niemeyer’s AHA! Erlebnisse - aus Tradition aktuell

— Januar 2023 —

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Alessandro Marchesini

1664 Verona 1738

Die vier Kirchenväter

Schabkunstblätter
von
Johann Jacob Ridinger

1736 Augsburg 1784

» Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr

… zu bekommen … sämmtliche von und nach Joh. El. Ridinger gefertigte (sind) so selten, dass sie fast nur in einigen öffentlichen, grossartigen Kupferstichcabineten zu finden sind. Ich habe die meisten der beschriebenen nur in dem berühmten Dresdner Cabinet angetroffen … «

(Thienemann, Leben und Wirken des unvergleichlichen Thiermalers und Kupferstechers Johann Elias Ridinger, SS. VIII + 270).

An welcher Situation auch etwaige Neuauflagen wenig zu ändern vermochten, da die sich technisch bedingt extrem schnell abnutzende Schabplatte nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675) nur 50-60 gute Abdrucke ermöglicht.

Johann Elias Ridinger, Hl. Ambrosius

S. Ambrosius

Kostbar gewandet in ganzer Figur, sitzend nach rechts mit dem nach links gewandten Kopf, die Linke auf einem geöffneten Buch ruhend. Links zur Seite Engel mit Bischofsstab + Tiara. Geschlossener Foliant zu seinen Füßen. Schabkunstblatt nach Alessandro Marchesini (1664 Verona 1738, tätig in Verona, Venedig, Padua). Bezeichnet: Marchesin pinxit a Venetia. / Ioh. Iacob Ridinger sc. / Ioh. El. Ridinger exc. A. V., ansonsten in der oberen Kavität der Muschel-Kartusche S. | AMBROSIUS. 53,2 cm Blatthöhe x 41,3 cm Plattenbreite (21 × 16¼ in).

Provenienz: Alexander Graf von Faber-Castell (1866-1928), dessen Ridinger-Versteigerung 1958 mit deren Lot-Nr. 171 auf dem Untersatzkarton; Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen (1922-2004).

Schwarz 1532; Faber-Castell 171; Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I.1 (1975), 206.

Nicht bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885), Slg. Coppenrath (1889 f.), Reich auf Biehla (1894), Gg. Hamminger (1895), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Sehr schöner, kontrastreicher Druck mit WANGEN-Wz. wie für zeitgenössische Abdrucke stehend, unten innerhalb der für Eintragungen individueller Natur bestimmten, gleichwohl bei den erhaltenen Exemplaren in der Regel leergebliebenen – und hier solchermaßen offenbar als bildentbehrlich empfundenen – Schrifttafel mit Muschelkartusche unter 3,8 cm Verlust beschnitten, ansonsten dreiseits 2-3 mm umlaufendes Rändchen. Im Bild selbst – in dessen rechter Oberecke mit rotem Kreidestift genummert »75« – einige Falten + Fältchen. Einige wenige Randeinrisse, deren längster 4 cm in die Bildfüllung hineinreicht. Von den rückseitigen leichten Stockstippen vereinzelte ins Bild durchschlagend. Unbeschadet dessen unbedingt erfreulicher Gesamteindruck, nicht zuletzt rücksichtlich der Seltenheit dieser Blätter, wie denn die Ridinger’schen nach Marchesini schon 1839 Nagler (VIII, 304) unbekannt geblieben sind.

Angebots-Nr. 14.867 | EUR 685. | export price EUR 651. (c. US$ 709.) + Versand

S. Gregorius

» hat das Ansehen des römischen Stuhls
auf eine vorher noch nicht gekannte Höhe gehoben «

In bischöflichem Ornat bis hin zum Apostolischen Kreuz auf dem sichtbaren linken Schuh in ganzer Figur mit Heiligenschein vor schwerem Vorhang – stehend für den Vorhang des Lebens, seit dem Mittelalter denn auch Symbol des Geheimnisvollen – , aus dem heraus ihm der hl. Geist in Gestalt der Taube die Erleuchtung zu Gehör bringt. Sitzend nach links, ruht der angespannte Blick auf dem Text eines von einem Engel gehaltenen Buches, während die Rechte die Kielfeder hält, im Begriff, eine auf einem Tisch zur Rechten – auf dem auch die Tiara steht – schon aufgewickelte Rolle zu beschriften, auf der die Linke aufliegt. Zu Füßen je ein weiterer geschlossener und aufgeschlagener Foliant. Schabkunstblatt nach Alessandro Marchesini wie vor. Bezeichnet: Marchesin pinxit Venetia. / Ioh. Iacob Ridinger sculps. / Ioh. Elias Ridinger exc. A. V., ansonsten in der oberen Kavität der Muschel-Kartusche S. | GREGORIUS. 57,5 × 42 cm (22⅝ × 16½ in).

Provenienz: Alexander Graf von Faber-Castell (1866-1928), dessen Ridinger-Versteigerung 1958 mit deren Lot-Nr. 175 auf dem Untersatzkarton; Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen (1922-2004).

