Antiochia – Cassas, Louis François (Azay-le-Ferron, Indre, 1756 – Versailles 1827). Antioche, vue de la porte dite de Médine (Bab el-Medynah), prise en dehors, sur le chemin de Halep. Reiches Getriebe am Tor, zu dem auch eine Karawane hinstrebt. Kupferstich von wohl Michel Picquenot (1747 Rouen nach 1808). (1799.) Bezeichnet: Dessiné par L. F. Cassas. / Gravé par Picquenot. 29,4 x 46,4 cm.
Malerisches Blatt

in herrlichem , warmtonigem Abdruck vor der Schrift .
„Picquenot … brachte es … zu großer Geschicklichkeit, besonders in der landschaftlichen Darstellung“ (Nagler). – Unbeschnitten. – Zusätzlich zum mit oben 1,6, an den Seiten 4 und unten 5,5 cm schon für sich ungewöhnlich breiten weißen Plattenrand mit umlaufend 3,3-4,3 cm weißem Papierrand. In letzterem sowie in der unmittelbaren Plattenkante hier und da meist nur ganz minimal fleckig, lediglich links zwei etwas größere blaß-gelbliche Farbflecken, von denen einer noch bis zu 1,3 cm in den weißen Plattenrand hineinreicht. Vereinzelte Klein(st)einrisse im weißen Rand säurefrei versorgt.
„ C. fand schon früh die Themen und die Arbeitstechnik, die das Werk bestimmen und die Grundlage seines Erfolges sind: Mit dokumentar. Genauigkeit, gleichzeitig aber auch mit großem Gespür für dekorative Wirkungen und Atmosphäre gestaltet er Ansichten von Lsch. und Städten, deren Leben, Ereignissen, Kostümen und Volksgebräuchen … V. a. aber steht die Wiedergabe bed. Archit. im Mittelpunkt des Schaffens. Im Drang zu Vollständigkeit und Exaktheit ist C. ganz ein Zeitgen. der Enzyklopädisten. Sein bes. Augenmerk richtet er entsprechend den Interessen der Auftraggeber und des Publikums auf die Archit. der Antike … Mit Ausnahme weniger Fälle … geht C. grundsätzlich von der eig. Anschauung aus und beginnt daher mit Skizzen, Stud. und Vermessungen am Ort. Das eigentliche Mittel seiner Darst. ist dann eine für ihn typ. spezielle Technik des Aqu., teils in sehr großen Formaten. Er arbeitet mit lebhaften, oft dramat. gesteigerten Hell-Dunkelkontrasten und reichem Kolorit. Zusätzl. verstärkt er jedoch die Linienzeichnung mit schwarzem Federstrich, so daß auch die maler. wirkenden Aqu. im Detail von großer Exaktheit sind und manchmal opt. die Wirkung kolorierter Stiche haben. Die Umsetzung dieser Motive in Druckgraphik ist vielfach von Anfang an intendiert und hat einen großen Teil seines Erfolges ausgemacht … Seine wichtigste Reise macht C. im Gefolge des frz. Botschafters Choiseul Gouffier in den Orient … Sie eröffnet C. die ganze Faszination der oriental. Welt. C. nimmt die Gelegenheit wahr, diese Reise auszudehnen und den gesamten Bereich der Levante kennenzulernen … Die Reise ist das größte berufl. Erlebnis C.s, sie erfolgt unter teils höchst abenteuerl. Umständen und führt ihn bis nach Ägypten … Nach der Rückkehr arbeitet C. in Rom den ungeheuren Ertrag seiner Orient-Expedition aus, präsentiert der Öffentlichkeit die ersten Ergebnisse und erregt beträchtl. Aufsehen “
(Uwe Westfehling, Allgemeines Künstler-Lexikon XVII, 1997, 131).
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(Mr. P. M., April 30, 2003)

