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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Ridinger’s  Kleine  Reitschule

in  einem

Johann Elias Ridinger, Kleine Reitschule

selten  vorzüglichen

Sammler-Exemplar

Ridinger, Johann Elias. Vorstellung und Beschreibung derer Schul und Campagne Pferden nach ihren Lectionen, In was vor gelegenheiten solche können gebraucht werden. – Anmerkungen von dem Carousel. 2 Tle. in 1 Bd. Augsburg, Selbstvlg., 1760(-61). Kl.-2°. Gest. Titel, 35, 1 SS.; 8 SS. Mit großer Titelvignette „Ad Pugnam Ludumque paratus.“ (Zu Kampf + Spiel gerecht), mehr. Holzschn.-Vignetten + -Bordüren sowie

62  Kupfertafeln

(ca. 19-20 x 14-16 cm bzw., Karussel-Plan, 28 x 15,7). Herrlicher, reich blindgepr. brauner Kalbldr.-Bd. im Stil der alten Holzdeckel-Einbände a. 5 besonders breiten imit. Bünden mit Rückenvergoldung incl. Prägung

„ BESCHREIB. CAMPAGNE PFERDEN LECTIONEN  /  ANNO 1760 “

und zwei Messing-Schließen. Zeitgenöss. farb.-marmor. Schnitt.

Johann Elias Ridinger, PferdJohann Elias Ridinger, Kleine ReitschuleJohann Elias Ridinger, Pferd

Thienemann + Schwarz (Bd. I, Taf. XXI) 646-707 + 1301; Weigel 36 A + 37 A (jeweils von A-B); Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1906-1908 ( nur drei Torsi, davon zwei in lediglich „neuen Abdrücken“, 1885 ! ); Coppenrath (1889) 1561 (ohne die Karussel-Suite) + 1562 (ohne Titel, Text + Plankupfer) bzw. (1890) 2000 (ohne Titel + Karussel-Suite, mängelbehaftet); Reich auf Biehla 145 ( „… dieses geschätzten Werkes. Selten.“, 1894 ! ); Helbing XXXIV, 1252; Schwerdt III, 142; Menessier de la Lance II, 429.

Ridinger’s  bewunderungswürdige , umfangreichste  Schule

in  ihrer  ersten  Ausgabe,

in absolut vollständiger Verfassung bis hin zum 16. Kupfer des Karussels, dem Plan, dessen Fehlen für Weigel (1857) Merkmal neuerer Ausgabe. Entsprechend Thienemann (1856) :

„ Die Hinweglassung dieser Tafel (welche eine schematische Darstellung der sämmtlichen Caroussel-Kunststücke in Linien, kleinen Figuren, Buchstaben etc. enthält) … ist sehr störend, da man ohne sie die beigefügte Erklärung ja gar nicht versteht. “

Er fand sie „In einem ganz alten, sehr schön erhaltenen Exemplar … aus England“ , dem auch die SS. 1-4 des Carrousels beigebunden waren, die dem ihm zunächst vorgelegenen Exemplar, s. S. 136, gleichfalls ebenso fehlten, wie die ihm ebenfalls erst mittels besagten englischen Exemplars bekanntgewordenen SS. 17-35 der Reitschule selbst (s. S. 295), nämlich dem

„ Schreiben  eines  sehr  wohlerfahrnen  Bereuters  von  einem  Hochfürstl.  Hofe
an  einen  Cavalier , enthaltend :
Nothwendige  Anmerkungen  für  diejenige , welche  sich  eine  Zeitlang  in  der
Reut=Kunst  unter  einem  Meister  geübet , was  sie  in  acht  nehmen  sollen
wann  sie  von  demselbigen  weg  kommen. “

Das alles in anstehendem Exemplar einschränkungslos enthalten. Mit Ausnahme des nur von Schwarz erwähnten „3zeilige(n) französische(n) ‚Avis‘ (a)uf der nicht paginierten (und ansonsten auch bei ihm freien) S. 36“ des Textvorspanns zum Hauptteil. – Titel + Texte durchgängig in dt.-franz. Paralleltext.

Johann Elias Ridinger, SchrittJohann Elias Ridinger, CaprioleJohann Elias Ridinger, Trottieren

Die vielfach in schöner Umgebungsstaffage angesiedelten Kupfer von 1-46 + unter Beiseitelassung des Plankupfers von 1-15 numeriert, davon das erste voll bezeichnet mit „Joh. El. Ridinger inv. del. sc. et excud. A. V.“, die übrigen mit dem Monogramm „J. E. R.“. Vorliegend

in  einheitlich  ganz  herrlicher  Druckqualität

auf festem bis schwerem Bütten mit verschiedenen Wasserzeichen, namentlich mit der großen Wappen-Marke nebst 2zeil. Anhänger „FAI / WANGEN“ (nicht bei Heawood), wie von Ridinger gern verwandt. – Bei zwangsläufiger Ausnahme des großformatigeren Plankupfers zudem von schöner Breitrandigkeit von 4-7,5 cm für oben + unten bzw. 3,5-4,5 cm für die Seiten (Blattgröße 31 x 22 cm). Einhergehend hiermit

die  praktisch  durchgängig  blütenweiße  Frische ,

der gegenüber vereinzelte kleine Abweichungen keiner Erwähnung bedürfen. Wohl aber, obgleich kaum auffallend, der professionell geheilte größere Ausriß im weißen Oberrand des ein klein wenig kürzeren Titelblattes, auf dem ein kurzer Vorbesitzername zudem kaum störend ausgeblaßt ist. Ebenso beigelegt des weiteren ein ganz kleiner Einriß im weißen Oberrand von Kupfer 22 und der bis zum Bildrand reichende, 4 cm lange Riß im linken Seitenrand von Kupfer 23. – Anfangs- und Schlußblätter im weißen Seitenrand mit von den Schließennägeln herrührenden leichten Druckspuren.

Johann Elias Ridinger, Halb lustig rechtsJohann Elias Ridinger, Traversieren auf der VolteJohann Elias Ridinger, Courbette

Die reiche Deckelprägung des Einbandes bestimmt von einem aus Streicheisenlinien + Fleuronstempeln gebildetem 19,5 x 11 cm großen Mittelfeld, eingefaßt von 6zeiligem Bordürenfeld, das seinerseits per Streicheisenlinien nach außen begrenzt wird. Der 3malige Zierstempel des Rückens analog zur Schrift in Goldprägung. – Kurz, rundum ein

Vitrinen–Exemplar

eines der „letzten noch von (Ridinger) selbst allein angefertigten“ Werke, „mit Beyhülfe eines in der Reitkunst sehr geschickten und erfahrnen Freundes … nach der Natur gezeichnet“ , wie, soweit ihm bekannt sei, auch

„ noch  kein  Werk  von  dieser  Art

herausgekommen (sei) … Man könnte also (dasselbe) … in Ansehung seiner Entwürfe eines der ausführlichsten nennen, da mir noch kein Schriftsteller bekannt worden, der so besonders davon gehandelt hat. “
Angebots-Nr. 28.418  /  Preis auf Anfrage

Einzelblätter  aus  der  Folge  hier  verfügbar

Johann Elias Ridinger, SchrittJohann Elias Ridinger, Das Pferd an die Trommel gewöhnenJohann Elias Ridinger, Compliment

 


 

“ Sir, yes, (the Rubens) is closer to the one in London (recte Dresden), but the one we have is on copper. Thank you for your time. Highest regards, D… A… (and yes America could use a blessing about now) ”

(Mr. D. A., November 4, 2003)