English

Johann Elias Ridinger , Mahler in Augspurg

Ridingers
Johann Elias Ridinger, Hippokrene (Ausschnitt)

Hippokrene
und die
Muse der Malerei

Johann Elias Ridinger (Bergmüller)

» (V)ertretten sie meine Stelle und bedeuten ihnen

das ich nicht als ein Virtuose im Graviren

sonderen als ein Mahler arbeite …

Ich bethaure

das ich im Kupfer dahin noch nicht gelangen können

wozu ich im Zeichnen gekommen bin

Doch suche ich was ich thue

mit Mahlerhaftem verstande zu thun … «

12. Februar 1747 an Johann Georg Wille,

zitiert nach Décultot, Espagne u. Werner [Hrsg.], Joh. Gg. Wille / Briefwechsel, 1999, S. 72

Johann Elias Ridinger

Ulm 1698 – Augsburg 1767

Johann Elias Ridinger, Hippokrene

DIE HIPPOKRENE

oder

Das Geschenk des Wassers

inspiriert von Watteau

Die Hippokrene. Die Roß- oder Musen-Quelle am Parnaß oder Helikon als domartig aufschießende Fontaine. Mit Quell-Architektonik, hier bewachsenem Grottenbogen, dominiert vom Quell- und Musenroß Pegasos und bevölkert von den neun Musen als den Pflegerinnen der Quelle sowie Flußgöttern als gleichfalls obligatorischem Quellen-Attribut. Radierung + Kupferstich. Vor ca. 1746. 34,9 × 28,7 cm (13¾ × 11¼ in).

Kunstsammlungen Augsburg, Ausstellungskatalog KUNSTREICH – Erwerbungen 1990-2000, 2001, Nr. 101 mit blattgroßer Gesamt- + 4 Detail-Abbildungen.

„ Eine schöne Bereicherung

des Œuvre Ridingers …

den 300. auf diese Art zu feiern

und zu dokumentieren

(ist) so prachtvoll und charmant ,

weil der Sache so angemessen …

Besonders beeindruckt hat …

die bescheidene Auflagenhöhe “

Gode Krämer

Kustos Kunstsammlungen Augsburg, 1998

Einer von sechs römisch von I/VI numerierten Vorzugs-Abdrucken in Rötlich-Schwarz auf schwerem Bütten. Daneben zehn arabisch von 1/10 numerierte Ordinär-Abzüge in warmem Schwarz auf ebensolchem sowie einige Épreuves d’Éditeur von der ungereinigten Platte in auch zusätzlichen Farben und auf weiteren Papieren, sämtlichs mit der hs. Signatur des ridinger händlers lüder h. niemeyer nebst dem Datum des 16. 2. 1998 als dem 300. Geburtstag des Meisters. Zwei dem Drucker verbliebene Abzüge ohne diese Unterschriften. Mit Ausnahme der letzteren beiden alle zudem rückseits mit ausführlichem Editions-Stempel. – Römisch I und einer der Épreuves zugehörig dem completten Satz der originalen Kupfer-Druck-Platten der um 1746 geschaffenen Folge der Vier Tageszeiten der Hirsche (Th. 238-241), deren Abend-Platte auf ihrer Rückseite bei Reinigungsarbeiten die Hippokrene als

vom Meister offensichtlich verworfene

Johann Elias Ridinger, Hippokrene

und hierselbst erstmals beschriebene Komposition

freilegte und thematisch der von Thienemann (878-881) „mythologische Pyramiden“ genannten Vierer-Gruppe der Fontainen als autonom lediglich nahesteht.

Mythologischer Hintergrund der hier interessierenden Zeit ist jener, als Pegasos „den beim Gesang der Musen vor Entzücken himmelwärts strebenden Helikon durch einen Hufschlag zur Ruhe brachte und zugleich damit die

Johann Elias Ridinger, Abend der Hirsche

Ein Schlüsselbild

seiner physikotheologischen bzw. natur-philosophischen Grundhaltung ist das

Abendblatt aus der Serie der Vier Tageszeiten der Hirsche

die in den Anblick des abendlichen Sternenhimmels versunken sind ,

was als Beweis für R.s Überzeugung zu werten ist , dass die Natur

eine Offenbarung der Weisheit , Allmacht und Güte Gottes sei “

U. Heise
in
Allgemeines Künstler-Lexikon, Bd. 98 (2017), SS. 472 f.

begeisternde Musenquelle Hippokrene

hervorschlug “

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., XII, 804, Pegasos/Quellroß). Unmittelbar zur einen Seite des Rosses

