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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

TIROL

in  „ frühesten  Darstellungen  reiner  Berglandschaften  aus  Tirol  … “

Ehrenberg (Ernberg) / Lech – Beaumont, Jean François Sir Albanis de (Chambéry 1755 – 1812). The Barriere at the Castle of Ehremberg. Mit verstreut liegenden Gehöften und dem ein Fuder heimfahrenden Landmann im Vordergrund. Sepia-Radierung von Cornelis Apostool (1762 Amsterdam 1844). 1792. Bezeichnet: A. Beaumont del. / C. Apostool sculp. / Published as the Act directs Jany 1. 1792. by T. & G. Egerton Whitehall, for the Author, Titel wie vor. 31,6 x 44,7 cm.

Jean François Albanis de Beaumont, Ehrenberger Klause

Besonders  feine  Berglandschaft  im  prächtigen  Ursprungs-Kolorit

der einstigen Festung Ehrenberg – heute Ehrenberger Klause – am Lech an der Straße von Füssen nach dem Oberinntal an der nördlichen Grenze Tirols. – Breitrandiger Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier.

Sir Albanis zeichnete sich als Zeichner, Stecher in Aquatinta und Landschaftsmaler sowie Architekt aus. Aus dem Piemont stammend, wurde er in England naturalisiert. Bei Egg heißt es über ihn:

„ Veröffentlicht zwischen 1787 und 1806 eine große Anzahl von Ansichten aus Italien und aus dem Alpengebiet, die er zum Teil selbst in Aquatintamanier sticht und zum Teil durch Cornelis Apostool stechen läßt. Seine Stiche gehören

zu  den  frühesten  Darstellungen  reiner  Berglandschaften  aus  Tirol  … “

Apostool, Maler, Zeichner und Stecher, aber, gleich Goethe, eher den sogenannten Liebhaber-Künstlern zuzurechnen, erhielt seine Ausbildung an der Amsterdamer Zeichenakademie (1784-1786) bei dem Landschafter Hendrik Meijer, den er anschließend nach England begleitete, wo er etliche Jahre in London lebte. Seine ca. 80

von  Kennern  geschätzten  schönen  Landschafts-Aquatinten ,

vielfach nach niederländ. Meistern und den alpinen Reiseskizzen Sir Albanis de Beaumont’s und erschienen in verschiedenen Folgen zwischen 1790 + 1795, sind das Ergebnis jener künstlerisch für ihn so überaus fruchtbaren Zeit. Später arbeitete er nur noch vergnügenshalber.

Gleichzeitig, wie auch später noch, war er für die niederl. Regierung tätig, in deren Auftrag seine Wege ihn bis nach New York, Frankreich und wiederholt auch zuück nach England führten.

1807 endgültig zurück in Amsterdam, wurde er im Folgejahr erster Direktor des dortigren Königlichen Museums und Mitglied des Kgl. Instituts der Wissenschaften, Literatur und Künste. 1816 Ritter des Niederl. Löwen-Ordens.
Angebots-Nr. 15.244 / EUR  890. / export price EUR  846. (c. US$ 1104.) + Versand

 

Jean François Albanis de Beaumont, Ehrenberger Klause

– – Dasselbe als Aquatinta von Apostool in Braundruck. 1792. Bezeichnet: A. Beaumont del. / C. Apostool sculp. / Published as the Act directs Jany 1. 1792. by T. & G. Egerton Whitehall, for the Author, Titel wie vor. 31,5 x 44,8 cm. – Breitrandiger Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.245 / EUR  670. / export price EUR  637. (c. US$ 831.) + Versand

–  weitere  malerische  Tirol-Ansichten  von  Beaumont  siehe  unten  –

 

Ridinger’s  Tiroler  Inn=See

–  der  Wild-See  bei  Seefeld ?  –

für  Helbing  1900  eines  der  teuersten  Blätter  der  Folge

Ridinger, Martin Elias (1730 Augsburg 1780). Im Tyrol am Inn=See (der Wild-See bei Seefeld?) Begab sichs da ich als alldortiger Holz=wart morgens früh Spazieren gieng, daß ich einen so genanten See=Adler (Th.: Kormoran-Scharbe) mit seinen jungen antraf welchen in dem Augen blick ein Großer Raub Vogel (Th.: Seeadler) ein junges zu hohlen trachtete, und auch wircklich weck nahme. Der Holzwart mit seinem Hund rechtsseits in Baum-/Strauchpartie, die Attacke/Verteidigung ufernah über dem Wasser, am jenseitigen Ufer eine Kirche. Radierung mit Kupferstich nach vermutlich eigener Vorlage. Bezeichnet: XXXI. / M. E. Ridinger. sc: A. V., ansonsten wie vor. 25 x 33,5 cm.

