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lüder h. niemeyer

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Das  Selbstbildnis  des  späten  Ridinger

in  Top-Exemplar  größter  Schönheit

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Selbstbildnis in Halbfigur en face. In Fensterrahmung vor hochgezogenem Vorhang im Arbeitszimmer bei der Lampe über dem auf reicher Decke liegenden Zeichenbuch sitzend mit dem Stift in der aufgestützten Rechten. Zur Linken der Zeichenschrank nebst Globus, dahinter Regal voller Folianten, darauf Skulpturen. Schabkunstblatt von Johann Jacob Ridinger (ca. 1736 Augsburg 1784). Bezeichnet: Jean Elie Ridinger inv. et del. / Dedié à Monsieur Jean Elie Ridinger Peintre et Graveur et Directeur de l'Académie d'Augsbourg. Gravè par son tres humble et obéissant fils Jean Jaq. Ridinger. An. 1767. 39,2 x 26,6 cm.

Thienemann XXI, 3; Schwarz 5; Slg. Coppenrath II (1889), 1448; Helbing XXXIV (1900), 4; Schwerdt III (1928), 133; Rosenthal 126 (1940), 444; Ridinger-Katalog Darmstadt (1999) I.3 m. Abb.; Siebert-Weitz, Ridinger (1999), Abb. 1; Niemeyer, Die Vanitas-Symbolik bei Joh. El. R. in L'Art Macabre 2 (2001), 94 ff.

Druck- und  zustandsmäßig  wundervolles  Exemplar

– mit  46 x 30,7 cm  Blattgröße  noch  üppiger  als  das  Schwerdt'sche  (43,8 x 29,9) –

wie für die raren und empfindlichen samtenen Schabblätter – schon 1675 bezifferte der Praktiker Sandrart "saubere Abdrucke" auf nur etwa "50 oder 60" – von höchster Begehrlichkeit

dieses  wichtigsten  der  graphischen  Selbstbildnisse.

Weiterentwickelnd den zeichnerischen Vorgänger aus 1741 – Schwarz I, XIX + II, Tafel I – , der in ähnlichem Ambiente den weit Jüngeren gleichfalls bei der Lampe, doch ohne Fensterrahmung, vanitastraulichen Globus und vor allem ohne den schweren Vorhang zeigt, seit dem Mittelalter ein Träger des Geheimen und Verborgenen und von Ridinger seit dem Titelblatt zur 1722er Reitschule wiederholt bewußt eingesetzt.

Und vorwegnehmend das zeichnerische 1767er Berliner "Selbstbildnis mit Tod" (Farbabbildungen Kat. Darmstadt S. 54 + Niemeyer S. 94).

Die  Darstellung  Ridingers  wie  in  einem  Fenster

Johann Elias Ridinger, Selbstbildnis

hat  in  der  europäischen  Malerei 

des  16.  und  17.  Jahrhunderts  eine  lange  Tradition .

Sie schafft zwischen Betrachter und Dargestelltem eine Grenze – möglicherweise als Zeichen dafür, daß dieser bereits verstorben war "

(Stefan Morét in Katalog Darmstadt). Und im weiteren

" Inwieweit dem Licht (im Zusammenhang mit dem sich  zeichnend , also ganz originär schaffend, darstellenden Künstler) auch im übertragenen Sinne als Quelle der Erleuchtung eine Bedeutung zukommt, müßte näher untersucht werden. "

Womit auch diesbezüglich eine Brücke zum Berliner Selbstbildnis besteht, dessen "unheimliches, fahles Licht" eine geistige Momentaufnahme vermittelt. Wie anstehendenfalls das Zentrum des Lichts die Stirn, der Geist, ist, ohne deshalb aber die Lichtquelle selbst zu sein. Diese befindet sich "sichtbar-unsichtbar" außerhalb des Bildes und nimmt dem Lampenlicht damit seine Priorität. Welch ein Anreiz für die auf Hell-Dunkel angelegten Schabblätter, dergleichen Raffinesse großartig zu verdeutlichen!

Letzteres bis hin denn auch in den Faltenwurf des Vorhangs, zur reich gemusterten Tischdecke.

Typograph. Wz. – Seitens Helbings 1900 bei sichtbarem Abstand zu den Porträts Thienemann 1 + 2 mit 35 Goldmark bewertet, gleichermaßen also wie etwa die ganze 4blätt. Hühnerhund-Folge Th. 101-104, das Gros der Einzelblätter erst gar nicht beigezogen!

Und so perfekt wie hier – noch die oben schon belegte Breitrandigkeit mit dreiseits 2-2,3 cm + unten 4,3 cm herrlich harmonisch proportioniert – von höchster Seltenheit.

Angebots-Nr. 15.184 / EUR  1500. / Export price EUR  1425. (c. US$ 2300.) + Versand

 


 

„ Just received the James Figg item safely today. I have a couple questions. Art in general is new to me so I‘m asking you to educate me on this item … First of all I‘m happy with the item, just trying to understand it better … Thanks again “

(Mr. A. C., March 27, 2008)