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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Herrlich  großformatige ,

herrlich  qualitätvolle  Zeichnung

und  als  solche  heutzutage  überaus  kostbar

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Frühling der Hunde. Der den Hasen gegen drei andere Windhunde und einen Wasserhund verteidigende Schirmer in belaubtem Umfeld mit Fels. Lavierte Pinselzeichnung über Bleistift. Bezeichnet im Bild unten links mit zartem Bleistift: Joh Elias Ridinger inv. et del. 438-440 x 336 (Bildgröße 426-429 x 336) mm.

Die für die Übertragung auf die Platte

gegriffelte  und  rückseits  gerötelte

Johann Elias Ridinger, Der Frühling der Hunde

malerische  Vorzeichnung

im Gegensinn zu Blatt 1 – Thienemann 105, abgebildet bei Blüchel, Die Jagd, II, S. 79 – der für Anfang der 40er angenommenen „Vier Jahreszeiten der Hunde („Besonders trefflich sind die Blätter mit den Hunden … “, Nagler).

Auf festem, doch nicht schwerem, Bütten mit Wasserzeichen „IV“ (Jean Villedary?, 150 Jahre prosperierende Papiermühle in Angoulême als zugleich Partner für holländische Mühlen, wo sein IV/I V etwa als Gegenmarke zu C & I HONIG erscheint, generell aber auch als Raubmarke mißbraucht wurde wie auch sonstige für erste Qualitäten stehende Marken. Der „IV“ als zeitgenöss. Marke begegnen wir im graph. Ridinger-Œuvre vielfach, im zeichnerischen beispielsweise auf seiner hiesigen 1723er signierten „Alexander der Große 326 am Hyphasis“ und als „Monogramm I V“ auf der 1762er Augsburger Zeichnung „Wildkatzen jagen Enten“ (Biedermann, Meisterzeichnungen des Dt. Barock, 1987, Nr. 165). Und Villedary’s completter Marke „IV ILLEDARY“ auf hiesiger 1736er Waidmannsheil-Zeichnung des jüngeren Georg Philipp Rugendas.

Stecknadelkopfkleines Löchlein und sieben überwiegend rückseitige Randspuren von punktueller Montage auf einem erst jetzt entfernten Untersatzbogen (auf diesem von alter Hand in Kursive als Bezeichnung in der Mitte „Coursing“ und rechts „Ridinger“), sonst bestens. In der Mitte des schmalen weißen Unterfeldes der Zeichnung selbst in Bleistift eine „20.“ als anzunehmende Vorbesitzer-Inventar-Nummer und damit Herkunftsmerkmal einer umfassenderen Zeichnungs-Sammlung.

Die  kapitale  Zeichnung

zum Eingangsblatt dieser gesuchten bildreichen Suite, im Stiche mit dem Vierzeiler erläutert

„ Der  Hasen  werden  viel , Zur  FRÜHLINGS-ZEIT  gefangen /
Bevorab  wenn  sie  sich , ins  Saamen  Feld  vergangen /
Doch  wann  mit  höchster  Wuth , die  Hunde  an  ihn  setzen /
So  hat  der  Schirmer  Sorg , daß  sie  ihn  nicht  zerfetzen. “

Letzterer in hiesiger spiegelbildlicher Zeichnung also zur Linken, „die Vorderfüsse über den erlegten Hasen aus(ge)streckt und knurrend zwei andere Hunde abwehr(end), (wo)von der eine, auch ein Windhund, mit dem Vordertheile in merkwürdig lauernder Stellung auf der Erde liegt, der andere, ein Wasserhund, ihn anbellt. Über denselben auf einem Fels befinden sich zwei andere Windhunde, welche ebenfalls ein Lüstchen auf den Hasen haben“.

Der Schwanz des Schirmers gegenüber dem Stich in leicht vereinfachter Endkrümmung, der linke Vorderlauf des Wasserhundes bleibt hier unsichtbar unter dem Leib.

Zum Komplex der Hunde-Vier-Jahreszeiten war Thienemann (1856, Mappe 2, e, Seite 275) nur die gleichfalls getuschte Zeichnung des Sommer-Blattes (Th. 106) aus dem Weigel-Bestand bekannt geworden, die sich indes nicht mehr im Weigel’schen Nachlaß-Katalog von 1869 findet (siehe dort SS. 197 ff.). Dann fand sich, gleichfalls zum Sommerblatt, die ebenfalls großformatige und getuschte Skelett-Studie zu dessen Hirsch innerhalb der 1890 bei Wawra in Wien „aus dem Besitze eines bekannten Sammlers“ aufgelösten „Schönen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstichen Joh. El. Ridinger’s“ (Nr. 67). Und 1900 in Helbing’s großer Offerte (XXXIV, 1547) die „brillante Federzeichnung in Umriß“ gleichen Formates zum Herbstblatt. Hier bekannt schließlich noch die ebenso große des Winters. Und die

bildlich  ganz  ausgeführte , letztgültige  zum  Frühling

in  ihrer  großflächigen ,

lichtbraunen , durchsichtigen  Lavierung

Johann Elias Ridinger, Der Frühling der Hunde

als  eine  Rarität  von  Graden

denn  hier  präsent .

Außerordentlich reizvoll schließlich die an dieser nachzuvollziehenden Arbeitsgänge des Meisters bei der Übertragung auf die Platte in Form schon besagter Rötelung und Griffelung, letztere bis hin zu Nebenpartien, wie nicht generell gehandhabt. Damit aber den so begehrten, ebenso berühmten wie kostbaren „Blick über die Schulter“ gewährend.
Angebots-Nr. 28.878  /  Preis auf Anfrage

 


 

“ I have received the copy of Schoenberg’s Harmonielehre … I am very pleased with it. Thank you very much for your help ”

(Mrs. C. C., March 7, 2003)