Thienemann + Schwarz 374; Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 890: „Sehr selten“ (1900!). – Blatt XXXI der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge „Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd“ ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928; hiesige

Tiroler  Inn-See–Scenerie

Johann Elias Ridinger, Tiroler Inn-See (Wild-See bei Seefeld?)

fehlte denn auch schon 1889/90 dem 33blätt. Coppenrath-Bestand

und Helbing benotete sie innerhalb der ihm verfügbaren 43

mit  50  Goldmark  und  damit  mit  großem  Abstand  zum  Gros  der übrigen ) ,

und ausschließlich von Johann Elias Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen.

Wobei nicht allein nach hiesigen Erkenntnissen Martin Elias’ Bedeutung für das Ridinger-Œuvre sichtbar über eine nur engagierte Mitarbeit als Stecher hinausgeht. Schon als 30jähriger wirkte er geradezu als ein spiritus rector hinter den Kulissen. Der dafür sorgte, daß Folgen nicht vorzeitig abgebrochen wurden oder, wie hier, postum erschienen.

Und indem Wolf Stubbe (Joh. El. Ridinger, Hbg./Bln. 1966, SS. 16 f. + Taf. 34), in medias res gehend, Th. 722, Der Wilde Büffel und das Crocodil, aus den Kämpfen reißender Thiere bezüglich seiner Lichtbehandlung als einen künstlerischen Zenit des Spätwerkes feiert, erweist er zugleich, da an Hand dessen Kupfer, nicht der Zeichnung, urteilend, eben auch Martin Elias als dem Ätzer/Stecher jener Arbeit seine Reverenz. Ein Aspekt, der das Ridinger’sche Zusammenspiel vertiefend beleuchtet.

Die zeichnerische Hand Johann Elias‘ anstehenden Falles nicht durch dessen Signatur gestützt, doch, wenngleich von Thienemann als grob empfunden,

thematisch  sehr  schön  und  lokalmäßig  sehr  rar .

Kompilatorische Rückgriffe Martin Elias’ erscheinen bei dem einen und anderen Blatt dieser Folge denkbar.

Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Th.). Hier also mit Blatt XXXII – Im am(m)ergau=See in Bayren … – , dem Angriff eines Seeadlers auf einen wilden (Sing-?)Schwan, mit dem Schützen nebst Hunden nun linksseits hinter Bäumen.

Warmtoniger  Erstausgabendruck

mit  der  römischen  Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.), seitlich 5,5, sonst 2,3-3 cm breitrandig. – Die rückseitige leichte Bräunungh bildseits nur im breiten Rand minimal durchscheinend.
Angebots-Nr. 14.652 / EUR  946. / export price EUR  899. (c. US$ 1173.) + Versand

 

Malerische  Tiroler  Berglandschaften

–  Fortsetzung  –

Gardasee – Berner Klause – Etsch – The pass of Chiusa and distant Mountains near Belluno and Osseniego. Links die zwischen Gardasee und Etsch gelegene Berner Klause, rechts die den Paß überspannenden und sich bis in einige Höhe fortsetzenden Befestigungswerke des Chiusaer Forts. Mit Figuren-Staffage am Paß und auf der Etsch. Sepia-Radierung von Apostool wie oben. 1792. Bezeichnet: A. Beaumont del. / C. Apostool sculpt. / Published as the Act directs Jany 1. 1792. by T. & G. Egerton, Whitehall. for the Author, Titel wie vor. 31,5 x 44,7 cm.

