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lüder h. niemeyer

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Des  Jagens  schöner  Abschluß

Georg Philipp Rugendas II, Waidmannsheil

Ein  zeichnerisches  Unikat  aus  berühmtem  Stalle

Rugendas d. J., Georg Philipp (1701 Augsburg 1774). Waidmannsheil. Junger Jäger mit seinen beiden Hunden, aufgestützt über zu Füßen eines aus einem Felsen wachsenden Baumes niedergelegten Sau + Hase. Skizzierter hügeliger Landschaftshintergrund mit weiterem Baum. Feder- + Pinselzeichnung in Braun-Schwarz bzw. Grau über gelegentlichem Bleistift, grau laviert. Bezeichnet mit der Feder unten links unterhalb der feinen Einfassung, beides in Bister: G. P. Rug. Junior. invenit A1736. 252 x 188 mm.

Auf festem Jean Villedary-Bütten („IV ILLEDARY“), der 150 Jahre prosperierenden Papiermühle in Angoulême als zugleich Partner für holländische Mühlen, wo sein IV/I V etwa als Gegenmarke zu C & I HONIG (1730-1869; in Augsburg sowohl von Rugendas wie Ridinger estimiert) erscheint, generell aber auch als Raubmarke mißbraucht wurde wie auch sonstige für erste Qualitäten stehende Marken.

Die in allen Details typische Signatur möglicherweise etwas ausgeblaßt, rückseits unten die nicht ins Bild durchscheinende diagonal gesetzte S-Abfolge eines Kinderdruckkastens mit Anflug eines Versuchs zur Heilung, sonst tadellos frisch und an den Kanten auf Kulisse montiert.

Von  der  Weichheit

Georg Philipp II Rugendas, Waidmannsheil

ihrer  Pinseltechnik ,

so Gode Krämer im 1998er Augsburger Rugendas-Katalog (S. 45/II) gelegentlich anderer Arbeiten des jüngeren Georg Philipp, bestimmte motivschöne Arbeit, sensibel ausgeführt und duftig laviert, wie für die Besten seiner Zeichnungen stehend. „In der sorgsamen, bildmäßigen Ausarbeitung liegt seine Stärke“ (Krämer, a. a. O., 46/I). In der Regel arbeitete er nach väterlichen Vorlagen und Dritter, namentlich auch nach Joh. Hch. Roos.

Hiesiger Arbeit scheint eine väterliche Idee zu Grunde zu liegen. So gibt es vom Brasilianer Joh. Moriz Rugendas (1802-1858) als dem letzten der Maler-Dynastie eine jugendliche Detail-Lithographie „Erlegtes Wild“ (Kat. Abg. 259 nebst Abb.) mit der Quellbezeichnung „G. P. Rugendas 1709“. Deren obere Hälfte zeigt ein diagonal über einer Sau liegendes Reh, beide gegen einen Baumstamm gelegt, woran die hiesige Komposition mit Sau/Hase erinnert. Jene Vorlagen-Zeichnung ist gleichwohl „weder signiert noch datiert, so daß die Beschriftung der Lithographie auf Familientradition beruhen muß“.

Hiesige linksseitige Fels-Baum-Staffage knüpft ihrerseits an die linksseitige Partie der in gleicher Technik ausgeführten 1724er Eigen-Zeichnung einer Hirschjagd an (Nr. 159 des Katalogs nebst Abb.). Im graphischen Œuvre begegnen wir ihr rechtsseits auf dem Schabblatt Teuscher 362 mit dem von zwei Hunden niedergehaltenen Stier aus der 4blätt. Folge „Jagd und erlegtes Wild “, ebenfalls mit hügeligem leichten Hintergrund, während für die beiden Saurüden jener aus T. 472 aus 4blätt. Hunde-Folge heranziehbar ist. Als Ganzes indes finden weder gedachte Hirschjagd noch anstehende Zeichnung irgendeine Entsprechung im eigenen Stichwerk noch dem der Familie.

Es  sind  Arbeiten  sui  generis ,

erstere von Gode Krämer kommentiert mit „eine der freiesten und lockersten Zeichnungen“ des jüngeren Georg Philipp. Und anstehende zeichnet sich allein schon thematisch aus. Motive mit dem Jäger und seinem Waidmannsheil sind generell selten. Hier denn als alleiniger Bildinhalt. Aus berühmtem Stalle.

Ohne Glas + Rahmen
Angebots-Nr. 15.182  /  Preis auf Anfrage

 


 

„ im Internet habe ich in Ihrem Katalog das vorgenannte Werkverzeichnis … gefunden …

Mit Interesse habe ich auch Ihren offenen Brief an die Herausgeber der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24.7.2003 gelesen, zumal ich (bei früherer Gelegenheit) … mir … von der Frankfurter Allgemeine Zeitung den Vorwurf des ‚Kulturglobalisten‘ gefallen lassen mußte … “

(Herr A. G., 8. Dezember 2003)