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AHA!
Ein Beethoven-Jahr

Aufgalopp zum Jubiläumsjahr
zu des Meisters 250. Geburtstag
am 17. Dezember 2020

Beethoven: Die Seyfried Papiere

Beethoven: Die Seyfried Papiere. Herausgegeben von Jan Hendrik Niemeyer. 2019. 29,7 × 21 cm. 104 SS. Mit 47 (1 dblgr. + 28 ganzseit.) Farbabbildungen. Kaschierter OPp.-Bd. in Fadenbindung. – Fotobrillant-Druck auf 200 g Papier.

ISBN 978-3-74816-746-4 | EUR 49. (c. US$ 59.) + Versand

In Geschlossenheit und Arrangement erstmalige, leicht verkleinerte und von Transkription begleitete Wiedergabe von Ignaz Ritter von Seyfrieds 1831er Manuskript-Blättern zu seinen completten Biographischen Notitzen (über Ludwig van Beethoven) und zum Kernbestand dessen Charakterzüge und Anecdoten. Wobei dem 1832er Druck eine den sterbenden Beethoven ganz zentral betreffende Passage der Notitzen ganz fehlt und bei den Charakterzügen eine im Obrigkeitssinne amputiert wurde.

Gegliedert in

Einem farblosen Diamanten zum Geleit / Manuskripte und Transkriptionen / Exposé / Index.

Die Manuskripte selbst stehen als Einheit zum Verkauf.

Das Buch

Die Seyfried Papiere gehen ins Mark der kometenhaften Erscheinung Beethovens in Wien. Sie beinhalten den Rückblick des Mannes, der dem Meister fachlich ein Leben lang und in eben jenen frühen Jahren als der »wunderbarsten Zeit« (Thayer) zudem räumlich aufs engste verbunden war: Ignaz Ritter von Seyfried, Kapellmeister am entscheidenden Pulte. »Wir herbergten unter einem und demselben Dache, waren tägliche Tischgenossen, und wenn ich den Meister der Töne als einen Stern erster Grösse am musikalischen Horizonte lange schon verehrte …« Und »mit dem, unter meiner Leitung stehenden … Orchester … alle diese Bürgen der Unsterblichkeit (produzirte), die zuerst bewundern zu können ich so glücklich war«. Im Wien Haydns und Mozarts unerhörte, bislang nie gehörte Töne. Und kaum dort Fuß gefaßt, brillierte der Neuling in privater Soirée am Flügel mit seinem legendären Phantasieren, sich hierin messend mit Josef Wölfl, dem Pianisten von Graden. Unter den diesem Ringkampf, so noch achtzig Jahre später Ludwig Nohl, Beiwohnenden von Seyfried. Der denn dreißig Jahre später auch die Choralmusik zur Totenmesse Beethovens schreiben wird. Natürlich war er nicht der einzige der dies alles Miterlebenden. Aber er war der Einzige, der es aufschrieb. Bis hin zum Marginalen, den Anekdoten. Die es nicht minder in sich haben. Und mit generationenlangem Abstand Horst Seemann die Würze boten für seinen so unorthodoxen Film Beethoven – Tage aus einem Leben. Welch einem Leben, welch ein Streifen! Mit Seyfried als Quelle. Formal nur die zweite der ausführlicheren Mitteilungen über Ludwig van. Gehaltlich und als konkurrenzlos vor Ort Miterlebender indes fraglos die Nummer I. Erschienen 1832 als Anhang zu Beethovens von ihm postum herausgegebenen Studien im Generalbass, deren Bearbeitung ihm als wissenschaftlich verunglückt harschen Verriß eintrug. Von dem aber der Anhang der biographischen Mitteilungen als unisono »wahr verbürgt« – so 1853 angeführt von Pierson gelegentlich der Neuausgabe der Studien – ausgenommen blieb. Hier nun publiziert in Seyfrieds autographen Manuskripten. Vollständig für die Biographischen Notitzen, denen sich die Charakterstudien und Anekdoten in ihrem Kernbestand anschließen. Und in dieser Gesamtheit, leicht verkleinert, erstmals und samt Transkription hier wiedergegeben. Begleitet von Einführung, Exposé und Register. Und der Möglichkeit käuflichen Erwerbes.

