Wintter, Joseph Georg (1751 München 1789). Die Silhouette des nachmaligen Münchner Galerie-Direktors Georg von Dillis (Grüngiebing 1759 – München 1841) auf einer Tafel unterhalb einer Urne, umgeben von Landschaft mit starkem Hirsch + zwei Skizzenbüchern nebst Stift mit, u. a., aufgeschlagenem Hirsch bzw. Hundekopf. Radierung. 14,5 x 9,5 cm.

Niemeyer 128, II; Nagler 1 (Der Hirsch „ist von Winter, das Uebrige von Dillis“). – Aus der frühestens 1821 erschienenen 44blätt. Augsburger Sammelausgabe Schwerdt III, 190, a ( „Rare“ ).
Nachempfunden dem „graphischen Denkmal“ (Morét) Thienemann 974 der Ridinger-Söhne für den Vater, erscheint die Arbeit angesichts des jugendlichen Alters des „Verblichenen“ (Dillis war maximal 30!) als eine Aufmüpfigkeit der Folgegeneration gegenüber des Altmeister’s großen Schatten.
Wintters „Radierungen sind trefflich und stehen in der Behandlung zwischen jenen von Hollar und Riedinger. Im Jahre 1784 wurde W. churf. Hof- und Jagdkupferstecher“ (Nagler, im 1863er Bd. III, Nr. 68, des Monogramm.-Lexikons seinerseits auf die Seltenheit dieser schönen Blätter hinweisend). – Auf schwerem Papier. – Der breite weiße Rand zweiseits außen etwas stockig.
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