„ gehör(t) zu einer Folge unter den Adlern “
mit denen sich Ridinger
bemerkenswert intensiv auseinandergesetzt hat
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Felslandschaft mit einer Gruppe von sieben Adlern/Tagraubvögeln. Mit schwarzer Feder eingefaßte, partiell gewischte schwarze Kreidezeichnung mit leichter graubrauner Lavierung. Unten Mitte in ausgespartem Papierfeld mit brauner Feder bezeichnet: Johann Elias Ridinger del A. 1744. 293-300 x 260 mm.

Bildlich voll ausgeführte,
um einen Vogel reichere,
sehr reizvolle Vorarbeit zu Raub Vögel bey Tage gleichen Jahres, Th. 273, und von diesem im Vorspann zur Gruppe der (Raub-)Vögel, 755-758 + 759-762, aus 1763 bzw. 1749 wie folgt kommentiert :
„ Sie sehen wie Adler aus, obgleich Ridinger sie nicht gerade als solche bezeichnet, aber es lässt sich nicht bestimmen, zu welchen Arten sie gehören. “
Wie stark Ridinger das Thema beschäftigte ,
zeigt der von Thienemann unter VI, z + aa (S. 278) dokumentierte Block von zusätzlich 17 (!) ungestochen gebliebenen Arbeiten zu 755-762. Im Gegensatz hierzu ist ihm zum vorab für die Folge der Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere (spätestens ab 1735, abgeschlossen 1768) geschaffenen anstehenden 1744er Motiv 273 kein zeichnerischer Beleg bekanntgeworden (siehe III, n, S. 276, sodaß diesbezüglich also auch nicht XII, 15, S. 284, mit ihren u. a. „acht Blatt verschiedene Vögel, in landschaftlichen Umgebungen, oder einzeln, auch Gruppen“ heranziehbar ist, dieser weitere Block aber seinerseits die Intensität der Beschäftigung mit diesem seitens der Literatur bislang nur marginal gewerteten Thema belegt).
Auch der 95blätterige Faber-Castell’sche Zeichnungs-Corpus förderte 1958 unter den 80 Johann Elias zugehörigen Arbeiten zu Th. 273 nichts zu Tage. Außerhalb desselben figurierte gleichen Jahres gleichwohl eine unbezeichnet gebliebene Bleistiftzeichnung als Vorzeichnung am Markt. Jahrzehnte später dann tauchte 1993/6 eine vorbildgetreue spiegelbildliche und neben der Signatur als „retouchiert“ bezeichnete Wiederholungszeichnung aus 1750 (Bleistift mit schwarzer Kreide und Tuschfederüberarbeitung nebst -einfassungslinie, Wz. „VI“) auf. Beide gleich der hiesigen im Bildformat der Radierung.
Entsprechend gründet der Rang hiesiger Arbeit namentlich auf zweierlei Fakten. Zum einen ist sie nach hiesiger derzeitiger Kenntnis von ohnehin nur allenfalls zwei Vorarbeiten
die einzige signierte + datumgestützte zu Thienemann 273 !
Sodann, und dies macht ihren ganz besonderen sammlerischen Charme aus,
Der Meister war mit sich selbst noch nicht im klaren! – Siehe auch die beiden 1741er Arbeiten mit Uhu, Falke + Reiher bei Weigel, Catalog einer Sammlung von Original-Handzeichnungen, 1869, Ridinger-Appendix Nrn. 354/55, davon letztere als „Schwarze Kreide unterwischt, kl. f.“, mit dem Bemerken
„ gehören zu einer Folge unter den Adlern “ .
Auf chamoisfarbenem Bütten, wie schon die früher hier durchgelaufene Vorzeichnung zur 20. Fabel jener Jahre, hier mit Wz. Große Lilie über Straßburger Wappen. Die Signatur unterhalb der von feinem Rändchen begleiteten Bildeinfassung freigeschnitten, wie nicht untypisch für Ridinger. Einige wenige, kaum sichtbare Braunstippen, sonst bestens.
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