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Auf  dem  Höhepunkt  der  Dianen-Verehrung ,

als  Diana,  nicht  Hubertus,  der  Nabel  war .

Zwei  unbeschriebene  Ridinger

und  damit  seltener  als  eine  eine  blaue  Mauritius !

Zugleich  eine  schöne  Verneigung  vor  unseren  Jägerinnen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Junge Jägerinnen in der Gestalt Dianens. Zum einen bei einem Baum sitzend mit Mütze, in der Linken die Flinte haltend, dazwischen der Kopf des Hundes, dessen Leine die Rechte hält. Am Gürtel die Jagdtasche. Zum andern bei einem Baum stehend mit Haube, mit der Linken in die Landschaft weisend, indes die Rechte die Flinte hält und der zur Linken stehende Hund zu ihr aufblickt. 2 Blatt. Schabkunstblätter bei Gabriel Spitzel (auch Spizel, 1797 Augsburg 1760, Freund R.s). Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger delin. / Gabriel Spizel excud. A.V. 49,6-49,8 x 36,3-36,5 cm.

Johann Elias Ridinger. Junge Jägerinnen in der Gestalt DianensJohann Elias Ridinger. Junge Jägerinnen in der Gestalt Dianens

Provenienz

Westfälische  Sammlung

ridinger  handlung  niemeyer

Fränkische  Sammlung

Weder bei Thienemann (1856), Schwarz (1910) + Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I, 1 (1975) noch in den großen Beständen von Weigel (1838/57), Coppenrath (1889/90), Helbing (1900) oder den reichen Sammlungen von Schwerdt (1928), Faber-Castell (1958) einschließlich des dortigen 23blätt. Bestandes „Thienemann und Schwarz unbekannte(r) Stiche“ (in 14 Lots). Auch nicht in den hier gewärtigen derzeitigen weiteren Ridinger-Versammlungen von Rang. In diesem Rahmen hiesigerseits somit nicht nachweisbar.

Jeweils mit deutsch-lateinischem Vierzeiler :

„ Dianens Ebenbild ist hier mit Lust zu schauen

In kühler Schatten Lufft, weil sie die Hitze plagt; / Sie spielt mit ihrem Hund, auf den sie darf vertrauen, / Der in die Küchen ihr schon manches Wild gejagt. “

+

„ Die tapffre Heldin will auch auf das wild anstehen

Und ist Zu aller Müh der Jägerey bereit, / Da sie mit einem Hund, wie sie nur wünscht, versehen, / So Zweiffelt sie auch nicht an einer guten Beut. “

In Thema und Format den Positionen Thienemann 1110 + (nur Schwarz) 1448 nebst deren Varianten 1113/14 nahestehende

Jägerinnen-Rarissima

aus der Hochzeit der für Sigrid Schwenk von etwa 1680 bis 1850 währenden Dianen-Verehrung :

„ Noch für die Könige und Fürsten, die die (Barock-)Schlösser in Auftrag gaben, wie für die Künstler, die sie ausschmückten, war

Diana  offenbar  der  Inbegriff  der  Jagd ,

die Göttin, die Jäger und bejagte Tiere gleichermaßen beschützte. Doch irgendwann hat sie das Feld räumen müssen … (und ist) praktisch ohne Bedeutung im Rahmen der heutigen Jagd. Daß dies nicht immer so war, daß die aus der Antike übernommene Göttin einmal

im  Mittelpunkt  der  deutschen  Jägerei

–  nicht  nur  beim  Adel ,

sondern  auch  bei  Berufsjägern  und  Forstleuten  –

stand, wissen wir erst aus neuen Forschungen der letzten zehn Jahre. … Welche hohe Bedeutung man gerade in Kreisen der Berufsjäger und  Forstmänner (was Dieter Stahmann in Weidgerecht und Nachhaltig, 2008, 77, nicht zuletzt auf der letzteren damalige klassische Bildung zurückführt) der Diana als Beschützerin der Jagd, des Jägers und des  Wildes beimaß, läßt sich besonders gut an einem Lehrbrief ablesen, den  Joseph Reichsgraf von und zu Arco am 23. Juli 1792 für einen hirsch- und  holzgerechten Jäger ausstellen ließ “

(Schwenk, Diana – Ein Nachruf auf die fast vergessene Göttin der Jagd, in Blüchel, Die Jagd, 1996, Band I, Seiten 210-215).

Von ganz gleichmäßig schöner, braun-schwarz samtener Druckqualität voll feinen Hell-Dunkels, wird die bezaubernde Bildwirkung – in verträumter Sitzpose hier, in aktiver Stellung dort – von den den alten Schabblättern nun einmal durchweg eigenen Altersspuren letztlich nicht berührt. Auf Platten-, links Bildkante geschnitten, sind die Blätter an den vier Ecken sowie beidseits der durch leichte Quetschung etwas rissig-strapazierten Mittelfalte aufgelegt. Auch sonst hier und da leichte Altersspurigkeit und praktisch nur im weißen Textfeld bemerkbarer Anflug ganz schwacher Stockstippigkeit.

„ Die Schwarzkunstblätter – konstatierte Thienemann vor 160 Jahren bereits generell – sind im Handel fast gar nicht mehr … zu bekommen … (S)ämmtliche von und nach Joh. El. Ridinger gefertigte … (sind) so selten, dass sie fast nur in einigen öffentlichen, grossartigen Kupferstichcabineten zu finden sind. Ich habe die meisten der beschriebenen – also nicht vorliegende! – nur in dem berühmten Dresdner Cabinet angetroffen “

(Seiten VIII + 270).

Denn nur Auflagenhöhen von etwa „50 oder 60 saubere(n) Abdrucke(n)“ waren für den Praktiker und Theoretiker Joachim von Sandrart, dessen „Teutsche Akademie“ (1675) dem Lehrling nahegebracht zu haben das zweifellos entscheidende, bleibende Verdienst des sonst so schwachen Ulmer Lehrmeisters Resch war, machbar. „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab“.

Im Verleger / Stecher (?) Spitzel schließlich begegnen wir jenem Freund des Meister’s, der die Verbindung zu Wolf Frhr. (so, entgegen Kilian/Thienemann, ADB) Metternich in Regensburg hergestellt hatte, wo Ridinger denn seine „drei schlechthin entscheidende(n) Jahre (verbrachte) … Das ‚ad vivum pinxit‘, das über seiner ganzen Malerei stehen könnte und für ihren Geist bestimmend ist, findet hier die ersten und sogleich sehr weitgehenden Voraussetzungen“ (Wolf Stubbe, Johann Elias Ridinger, 1966, SS. 6 f.).

Angebots-Nr. 28.406 / Preis auf Anfrage

Glanz , Erlebnis  +  Freude
an  und  mit  den  bewährten  beiden  Begleitern  unseres  ganzen  Jägerlebens :

Die Hubertus/Diana-Gruppe
als Verwirklichung einer exceptionellen Wand !


“ Sir, yes, (the Rubens) is closer to the one in London (recte Dresden), but the one we have is on copper. Thank you for your time. Highest regards, D… A… (and yes America could use a blessing about now) ”

(Mr. D. A., November 4, 2003)

 

Die  Auslese  des  Tages