Des Meister’s „ Malerische “ –
Zeichnungs-Unikate von höchster Güte
Hier eine kapitale der Frühzeit
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Wolff in der Grube zu fangen mit dem Schafe. Im Vordergrund einer baumbestandenen Gebirgslandschaft eine Wolfsfalle mit aufragendem Stamme nebst Wagenrad an der Spitze, auf dem ein Lamm liegt, dessen Blöken vier Wölfe herbeigelockt hat, deren erster bereits in die Grube stürzt. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung. Ca. 1729. Rückseits mit Graphit hs. bezeichnet wie vor. 292-295 x 422-423 mm.
Auf leichtem Bütten mit umlaufend bis zu 17 mm breitem Rand. – Stecknadelkopfkleines Löchlein, geglättete Längs- und Querfalte und gesamthaft etwas zeitspurig, die von unveränderter Farbfrische bestimmte Bildwirkung indes praktisch nicht beeinträchtigend. Vom früheren Unterlagekarton ganz schwach durchgeschlagene Stockflecken bis auf einen nur rückseits wahrnehmbar.
Malerisch ganz vollkommen durchgeführte

herrliche Arbeit als Ursprungszeichnung
vor deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung für die gleichnamige Radierung Th. 41 als der großen Version der beiden Wolfsgruben-Blätter der ab 1729 erschienenen Suite „Der Fürsten Jagd-Lust“ und vermutlich – vgl. Thienemann SS. 273 + 274, a 41 – dem sich auf den Ridinger-Nachlaß stützenden importanten, indes nur unzulänglich beschriebenen Weigelschen Bestand entstammend. Bei der in Kreide und Bleistift ausgeführten, einzeln genannten Variante 492 des 1869er Weigel-Katalogs – auf der 1890er Versteigerung bei Wawra als Nr. 102 – der eine der Wölfe offenbar noch nicht in die Falle geraten.
Mit welcher Vielfältigkeit Ridinger seine Kupfer vorbereitete, belegen neben den Arbeiten zu Th. 41 z. B. auch die zu der hochformatigen kleineren Version der Fürstenlust-Wolfsfalle – Th. 18 – hier nachweisbaren vier Varianten, die bei äußerlich gleichartiger Gestaltung sich inhaltlich unterscheiden. Drei derselben mit 1728 datiert, davon zwei, darunter eine hierselbst durchgelaufene, zusätzlich mit Januar.
Hiesiges Blatt entstammt der
„ Gruppe der Malerischen “,
jener in den 70ern peu à peu aufgelösten hochkarätigen westfälischen Sammlung, mit der neben u. a. Skizzen und Probedrucken auch eine Reihe ganz außerordentlicher zeichnerischer Unikate, so auch ein 9er Block zu Fangarten + Fürstenlust – davon drei in die international glanzvolle seinerzeit schweizerische Privatsammlung gingen – , auf den Markt zurückfand, deren bilddominierend ungemeiner Reiz von ihrer Lavierung bestimmt wird. Deren Technik der Meister die ganze Fülle malerischer Lichtwirkung und Kontrastierung bewunderungswürdig abzugewinnen verstand .
Solchermaßen ausgearbeitete Blätter
in Verbindung mit einer Graphik
zählen auch im Ridinger-Œuvre
heute zu den größten Seltenheiten .
Erinnernd nicht zuletzt an Ernst Welisch (1901), wonach Ridinger der unstreitig „bedeutendste Augsburger Landschafter dieser Zeit“ gewesen sei. Und dies „obzwar er hauptsächlich als Tiermaler bekannt ist“.
Angebots-Nr. 15.450 / Preis auf Anfrage
“ Thank you for your kind help with the Hogarth and for always pleasant correspondence ”
(Mrs. M. K., April 15, 2004)