Jean François Albanis de Beaumont, Gardasee/Berner Clause/Etsch

Feine  Tiroler  Berglandschaft  im  prächtigen  Ursprungs-Kolorit 

und in breitrandigem Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier. Vereinzelte Stockfleckchen. Die Farben der Himmelspartie stellenweise etwas oxidiert, doch kaum störend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.246 / EUR  870. / export price EUR  826. (c. US$ 1078.) + Versand

 

Jean François Albanis de Beaumont, Gardasee/Berner Clause/Etsch

– – – Dasselbe als Aquatinta von Apostool in Braundruck. 1792. Bezeichnet: A. Beaumont del. / C. Apostool sculpt. / Published as the Act directs Jany 1. 1792. by T. & G. Egerton, Whitehall. for the Author, Titel wie vor. 31,5 x 44,7 cm.

Feine  Tiroler  Berglandschaft  im breitrandigen Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.247 / EUR  670. / export price EUR  637. (c. US$ 831.) + Versand

 

Hall, Solbad – Hanseven – The Verner Mountains, as seen from Inspruck. Partie mit Rumerjoch + Speckhorn, gesehen von Egerdach bei Innsbruck. Im Mittelgrund vorn Hall + Hanseven. Links Tier- + Figurenstaffage. Sepia-Radierung von Apostool wie oben. 1792. Bezeichnet: A. Beaumont delt. / C. Apostool sculp. / Published as the Act directs Jany. 1. 1792. by T. & G. Egerton. Whitehall, for the Author, Titel wie vor. 31,5 x 44,8 cm.

Jean François Albanis de Beaumont, Solbad Hall

Malerische  Berglandschaft  im  prächtigen  Ursprungs-Kolorit 

und in breitrandigem Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier. – Vornehmlich in den Himmelpartien etwas stockfleckig. Die Farben im übrigen hier und da ein wenig oxydiert, doch kaum störend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.248 / EUR  790. / export price EUR  751. (c. US$ 980.) + Versand

 

Jean François Albanis de Beaumont, Solbad Hall

– – Dasselbe als Aquatinta von Apostool in Braundruck. 1792. Bezeichnet: A. Beaumont delt. / C. Apostool sculp. / Published as the Act directs Jany. 1. 1792. by T. & G. Egerton. Whitehall, for the Author, Titel wie vor. 31,5 x 45 cm.

Malerische  Berglandschaft  im breitrandigen Abdruck der 1. Ausgabe auf festem Whatman-Papier. – Ganz leicht stockfleckig, doch nur im weißen Rand etwas ins Auge fallend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.249 / EUR  630. / export price EUR  599. (c. US$ 781.) + Versand

 

Route from Venice to Swabia

Chart of Places connected with the Route from Venice to Fussen in Swabia. Karte der von Sir Albanis 1786 unternommenen Reise durch die Rhätischen Alpen. Kupferstich von Apostool (?). (1792.) 45,3 x 32 cm.
Angebots-Nr. 5.928 / EUR  81. (c. US$ 106.) + Versand

 

Landeck in Tyrol, Burg. Blick über Inn + Brücke. Unter den Figurinen im Vordergrund Jäger an einem Wegkreuz. Stahlstich von Alexander Marx, Nürnberg. Ca. 1855. Signiert, bezeichnet. 16,4 x 10,7 cm.
Angebots-Nr. 6.976 / EUR  43. (c. US$ 56.) + Versand

 

Liegend  an  der  Eisack  –  geliefert  nach  Innsbruck

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Am 20ten Tag Monats August: Ao. 1653. ist durch … Ferdinand Carl Ertz Herzogen zu Österrich … im Thal und Gebürg zu Mittenwald (recte Mittewald) zwischen  Brixen  und Sterrin im Aimer … dieser Hirsch mit so wunderbarlichem Gestemb gefällt, und auf  Insprug  geliefert worden. Liegend nach links am Ufer der Eisack. Radierung. 1766-67. 31,7 x 21,2 cm.

