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„ Besonders trefflich sind die Blätter mit den Hunden … , welche ,
gleichsam das Leben derselben beschreibend ,
einen Schatz für den Waidmann bieten “
(Nagler)
Hier derselben
 
Vier Jahreszeiten !
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die vier Jahreszeiten der Hunde. Folge von 4 Blatt in Radierung mit Kupferstich. Vermutlich Anfang der 1740er. Bezeichnet: avec privil. de Sa Maj. Imp. / J. E. Ridinger inv. peint grave(è) et excud à(a) augs(Augs)., ansonsten mit Blattitel + Vierzeiler in dt.-frz. Paralleltext. 46,5-46,8 x 34,8 cm.
Thienemann + Schwarz 105-108; Nagler 25; Katalog Weigel XXVIII (1857), Ridinger-Appendix, vor 10, B; ( „Selten“, 1885 ! ); Reich auf Biehla 18 ( „Selten“, 1894 ! ); Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. u. M. E. Ridinger, 1900), 251 (Th. 106 in späterem Abdruck) + 252 (bis zur Darstellung beschnitten); Schwerdt III, 136; Blüchel, Die Jagd (1996) II, 78 f. (Abb. Th. 105 + 108). – Coppenrath (1889/90) besaß nur das Frühlingsblatt.
Die bildreiche , herrliche Suite
 
in sehr schönen , breitrandigen Abzügen auf Linienpapier
mit Wz. Stilisierte arabische Vier nebst C + R am Senkrechtbalken (Bll. 2-4), wie hier bislang nicht dokumentiert und für etwas später angesehen, wohl Anfang 19. Jhdt. Weigel pauschaliert nur in „Alte Abdrücke auf Linienpapier“ + „Neue Abdrücke“, also Nicht-Bütten, und vermerkt schon zehn Jahre früher per Sammelnummer 16545 (Abt. XIX, 1847) gegebenenfalls „alte jetzt nur selten vorkommende Abdrücke“.
Dreiseits 5-7 cm breitrandig, rechts 2,5-3,5 bzw., Th. 106, 1,5-3,5 cm. Im oberen Außenrand jeweils vier technische Löchlein. Ober- + rechte Seitenränder mit Spuren von Rotschnitt für das Herkommen aus altem Sammelband. – Vereinzelte schwache Randstockfleckchen, die Außenkanten meist mit Spuren früherer Rahmungsmontage, bildseits nur linksseits und an drei Unter- und einer Oberkante bemerkbar. Sämtlichs mit jeweils drei geglätteten, bildseits unsichtbaren Querfalten. Das Herbstblatt mit einer oben rechts unauffällig durchs Bild gehenden Diagonalfalte, das des Winters mit deren zweien im weißen Ober- bzw. Unterrand, davon letztere unscheinbar in den Untertext reichend. Kurz, von sehr schönem Gesamtzustand.
Der Frühling. / Le Printems.
„ Der Hasen werden viel, Zur Frühlings=Zeit gefangen, / Bevorab wan(n) sie sich, ins Saamen Feld vergangen: / Doch wan(n) mit höchster Wuth, die Hunde an ihn setzen, / So hat der Schirmer Sorg, daß sie ihn nicht Zerfetzen. “
Über dem Hasen sitzend, hat er sich namentlich gegen zwei von vieren Respekt zu verschaffen. – Die für die Übertragung auf die Platte gegriffelte und rückseits gerötelte malerische Vorzeichnung im Gegensinn hier aufliegend. – „Das Frühlingsblatt der Jahreszeitenfolge von Ridinger zeigt die Niedere Jagd auf Hasen“ (Blüchel).
Der Sommer. / L’Ete.
(darunter „No. VII.“, wie auch bei Schwarz)
„ Im Som(m)er in der Feißt, wird offt der Hirsch gefällt, / Durch die par force Hund, die hiezu sind bestellt, / Und wan(n) er dann erlegt, daß er all viere streckt, / Dem Jäger der da müd, ein Pfeiffgen Tobac schmeckt. “
„ Ein reiches Blatt. Scene im Walde. Ganz vorn liegt eine sehr lange Flinte, darüber der erlegte (Zwölfender). Ein getigerter Jagdhund stellt die Vorderpfoten darauf und blickt … seinen Herrn an … Noch sehen wir fünf andere Hunde in verschiedenen Stellungen “ (Thienemann).
Der Herbst. / L’Automne.
„ Weil zu der Reyher beitz der Herbst die beste Zeit, / Macht sich der Falconier auch fertig und bereit, / Und hält zu diesem End parat auf Zeit und Stund, / Die Stöber gleichwie auch Wind, Wasser Wachtel=Hund. “
„ Ein noch reicheres Blatt. Ein Falkonier … hält dem auf der Rechten sitzenden Falken mit der Linken einen Frass vor. Fünf Hunde stehen um ihn herum … und möchten gern auch etwas … haben. Ein anderer (behaubter) Falke sieht auf die unter ihm befindlichen Vögel, darunter ein grauher Reiher, eine wilde Gans, eine Krückente u. a. “ (Thienemann).
Der Winter. / L’Hiver.
„ Im Winter hat der Bär die grösseste Gefahr, / Dieweil zu solcher Zeit sein Peltz sehr fein von Haar, / Es stellt Ihm der Polac auf allen Seiten nach, / Doch dient die Englisch Dock am besten zu der Sach. “
„ Drei englische Doggen haben einen Bär erlegt, aber wir sehen es ihnen an, welche Anstrengung ihnen dies gekostet hat … Da zeigt sich oben ein Polack mit dem Jagdspiess. Er scheint etwas von der Physiognomie der Bärenbeisser profitirt zu haben, und schaut sich die erlegte Beute an “ (Thienemann).
Ridinger „rät im Winter zur Bärenjagd mit der Englischen Dogge, wie sie die Polen praktizieren“ (Blüchel).
Und hiesigerseits denn die Empfehlung, sich diese schöne Trouvaille – 1991/92 lief letztmals ein Exemplar derselben hier durch – „nicht durch die Lappen gehen zu lassen“. Denn, nochmals Ridinger,
„ Der Hunde pflege laß dir sehr empfohlen seyn … “
(so unter der Titelvignette der „von verschidenen Arthen der Hunden behaezte[n] Jagtbare[n] Thiere“, Th. 139-160, hier derzeit in getrüffeltem und auch sonst absolutem Ausnahme-Exemplar aufliegend).
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(Sign. L. B., April 5, 2002)
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