Schwarz 1547; Faber-Castell 175; Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 227.

Nicht bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Von leuchtendem Hell-Dunkel mit umlaufend 1,5-2,5 cm breitem Rand und typographischen WANGEN/FAL-Wzz. wie für zeitgenössische Abdrucke stehend. Die für Eintragungen individueller Natur bestimmte Muschelkartusche leergeblieben, wie bei erhaltenen Exemplaren der sowohl ihrer graphischen Technik als auch ihres bestimmungsfolgenden Verschleiß-Charakters wegen seltenen Heiligen-Blätter die Regel. Die Ridinger’schen nach Marchesini waren schon 1839 Nagler (VIII, 304) unbekannt geblieben.

Angebots-Nr. --.--- | verkauft

Johann Elias Ridinger, Hl. Hieronymus

S. Hieronymus

Die Inspiration des Heiligen. In ganzer Figur als Kardinal, kostbar gewandet, mit Heiligenschein, sitzend nach links an einem Tischchen, doch den Kopf nach rechts gewandt und seitlich nach unten blickend, um von dem hinter seinem Stuhl stehenden Engel seine Inspiration zu empfangen. Dieser ist soeben zwischen dem schweren Vorhang – stehend für den Vorhang des Lebens, seit dem Mittelalter denn auch Symbol des Geheimnisvollen – hervorgetreten, den die erhobene Linke noch zurückhält. Die Rechte des Heiligen hält eine Kielfeder in Unterbrechung des Schreibens in dem auf seinem rechten Bein ruhenden Folianten. Auf dem Tischchen neben Kardinalshut + Tintenfaß Martergeißel Christi. Links zu seinen Füßen Vorderteil des friedlich ruhenden Löwen. Schabkunstblatt nach Alessandro Marchesini wie vor. Bezeichnet: Marchesini pinxit a Venetia. / Ioh. Iac. Ridinger sculps. / Ioh. Elias Ridinger exc. A. V., ansonsten in der oberen Kavität der Muschel-Kartusche S. | HIERONYMUS. Blattgröße 55,7 x 42,5 cm.

Provenienz: Alexander Graf von Faber-Castell (1866-1928), dessen Ridinger-Versteigerung 1958 mit deren Lot-Nr. 176 auf dem Untersatzkarton; Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen (1922-2004).

Schwarz 1548 (Schrift-Variante: »Iacob« + »I. El. … excud.«); Faber-Castell 176 (ohne Erwähnung der Variante gegenüber Schwarz); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I.1 (1975), 229 (Schrift-Variante: »Iac.« wie hier, sonst wie Schwarz).

Nicht bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885), in den Sammlungen Coppenrath (1889 f.), Reich auf Biehla (1894) + Hamminger (1895), bei Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) + Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Sehr schöner, kontrastreicher Druck mit Schrift-Variante, ansonsten mit WANGEN-Wz. wie für zeitgenössische Abdrucke stehend, unten indes innerhalb der für Eintragungen individueller Natur bestimmten, gleichwohl bei den erhaltenen Exemplaren in der Regel leergebliebenen – und hier solchermaßen offenbar als bildentbehrlich empfundenen – Schrifttafel mit Muschelkartusche unter 2 cm Verlust beschnitten. Das ansonsten dreiseits umlaufende fein(st)e Rändchen zweiseits tlw. (aus)rissig, vereinzelt bis an die Bildkante. Im Bild selbst – in dessen rechter Oberecke mit rotem Kreidestift genummert »80.« – einige Falten + Fältchen, spätestens unter Passepartout von noch unbedingt erfreulichem Gesamteindruck, nicht zuletzt rücksichtlich der Seltenheit dieser Blätter, wie denn die Ridinger’schen nach Marchesini schon 1839 Nagler (VIII, 304) unbekannt geblieben sind.

Angebots-Nr. 14.866 | EUR 790. | export price EUR 751. (c. US$ 818.) + Versand

S. Augustinus

In bischöflichem Ornat mit Tiara und Heiligenschein vor einer Säule sitzend und nach rechts oben blickend. Mit der Linken einen offenen Folianten auf dem Knie haltend, die Rechte auf den Tisch aufgestützt. Zu seinen Füßen zwei weitere geschlossene Folianten. Links gegen die Säule gelehnt der Bischofsstab, rechts im Hintergrund Engel mit dem hochgehaltenen Löffel des Knaben am Meer. Schabkunstblatt nach Alessandro Marchesini wie vor. Bezeichnet: Marchesin pinxit a Venetia. / Ioh. Iacob Ridinger sculps. / I. El. Ridinger excud. A. V., ansonsten in der oberen Kavität der Muschel-Kartusche S. | AUGUSTINUS. 57,5 × 42,2 cm (22⅝ × 16⅝ in).

Schwarz 1536; Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I.1 (1975), 212.

Nicht bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Angebots-Nr. --.--- | nicht verfügbar