Johann Elias Ridinger, Hirsch an der Eisack, Tirol

Thienemann + Schwarz 329. – Typogr. Wz. – Blatt 87 der erst postum abgeschlossenen Folge der Wundersamsten Hirsche. – Figürl. Wz. (Lilie?). – Breitrandiger, kontrastreicher Abdruck.
Angebots-Nr. 13.223 / EUR  603. / export price EUR  573. (c. US$ 747.) + Versand

 

– – – Dasselbe als getönte Lithographie von Hermann Menzler im Druck von A. Renaud bei L. J. Heymann in Berlin. (1863-65.) Bezeichnet: Gez. v. J. E. Ridinger, lith. v. H. Menzler, ansonsten ähnlich wie vor. 34,2 x 22,5 cm.

Johann Elias Ridinger, Hirsch an der Eisack, Tirol

Joh. El. Ridinger’s Jagd-Album III/3. – Aus der als 3. Abteilung geführten „Sammlung seltener Hirsch-Geweih-Abnormitaeten und Hirschbilder“. – Menzler’s 80 Blatt umfassende Suite ist nahezu literaturunbekannt und entsprechend selten. Seine Bildwirkung ist rücksichtlich der lithographischen Technik völlig eigenständig-malerisch und eine ausgesprochene Sammlungsbereicherung. – Auf festem breitrandigen Papier. Im weißen Rand sowie rückseits ganz schwach stockfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 12.403 / EUR  322. / export price EUR  306. (c. US$ 399.) + Versand

 

Ridinger’s  extrem  seltene  1723er  Suite

zitierend  Savery’s  Tiroler  Hirschjagd

in Thienemann + Schwarz teils unbekannt gebliebenen Druckzuständen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Hetzjagden. Folge von 4 Blatt. Radierungen, teils mit der kalten Nadel, von Johann Daniel Hertz I (1693-1754) für Jeremias Wolff, beide in Augsburg. 172(3). 36,5-37,2 x 49-49,4 cm bzw., 2 Bll., Blattgröße 33,1-34,5 x 48,6-48,8 cm.

Thienemann (1856) 9-12,  nicht  in seinem Besitz; Schwarz, Slg. Gutmann, (1910) 9-12 (1. Zustand, ergänzt um 11a als 2. Zustand) + Tafel Bd. I, III; Schwerdt (1928) III, 134, anschließend L’Art Ancien (1939), Liste 14, 2 (3. Zustand mit der Hertel-Adresse oder Misch-Explr.); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik / Deutschsprachiges Schrifttum, Lpz. 1975, I, 1, Seite 302 + K. & F. (1958) LXIV, 167 (Explr. Schwerdt?), jeweils 3. Zustand mit Hertel-Adresse.

Unvollständig  bei Coppenrath (1889) 1449 f. (nur die auf Bildkante geschnittenen und angeränderten Blätter 1 + 3 als „äusserst selten“); Helbing (1900) XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 8 f. (bis an den Plattenrand beschnitten); Baillie-Grohmann (nur Bll. 2-4 in 1. bzw. (4) 2. Zustand in L’Art Ancien, Joh. El. Ridinger, Liste 14, o. J., 3); Gräflich Faber-Castell (K. & F., 1958, LXVI, 18 + 20, nur Bll. 1, 3 + 4, breitrandig, 1 Ätzdruck aus Vorbesitz Hamminger).

Nicht  bei Weigel der aus dieser Folge einzig Blatt 1 in dem wohl mit dem Hamminger-Exemplar identischen Ätzdruck offerieren konnte (13. Abt., 1843, 12586); J. Rosenthal, Joh. El. Ridinger, Liste 126 (444 Pos., 1940).

Die  drittfrüheste  Jagdfolge  des  Meisters ,

die nicht im Engelbrecht’schen Neuausgaben-Verzeichnis von 1824 figuriert und deren Platten Thienemann 1856 als verloren konstatierte. Hier vorliegend in unterschiedlichen Druck- und Erhaltenszuständen, wie bei den ganz großen Seltenheiten der Grafik immer wieder hinzunehmen und durchaus von besonderem Reiz, da die Geschichte der Druckplatten dokumentierend.

Auszug zur Jagd (1)

Mit reichem Trupp berittener Jäger – darunter eine Dame – sowie zahlreichen Hunden nebst Führern. Rechts im Mittelgrund sechsspänniger Jagdwagen. Die Mittelgruppe der Gesellschaft diente um 1750 Meißner Porzellanmalern als Vorbild für Teller.

