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Seltener  Wintter – Ein  Winter  für  Wölfe

Wintter, Joseph Georg (1751 München 1789). Der von Wölfen angefallene ungerade 20-Ender. In bergiger Winterlandschaft mit Gatter und zurückgesetztem Gehöft hat einer der beiden Wölfe das Tier an der Drossel gepackt, indes der halb verdeckte andere rückseits operiert. Radierung. Blattgröße 11,8 x 15,9 cm.

Niemeyer 127. – Keiner der Folgen zuordbar, sofern nicht zu Niem. 21-24, Hirsche + Sauen, angefallen von Hunden, gehörig. – Auch nicht in die frühestens 1821 erschienene 44blätt. Augsburger Sammelausgabe Schwerdt III, 190, a ( „Rare“, 1928 ) eingegangen. – Unten auf Plattenkante, sonst hart auf Bildkante geschnitten. – Kontrastreicher Abdruck des

Joseph Georg Wintter, Der von Wölfen angefallene ungerade 20-Ender

BESONDERS  SELTENEN  ERSTZUSTANDS  AUF  BÜTTEN .

Wie Weigel denn auch gelegentlich der hier nicht weiter nachweisbaren 137blätt. Komplettausgabe per Pos. 21336 seines Kunstlager-Catalogs dem Frühvollendeten 1857 attestierte:

„ Die  meisten  Blätter  sehr  selten .“

Wintter war kurfürstlich-bayerischer Hof- und Jagdkupferstecher und Mitglieds der kurfürstl. Akademie zu Düsseldorf und avancierte 1787 noch zum Hof-Cammerrat als

„ (u)nter  denen  zahlreichen  Hof=  und  Freykünstlern

des  Churfürstl.  Pfalz=Bayerischen  Hofs “  selten

(Forstcameralisten-Papst Wilhelm Gottfried von Moser, Jg. 1729, aus der „berühmten Cameralistenfamilie“ [Heß in der ADB] 1788 im Forst-Archiv [IV, 280 ff.]), der gleichwohl bis heutigen Tages außerhalb des kleinen, gleichwohl zunehmenden Circels intimer Kenner im Windschatten des übermächtig nachwirkenden Ridinger verblieb, unbeschadet aufmerken lassender Stimmen gewichtiger Zeitgenossen wie eben von Moser mit seinem so zwar nicht zu übernehmendem résumé

„ immer  besser  als  Riedinger “

oder des gleichaltrigen Lorenz von Westenrieder (Jg. 1748, Theologe, namentlich aber Historiker; „hat überhaupt ein empfängliches Auge für landschaftliche Schönheiten“ [Höhn]), der ihm in seinem 1783er „Jahrbuch der Menschengeschichte in Bayern“ höchstes Lob widerfahren ließ und 1785 an den Lessing-Freund und Leipziger Schauspieldichter Weisse schrieb:

„ Dieser  Mann  besitzt  außerordentliche  Fähigkeiten .“

Seinen Niederschlag findend schließlich im statement Thieme-Becker’s XXXVI (1947), 79 f.

„ Nächst  Ridinger  der  beste  deutsche  Jagdschilderer  des  18. Jahrh. “,

nachdem aber schon 1909 bzw. 1921 Höhn (Studien zur Entwicklung der Münchener Landschaftsmalerei v. Ende d. 18. u. v. Anfang des 19. Jh.: „einer der frühesten“ innerhalb der „ersten Anfänge der Münchener Landschaftsmalerei“) bzw. Wolf (Die Entdeckung der Münchener Landschaft, abbildend sieben seiner Radierungen) ihn in von der Jagd abgekoppelte Startlöcher versetzt hatten.

Hiesige wieder, wenngleich einem Nebengleis, der Jagd zugehörige Arbeit solchermaßen für sich selbst sprechend. Und zugleich auch diesbezüglich Nagler’s 1851er Anmerkung im Künstler-Lexicon bestätigend, wonach er

„ am  liebsten … jedoch  seine  Studien  auf  dem  Wildanger “ selbst  machte .

Und, fortfahrend, seine „Radierungen sind trefflich und stehen in der Behandlung zwischen jenen von Hollar und Riedinger“. Um schließlich 1863 im Monogramm.-Lexikon (III, Nr. 68) nochmals ausdrücklich auf die Seltenheit dieser schönen Blätter hinzuweisen. Dabei

hiesiges  von  kompositorisch  ganz  eigentümlich  eigenem  Reiz .

Und solchermaßen, doch auch thematisch, vorbildlos bei Ridinger. Eine Trouvaille im Œuvre.
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„ Sie haben wieder einmal in unverkennbarer Weise Ihr Unternehmen und Ihre Philosophie dargeboten. Ich wünsche Ihnen – beiden – auch in diesem Jahr viel Erfolg und Gefolgschaft von Ihren alten und hoffentlich auch neuen Kunden und natürlich auch persönliches Wohlergehen … “

(Herr D. L., 4. Januar 2010)