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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

„ gehör(t)  zu  einer  Folge  unter  den  Adlern “

mit  denen  sich  Ridinger  bemerkenswert

intensiv  auseinandergesetzt  hat

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Felslandschaft mit einer Gruppe von sieben Adlern/Tagraubvögeln. Mit schwarzer Feder eingefaßte, partiell gewischte schwarze Kreidezeichnung mit leichter graubrauner Lavierung. Unten Mitte in ausgespartem Papierfeld mit brauner Feder bezeichnet: Johann Elias Ridinger del A. 1744. 293-300 x 260 mm.

Johann Elias Ridinger, Felslandschaft mit 7 Adlern/Tagraubvögeln

Bildlich voll ausgeführte,

um  einen  Vogel  reichere,

sehr reizvolle Vorarbeit zu „Raub Vögel bey Tage“ gleichen Jahres, Thienemann 273 (derzeit erwerbbar per Nr. 12.076) und von diesem im Vorspann zur Gruppe der (Raub-)Vögel, 755-758 + 759-762, aus 1763 bzw. 1749 wie folgt kommentiert :

„ Sie sehen wie Adler aus, obgleich Ridinger sie nicht gerade als solche bezeichnet, aber es lässt sich nicht bestimmen, zu welchen Arten sie gehören. “

Wie  stark  Ridinger  das  Thema  beschäftigte ,

zeigt der von Thienemann unter VI, z + aa (S. 278) dokumentierte Block von zusätzlich 17 (!) ungestochen gebliebenen Arbeiten zu 755-762. Im Gegensatz hierzu ist ihm zum vorab für die Folge der „Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere“ (spätestens ab 1735, abgeschlossen 1768) geschaffenen anstehenden 1744er Motiv 273 kein zeichnerischer Beleg bekanntgeworden (siehe III, n, S. 276, sodaß diesbezüglich also auch nicht XII, 15, S. 284, mit ihren u. a. „acht Blatt verschiedene Vögel, in landschaftlichen Umgebungen, oder einzeln, auch Gruppen“ heranziehbar ist, dieser weitere Block aber seinerseits die Intensität der Beschäftigung mit diesem seitens der Literatur bislang nur marginal gewerteten Thema belegt).

Auch der 95blätterige Faber-Castell’sche Zeichnungs-Corpus förderte 1958 unter den 80 Johann Elias zugehörigen Arbeiten zu Thienemann 273 nichts zu Tage. Außerhalb desselben figurierte gleichen Jahres gleichwohl eine unbezeichnet gebliebene Bleistiftzeichnung als Vorzeichnung am Markt. Jahrzehnte später dann tauchte 1996 eine vorbildgetreue spiegelbildliche und neben der Signatur als „retouchiert“ bezeichnete Wiederholungszeichnung aus 1750 (Bleistift mit schwarzer Kreide und Tuschfederüberarbeitung nebst -einfassungslinie, Wz. „VI“) auf, nachdem schon 1993 eine Sechs-Adler-Zeichnung aus 1750 (Tusche, Bleistift + Feder) im Handel war. Alle diese Arbeiten gleich der hiesigen im Bildformat der Radierung.

Entsprechend gründet der Rang hiesiger Arbeit namentlich auf zweierlei Fakten. Zum einen ist sie nach hiesiger derzeitiger Kenntnis von ohnehin nur allenfalls zwei Vorarbeiten

die  einzige  signierte  +  datumgestützte  zu  Thienemann 273 !

Sodann, und dies macht ihren ganz besonderen sammlerischen Charme aus,

weicht  sie  noch  sichtbar  vom  Endprodukt  gleichen  Jahres  ab !

Der Meister war mit sich selbst noch nicht im klaren! – Siehe auch die beiden 1741er Arbeiten mit Uhu, Falke + Reiher bei Weigel, Catalog einer Sammlung von Original-Handzeichnungen, 1869, Ridinger-Appendix Nrn. 354/55, davon letztere als „Schwarze Kreide unterwischt, kl. f.“, mit dem Bemerken

„ gehören  zu  einer  Folge  unter  den  Adlern “ .

Auf chamoisfarbenem Bütten, wie schon die früher hier durchgelaufene Vorzeichnung zur 20. Fabel jener Jahre, hier mit Wz. Große Lilie über Straßburger Wappen. Die Signatur unterhalb der von feinem Rändchen begleiteten Bildeinfassung freigeschnitten, wie nicht untypisch für Ridinger. Einige wenige, kaum sichtbare Braunstippen, sonst bestens.
Angebots-Nr. 28.484  /  Preis auf Anfrage

 


 

“ I receives them today in very good condition, thank you and dont forget to tell me about … items, best regards ”

(Sign. L. B., April 5, 2002)