Silbergrauer Druck mit Wasserzeichen Große Lilie des wahrscheinlich 1. Zustands – siehe auch die weiterführende Erörterung unten – wie bei Schwarz illustriert hinsichtlich des beim Beschnitt ausgesparten Signatur-Restes „Ioh. Elias Ridinger“ unmittelbar links unter dem Bild. Ansonsten unter Verlust der Schönborn-Dedication und der Virgil-Verse auf Bildeinfassung geschnitten, nur oben mit fast durchgehend feinem Plattenrand. – Einzelne kleine Einrisse sowie eine dünne Oberecke säurefrei hinterlegt.

Eine  Hirschjagd  par  force  im  Wasser (2)

Zwischen zwei Waldstücken mit Durchblick auf parkartige Hügellandschaft erreicht die Jagd ihren Schlußpunkt. Ridinger zitiert hier generell

Johann Elias Ridinger, Hirschjagd im Wasser

Savery’s  zeichnerische  Tiroler  „Boslandschap  met  Jagers“

aus spätestens 1609 (letzte Ziffer undeutlich; 193 x 269 mm, siehe Katalog der 1968/69er Wanderausstellung „Landschaptekeningen van Hollandse Meesters uit de XVIIe Eeuw … in het Institut Néerlandais te Parijs“ Nr. 138 + Taf. 1), die Aegidius Sadeler formatgleich noch gleichen Jahres in Kupfer umgesetzt hatte (Hollstein’s Dutch and Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts, Bd. XXI, Amsterdam 1980, Nr. 225 als „Three Hunters and two Dogs near a Pool“ innerhalb der 6blätt. Suite 225-230

„ Six  Mountainous  Landscapes  in  Tyrol “,

bei Wurzbach 107 als nur 5blättrig), während für die jagdlichen Details Frans de Momper’s (1603-1660) malerische „Hirschjagd im Walde“ noch näher steht.

Bei Savery bleibt das Wild unsichtbar, ist es eine ganz auf die linke Seite konzentrierte Pürschjagd dreier Jäger nebst zwei Hunden. Beiden Versionen gemein gleichwohl die Position des anlegenden Jägers hinter dem toten Baum (bei Savery eine Gruppe toter und lebender), die Ridinger indes zur prononcierten Vanitas-Doppel-Symbolik fortentwickelte: der Hirsch flieht geradewegs in sein Verderben. Unübersehbar strecken sich ihm die toten Äste entgegen, erwartet ihn der Schütze.

Bereits bei Momper – siehe die Abbildung bei Beck, Künstler um Jan van Goyen, Nr. 823 – ist es denn die von rechts vorgetragene Parforcejagd, wobei der Hirsch indes am Rande des Wassers nach links flüchtet, von wo ihm zwei Hunde entgegenkommen. Hinter dem über das Wasser ragenden toten Baum kein Schütze, zumindest nicht im Anschlag, eher ein soeben einen weiteren Hund leinender Hundeführer. Ein solcher mit zwei Hunden findet sich ganz vorn links auch bei Ridinger. Denkbar, daß weitere letzteren inspiriert habende Wiederholungen existieren.

Zu  Savery’s  Tirol-Blättern  generell  heißt  es  im  Katalog :

„ Door deze Tiroolse tekeningen en ook door de prenten deed het grandioze Alpenlandschap … als dankbaar motief zijn intrede in de Nederlandse schilderkunst; op tijdgenoten en navolgers maakte het een diepe indruk.“

Sehr schöner Druck des 3. Zustands mit der Hertel-Adresse „Iohann, Georg, Hertel, excud:“ unten rechts sowie der „2“ ganz unten rechts als Zustandsmerkmalen. – Mit latein. Sechs- und deutschem Vierzeiler aus „Virg. Aen. XIII. 749“ (Th. „XII“) als in dieser Form typisch für 2. + 3. Zustand.

Sehr schönes Exemplar auf unbeschnittenem festen Bütten von 47 x 63,8 cm Blattgröße bei 5-7,5 cm breitem Rand! In diesem links die technischen vier Durchstiche und oben rechts ein 4 cm tiefer hinterlegter Einriß, endend 2 cm vor dem Plattenrand.

