Mit 8 unbeschriebenen Erstzuständen
Die allein kolorierte Erstausgabe von
Ridingers Koloriertem Thier-Reich
in einem rundum absoluten Ausnahme-Angebot
Ridinger, Martin Elias und Johann Jacob (Hrsg.). Das in seiner großen Mannigfaltigkeit und in seinen schönen Farben nach Original-Zeichnungen geschilderte Thier-Reich / Representations des Animaux selon leur grande varieté et leurs belle couleurs suivant des desseins (sic!) originels. 2 Tle. in 1 Bd. (Augsburg, Selbstvlg., 1754 – ca. 1773.) 2° (41 x 29 cm). 20 SS. (frz. Textfassung), 24 SS. (dt.), 1 Bl. Index; 17 SS. (frz.), 20 SS. (dt.), 1 Bl. Index. 2 radierte Titelkupfer in Rötel, Holzschnitt-Bordüre, 5 große figürl. Vignetten (1 gestochene, 4 in Holzschnitt) und
127 meist lasiert

kolorierten Kupfer-Tafeln
nach und überwiegend von Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767) selbst, sonst Martin Elias, davon 4 in Gründruck, in Hoch- + 3 Querformaten von ca. 30,4-31,7 x 19,6-21,5 bzw. 21-21,1 x 31-31,6 cm. Marmor. Frzbd. d. Zt. (auf 6 Bünden m. rotem Titelschild „Histoire naturelle des Quadru[pedes]“, fleuraler Rücken- + Stehkantenvergoldung sowie marmor. Vorsätzen + Rotschnitt).
Provenienz

dessen Katalogausschnitt , nicht zugehörig zu folgendem ,
rückseits des vorderen Marmorvorsatzes
Dr. Alfred Ritter von Pfeiffer
(1858 – 1913)
dessen Bibliotheksmarke in Golddruck

mit dem Monogramm „AP unter Krone“
(Lugt 2067a)
+
hs. Nummer „1736“
sowie vom nachfolgenden überdeckten Exlibris
im vorderen Innenspiegel
Dessen Versteigerung Leipzig Mai 1914, Tl. II, Nr. 92 :
„ Herrliches Exemplar …
In dieser Vollständigkeit und Erhaltung
von allergrößter Seltenheit “
Württembergischer Bankiersfamilie entstammend und väterlicherseits vorbelastet (Gemälde), wurden Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen + Miniaturen in erster Auktion zusammen mit Slg. Graf Hügel bereits im November 1913 in Wien versteigert.
In den Mai-Auktionen
folgten Bibliothek + Kupferstichsammlung nebst Originalskizzenbüchern,
die Graphik angeführt von „kostbaren Serien Dürers und Rembrandts“,
Ridinger selbst mit „belle série“ (Lugt) vertreten .
geb. Villers Forbes aus dem Hause des Earl of Granard
Plymouth 1866 – Frankfurt/M 1937
Literatur
Ernst Mack, Die Frankfurter Familie von Weinberg
Veränderte Neuauflage Ffm. 2000
– hier beiliegend –
Frankfurter Wohltäterin mit Grabkapelle
am Turm der Kirche Mutter vom Guten Rat in Niederrad
Frau des zusammen mit Bruder Arthur
legendären Cassella- + I.G. Farben-Mannes
Carl von Weinberg ,
1919 + 1924 Mitglied der dt. Delegation
bei den Versailler Friedens- bzw. Dawesplan-Verhandlungen
( „erwirkte er [1919] bei der Gegenpartei wichtige fachliche Zugeständnisse für die dt. chemische Industrie … ‚haben der Farbenindustrie und damit dem ganzen dt. Volke so große Werte gerettet, dass ihre Höhe in Zahlen nicht errechenbar ist‘ [Frhr. v. Lersner, 1927] … Auch [1924] errang er ‚manchen Sieg über allzu schroffe Forderungen der Gegenseite … Carl ist der königliche Kaufmann … dessen Haus in Waldfried wie die Residenz eines Fuggers oder Welsers anmutet‘ [Walter Moszkowski in der B.Z. am Mittag, 26. 10. 1926] “ (Mack, a. a. O., SS. 45 + 30).
Kräfteschöpfend nicht zuletzt „in der Abgeschiedenheit (seines Jagdhauses in Oberdrauburg) der Lienzer Dolomiten … (als) Ausdruck seiner ungewöhnlich tiefen Naturverbundenheit“ (Mack SS. 70 f.).
Schwiegersohn Richard von Szilvinyi
(1900-1966) der das Erbe Carl von Weinbergs (Ffm. 1861 – Rom 1943) angetreten hatte,
nachdem Universalerbe Sohn bzw. abnehmend nürnbergbelasteter Weinberg-Enkel Alexander 1944 als Soldat der dt. Wehrmacht hatte fallen dürfen und dessen Mutter Wera (Ffm. 1897 – London 1943) ihrerseits nicht mehr lebte,
„ wurden in Anwendung des Gesetzes Nr. 59 der amerikanischen Militärregierung
(Rückerstattungsgesetz)
1950 mit Ausnahme von 25 im Krieg verbrannter und eines gestohlenen Bildes
sämtliche (1938 an die Stadt Frankfurt verkauften) Kunstgegenstände
der von Weinbergschen Sammlung
gegen finanziellen Ausgleich zurückerstattet .
Von der … an (dieselbe) zwangsverkauften Liegenschaft beanspruchte der Weinberg-Erbe nur einen kleinen Teil … Den gesamten großen Teil übereignete er der Stadt Frankfurt …
‚Dass er in solchem Umfang … hierauf verzichtet ,
stellt eine ganz ungewöhnliche Großzügigkeit dar‘
(Stadtrat Miersch 1. 11. 1949) …
Auf ausdrücklichen Wunsch Carl von Weinbergs
gelangte die besondere Liebhaberei seiner Frau May,
ihre Sammlung von Modell- und Kleinmöbeln, als ihr persönliches Geschenk
in den Besitz des Museums für Kunsthandwerk …
Die Kunstwerke, die zuvor Kapelle und Sakristei in Villa Waldfried geschmückt hatten,
wurden vom Hausherrn (C. v. W.) rechtzeitig
als persönliches Eigentum seiner Frau
der katholischen Pfarrei in Niederrad …
zur Verschönerung … der Weinbergkapelle übergeben.
Auch Kaplan Nilges, der zuletzt die Kapelle in Waldfried gottesdienstlich betreut hatte,
erhielt für seine neue Stelle als Pfarrer der Gemeinde ‚Heilig Kreuz‘ in Bornheim
einen kleinen Teil der Kunstgegenstände übereignet “
(Mack, a. a. O., SS. 90 f. + 80).
May von Weinberg’s persönliches graphisches Exlibris
mit Motto „Dvm vivam et vltra“
über dem Ritter von Pfeiffer’s
mit beider Familie Wappen :
Links das der Familie Forbes , drei Bärenköpfe mit Halterungsriemen und, oberhalb der Krone, vorwärtsschreitender Bär, nebst Wahlspruch

