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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Rötelmarkierter  Probe-Ätzdruck x)

Johann Elias Ridinger, Wie die Sauen ... Probe-Ätzdruck zu Th. 66

von  der  noch  nicht  vollendeten  Platte

auf  Makulaturbogen

Johann Elias Ridinger, Rückseite des Makulatur-Probe-Ätzdruckes zu Th. 66

mit  rückseitigem  Schabblatt-Torso

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). (Wie die Sauen im freijen auf den ball gehäzt und mit einer gantzen hatz Hunde forcirt werden.) Radierung mit Kupferstich als Ätzdruck. Blattgröße 25,3 x 34,2 cm.

Ad Thienemann + Schwarz 66. – Verso oberes Detail des Schabblattes Mariæ Verkündigung Schwarz 1515. – Kaum auffallend innerhalb des leicht angeschmuddelten weißen Plattenrandes geschnitten. Diagonale Knickspur in linker Unterecke im gerade noch tangierten Bildzipfel nicht bemerkbar.

Probe-Ätzdruck  von  dem  zwar  schon  completten ,

doch  in  der  Ausschraffierung  noch  unfertigen  Bildganzen

mit  entsprechend  über  das  ganze  Blatt  gehenden

Rötelmarkierungen  des  Meisters  für  die  Weiterarbeit

und natürlich auch noch  vor  aller  Schrift.

„ Da die Wirkung eines K(upferstich)s nicht wie die eines Holzschnitts sich ohne weiteres von der Platte ablesen läßt, pflegt der Künstler Probedrucke zu nehmen, die ihm sagen, wie und an welchen Stellen er weiterarbeiten soll. Zumal bei der Radierung ist dies nötig “

(Jahn, Wörterbuch der Kunst, 5. Aufl., 1957, Seite 395/II).

Solche noch den laufenden Werkprozeß dokumentierende Probedrucke mit gar auch noch eigenhändigen Hilfsmarkierungen , ja, hinsichtlich rückseitiger schon anderweitiger Bedruckung ostentativem Makulaturcharakter als Merkmal besonderer Frühzeitigkeit wie hier vorliegend sind

von  allergrößter  Seltenheit .

Gelegentlich marktvorkommend und von anspruchsvollen Sammlern als von altersher kostbar – so etwa so etwa Th. 171 in bayer. Privatsammlung oder Weigel’s Kunstcatalog, Abt. XV (1850), 17538, „sehr seltene Probedrücke vor aller Schrift“ – bereits als Sammlungstrüffel hochbegehrt die letztlich abschließenden Zustandsdrucke mit der lediglich noch fehlenden Schrift. Wie erst denn aber hier!

Weigel ebda. 17536 als evt. auch nur annähernd vergleichbar da ohne Hinweis auf autographe Hinzufügung konnte neben verschiedenen anderwärtigen „Sehr seltene(n) Aetzdrücke(n)“ 2 Blatt „Löwe und das Elenthier“ als „Sehr seltne, weniger vollendete Abdrücke vor aller Schrift“ qualifizieren. Und Helbing’s 1900er Ridinger-Mammutofferte (Kat. XXXIV) wartete per 1408 mit einem Probedruck-Exemplar der Paradies-Folge auf, deren Rückseiten als Spectaculum unbenutzt gebliebene Texte zur Folge der Jagdbaren Thiere aufwiesen. Baron von Gutmann hingegen als dem Ridinger-Sammler schlechthin (Schwarz-Katalog) besaß lediglich zwei originäre Probedrucke, davon Schwarz 93a vor aller Schrift, doch ohne Ätzdruck-Qualifikation, geschweige denn Rötelung.

Für definitive Probe-Ätzdrucke mit Rötelung wie vorliegender hier allein nachweisbar die beiden zu Th. 193/94 bei Gräflich Faber-Castell (1958, Pos. 27). Somit aber

für  das  graphische  Ridinger-Œuvre  eine  Zimelie  allererster  Güte.

x) BEILIEGT

Johann Elias Ridinger, Wie die Schweine ... , Th. 66

dasselbe  Blatt  in  gutem  späteren  Abdruck  des  endgültigen  Zustands

im Blattformat von 24,8 x 33,3 cm, der Beschnitt des weißen Plattenrandes damit dreiseits etwas mehr als oben, der Unterrand indes – hier denn also mit der Schrift – beide Male 3 cm. Bildseits nicht unproper alterstonig, rückseits mehr stockstippig und mit vier eher nur vorsorglichen kleinen Randverstärkungen.
Angebots-Nr. 15.230  /  Preis auf Anfrage

 


 

“ Thank you Mr. Niemeyer, The prints (you are delivered two weeks ago) are being framed right now. My framer is very particular (works for the National Gallery … ) and I am having a perfect frame made for the large Ridinger (the imperial stag hunt Th. 67). Best regards ”

(Mr. J. R. L., November 19, 2003)