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MARIÆ VERKÜNDIGUNGDas Initialereignis für das Neue TestamentGegrüßt seist du, Holdselige !Siehe , du wirst einen Sohn gebären , des Namen sollst du Jesus heißen .Ridinger, Johann Elias (Ulm 1688 – Augsburg 1762). Mariæ Verkündigung. Der vor einem Zelt an einem Tisch vor aufgeschlagenem Buche sitzenden Maria in ganzer Figur erscheint Erzengel Gabriel mit reichem Gefolge, auf den Heiligen Geist – die Taube – deutend, durch dessen um das IHS erweiterten Strahl Maria erleuchtet wird (Lukas 1, 26-37). Diese mit neunsterniger Gloriole als Symbol der Schwangerschaft. Rechts Torbogen, unten Gemäuer mit Gewölbe und Stufen. Die Engel u. a. mit Rosenkranz, Ring und Iris als Zeichen späterer Auferstehung. Schabkunstblatt von sicher Johann Jacob Ridinger (1736 Augsburg 1784) nach Joh. Gg. Bergmüller. Bezeichnet in kursiv unten links: Joh. Georg Bergmiler pinxit / Joh. Elias Ridinger excud. 63 x 44.7 cm. Schwarz (1910) 1486 (aber nicht 1903 mit der Slg. Horn erworben, siehe unten); Wend (1975), Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, 1,1, 147 unter Bezug auf Schwarz. Nicht bei Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57; mehr als 1000 R.-Bll. des rad./gest. Werkes) , Thienemann (und damit auch nicht im Dresdner Kabinett; 1856) + Graf Stillfried (1876) , Schlesische R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885; „ von grösster Reichhaltigkeit … [viele Seltenheiten: “]), darunter per 2036 eine literaturunbekannte Hirten-Anbetung) , Coppenrath (1889/90) , Reich auf Biehla (1894; „Von allen [R.-Slgn.], welche seit langer Zeit [verhandelt wurden], kann sich keine in Bezug auf Vollständigkeit und Qualität auch nur annähernd mit der vorliegenden … messen … besonders die Seltenheiten und unbeschriebenen Blätter, welche in reicher Anzahl vertreten sind“; 1266 Blatt zuzgl. 470 Doubl. + 20 Zeichn.) , Helbing (1554 Nrn. umfassender Kat. XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900) , Horn (1903; „Die von Thienemann und Stillfried beschriebenen Kupferstiche und Schabkunstblätter … waren in dieser Sammlung mit geringen Ausnahmen fast vollzählig vertreten. Daneben zählte die Sammlung eine Reihe bisher unbeschriebener Blätter: ausser 4 resp. 6 Kupferstichen eine grosse Anzahl von Schabkunstblättern“) , Rosenthal (444 Nrn. umfassende Liste 126, Joh. El. Ridinger, 1940), Gräflich Faber-Castell (1958), Kunstsammlungen Augsburg (1996). Das in seiner bildlichen Dichte
und barocken Grandeur sich nahtlos einpassende Pendant zu Ridinger’s Anbetung der Hirten Schwarz 1486 und eine sicherlich einheitlich Ridinger-Bergmüller’sche Geschehenskette anführend mit im weiteren Verlauf einer Anbetung der Könige (1406) und der Flucht nach Ägypten (1482). Alle praktisch gleichen Formates und sich als eigens gearbeitete wandtüchtige Bildkompositionen präsentierend , also ohne im Unterrand vorgesehene sogenannte Thesenleiste – im 18. Jhdt. „meist als Blanco-Streifen mit integrierter Mittelkartusche“ (Teuscher in Die Künstlerfamilie Rugendas 1666-1858, S. 295) – für individuelle Beschriftung gelegentlich besonderer Anlässe, wie bei den Heiligen-Blättern als Kennzeichen ihrer Bestimmung als Gebrauchskunst die Regel. Bergmüller (Türkheim 1688 – Augsburg 1762), dem Ridinger-Sammler bekannt vor allem durch sein von Johann Jacob Haid geschabtes Ridinger-Porträt mit Diana Th. XX, 2, geschätzter Portraitmaler, schuf daneben – als bischöflicher Kabinettsmaler – Historienbilder und Fresken vor allem geistlichen Inhaltes, von denen er einige auch selber stach: Neben je einer Folge Jahreszeiten bzw. Tugenden sowie zwei kunsttheoretischen Werken waren Nagler sowohl eine vierblätterige Folge als auch fünf weitere Einzelblätter zum Leben Jesu bekannt. Unter den Fresken präzisieren Thieme-Becker (1909) vier Deckenbilder zum Leben Mariä in der Pollheimschen Kapelle des Augsburger Doms sowie einen 17teiligen Zyklus der Leidensgeschichte in der Kreuzkirche.
(Allgemeines Künstler-Lexikon IX [1994], 417). Die letztlich erst durch Ritter von Ritter von Gutmann’s (Schwarz) Sammeltätigkeit bekanntgewordene über 120blätterige Schabkunst-Gruppe der religiösen Inhalte eröffnet damit den weitgehendst unbekannten Ridinger des Glaubens (seit 1757 Assessor des Ehegerichts Augsburger Confession), den als wesentlichen Werkaspekt zu erschließen vor diesem wohl als erster Th. Reich auf Biehla unternommen hatte, dessen Sammlung innerhalb der Schabkunst diesbezüglich immerhin bereits 31 und ausnahmslos damals schon als „sehr selten“ + „äußerst selten“ qualifizierte umfaßte. Welche Seltenheit schon technisch bedingt ist als die sich extrem schnell abnutzende Schabplatte nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675) nur 50-60 gute Abdrucke ermöglicht. „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab.“ Entsprechend denn auch Thienemann (1856; SS. VIII + 270):
Fehlend aber selbst dort denn schon damals das hiesige! Vorliegend nun hier in zudem größter Vollkommenheit, wie eben selbst anspruchsvollsten Sammlern vielfach so unerreichbar. Potenziert von einer Qualifikation als Nahezu-Unikat ! In obiger schlesischer Sammlung fand sich eine als Thesenblatt mit Unterrand-Kartusche gearbeitete „Hl. Jungfrau mit einer Gloriole von zehn Sternen, in einem Buche lesend“ als Halbfigur, bezeichnet S. MARIAE MATER AMABILIS (Nr. 2038, 57 x 41 cm). Links unten bis fast an die Plattenkante beschnitten, ansonsten mit bis zu 2 mm breitem feinen Rändchen. Mit den für frühe hervorragende Ridinger-Abdrucke bekannten Wasserzeichen WANGEN + Krone mit Anhänger FAvI (ligiert) und an fünf Punkten auf schweren Bütten-Untersatzbogen mit zweizeiligem typogr. Wz. montiert. – Links unten bis fast an die Plattenkante beschnitten, ansonsten mit bis zu 2 mm breitem feinen Rändchen und von nahezu unberührter , bestverwahrter Frische und solchermaßen nicht allein ein Ridinger, wie ihn kaum jemand kennt, sondern auch und vor allem ein Ridinger , an dem vorüberzugehen Sie arm bleiben ließe . Angebots-Nr. 15.261 / Preis auf Anfrage
(Mr. D. K., June 3, 2006) |