BEAR AND FORBEAR
Vorstehende Abbildung von Th. 1079 sinngemäß
Rechts das Weinbergsche Wappen mit den drei Kornblumenblüten unter steigendem Pferd, letzteres in Harmonie mit den kurhessischen Vorfahren ebenso wie der intensiv gelebten eigenen Leidenschaft der Weinbergbrüder mit und um Gestüt + Rennstall Waldfried bis hin zum seit 1946 dankbar gedenkenden Arthur von Weinberg Rennen in Niederrad.
Literatur
Jan Hendrik Niemeyer
Johann Elias Ridinger im Reiche der Kolorierten Thiere
Entstehung und Vollendung einer Folge
Überarbeitete Neuauflage 2010
– schriften der ridinger handlung niemeyer 22 –

Thienemann 974-1102 + SS. 298 ff.; Schwarz 974-1102 (Bd. I, Taf. XXX + XXXI + Abb. S. 140); Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a (Torso von nur 120 Bll., entsprechend „Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, 1857); Slg. Coppenrath II 1599 ( „Ausserordentlich seltenes ganz vollständiges Exemplar“, 1889); Reich auf Biehla 206 ( „Ausserodentlich seltenes Werk“, 1 Bl. fehlend, einige Bll. leicht beschädigt, 1894); Slg. Hamminger 1834 („Vorzüglich erhaltenes Exemplar“, 1895) + 1835 (1 Bl. fehlend) sowie drei Torsi (1836 ff.); Helbing, Arbeiten v. J. E. u. M. E. Ridinger (Kat. XXXIV, 1900), 1490 („Komplet äusserst selten“, Tl. II nicht ganz tadelfrei) sowie 1491 f. (Torsi); Schwerdt III, 145 f. (das Explr. D. C. Marjoribanks); Gräflich Faber-Castell 66b (1958; Deckel lose); Hippologische Slg. Sarasin 117 (1999); Nissen, ZBI, 3408; Ebert 19109; Graesse VI, 119-20; Brunet IV, 1299; Rümann, Illustr. Buch, 950; Fürstenberg, Frz. Buch, 128.
Nicht in der reichen schles. R.-Slg. 1885 bei Boerner XXXIX mit lediglich 16 Bll. der Folge (Pos. 1955); R.-Slg. bei Wawra (1890; neben 234 Zeichnungen 600 Graphiken).
Die Kupfer auf dem qualitätvollen holländischen Papier