die als selbständige gar nicht vorgesehene Muse der Malerei

mit Malerstock und Palette nebst Pinseln in der Linken und mit der Rechten eine bodenhohe Tafel an sich drückend, indes die andere Thalia als später generelle Beschützerin des Theaters – hier mit der komischen Maske, doch in der erhobenen Rechten – besetzt. Was gedanklich zu Hogarth’ späterem letzten, beider Inhalte vereinigendem Selbstbildnis als Maler mit Palette + Pinsel vor der Leinwand führt, „auf die er die Verkörperung seiner künstlerischen Inspirationen, die komische Muse mit der Maske malt“ (Hogarth-Katalog Zürich, 1983, S. 18 nebst Abbildungen SS. 17 + 135, das Öl auf ca. 1757 datierend, dem am 29. März 1758 die Kupferarbeit folgte).

Auf gleicher Ebene außen die das Horoskop stellende Aphrodite und Clio als Verkünderin der Historie.

Nach zwei von Putten gehaltenen Vögeln als Wasserspeier – zwei reptilienartige dann ganz unten – folgen die fünf weiteren teilweise die Füße badenden Musen. Bei den beiden vorn rechts mag es sich um die namentlich der erotischen Poesie verbundene Erato, hier ohne Attribute nur stehend und aufgestützt, und die für Tanzkunst + Chorgesang zuständige Terpsichore handeln, dann aber nur mit dem Plektron. Von den beiden links angesiedelten die eine mit Meßstab. Dazwischen auf dem Wasser Flußgötter-Gruppe.

Die Selbstidentifikation in der Muse der Malerei

ist unübersehbar und führt direkt zum Eigen-Exlibris

Schwarz 1569 nebst Abbildung. Auf diesem stützt sich vor einer Herme der Minerva als Patronin auch der Maler ein Knabe auf den Malerstock und hält eine gleichfalls auf der Erde stehende hohe Tafel mit der Inschrift

„ Nulla dies sine linea “ — Kein Tag ohne Pinselstrich

als Ausdruck also eines absoluten Lebensbedürfnisses. Entsprechend flankiert denn von Kupferstecher-Gerät einschließlich Platte und – vor allem auch – den Utensilien der Malerei.

Johann Elias Ridinger: welche ich alle mir vor meine Meistere vorstelle
Johann Elias Ridinger, Brief an Johann Georg Wille, Paris, vom 21. Juni 1765 (Ausschnitt)

Denn wie sehr letztere den innersten künstlerischen Impetus des Meisters ausmachte, ergab erst – und möglicherweise erstmals – die hiesige Beschäftigung und schließlich Analyse diesbezüglicher Passagen aus Ridingers Korrespondenz mit Johann Georg Wille. So resümiert er mit hier aufliegendem Brief an diesen vom 21. Juni 1765 gegen Ende seiner Tage, namentlich welchen Namen unter den Großen der Tier-Malerei er sich verpflichtet gefühlt habe, als da seien François Desportes, Jean-Baptiste Oudry, Frans Snyders, Jan Fyt, Carl Ruthart, Adam Frans van der Meulen, (wohl Charles) Parrocel.

Bezeichnend für Ridingers Selbstverständnis als Künstler

also die Nennung von ausschließlich Malern, wie er denn bereits 18 Jahre zuvor – und solchermaßen etwa gleichzeitig zur Entstehung der Hippokrene – an Wille schreibt:

„ … so wird es mir grossen vergnüegen geben zu mahlen wann meine geringe arbeit von denen spirituosen Geisteren derer Herren Franzosen nur in etwas günstig angesehen wird, vertretten sie meine Stelle und bedeuten ihnen das ich nicht als ein Virtuose im Graviren

sonderen als ein Mahler arbeite …

Ich bethaure das ich im Kupfer dahin noch nicht gelangen können wozu ich im Zeichnen gekommen bin Doch suche ich was ich thue mit Mahlerhaftem verstande zu thun … “

(12. Februar 1747, zitiert nach Décultot et al., a. a. O., Seite 72).

