Eingangsblatt zu ebenso früher wie seltenster Folge
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Auszug zur Jagd. Reicher Trupp berittener Jäger nebst einer Jägerin sowie der Meute mit ihren Rüdemännern. Rechts im Mittelgrund sechsspänniger Jagdwagen. Radierung, teils mit kalter Nadel, von Johann Daniel Hertz I (1693 Augsburg 1754) für Jeremias Wolff dortselbst. (1723.) Bezeichnet (Torso): Joh. Elias Ridinger. Blattgröße 33 x 48,4 cm.
Thienemann + Schwarz (Bd. I, Tafel III als Erstzustand) 9; Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. XIII (1843), 12586 (als Ätzdruck, identisch wohl mit dem bei Faber-Castell/Hamminger, s. u.); Coppenrath, Abt. II, 1449 (auf Bildkante geschnitten und mit „Rändchen ergänzt“ „äusserst selten“, 1889; vermutlich identisch mit Helbing’s); Helbing XXXIV (1900), Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 8 („bis an den Plattenrand beschnitten“, offenbar obiges Coppenrath‘sches); Gräflich Faber-Castell (1958) 18 (als Ätzdruck der Slg. Hamminger [1894], identisch wohl mit obigem Weigel’schen).
Blatt 1 der complett kaum auffindbaren

drittfrühesten Jagdfolge des Meisters
(Thienemann: „… die ich selbst nicht besitze , aber gern besitzen möchte“ , 1856 !) im zudem für sich
nochmals potenziert seltenen Erstzustand
und nur in diesem gewidmet Lothar Franz von Schönborn (1655-1729), dem Kurfürsten von Mainz und Fürstbischof von Bamberg, hier indes infolge Beschnitts unter Fortfall auch dessen Dedication, s. u.
( Selbst Fürsten wollen sich mit Jagen divertiren,
der Wald ist vor das Wild ein Stall, ohn Sicherheit:
läst sich daßelbige in etwas nur verspühren,
so sind die Jäger gleich und ihre Hund bereit. )
Die Mittelgruppe der Gesellschaft diente um 1750 Meißner Porzellanmalern als Vorbild für Teller.
Komplette Exemplare neben dem Thienemann bekannt gewordenen, dem Baron Gutmann’s (Schwarz) und immerhin zwei hier durchgelaufenen hiesigerseits nur noch nachweisbar bei Schwerdt (III [1928], 134 als in Nachfolge von Thienemann + Schwarz unerkannt gebliebener 3. Zustand mit der Hertel-Adresse und solchermaßen irrig als Probedrucke vor der Schönborn-Dedikation bezeichnet, anschließend dann bei L’Art Ancien, Ridinger-Liste 14 [1939], 2, nunmehr als „Anscheinend unbeschriebener Zustand“ und Schwerdt’s „vor“ der Dedikation zur Diskussion stellend) und dem 1958 bei K. & F. verhandelten (LXIV, 167) Drittzustand als solchermaßen möglicherweise wiederum dem Exemplar Schwerdt’s. – Der Verweis bei Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik / Deutschsprachiges Schrifttum, Lpz. 1975, I, 1, Seite 302, unter Bezugnahme auf L’Art Ancien, s. o.
Von obigen besaßen neben Blatt 1 Coppenrath + Helbing noch Blatt 4 als rücksichtlich gleichen Erhaltungszustandes offenbar miteinander identisch sowie Faber-Castell noch Bll. 3 + 4, aus ähnlichem Grunde identisch wohl mit den Exemplaren 8. f. 1894 bei Reich auf Biehla („Von allen (R.-Slgn.), welche seit langer Zeit [verhandelt wurden] … sich keine in Bezug auf Vollständigkeit und Qualität auch nur annähernd mit der vorliegenden … messen (kann) … besonders die Seltenheiten und unbeschriebenen Blätter, welche in reicher Anzahl vertreten sind“ (1266 Blatt zuzgl. 470 Doubl. + 20 Zeichn.) und dort qualifiziert als „sehr selten“. Baillie-Grohmann wiederum besaß ausschließlich die Bll. 2-4 in 1. bzw. (Bl. 3) 2. Zustand, später per Pos. 3 in L’Art Ancien’s obiger Liste
Gänzliche Fehlanzeige denn auch 1885 innerhalb der Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX („von grösster Reichhaltigkeit … [viele Seltenheiten]“) + in Rosenthal’s Ridinger, Liste 126 von 1940 (444 Pos.).
Die Platten konstatierte Thienemann als verloren und als noch nicht von Ridinger selbst herausgebracht, figurierte die Folge überdies nicht im Engelbrecht’schen Neuausgaben-Verzeichnis von 1824.
Silbergrauer Druck des wahrscheinlich 1. Zustands
wie bei Schwarz illustriert, doch hinsichtlich Beschnitts auf Bildeinfassung – nur oben mit fast durchgehend feinem Plattenrand – nur mit dem ausgesparten Signatur-Rest „Ioh. Elias Ridinger“ unmittelbar links unter dem Bild und ohne besagter Schönborn-Dedication sowie obiger somit nur zitierter Virgil-Verse. Einzelne kleine Einrisse sowie eine dünne Oberecke säurefrei hinterlegt. – Wasserzeichen Große Lilie.
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(Mr. H. A. P., December 12, 2001)