– „ weil es hierzu das anständigste und beste ist “,
so Ridinger in der Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde – mit Wasserzeichen Straßburger Lilie über Wappen (Heawood 73) sowie teils darunter (Heawood 64), teils als Nebenmarke, C & I Honig. Weitere Nebenmarke IV (Jean Villedary). Daneben vereinzelt auch nur typographisch C & I Honig ähnlich Heawood 3346 + 3348. Der Text auf gewöhnlichem Linienpapier mit vereinzelten figürl. (Wappenschild unter Krone?) und typograph. Wzz. – Die 150 Jahre prosperierende Papiermühle Villedary in Angoulême (1668-1758 lt. Churchill, 1935, S. 21) mit seit 1758 Fortführung/Niederlassung (auch) in Hattem/Gelderland erscheint „gelegentlich in Verbindung mit den Namen holländischer Papiermacher“ (Emma Ruffle), wo deren IV/I V u. a. auch als Gegenmarke zu denen von C & I HONIG (etwa 1724/26-1902) erscheint, generell aber auch als Raubmarke mißbraucht wurde wie auch sonstige für erste Qualitäten stehende Marken. „IV“-Papiere wurden in Augsburg auch von Rugendas estimiert.
Erste vollständige Ausgabe .
Eine zweite, von den oben verkürzten, nunmehr numerierten, mit neuen Untertexten versehenen und teilweise auch sonst veränderten Platten gedruckt und in Schwarz-Weiß belassen, erschien 1824/25. – Die Tafeln zwischen den französischen Text gebunden und diesem nahezu durchgehend jeweils optisch gegenüberstehend; die der jeweiligen Rectoseite zuzuordnenden Tafeln also links, die der Versoseite aber rechts gebunden. Der deutsche Text nebst Indexblättern beiden Teilen jeweils nachgebunden. Als solchermaßen nicht die Regel
in bemerkenswert überlegter komfortabler Bindung .
Das Titelkupfer von Tl. I mit vollkommen geglätterter Längsfalte und gesamthaft angeschmutzt. 3 Tafeln (ganz) schwach gleichmäßig gebräunt und neben 2 kleinen Wurmgängen in weißem Seitenrand bzw. Feld 6 Tafeln mit praktisch nicht bemerkbarem kleinen bis winzigen, säurefrei hinterlegten Einriß im unteren Bereich des Außenrandes.
Die die Seiten 13-16 des 2. Tls. umgebenden 4 Tafeln mit leichtem Textabklatsch. Der Text namentlich im Ober- und Seitenrand tlw. leicht bis etwas stockfleckig, doch nur bei fünf der zwischengebundenen Erläuterungsblätter auch die unmittelbar vorhergehende bzw. anschließende Tafel von fast gar nicht bis schwach betreffend. Der Einband altersentsprechend namentlich an den Kanten etwas beschabt. Die Stehkanten der beiden Unterecken und kleine Fehlstelle im oberen Kapital gänzlich unauffällig restauriert, per letzterem damit auch den sich auf 3,5 cm anschließenden Riß lediglich des Leders am Vorderdeckelgelenk neutralisierend. Letzteres daselbst auch bezüglich des unten 1.5 cm gerissenen Leders ( dito: nicht des Gelenks ! ). Die minimale Fleckigkeit des Rückdeckels lediglich von Patinacharakter. Ein 2blätt. Vorder-Vorsatz von 1816er Whatman-Bögen nach Restauratorbefund eine Zutat späterer Hand. – An den Seiten ca. 2,5-3,5, oben 1-3, unten aber 5,5-7,5 cm breitrandig. – Solchermaßen denn das auf schwerem Bütten gedruckte Tafelwerk als ein rundum
beeindruckend schönes Exemplar
von grosser Frische und leuchtend-sattem Kolorit .
Der französische Text – nach Thienemann von Johann Christoph Thenn, evangelischer Pfarrer an St. Ulrich in Augsburg und Freund Johann Elias Ridingers, „zu welchem er jederzeit eine besondere Liebe truge“ (Vorbericht), dessen Portrait von Gabriel Spitzel (auch Spizel, 1697 Augsburg 1760) der jüngere Sohn Johann Jacob in Schabkunst arbeitete, wie Thienemann gänzlich unbekannt geblieben und derzeit hier in einem Stillfried + Schwarz unbekannt gebliebenen aktualisierenden Zweitzustand aufliegend – zumindest des ersten Teils vor dem lt. Schlußbemerkung zusammen mit dem Index erst im Folgejahr herausgegebenen deutschen erschienen, was zur Vermutung Anlaß geben könnte, hiesige Abfolge der Bindung einschließlich des zwischengebundenen Textes bis hin zu den jeweils en face präsentierten Tafeln
entspräche den Vorstellungen der Ridingers
und einer jedenfalls von ihnen besorgten Interimsbindung .
Dies nicht zuletzt auch gestützt von besagtem Textabklatsch der SS. 13/14 + 15/16 des zweiten Teils als den beiden letzten Tafel-Text-Blöcken als offenbar letztgedruckten vor Heftung + Auslieferung. Einen ganz geringfügigen Abklatsch weist denn auch noch die der frz. Schlußseite 17 gegenüberstehende Versoseite der letzten Tafel auf.