Bärenhatz in Polen (3)

Nahe dem Lagerplatz der Bären erhält der eine inmitten der Hunde den Todesstoß vom Jagdherren. Weiterhin zahlreiche Jagdgesellschaft, teils die übrigen Hunde mühsam zurückhaltend. Oberhalb der Felsen ein zweiter Bär das Geschehen mit Ingrimm beobachtend.

Herrlicher Druck des 1. Zustands entsprechend der Bezeichnung links + rechts „Iohann Elias Ridinger invenit et Pinxit. / Cum Prov. S. C. Maj.“ bzw. „Iohann Daniel Hertz sculpsit Augustae Vindelicorum. 172(3.) / Ieremias Wolf excudit“ sowie dem Virgil-Untertext als nur latein. Zweizeiler, der hier unterhalb der ersten Zeile beschnitten ist. Ansonsten oben und an den Seiten auf oder knapp innerhalb der Bildeinfassung geschnitten. Verschiedene kleinere, in den Oberecken größere Einrisse sowie Durchstiche in den Ecken säurefrei hinterlegt und bildseits ebensowenig ins Auge fallend wie verschiedene Falt- und Knitterspuren. Ein 1 cm breiter Ausriß im rechten Seitenrand dezent ergänzt.

Saujagd (4)

In einer Mulde wird dem Keiler, nachdem er noch zwei der Rüden erledigt hat, mit der Saufeder der Fang gegeben. Zu den Seiten die Jagdgesellschaft. Mit latein. Sechszeiler aus „Virg. IV. Aeneid 156. III. Georg. 374.“ und deutschem Vierzeiler.

3. Zustand mit der Hertel-Adresse wie Blatt 2 – hier mit der „3“ (sic!) ganz unten rechts – und kaum weniger schön als jenes, ja, mit 50,6 x 70 cm Blattgröße noch breitrandiger (6-10,3 cm). – Im linken Rand die technischen vier Durchstiche sowie ein kleiner, säurefrei hinterlegter Einriß. Hier wie auch im Oberrand – im rechten Außenrand desselben hinterlegte kleine Fehlstelle – dünne Spur eines Wurmganges. Je ein stecknadelkopfkleines Wurmloch in der Staffage um den See und im linken weißen Rand, stecknadelspitzenwinzig im weißen Plattenrand an der Bildeinfassung oben rechts. Der rechte Plattenrand mit etwas Plattenschmutz. Vollständig geglättete, fast nur noch im weißen Rand erkennbare Mittelfalte.

Die herrliche, ganz komplette Suite der frühen Jahre,

da die Arbeiten noch von Dritten in Augsburg gestochen und verlegt wurden und die sämtlichs unsagbar selten sind. Dies sogar trotz wiederholter Auflagen, die somit gar nicht klein genug gedacht werden können.

Daß auch die legendäre Jagd-Sammlung von Baillie-Grohman (1923) die Folge weder komplett noch in einheitlichen Etats besaß und auch die 1554blätterige Mammutofferte Helbing’s nur die beiden beschnittenen Einzelblätter, Thienemann sie zwar kannte, „aber (sonst nur) gern besitzen“ wollte, sagt alles und bestätigt L’Art Ancien’s Qualifizierung als

„ Große und dekorative Blätter aus der Frühzeit ,

von  größter  Seltenheit . “

Solchermaßen aber unbeschadet nicht ganz einheitlicher Druckqualitäten und sehr verschiedener Erhaltung

Eine  ganz  kapitale  Trophäe ,

die  Ihnen  kaum  jemals  wieder  angetragen  werden  dürfte .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.885  /  Preis auf Anfrage

 

Fragen  Sie  auch  nach  den
malerisch-reizvollen  Ansichtenradierungen  des  Innsbruckers

Franz  Edmund  Weirotter

Innsbruck 1730 – Wien 1771

 


 

„ herzlichen Dank für die rasche und ausführliche Behandlung meiner Anfrage. Ich bestelle hiermit beide o. a. Gebote … bin ich auch mit Vorauszahlung einverstanden “

(Frau R. R., 20. November 2002)