Johann Elis Ridinger, Maler in Augsburg, 1744
Titelblatt zur Erstausgabe der Lehrreichen Fabeln aus dem Reiche der Thiere, 1744 (Ausschnitt)

Und in diesem Kontext verlebendigen sich denn auch, wie bislang auch hier gänzlich unbeachtet geblieben, die Titelblätter zu den verschiedensten Folgen, beginnend mit den 1728er Neue(n) Thier Reis Büchl und den Unterschiedliche(n) Vorstellungen einiger aus dem Alterthum zur Historie dienlichen Figuren sowie der Fürstenjagdlust von 1729 als frühesten nun auch von ihm selbst herausgegebenen Folgen, auf denen er ebenso wie bei dem Entwurf einiger Thiere (1738-40), der Abbildung der Jagtbaren Thiere mit derselben angefügten Fährten und Spuhren (1740), den Fabeln von 1744, dem Entwurf einiger Pferde (und Maul-Thiere) (1754/5), selbstbewußt ausschließlich als

Johann Elias Ridinger , Mahler(n) in Augspurg

zeichnet. Erst mit Ernennung zum evangelischen Akademiedirektor 1759 erscheint der zudem um ein „auch der Augspurgischen Academie Directori“ ergänzte Zusatz „und Kupferstecher“! So bei der Vorstellung und Beschreibung derer Schul und Campagne Pferden (1760) und den Von verschidenen Arthen der Hunden behæzte Jagtbare Thiere des Folgejahrs wie auch den Römisch- als Griechische(n) Kriegs-Leuthen und fortgeführt von den Söhnen in den postumen Titelblättern zu den Wundersamsten Hirschen sowohl als anderer besonderlicher Thiere und dem ersten Teil des kolorierten Thier-Reichs. Wie denn Johann Jacob auch das postume 1767er Altersportrait des Vaters am Zeichentisch im Fenster des Ateliers als wichtigstem der Portraits des Meisters mit

Jean Elie Ridinger Peintre et Graveur et Directeur de l’Académie d’Augsbourg

„ Jean Elie Ridinger Peintre et Graveur et Directeur de l’Académie d’Augsbourg “

bezeichnete. Und noch in der Herrschaft des Todes – Omnia mihi subdita Stillfried-Schwarz 1427 begegnen wir dem Malergerät. Nunmehr inmitten des Gerümpels, wenngleich – im Gegensatz zu Hogarth’ 1764er Bathos – nicht zerbrochen. Wiederum aber benachbart von großer Steintafel, der sich der Meister ja auch im herkömmlichen Werke bedient. Womit Exlibris wie Todesherrschaft sich als letzte Stütze für die

Authentizität der Hippokrene-Arbeit

erweisen und damit zugleich auch Thienemanns für die Fontainen-Gruppe offengelassene Urheberfrage beantworten, der in puncto des Ridingerschen nur „excudit“ der hiesigerseits abschließend widerlegten verbreiteten Annahme anhing „Wir wissen daher nicht einmal gewiss, ob und welchen Antheil unser Meister daran hat“.

Das alles eingebettet in die Widerspiegelung einer der berühmtesten der von den Gottheiten in mythologischer Ferne

„ zu Heil und Nutzen der Menschen erzeugt(en Quellen) “ ,

die sie von den Nymphen oder Musen als etwas überaus Wertvolles pflegen ließen und nur die allein es überhaupt vermochten, dem Quell

„ die Erdkräfte zu(zuführen) ,

welche man als die Ursache der begeisternden und heilenden Wirkungen

des Wassers ansah “

(Meyers, a. a. O., XIII, 511 f., Quellenkultus).

Und bis auf den heutigen Tag ansieht und in vielfältigster Weise nutzt. Damit aber ein

HYMNUS aufs WASSER

als einem der kostbarsten + köstlichsten Geschenke unserer Erde .

Geschaffen von einem der größten naturnahen Künstler in schöner Nähe zu Antoine Watteaus miteinander korrespondierenden zeichnerischen Die Laube (Washington, National Gallery of Art) und Der Dianentempel (New York, The Pierpont Morgan Library) von etwa 1714, die Gabriel Huquier für den Zeichnungsteil (1726) des Recueil Jullienne in Kupfer stach.

Antoine Watteau, Laube
Die Laube
(National Gallery of Art, Washington)

Wobei die unterschiedliche Seitengestaltung des Dianen-Tempels Huquier zur Fertigung zweier gesonderter Radierungen nach diesem einluden: dem Dianen- und dem Neptun-Tempel (Nagler, Huquier 41 f.). Wie denn Wasserspiele auch bei der Laube präsent sind, deren zwei kleine Wasserschütter Ridinger in besagten von Putten gehaltenen wasserspeienden Vögeln zitiert.