Daß diese unterstellte Interimsheftung gleichwohl das Gesamtwerk und nicht nur dessen ersten Teil oder gar einzelne Lieferungen betrifft, folgt aus dessen sichtlich angeschmutztem Titelkupfer. Weder das des zweiten noch die Eingangsseiten der deutschen Textteile oder irgendeine der anderen Tafeln präsentieren sich auch nur andeutungsweise anders als von großer bis unberührter Frische. Der Interimsheftung entstammen könnte auch das hintere Vorsatzblatt mit seinen Linien + der Marke IB XL (?) als Wz.
Eines der nur drei
original-kolorierten Ridinger-Werke
(die üblichen Hinweise im Handel auf zwei beruhen auf der Unkenntnis von der Existenz von Exemplaren der zum Kolorieren bestimmten 2. Auflage der 10blätt. Affen-Suite, Th. 541-550, die in diesem Zustand weder Thienemann, Weigel, Schwarz, Faber-Castell etc. zu Gesicht gekommen ist, Thienemann indes gleichwohl bekannt war und schönstens hierselbst 1972 durchgelaufen ist)
von sämtlichs allergrößter Seltenheit
aus dem Spätwerk des Meisters und von diesem – wohl mit Ausnahme der ersten, schwarzen Ausgabe der Affen – nur teilweise bzw. nicht mehr selbst veröffentlicht. Hierzu Thienemann :
![Johann Elias Ridinger, Africanischer Gems / Bouc bezoardique (Th. 1001: „Diese beiden wohlgelungenen Abbildungen hat Ridinger nach der Natur oder gut ausgestopften Exemplaren gefertigt … Die liegende ist die Spring-Antilope [Antilope euchore. Forster], die stehende aber die Pasan-Antilope [Antilope oryx]“) Johann Elias Ridinger, Africanischer Gems](http://www.ridinger-niemeyer.com/ridinger/images/th1001.jpg)

„ Ridinger, der als grosser Thiermaler, wohl einsahe, dass bei ihnen die Farben nichts Unwesentliches wären, beabsichtigte in seinen späteren Jahren seinen … Arbeiten die Krone aufzusetzen und noch einige
nach der Natur genau und fein colorirte Folgen
erscheinen zu lassen. “ – Diese Ausgaben sind von letztgültiger Schönheit und
gehören zum Feinsten vom Feinen
der illuminierten Tierbücher aller Zeiten .
Ihre Auflagenhöhe kann gar nicht klein genug gedacht werden. Und nur sieben Jahre nach Erscheinen hiesiger postumer Komplettausgabe des Thierreichs starb mit Martin Elias der werkvertrautere der beiden Söhne.
Und nach Übergang der Platten auf die Engelbrecht’sche Kunsthandlung spätestens 1821 wurden diese, Thienemann’s Anmerkungen hierzu hin oder her, unreparierbar verstümmelt, um unter auch abgeändertem Titel in den Folgejahren eine den vermeintlichen Anforderungen der Zeit gerecht werdende, tatsächlich aber auch
nie zu Koloritreife gelangte Neuausgabe
zu kreieren. Ein Schicksal, das praktisch allen übrigen der seinerzeit noch rund 800 erhaltenen Platten erspart blieb und – bis hin in Gegensatz auch zu den kolorierten Hauptfarben der Pferde , siehe Folgeabsatz – das Seinige dazu beitrug,
der kolorierten Original-Ausgabe des Thierreichs

für alle Zeiten seine Sonderstellung innerhalb des Œuvre zu sichern .
Mit der Folge, daß trotz der aus heutiger Sicht noch großen zeitlichen Nähe und unbeschadet des Umstandes, daß erst 1830 der zeichnerische Ridinger-Nachlaß auf Weigel als dem Gewährsmann für Thienemann übergegangen war, letzterem bei Abfassung seines Werkverzeichnisses (1856) die kolorierten Werke gar nicht (Affen) oder nur bedingt zu Händen gekommen waren. So wähnte er, 28 der Tafeln der Erstausgabe der Hauptfarben der Pferde zu kennen, bei denen es sich tatsächlich aber um jene 28 „Neu colorirte(n) Exemplare“ der 2. Auflage gehandelt haben dürfte, die bei Weigel unter 62 B figurieren, aber entgegen dessen offensichtlicher Annahme nicht zur nur 40blätterigen Neuausgabe Engelbrecht’s von 1824/25 gehören, die er unter 62 A in Schwarz/Weiß aufführt. Denn Thienemann vermerkt Seite 191 ausdrücklich, daß sich unter jenen 28 (neu)kolorierten Blättern „drei der weggefallenen zehn“ befanden. Und da jenes umfangreiche Neuauflagen-Projekt auch nicht die Affen-Folge (Th. 541-550) enthielt, die hier, als Zweitauflage angesprochen, 1972 koloriert durchgelaufen war (vermutlich Explr. Hamminger, doch nicht dessen Katalog-Nr. 1674, da dort nur „meist mit vollem Rand“, ansonsten nirgendwo sonst bislang aufgetaucht), ist derzeit davon auszugehen, daß diese ebenso wie die 28 neukolorierten Hauptfarben-Blätter Weigel 62 B zu Neuauflagen vor spätestens 1821 gehören, um welche Zeit Engelbrecht den Ridinger-Verlag übernahm. Zum Thierreich selbst äußerte sich Thienemann wie folgt:

„ Das (Thierreich) ist vollständig wohl nirgends mehr zu finden, vielen Verehrern und Sammlern Ridinger’scher Kunstblätter so gut wie gar nicht bekannt, und nur bei den angestrengtesten Bemühungen ist es uns gelungen, aus ganz verschiedenen Orten diese kostbare Sammlung so ziemlich vollständig – drei ausstehende schließlich noch per Nachtrag SS. 298 ff. – zu erhalten. “
Das Bisem-Thier (Moschustier, Th. 1004) noch mit der bereits von Thienemann als „ganz unstatthaft“ gerügten französischen Bezeichnung „Civette“. In Übereinstimmung auch mit hiesigem frz. Text + Index – aber eben auch nur dort ! – wurde die Plattenbezeichnung später in „Musc“ berichtigt, wie hier durch das in den 60ern in rheinische Privatsammlung abgebene Benedict Wilhelm-Exemplar belegt.
Korrespondierend mit jenem und einem hier bekannt gewordenem weiteren ist Th. 1040 hier abweichend mit „Tamandua= / Phatagin=“ – so auch bei Schwerdt – überschrieben, 
„Die Abbildung des großen Ameisenfressers
ist … ziemlich gelungen.“ (Th.) indes der Untertext lautet „Ameisen Fresser= Fourmiller= / besonders Schuppichtes Thier= Quogelo= / Familia III. Vierzeegig. & 5-“, wie für den deutschen Teil auch bei Schwarz. Helbing vermerkt euphemistisch lediglich „mit den Angaben Thienemann’s nicht ganz übereinstimmend“, der mit „Myrmecophaga; omnium maxima. Phatagin. / Groester Ameisenfresser. Fourmillier grand. / Familie III. Vierzaehige“ die zwar richtigere, aber eben doch gänzlich andere Bezeichnung zitiert und auch nicht erwähnt, daß anstehende Tafel von Martin Elias gestochen sei. Der Text mithin komplett geändert. Die Zeichnung nicht bei Thienemann + Weigel. Dem Text zufolge ist der Ameisenfresser unter Heranziehung auch Buffons nach Klein gearbeitet und „ziemlich gelungen“ (Th.). Eine von Helbing nicht näher erläuterte Abweichung bei Th. 1056, Sau Rüden etc., hingegen hier nicht belegbar. Alle hier vorgelegenen Exemplare dieses Blattes entsprechen Thienemanns allerdings erst per Nachtrag erfolgter Notierung, wie von Helbing möglicherweise übersehen.
Nachfolgende 7 Blatt schließlich
in bislang unbeschriebenem Druckzustand . So
Das Pferd (Th. 975) noch mit „J. Theod. Kleinii Secr. Gedan. 2. (sic!, wie auch anderwärts unten, statt recte des sonst aus der 2 entwickelten Q) D. S. IV.“ oberhalb der Familia-Zeile als Verweis auf Jacob Theodor Kleins (Königsberg 1685 – Danzig 1759, „Gedanensium Plinius“) Quadrupedum despositum brevisque Historia Naturalis von 1751, wie Thienemann ebenso unbekannt geblieben wie die entsprechenden Kurzreferenzen bei 978 („2. D. S. IV.“), 982 („Q. D. S. IV.“), 983 („Q. D. S. IV.“), 1032 („2. D. S. XIII.“), 1048 („Q. D. S. XXII.“) + 1065 („Q. D. S. XXVIII“).
Hinzukommen Varianten zum Nashorn 1027 + dem Elefanten 1030, wie so nicht bei Thienemann, siehe nachfolgend.
Doch zuvor die sieben Thienemann in vorgenannter Form bekannten Tafeln 980 („2. D. S. IV.“), 1007 („Q. D. S. IX.“), 1027 („Q. D. S. XI.“), 1029 („2. D. S. XII.“), 1030 („2. D. S. XIII.“), 1034 („Q. D. S. XVI.“) + 1085 („Q. D. S. XXXVIII.“).