Der Autor

Ignaz Ritter von Seyfried, als Haus- und Tischgenosse unmittelbarster Miterleber von Beethovens schöpferischster Periode und bis zu dessen Tod mit diesem freundschaftlich verbunden, erfuhr seinen Klavierunterricht nach Philosophie- und Jurastudien bei Wolfgang Amadeus Mozart und Leopold Antonín Koželuch, während ihn der berühmte Theoretiker und Lehrer auch Beethovens, Hoforganist und Kapellmeister am Stephansdom, Joh. Gg. Albrechtsberger, in der Kompositionslehre unterwies. 1797 verpflichtete ihn Emanuel Schikaneder als Kapellmeister an sein Freihaus-Theater auf der Wieden, das 1801 im neuerbauten Theater an der Wien aufging, letzterem er dann bis etwa 1825/28 angehörte. 1805/06 dirigierte er die Uraufführungen von Beethovens Fidelio (Leonore), ebenso die Symphonien und Konzerte sowie das Oratorium Christus am Ölberge. Aus seiner Feder schließlich auch die Choralmusik zu Beethovens Leichenbegängnis. Als Komponist mit 1700 Aufführungen in weitem Abstand vor Mozart mit lediglich 400 Aufführungen, wird seine bleibende kompositorische Leistung vor allem in seinen Kirchenkompositionen gesehen. Daneben rege Tätigkeit als – meist anonymer – Musikschriftsteller und mit 92 Schülern aus ganz Europa gefragter Musiklehrer. Bei seinem Ableben 1841 schließlich reihte das Österreichische Morgenblatt ihn ein »in die Gesellschaft der unsterblichen Tonkünstler Beethoven und Franz Schubert … ›Er ist in ihrem Bunde der Dritte‹ …«.

Der Herausgeber

Jan Hendrik Niemeyer, 1964er Skorpion, fuhr zunächst einige Jahre zur See, bevor er in familiäre Fußstapfen wechselte und den Beruf des Antiquars erlernte, in dem er sich 1992 mit einem Marine-Antiquariat etablierte. Seine musikalische Zuwendung nicht zuletzt seitens des Vaters vorbelastet, der als 15jähriger bei erstmaligem Hören von Beethovens Neunter, einer Silvester-Übertragung des Leipsiger Gewandhaus-Orchesters, bei Einsetzen des Schlußchors als sich in seiner Erregung ob des Gehörten betrogen fühlend abrupt das Radio abgedreht hatte. Und später Nietzsches Verdikt las, wonach die Sprache »nie und nirgends das tiefste Innere der Musik nach außen kehren« könne und gar erst die Oper eine »der Andacht unfähige Musik« sei. Kurz, sich vom Verdikt der »Wohllust der Gesangeskünste« bestätigt sah. Und der Herausgeber diesbezüglich noch einen Schritt weiter geht, wenn er für sich das Hören des dem Meister aufgedrungenen Finale zu op. 130 im Anschluß an dessen Große Fuge (op. 133) als ungehörig oder die beiden dem 3. Satz nachfolgenden von op. 132, den späten Streichquartetten, als im Zusammenhang unpassend zu hören zurückweist. Eben als Nietzsches gestörtem Rhytmus der Wellen. Dem zu lauschen auch der einstige Seemann nicht verlernt hat.

Leseprobe

Am Anfang war die Tat! So Faust bei Goethe, nachdem er bei Wort gestockt hatte. Welch letzteres, will es berichtend, rückblickend, gebraucht werden, in der Natur der Sache liegt. Ganz so, wie bei Ignaz von Seyfried als dem Verfasser der formal zwar nur zweiten ausführlicheren Beethoven-Mitteilungen, ihrem inneren Rhytmus nach gleichwohl ersten. Weil unangefochten diktiert vom Pulsschlag des einst Miterlebenden, Mitwirkenden. Denen ein Am Anfang stand die Tatsache vorangeht: des Kapellmeisters – Uraufführungen Fidelio/Leonore inclusive – und Komponisten Seyfried Miteinander mit Beethoven — »Wir herbergten unter einem und demselben Dache, waren tägliche Tischgenossen« — in beider frühen Jahre, als letzterer »in den ersten Jahren seines großen Ruhmes und in der wunderbarsten Zeit seines Schaffens stand« (Thayer).

Jener Aufgalopp, von dem Seyfried somit als Miterleber, nicht Nacherzähler berichtet … mehr

Zu beziehen über den Buchhandel oder direkt bei Books on Demand

— auch als e-book erhältlich —


“ Many thanks for your wonderful web site, and your offer of help. Best Regards ”

(Mr. D. K., June 3, 2006)