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Rötelmarkierter Probe-Ätzdruck x)
von der noch nicht vollendeten Platteauf Makulaturbogen
mit rückseitigem Schabblatt-TorsoRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). (Wie die Sauen im freijen auf den ball gehäzt und mit einer gantzen hatz Hunde forcirt werden.) Radierung mit Kupferstich als Ätzdruck. Blattgröße 25,3 x 34,2 cm. Ad Thienemann + Schwarz 66. – Verso oberes Detail des Schabblattes Mariæ Verkündigung Schwarz 1515. – Kaum auffallend innerhalb des leicht angeschmuddelten weißen Plattenrandes geschnitten. Diagonale Knickspur in linker Unterecke im gerade noch tangierten Bildzipfel nicht bemerkbar. Probe-Ätzdruck von dem zwar schon completten , doch in der Ausschraffierung noch unfertigen Bildganzen mit entsprechend über das ganze Blatt gehenden Rötelmarkierungen des Meisters für die Weiterarbeit und natürlich auch noch vor aller Schrift.
(Jahn, Wörterbuch der Kunst, 5. Aufl., 1957, Seite 395/II). Solche noch den laufenden Werkprozeß dokumentierende Probedrucke mit gar auch noch eigenhändigen Hilfsmarkierungen , ja, hinsichtlich rückseitiger schon anderweitiger Bedruckung ostentativem Makulaturcharakter als Merkmal besonderer Frühzeitigkeit wie hier vorliegend sind von allergrößter Seltenheit . Gelegentlich marktvorkommend und von anspruchsvollen Sammlern als von altersher kostbar – so etwa so etwa Th. 171 in bayer. Privatsammlung oder Weigel’s Kunstcatalog, Abt. XV (1850), 17538, „sehr seltene Probedrücke vor aller Schrift“ – bereits als Sammlungstrüffel hochbegehrt die letztlich abschließenden Zustandsdrucke mit der lediglich noch fehlenden Schrift. Wie erst denn aber hier! Weigel ebda. 17536 als evt. auch nur annähernd vergleichbar da ohne Hinweis auf autographe Hinzufügung konnte neben verschiedenen anderwärtigen „Sehr seltene(n) Aetzdrücke(n)“ 2 Blatt „Löwe und das Elenthier“ als „Sehr seltne, weniger vollendete Abdrücke vor aller Schrift“ qualifizieren. Und Helbing’s 1900er Ridinger-Mammutofferte (Kat. XXXIV) wartete per 1408 mit einem Probedruck-Exemplar der Paradies-Folge auf, deren Rückseiten als Spectaculum unbenutzt gebliebene Texte zur Folge der Jagdbaren Thiere aufwiesen. Baron von Gutmann hingegen als dem Ridinger-Sammler schlechthin (Schwarz-Katalog) besaß lediglich zwei originäre Probedrucke, davon Schwarz 93a vor aller Schrift, doch ohne Ätzdruck-Qualifikation, geschweige denn Rötelung. Für definitive Probe-Ätzdrucke mit Rötelung wie vorliegender hier allein nachweisbar die beiden zu Th. 193/94 bei Gräflich Faber-Castell (1958, Pos. 27). Somit aber für das graphische Ridinger-Œuvre eine Zimelie allererster Güte. im Blattformat von 24,8 x 33,3 cm, der Beschnitt des weißen Plattenrandes damit dreiseits etwas mehr als oben, der Unterrand indes – hier denn also mit der Schrift – beide Male 3 cm. Bildseits nicht unproper alterstonig, rückseits mehr stockstippig und mit vier eher nur vorsorglichen kleinen Randverstärkungen.
(Mr. J. R. L., November 19, 2003) |