Bezüglich vorgenannter beider Varianten ist sowohl bei 1027 als auch bei 1030 Familia ausgeschrieben, bei Thienemann in beiden Fällen hingegen nach dem m abgekürzt, wie etwa bei 1029 explicit nicht. Das Familie statt Familia des letzteren mag ein Druckfehler sein, wie auch die Abkürzungen nicht zum Anlaß weiterer diesbezüglicher Überprüfungen genommen werden sollen. Gewichtiger indes ist bei 1030 zusätzlich, daß anstehendes Exemplar textlich zwar völlig mit Thienemann übereinstimmt, in der Anordnung der Familia-Zeile hingegen von diesem abweicht. Hier nämlich steht diese zwischen dem Klein-Verweis und der Signatur-Zeile, bei Thienemann hingegen unterhalb der letzteren. Angesichts dessen diesbezüglich korrekter Abfolgen bei etwa 1027 + 1029 sollte von einer Druck-Variante ausgegangen werden müssen.
Eine Untersuchung weiterer Exemplare sowie Torsi könnte hiesigen 14 Tafeln weitere hinzufügen. Hier einzubeziehen auch der von Thienemann in mehreren unkoloriert gebliebenen Exemplaren gesehene Große Schwarze Bär (Schwarz 526a) mit Klein-Referenz + Familia-Zeile, der tatsächlich der vielleicht wegen der hohen Position des Bären verworfene und für die Folge der Bären Th. 525-528 umgearbeitete Erstzustand von Th. 1079 ist. Ferner möglicherweise auch der Edle Hirsch (Th. 1005), der zwar nur mit „Ridinger fecit.“ – siehe unten – gezeichnet ist, jedoch sowohl bei anstehendem wie auch dem Benedict Wilhelm-Exemplar unterhalb der Familia-Zeile noch Spuren einer mit rund 10 cm Länge allerdings sichtlich längeren Zeile aufweist wie Thienemann unbekannt geblieben oder entgangen.
Das zeitgenössisch gebundene Benedict Wilhelm-Exemplar durchgehend ohne solche Referenzen, wobei der Vergleich zeigt, daß die Zeilen nicht allein gelöscht, sondern die Familia-Zeilen der besseren Optik halber nach oben verschoben – also gleichfalls gelöscht und neu gestochen – wurden. – Der linke Halbbogen des „Q“ wiederholt fehlend und somit als „2“ zu lesen.
Zu bemerken ist , daß besagte Blätter
durchgängig Johann Elias’ vollständige Signatur einschließlich des excudit
aufweisen. Was insofern von besonderem Interesse ist, als es eine genauere Datierung dieser ähnlich den Wundersamsten Hirschen gemeinhin und zu Unrecht als postum angesehenen Folge erlaubt.


Äußerer Ausgangspunkt hier zunächst das Erscheinen von Kleins besagtem 1751er Quadrupedum. Ohne sich ausdrücklich auf dieses zu beziehen und sich gar „der gewöhnlichsten und bekanntesten Eintheilung bedienen (wollend), indem (er) hierinnen nur den besten und geschicktesten Anführern, z. E. dem Herrn P. Klein und Linnäus folgen werde“, wiewohl sich deren Systeme – äußerlich erkennbare Merkmale einerseits, anatomische Untersuchung andererseits – diametral gegenüberstanden und gegenseitig ausschlossen, greift Ridinger namentlich für die von ihm nicht selbst gesehenen ausländischen Tiere „insonderheit (auf) die ungemein schöne Sammlung des Herrn P. Klein aus der Ludolphischen Verlassenschaft“ zurück.
Sodann sind von den Thienemann bekannten 132 Zeichnungen zu dieser Folge einschließlich des ersten Titelblattes
die meisten mit 1754 datiert
(8. Mappe, gg, SS. 279 f.), von den 119 Zeichnungen, die noch in Weigels 1869er Nachlaß-Katalog figurieren (Nrn. 659-777), sind es mit 68 die reichliche Hälfte, die wenigen weiteren Datierungen beginnen 1748 und enden bereits 1755. Letzteres denn beispielsweise auch


mit der Quellenangabe „ex Collectione L. B. de Zorn. 1755. Gedan.“ der beiden lapländischen Rentiere Th. 1011 f. korrespondierend, die, wenngleich ohne Stechersignatur, an Hand der Ortsbezeichnung gleichfalls Johann Elias zuzuweisen sind; Martin Elias schrieb „Danzig“.
Nur vier Jahre später indes hatte sich mit Kleins Ableben im Februar 1759 – unbeschadet des 1760er postumen Erscheinens der Natürlichen Ordnung und vermehrten Historie der vierfüssigen Thiere – auch dessen System äußerlicher Merkmale letztlich überlebt, das er, beginnend 1743 mit Summa dubiorum circa classes quadrupedum et amphiorum in C. Linnei systemate naturæ, entwickelt hatte:

„ Trotz der genauen, allerdings nur äußerlichen Kenntniß einer Reihe von einzelnen Formen lernte er nie eine große Klasse übersehen, weil ihm die Spezialkenntnisse zu einem eingehenden Studium fehlten. Dennoch hat K. durch die Aufstellung seines Systems der Wissenschaft wesentlichen Nutzen gebracht. Wenn auch viele seiner Zeitgenossen sich anfangs durch dasselbe blenden ließen und beim Mangel jeder genügenden Anordnung, welche zur Orientierung unter den thierischen Formen dienen konnte, dasselbe freudig begrüßten, so konnte man sich auf die Dauer doch der Einsicht nicht verschließen, daß ein System, welches nur auf Aeußerlichkeiten basirte und die natürliche Verwandtschaft unberücksichtigt ließ, wie das Klein’sche System deutlich zeigte, unhaltbar sei. Dadurch geschah es, daß das auf wissenschaftliche Untersuchungen gegründete Linné’sche System schneller Eingang fand, als sonst wohl der Fall gewesen sein würde, und K. bleibt das Verdienst, gegen seinen Willen diesem von ihm so hartnäckig bekämpften System den Weg gebahnt zu haben “
(W. Heß in Allgemeine Deutsche Biographie XVI, 93 f.).
Eine Entwicklung, der sich Ridinger schon rücksichtlich seines wiederholten eigenen Anspruchs, mit seinen Arbeiten auch belehren zu wollen, kaum entziehen konnte und die somit zur Einstellung des Unternehmens führen mußte. Erst die Söhne – und hier sicher vor allem der in erster Linie als Stecher, kaum aber als selbständiger Zeichner hervorgetretene Martin Elias – würden es in einer vervollständigten postumen Ausgabe wieder aufleben lassen. Und dabei
nicht allein auf die vorhandenen Platten zurückgreifen ,
sondern ebenso auf Restbestände seinerzeitiger, noch die Referenzen zu Kleins Quadrupedum oder andere Fehler – siehe obigen Erstzustand des Bisam-Thiers – aufweisende Abdrucke.
Anstehendes Exemplar somit mit
16-17 als meist erste , sonst frühe Zustände der ersten Ausgabe
zu klassifizierenden Tafeln ,
davon 7 erste + 1-2 weitere bislang nicht beschrieben .
Der solchermaßen enge zeitliche Rahmen von 1754/55-1759/60 schließlich korrespondierend mit der väterlichen Ankündigung im undatiert gebliebenen Vorbericht, „alle Jahre 12 (Tafeln) zu liefern“ und

„ An der Fortsetzung darf um so weniger gezweifelt werden, da ich einen Sohn (hier Martin Elias) habe, der auch nach meinem erfolgenden Ableben stark und tüchtig genug ist in meine Fußtapfen einzutreten und mir zu folgen “.
Des letzteren es anstehendenfalls an Hand der Platten-Signaturen noch keineswegs bedurfte. Denn allein
63 Kupfer betreffen eindeutig Johann Elias selbst
(davon zwei zusammen mit Martin Elias’ sculpsit) mit den verschiedensten Abkürzungs-Varianten bzw. ohne solche, doch individueller Schreibweise (2, s. o.: Gedan statt Martin Elias’ Danzig) seiner tatsächlichen künstlerichen und handwerklichen Beteiligung, davon 6 mit ausdrücklichem ad vivum , nach dem Leben-Zusatz ,
gefolgt von starkem 42blätterigen Block , gezeichnet nur mit Ridinger
nebst, bis auf eines, nachfolgendem sculpsit (hat gestochen, 17) , fecit (hat verfertigt, 23) , fec. et excudit (… und herausgegeben/verlegt, 1), wovon auf Grund hier als individuell erkannter Schreibweise – siehe Literaturverweis oben – 25 mit Sicherheit Martin Elias zuzuweisen sind. Hinzu kommen 22 per Signatur für letzteren gesicherte, davon zwei mit väterlichem delineavit, hat gezeichnet. Womit Martin Elias’ Beitrag mindestens 47 Blatt ausmacht.
Vier Blatt schließlich nur mit Quellenangabe, davon schon besagte zwei dem Vater zuordbar.
Hiesige Bindung auch hinsichtlich nachgereichter versprochener Darstellungen generell dem Text folgend, ohne indes bei mehrblättrigen Gruppen in jedem Falle auch dessen innere Reihenfolge zu übernehmen. Lediglich See Hund und See=Kalb – die französische Bezeichnung Veau Marin ohnedies identisch – gegenüber dem Text untereinander vertauscht:
Thienemann 974 (Titel Tl. I) – 975 – 977 – 976 – 984 – 983 – 981 – 982 – 979 – 978 – 980 – 1012 – 1011 – 1013 – 1014 – 1002 – 1005 – 1006 – 1007 – 1008 – 1010 – 1009 – 1017 – 1018 – 1016 – 1015 – 1019 – 1001 – 1003 – 1004 – 1020 – 1021 – 1022 – 999 – 1000 – 997 – 996 – 993 – 992 – 994 – 995 – 998 – 1024 – 1023 – 1026 – 1025 – 989 – 986 – 985 – 988 – 987 – 990 – 991 – 1036 – 1034 – 1035 – 1037 – 1038 – 1027 – 1028 – 1029 – 1031 – 1030 – 1032;

1033 (Titel Tl. 2) – 1039 – 1041 – 1040 – 1042 – 1043 – 1044 – 1045 – 1046 – 1049 – 1051 – 1048 – 1047 – 1053 – 1054 – 1052 – 1061 – 1059 – 1057 – 1058 – 1060 – 1055 – 1056 – 1062 – 1064 – 1063 – 1067 – 1050 – 1066 – 1065 – 1069 – 1068 – 1070 – 1073 – 1072 – 1075 – 1071 (ohne Familia-Zeile, so auch bei B. W.) – 1074 – 1078 – 1077 – 1076 – 1080 – 1079 – 1081 – 1082 – 1083 – 1085 – 1084 – 1089 – 1093 – 1090 – 1092 – 1088 – 1087 – 1086 – 1091 – 1095 – 1094 – 1096 – 1099 – 1097 – 1098 – 1100 (wie 1071) – 1101 – 1102.
Mit wenigen eher marginalen Abweichungen entspricht diese Abfolge der des Benedict Wilhelm-Exemplars und trotz einiger sichtbarer weiterer Abweichungen auch dem Marjoribanks-Schwerdt-Exemplar.
Hauptgruppe des Ganzen

