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lüder h. niemeyer

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Die  vier  Jahreszeiten

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die vier Jahreszeiten. Große sitzende Dreiviertelfiguren vor Landschaftsstaffage (1-3) bzw. daheim. Folge von 4 Blatt. Schabkunstblätter. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger excud(it). A. V., ansonsten wie nachfolgend. 53,9-55,1 x 42,6-43,5 cm.

Johann Elias Ridinger, Die Vier Jahreszeiten (Frühling; Th. 1193)

Johann Elias Ridinger, Die Vier Jahreszeiten (Sommer; Th. 1194)

Johann Elias Ridinger, Die Vier Jahreszeiten (Herbst Th. 1195)

Johann Elias Ridinger, Die Vier Jahreszeiten (Winter; Th. 1196)

Thienemann + Schwarz 1193-1196; Schlesische R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1985 (wohl irrtümlich als Th. 1181/84, da „vor den Versen“, siehe unten; ansonsten „Aeusserst selten“, 1885 ! ); R.-Liste Rosenthal (1940) 396-399; Gräflich Faber-Castell (1958) 82.

Nicht  bei  Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57; mehr als 1000 R.-Bll. des rad./gest. Werkes) , Slg. Coppenrath (1889/90) , R.-Slg. bei Wawra (1890; neben 234 Zeichnungen 600 Graphiken) , Reich auf Biehla (1894; „Von allen [R.-Slgn.], welche seit langer Zeit [verhandelt wurden], kann sich keine in Bezug auf Vollständigkeit und Qualität auch nur annähernd mit der vorliegenden … messen … besonders die Seltenheiten und unbeschriebenen Blätter, welche in reicher Anzahl vertreten sind“; 1266 Blatt zuzgl. 470 Doubl. + 20 Zeichn.) , R.-Katalog Helbing (1900; 1554 Nrn.).

Leicht verkleinerte und etwas zurückhaltender componierte Wiederholung der dritten (von fünf) Jahreszeitenfolge Th. 1181/84 – „Die Ideen aus den Werken (Hyacinthe) Rigaud’s (1659-1743) und anderer französischer Bildnismaler entnommen“ (Th.), inhaltlich-generell indes in Nachfolge von Antike und Mittelalter, wonach die Naturwahrnehmung mittels der Elemente + Jahreszeiten im „Profanierungsprozeß der Kunst des 16. Jahrhunderts … eine wichtige Rolle“ spielte (Robels, Frans Snyders, 1989, S. 25) – unter Verzicht auch auf die Unterverse. Hier nur souverän im breiten, mittels Rolleiste vom Bild abgesetzten Unterrand in großer Typographie die Titel.

Ver.  /  Frühling.

Junge Frau nach links an einer Ballustrade, auf den Betrachter blickend. Die Rechte hält eine Centifolie, die Linke einen Blumenkorb in ihrem Schoße.

Aestas.  /  Sommer.

Junge Dame nach rechts in aufgekremptem, mit Ähren und Cyaneen verziertem Strohhut, mit der Rechten auf ein in dieser Fassung imaginäres Getreidefeld weisend, indes die Linke auf einem Mauerwerk ruht.

Avtvmnvs.  /  Herbst.

Stattliche Dame nach rechts, den aus dem Bild blickenden Kopf wehmütignachdenklich gesenkt haltend. In der Rechten die Weinhippe, hält die auf Mauerwerk – hinter diesem Weinstock mit Traube – ruhende Linke eine Rebe mit Traube.

Hyems.  /  Winter.

Am Kamin im Lehnstuhl sitzender Herr nach rechts in Mantel mit Pelzbesatz + Peltmütze, gleichwohl in durchaus noch guter Verfassung und keineswegs im Sinne Thienemann’s 1184 („Ein Greis“) und dortigem Verse („Durch warme Wasser will der Alte sich erhitzen“; also analog dem „Greis“ auf Watteau’s „Koketten“ in Petersburg, von dem Pierre Rosenberg im 1984/85er Ausstellungskatalog schreibt „… vermag aber trotz seines Stockes uns nicht von seinem hohen Alter zu überzeugen“). In jeder Hand eine Schale haltend, blickt er seitlich aus dem Bild heraus. Auf dem Tisch Teekanne und je eine Schale mit Backwerk und Zucker (Thienemann).

Alt per Eckmontage auf schweres Bütten aufgelegt, welches an zwei/drei Außenrändern angebräunt ist. – Das Winterblatt dreiseits mit feinem Rändchen, sonst teilweise solchem oder auf Plattenkante geschnitten.

Das  druck-  und  erhaltensmäßig  herrliche  Exemplar

einer gepflegten Sammlung von in allen Partien nuanciert leuchtendem Hell-Dunkel. Und solchermaßen von ganz außerordentlicher Seltenheit nicht allein am Markt, sondern generell. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60“ (!). „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn 1856 Thienemann :

„ Die  Schwarzkunstblätter  sind  im  Handel  fast  gar  nicht  mehr  …
zu  bekommen  …  und  (deren)  bei  Weitem  größten  Theil  …
(habe  ich)  allein  (im  Kupferstichcabinet  Dresden)  gefunden. “

Neben Thienemann’s vermutlichem Dresdner Exemplar sind hier für anstehende Folge neben dem Gutmann’schen (Schwarz, 1910) eines bei Rosenthal (1940) und das Gräflich Faber-Castell’sche (1958) nachweisbar. Die Vorfassung 1181/84 fehlte letzteren beiden, doch hatte sie Helbing (1900, „Prächtige Schabkunstblätter. Aeusserst selten.“) in Abzügen vor der Schrift als Ganzes und mit der Schrift in drei Einzelblättern. – Somit hier + heute

die  trouvailleske  Gelegenheit

zur  Inbesitznahme  eines  prachtvollen , wandschmeichelnden  Sets .

Angebots-Nr. 28.413  /  Preis auf Anfrage

 


 

„ Habe heute Ihre Sendung dankend erhalten. Freue mich schon, das Buch meinem Mann … zu Weihnachten zu schenken. Liebe Grüße aus … am Dachstein “

(Frau K. G., 12. September 2007)