …  eines  der  großen  Blätter  seiner  Hirschhatzfolge  …

die  zu  seinen  besten  Arbeiten  gehört “.

Von den Vorzeichnungen datieren drei aus 1746 (Th. S. 274, Mappe I, b zu Th. 49 und einer nicht gestochenen + Schwerdt III, 216, unten 1 zu Th. Th. 60), sowie eine aus 1750 (Schwerdt, wie vor, 2 zu Th. Th. 56), letztere beiden als Varianten.
Angebots-Nr. 15.174 / EUR  1290. / Export price EUR  1226. (c. US$ 1944.) + Versand

 

 


 

“ Beautiful Rugendas colour print arrived! Thanks very much for keeping me informed. Best regards ”

(Mr. J. R. L., June 11, 2004)