mit 17 Kupfern die internationalen Hirsche (14)
als des Meister’s Favoriten + Rehe (3) ,
gefolgt von den Hunden (7) + Affen/Meerkatzen/Faultier (11) als jener Specie, die „Künstler seit jeher fasziniert“ hat (Wolfgang Stechow, Pieter Bruegel, Köln 1977, Seite 76).
Résumé
Väterlicherseits konzipiert , begonnen und weit vorangetrieben – 41 seiner eindeutigen Signaturen mit dem ausdrücklichen Verleger/Herausgeberkürzel excudit stehen nur 5 entsprechende des Sohnes und 1 indifferente gegenüber , die größere Hälfte diesbezüglich aussagelos bleibend – als
„ einen kleinen Beytrag zu der Naturgeschichte und zu einer genauern Einsicht und Erkänntniß derselben, wenigstens in Absicht auf das Thierreich zu liefern. Dann ob gleich hierinnen schon so vieles gethan und untersuchet worden ist, so findet sich doch noch sehr vieles nachzuholen … “
und seitens der Söhne mit dem adäquaten Vorbehalt vollendet, „da unsere Absicht hier eigentlich nur diese ist , dem Liebhaber
Th. 1099: „nach der Natur gefertigte gelungene Abbildung (der Mönchsrobbe)“gute Abbildungen der Thiere in die Hände zu liefern ,
nicht aber eine Naturgeschichte derselben zu schreiben. Wir gehen also ohne weitern Anstand zu der Beschreibung der Kupfer selbst fort “
(Seite 15 gelegentlich des Hirschen), so folgen sie doch eben auch mit letzterem dem Vater in seiner schon besagten Absicht, auch textlich so kurz und prägnant wie angenehm lesbar zu unterrichten. Mit dem Ergebnis eines
Kolorierten Thierreichs letzter Schönheit
Dargeboten in einem seinerseits seinesgleichen suchenden Exemplar , gehöht zudem von ebenbürtigen , mit May von Weinberg gar einzigartig ambientereichen Provenienzen . Dessen vorläufig hier nicht zu entschlüsselnde wohl früheste der verso des vorderen Marmor-Vorsatzes montierte Katalogausschnitt dokumentiert – siehe Abbildung eingangs – :
„ … Es ist dies das gesuchteste und seltenste Werk Ridinger’s in erster Ausgabe mit breitem Rand , dabei in tadelloser Frische und bester Erhaltung ,
ein complettes Exemplar in solcher Erhaltung
ist wohl noch nie in den Handel gekommen .
Thienemann , der nie ein vollständiges Exemplar gesehen , schreibt darüber (pag. 199) … “
Wobei oben bereits namentlich auch dessen hochinteressante Bindung erörtert, der Einband selbst indes nur nüchtern beschrieben wurde. So sei zu letzterem ergänzend hier angemerkt, daß das Vorkommen des
Thierreichs in zeitgenössischer Ganzleder-Bindung
als
Crème de la Crème

innen wie außen
wie hier
eine gar nicht hoch genug zu würdigende Trouvaille ist .
Wo immer uns ein Exemplar begegnet , in den alten Beständen , am Markt der letzten Jahrzehnte , die Regel ist allenfalls Halbleder der Zeit , meist nur 19. Jahrhundert und späteres Leder. Nicht ausgenommen Schwerdt’s Marjoribanks-Exemplar in seinem grünen Maroquin – des 19. Jahrhunderts. Nicht umsonst eben vereinte Dudley Coutts Marjoribanks, 1st Baron Tweedmouth, später Lord T. (1820-1894), seine reiche Ridingeriana-Sammlung möglichst in historischen Einbänden, eben den legendären Marjoribanks-Folios in ihrem roten französischen Maroquin des 18. Jahrhunderts, wie auch hier in den 90ern durchgelaufen.
Es war ganz offensichtlich der Gesamteindruck anstehenden Exemplars, der zu vorgenanntem résumé des Katalogausschnitts aus wohl den ersten Jahrzehnten nach Thienemann führte. Ein Eindruck, der sich hierselbst bei Vorlage wiederholte und den Händler aus seiner bald 60jährigen Begegnung mit Kostbarkeiten heraus zu sich sagen ließ – was für ein Exemplar ! Beeindruckend . Rundum .
Angebots-Nr. 15.615 / Preis auf Anfrage

„ die (Ridinger-)Graphiken (Th. 9-12 per 28.885) sind unversehrt … angekommen, herzlichen Dank. Es sind wundervolle Arbeiten, wir sind sehr begeistert … “
(Herr R. G., 30. Dezember 2009)