Auch ausweislich weiterer hiesigerseits meist erstmals belegter Beispiele war Ridinger mit dem Recueil Jullienne ausgesprochen intim vertraut und hat sich somit bei gleichwohl gänzlich anderem Ergebnis denn auch für seine Hippokrene von den dortigen obigen Vorlagen inspirieren lassen. Siehe deren teils farbige Abbildungen bei Pierre Rosenberg + L. A. Prat, Antoine Watteau / Catalogue raisonné des dessins, 1996, SS. 370-373, 1248/49 + 1402/03 und in den Katalogen der Watteau-Wanderausstellungen Washington etc. 1984/85, SS. 140-144, + New York etc. 1999/2000, SS. 108-111.

Die Fontainen

Johann Elias Ridinger, Springbrunnen des Persei und der AndromedaJohann Elias Ridinger, Springbrunnen des triumphirenden Herculis

Johann Elias Ridinger, Springbrunnen des Atlas und HerculisJohann Elias Ridinger, Brunnen von dem Sig des Apollo über die Pythonische Schlange

Folge von 4 Blatt in Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger excud. Aug. Vind., ansonsten wie nachfolgend. 35,3 × 28,7 (13⅞ × 11¼ in) (1) bzw. Blattgröße 35,2-35,4 × 28,2-28,3 cm (13⅞-14 × 11⅛ in) (3). – Thienemann + Schwarz 878-881.

Dreiseits mit 3-4, unten 13 mm breitem Rändchen um den vollen Plattenrand (1) bzw. innerhalb der Plattenkante geschnitten, doch dreiseits mit fein(st)em Rändchen um die Bildeinfassung, unten unten mit 3-10 mm unterhalb der zweiten Textzeile sowie rückseits mit punktuellen Spuren früherer Montage auf blauem Papier.

Angebots-Nr. 14.873 / EUR  2000. / export price EUR  1900. (c. US$ 2297.) + Versand

Nahezu formatgleich den Watteaus, gilt für Ridingers Hippokrene, was Margaret Morgan Grasselli im 84er Katalog zu des ersteren Laube ausführt:

„ Diese Zeichnung … ist gleichzeitig

eine seiner vollendetsten .

Außerdem ist sie eine der relativ wenigen ornamentalen Zeichnungen (denen auch die Rotterdamer Jagdhunde und totes Wild, Seite 106, zugehören), die ihm mit absoluter Sicherheit zuzuschreiben sind.

Jedes kleinste Detail dieser Zeichnung deutet darauf hin, daß sie aus der Zeit seiner höchsten Reife stammt: die Mannigfaltigkeit, der Einfallsreichtum … die vollendete Formgebung … die spürbare Energie, die das ganze Werk durchdringt. “

Und analog schließlich

„ … da wir keinerlei Hinweise dafür haben, daß es hierzu ein Gemälde gab, können wir davon ausgehen, daß Watteau das Projekt nie weiterverfolgt hat. “

Ridingers Hippokrene unterstelltermaßen denn auch hier erstmals

— und in nur weltweit elitär kleiner Auflage — aufgelegt. Nicht zuletzt als ein weiteres Beispiel seiner in der Vergangenheit gänzlich ungewürdigt gebliebenen Meisterschaft phantasievollen Variierens, wie, gleichfalls auf Watteau bezogen, hiesigerseits als gesichert belegt für sein Selbstbildnis im Walde (Th. XIX, 1) oder ganz souverän für seine Cythera Dame (Schwarz 1471), zutreffend aber ganz gewiß auch auf seine Dame mit der Maske (Schwarz 1458). Stehend für aus alter und großer Tradition gespeiste reife Kunst.

„ Große Künstler zitieren einander selten wörtlich. In einigen Fällen huldigen sie einem Vorgänger, indem sie unauffällig in ihren eigenen Schöpfungen auf fremde Ideen anspielen “

(Dirk De Vos, Rogier van der Weyden, 1999, Seite 36, mit dem Hinweis auf Dieric Bouts [um 1420 – 1475] als vermutlich erstem Beispiel „einer solchen fruchtbaren Übernahme“).

Zwecks Formatangleichs an die übrigen drei Platten der Folge der Vier Tageszeiten der Hirsche könnte die hiesige Rückseitenarbeit in ihrer Komposition marginal etwas verkürzt worden sein. Deren Drucklegung erfolgte im übrigen unter aller gebotenen Rücksichtnahme auf die umseitige Hirsch-Szenerie. Eine Handhabung, die umgekehrten Falles zwangsläufig für entbehrlich gehalten worden sein dürfte, sodaß die Hippokrene-Seite nicht mehr als absolut jungfräulich anzusprechen war. Gleichwohl auch an der Wand von sehr reizvoller Optik.

