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„ Dieser  Mann  besitzt  außerordentliche  Fähigkeiten “

( Lorenz von Westenrieder 1785 )

Wie  die  Großkatzen  sich ,

so  hat  Wintter  sie  im  Griff

Wintter, Joseph Georg (1751 München 1789). Panther und Löwin kampfumschlungen. Vor Felsblock auf den Hinterläufen stehende Löwin im Griff eines an ihr festgemachten Panthers oder Jaguars. Schwarze Kreide über Bleistiftskizzierung mit etwas Rot für die geschlagenen Wunden. Bezeichnet mit der Kreide unten rechts: JG(ligiert)Wintter inv. 288 x 212 mm.

Bravouröse

bildhaft

ganz  durchgeführte  Studie

Johann Elias Ridinger, Die bei ihren Jungen von einem Bären überfallene Löwinin Anlehnung an Ridinger’s Kupfer Die bey ihren Jungen von einen Bären überfallene Löwin, Th. 718 (siehe Vergleichsabbildung), als seinerseits in Kontext stehend zum Löwe-Tiger-Detail des Berliner Ridinger-Öls „Raubtiere und gerissener Hirsch“ (Michaelis, Die Deutschen Gemälde des 18. Jhdts., 2002, Nr. 2272) mit seinem um die Beute kämpfenden (Detail) bzw. sich anfauchenden Tiger- und Löwenpaar.

Hat im Öl der Löwe die Oberhand und erscheint im Kupfer die Stellung der Löwin noch nicht als aussichtslos, so ist deren Geschick bei Wintter letztlich entschieden. So wie hier die beiden miteinander verschlungen sind, richtiger, wie der Panther die Löwin rechtsseits im Griff hält,

kompaktiert  Wintter  die  Szenerie  zu  unerhörter  Dynamik

nicht zuletzt durch seine Beschränkung auf allein den Kampf. Und auf sonst gar nichts.

Und wie so erst die katzenhafte Geschmeidigkeit beider Kontrahenten vorgebend. Entsprechend unnachahmlich abgewandelt auch die Stellung der Hinterläufe der Löwin mit ihrer sich dem Rumpf mitteilenden Streckung! Wie hier noch die letzte Zehenkralle die äußerste Anspannung vermittelt, erinnert in der Tat an jenes nicht generell zuzustimmendem

„ immer  besser  als  Riedinger “

des Forstcameralisten-Papstes Wilhelm Gottfried von Moser (Forstarchiv, Bd. IV, 1788, SS. 280 ff.) als fast schon eine Generation früherem Zeitgenossen (Jg. 1729, aus der „berühmten Cameralistenfamilie“ [Heß in der ADB]), vorweggenommen gleichwohl bereits seitens des nahezu gleichaltrigen Geistlichen, namentlich aber Historikers, Lorenz von Westenrieder (Jg. 1748; „hat überhaupt ein empfängliches Auge für landschaftliche Schönheiten“ [Höhn]), der ihm in seinem 1783er „Jahrbuch der Menschengeschichte in Bayern“ höchstes Lob widerfahren ließ und 1785 an den Lessing-Freund und Leipziger Schauspieldichter Christian Felix Weisse schrieb:

„ Dieser  Mann  besitzt  außerordentliche  Fähigkeiten .“

Solchermaßen denn auch

mit  den  hier  zusammengeflossenen , vorbildlos  eins  gewordenen  Leibern

etwas  völlig  Neues  entstanden  ist .

Bis  hin  zum  nun

glutvollen  und  den  Betrachter  ins  Visier  nehmenden  Raubtierblick .

Mit meist noch fein(st)em Rändchen um die Einfassungslinie. Drei 15-25 mm tiefe Einrisse im rechten Rand, davon einer marginal noch in die Felsschraffur reichend, durch Velin-Montage beigelegt. Die im weißen Feld ansonsten wahrnehmbare unwesentliche Altersfleckigkeit als Patinabeigabe den Eindruck dieser Zeichnung eher noch verstärkend. Und Thieme-Becker’s (XXXVI [1947], 79 f.) statement gedenkend

„ Nächst  Ridinger  der  beste  deutsche  Jagdschilderer  des  18. Jahrh. “.

Angebots-Nr. 15.619 / Preis auf Anfrage


„ … Es  hat  mir  immer  Freude  bereitet , Ihre  sehr  anspruchsvollen  Ideen (JayAitchDesign) umzusetzen . Heute  kann  ich  Ihnen  sagen , daß  dieses  oftmals  unter  heftigem  Herzklopfen  geschehen  ist ! … Ihre … “

(Buchbindermeisterin I. M. H., im Juli 2013)