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Johann Elias Ridinger, Suchjäger

„ Er  leitet  und  wird  hinwiederum  geleitet “

Der  Suchjäger

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Ducitur ducit(ur)que vicissim — Er leitet und wird hinwiederum geleitet. Suchjäger (Besuchsknecht) mit Leithund an langer Leine, aus dem Wald in freies Gelände tretend. Im zurückgesetzten Mittelgrund vor Baumkulisse ein verhoffender Kapitaler. Am Horizont hoher Kirchturm. Radierung + Kupferstich. (1740.) Bezeichnet: Ducitur ducitqe vicissim. / I. E. Ridinger inv. del. et sc. A. V. 15,3 x 23,3 cm (Blattgröße 45,5 x 31,5 cm).

Thienemann + Schwarz (Bd. I, Tafel X als Standardabbildung, siehe unten) 162; Sälzle, Faks.-Ausgabe sämtlicher Handzeichnungen der Folge …, 1980, SS. 12 f. (seitengleiche 1739er Variante). – 1,5 x 0,2 cm kleiner Ausriß im 4,5 cm breiten linken Außenrand und schwache Randpatina, nur die rechte Unterecke vom Umblättern etwas stärker.

Das TITELBLATT zur 23blätt. Folge der ABBILDUNG DER JAGTBAREN THIERE mit derselben angefügten Fährten und Spuhren … nach der Natur gezeichnet … Verfertiget und heraus gegeben von Johann Elias Ridinger, Mahlern in Augspurg. Anno 1740 nebst dem blattfüllenden rückseitigen VORBERICHT in seiner schönen großen Typographie. Der Druck von dessen Überschrift + Initiale in Rot bei Sälzle als hier nicht nachweisbar vermutlich eine unüberlegte Anpassung an die Rot-Überschriften der Sälzle-Texte.

Das ALS GANZES RAHMUNGSWÜRDIGE BLATT mit dem ausführlichen Titeltext in ROT + SCHWARZ ober- und unterhalb der instruktiven malerischen großen Vignette

Johann Elias Ridinger, Suchjäger

als  dem  klassischen  Par force Jagd-Motiv

im zeitlich Fragen aufwerfenden abweichenden Zustand, wie hier bislang nur vom Titelblatt des Ridinger’schen Hand-Exemplars der Folge bekannt gewesen.

Abweichend zunächst mit dem in der Höhe 37,8 cm messenden Satzspiegel gegenüber nur ca. 35,9-36,7 cm (Toleranzabweichungen technischer Natur) als Standard drucknumerierter Erstausgaben-Exemplare. Sodann mit einheitlich kürzeren Kommastrichen nach „Fleiß“, „gezeichnet“ und „Ridinger“ sowie anderem Ornamentabschluß der roten Doppellinie unterhalb der Vignette. Die Zeilenabstände zudem gleichmäßig ausgewogener, was nicht allein dem höheren Satzspiegel geschuldet ist, vielmehr namentlich auch einem sorgfältigeren Einpassen des zweiten Druckdurchgangs.

In der zweiten Ausgabe (Weigel B, Helbing 328) wurde der Titel einheitlich in Schwarz gedruckt, so auch Thienemann Seite 294.

Da besagtes Hand-Exemplar neben der zunächst handschriftlichen Numerierung der Kupfer zwei eklatante Irrtümer in deren Detailbeschriftung aufweist, von denen Ridinger nur einen per gestochenem Deckblättchen berichtigte, indes der zweite noch übersehen wurde, sollte auch der Zustand seines Titelblattes, wie nun auch mit anstehendem Exemplar dokumentiert,

für  den  frühesten  Etat  stehen .

Von dessen Ausgewogenheit dann aber anschließend abgewichen wäre. Analog zur nachträglich als Mangel erkannten fehlenden Numerierung könnte es sich somit auch umgekehrt verhalten und der Titel des Hand-Exemplars, wie denn auch hiesiger, erst die endgültige, die mustergültige Version bilden. Die Frage bleibt vorerst offen, verdeutlichend zugleich den einzigartigen, namentlich auch sammlerischen Reiz, diversen Zustandsmerkmalen lustvolle Aufmerksamkeit zu widmen, ihre Spuren aufzunehmen und ihnen zu folgen gleich denen eines seltenen Wildes.

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“ Thank you so much for that comprehensive background to the above titled (Brierly) print which has intrigued me … ”

(Mr. R. H., July 12, 2014)

 

Die  Auslese  des  Tages