Und schlußendlich über alles Obige hinaus die offenbar beabsichtigte, doch eben offensichtlich ins Abseits geratene und ergo verworfene Reverenz für

Augsburgs Sankt Ulrich

als dem Wasser- und Quell-Patron der Stadt

in seiner steten Präsenz in der grandiosen Basilika St. Ulrich und Afra (siehe u. a. den entsprechenden schönen Holzschnitt mit dem Heiligen im Hortus Conclusus vor einer Landschaft mit Bischofsstab und Buch mit Fisch in Berno von Reichenaus und Adilbertus von Augsburgs „Gloriosorum christi confessorum Udalrici & Symperti: nec non beatissimæ martyris Aphræ, Augustanæ sedis patronorum quam fidelissimorum historiæ“, Augsburg 1516, aber auch Gabriel Spitzels von Johann Jacob Ridinger geschabtes Portrait von Johann Christoph Thenn, evangelischer Pfarrer der Ridinger-Zeit bei St. Ulrich und lt. Th. Übersetzer des französischen Textes zum Kolorierten Thier=Reich).

Unterbliebene Reverenz aber auch gegenüber den zwischen 1593 + 1602 errichteten berühmten drei Brunnen der Stadt als „Hauptzierde(n) Augsburgs“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., II [1888], 87/II). – Siehe hierzu des Meisters 4blätterige Folge der Fontainen (Th. 878-881).

Mit Pinsel + Palette

Johann Elias Ridinger Pictor et Scalptor Augustanus
IOH. ELIAS RIDINGER
Pictor et Scalptor Augustanus

Schabkunstblatt von Johann Jacob Haid (Kleineislingen 1704 – Augsburg 1767). Bezeichnet: I. G. Bergmüller invent. / I. Iac. Haid ad vivum pinx. fecit et excud. A. V., ansonsten wie vor. 39,7 × 26,6 cm (15⅝ × 10½ in). – Th. XX, 2. – Mit selten schöner Beethoven–Provenienz-Geschichte. Weiter …

  1. Hier aufliegend in ihren originalen Kupfer-Druck-Platten wie zeitgenössischen Abdrucken, das Abendblatt auch apart.
  2. Biebertal bei Gießen 1715 – Paris 1808. Zeichner + Graphiker, Händler + Sammler. „(H)eimlicher Vertreter deutscher Kultur in Frankreich“, stehend für „Ein europäisches Netz von Verbindungen“ (Décultot, Espagne u. Werner [Hrsg.], Joh. Gg. Wille / Briefwechsel, 1999, SS. 1 + 13).
  3. Gleichwohl muß er schon am 29. Juni des Folgejahres mit Brief an Wille gestehen „Habe nimmermehr geglaubet das ich den pensel noch einmahl ergreiffen würde“, wobei es sich immerhin um einen Folgeauftrag von Zarin Elisabeth Petrowna, Peters des Großen Tochter, handelte, den abzulehnen er in Anbetracht eben des vorherigen nicht gut könne. Darüber auch nur nachzudenken er sich aber als 50jähriger immerhin leisten konnte! Siehe Décultot et al., a. a. O., SS. 76 f. Und eben diesbezüglich denn auch Georg Christoph Kilian (1709 Augsburg 1781) 1764: „Von seinen Malereyen will ich hier nichts gedenken als nur so viel, dass sie mit der Zeit sehr rar und kostbar werden dürften, weil er … derselben nicht gar viele, seit einigen Jahren aber gar keine mehr verfertiget hatte.“
  4. U. Heise qualifiziert dessen Abendblatt der Hirsche innert deren Folge der Vier Tageszeiten als „Ein Schlüsselbild seiner physikotheologischen bzw. natur-philosophischen Grundhaltung“ (AKL Bd. 98 [2017], SS. 472 f.) und verweist als weiterführend auf Spickernagels entsprechende Untersuchung. Siehe Ellen Spickernagel, Dem Auge auf die Sprünge helfen. Jagdbare Tiere und Jagden bei Johann Elias Ridinger (1698-1767), in Annette Bühler-Dietrich, Michael Weingarten (Hrsg.), Topos Tier: Neue Gestaltungen des Tier-Mensch-Verhältnisses, Bielefeld 2015.

“ The print arrived and the packaging was wonderful – thank you for your care with this item! The print is lovely … If you ever see any other prints of horses like this, please let me know … ”

“ Hello Jan and thank you for the wonderful email, I do speak German, though … My co-author is German, so if you could send the brochure I am sure that the information will be appreciated and used properly … Again, thank you for the wonderful service and communication, and please keep me in mind if other … horse prints come in ”

(Mrs. K. K. S., April 5 & 13 resp., 2016)