English

AHA!
Es darf wieder gereist werden

» Vor dem (1. Weltkrieg) flitzte man mit der Eisenbahn in alle Weltgegenden, ohne Paß, ohne viel Geld in der Brieftasche, denn es gab ja telegraphische Postanweisungen, und ein Kreditbrief auf eine ausländische Bank war eine schlichte Sache. Das alles erforderte keine besondere Aktion. Man entschloß sich schnell, man schnupperte durch fremde Kulturen, kehrte hastig wieder heim, und wiederholte das wohl gar mehrmals im Jahre. Es kostete ja letzten Endes alles wenig oder nichts … «

(Max Osborn, Franz Heckendorf, in Deutsche Kunst und Dekoration: Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst und künstlerische Frauen-Arbeiten XXVII, Januar 1924, S. 177).

Und das ganz ohne Globalismus oder Europäische Union, die sich zuletzt selbst vor aller Augen reduzierte per gebetsmühlenhaft vorgetragenem Schengen-Mantra als offenbar eben ihrer ersten und einzigen Daseinsberechtigung. Deren auf sich selbst beschränkte Reisefreiheit sich freilich als hohl erweist, ist heute doch bereits in ihrem alltäglichen Inneren gegenwärtig, was Stefan Zweig in der Welt von Gestern — Erinnerungen eines Europäers für die Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges lediglich im Verkehr zwischen Staaten beklagte:

» All die Erniedrigungen, die man früher ausschließlich für Verbrecher erfunden hatte, wurden jetzt vor und während einer Reise jedem Reisenden auferlegt. Man mußte sich photographieren lassen von rechts und links, im Profil und en face, das Haar so kurz geschnitten, daß man das Ohr sehen konnte, man mußte Fingerabdrücke geben, erst nur den Daumen, dann alle zehn Finger, mußte überdies Zeugnisse, Gesundheitszeugnisse, Impfzeugnisse, polizeiliche Führungszeugnisse, Empfehlungen vorweisen, mußte Einladungen präsentieren können und Adressen von Verwandten, mußte moralische und finanzielle Garantien beibringen, Formulare ausfüllen und unterschreiben in dreifacher, vierfacher Ausfertigung, und wenn nur eines aus diesem Schock Blätter fehlte, war man verloren … «

Die Freiheit des Reisens war bereits vergangen, als sich 1923 die Malerfreunde Franz Heckendorf, Eugen Spiro und Ludwig Batò auf Studienfahrt nach Dalmatien begaben. Aber anders als eilige Vorkriegs- (und heutige) Touristen tauchten sie ein in die fremde, ungewohnte Landschaft, nahmen sie auf und – Heckendorf – bauten »aus getürmten Farbflächen das Land gleichsam von sich aus neu auf« (Max Osborn).

Allen Zumutungen und Widrigkeiten der neuen Zeit zum Trotz blieb es nicht bei der einen Reise. So schreibt mit Blick auf

Franz Heckendorf

Berlin 1888 – München 1962

denn auch Horst Ludwig 1985 allgemein von den »großen Reisen durch Europa«, die sich in der Literatur zwar nur teilweise, aber doch im Werk widerspiegeln.

Wobei neben Skizzen vor allem seine Aquarelle von letzter lokaler Originalität sind, da – so Joachim Kirchner – »Heckendorf auf seine(n) Reise(n) nur aquarelliert und skizziert hat, und … die Ausführung in Öl erst im Atelier nach dem Gedächtnis erfolgte«.

Hinsichtlich Aquarellen – wie hier folgend – gilt im übrigen für Heckendorf nicht weniger wie für Schmidt-Rottluff (1884-1976):

» In der Kunst unseres Jahrhunderts hat das Aquarell seine eigene, noch ungeschriebene Geschichte, das verdankt es in erster Linie deutschen Künstlern; sie haben ihm zu einer vordem unbekannten Potenz verholfen, durch die es – auch dem Format nach –

als eine selbständige Spezies neben dem Ölgemälde

tritt. Zu jenen, die das Aquarell aus der Dienerrolle des Kolorierens von Zeichnungen befreit haben, in die es trotz Dürers, Turners und Cézannes Schöpfungen immer wieder verwiesen wurde, gehört Schmidt-Rottluff «

(Gunther Thiem, Karl Schmidt-Rottluff, Staatsgalerie Stuttgart 1969, S. 13).

Ebenso wie, es sei wiederholt, der gleichalte Heckendorf. Nachfolgend denn drei seiner Destinationen.

Literatur

Thieme-Becker XVI (1923), 211 f.; Vollmer II (1955), 400; AKL LXX (2011), 513 f.

Kestner-Museum Hannover, Kataloge der Sonderausstellungen XVII, 1918; Joachim Kirchner, Franz Heckendorf, 1919, + Neue Bilder von Franz Heckendorf in Biermann (Hrsg.), Jahrbuch der jungen Kunst 1924, 190 ff.; Cicerone, Jge. 1912-1928, hier insbesondere XVI (1924), 802 f.; Max Osborn, Franz Heckendorf, in Deutsche Kunst und Dekoration: Monatshefte für moderne Malerei etc., Januar 1924, SS. 177 ff.; Feuer II, 1 (1920/21), 195-202; Franz Heckendorf, Katalog der Sonderausstellung der Galerie Hagemeier, Ffm., 1985; Symphonie in Farbe, Ausstellungskatalog der Kunstfreunde Bergstraße, 1991; Rainer Zimmermann, Expressiver Realismus / Malerei der verschollenen Generation, 1994, 384.

… auf die Kanaren!

Franz Heckendorf, Landschaft auf Teneriffa

Die Kraft der Farben und der Natur

Heckendorf auf Teneriffa

als wenig bekannter Destination seiner frühen Studienreisen

Landschaft auf Teneriffa. Blick entlang eines im Mittelgrund von Brückenbogen überspannten Flüßchens in eine Schlucht in den kahlen, schroff himmelwärts strebenden rotbraunen Bergen nebst Ausblick auf ferne blaue Berge unter ebensolchem Himmel. Die ansteigenden Ufer beidseits palmenbewachsen. Aquarell über Spuren schwarzer Kreide. Bezeichnet in letzterer unten links: F. Heckendorf (19)25. und rückseits in Bleistift in Kurrentschrift: Landsch. auf Tenerife. 39,9-40,1 × 49,8 cm (15¾ × 19⅝ in).

In der Literatur unerwähnt geblieben – lediglich Horst Ludwig schreibt im Katalog Hagemeier allgemeiner von den »großen Reisen durch Europa« – Heckendorfs hier noch durch das großformatige Öl Spanische Landschaft (mit Stadt) aus gleichem Jahr dokumentierte

Reise nach Spanien und zu den Kanarischen Inseln ,

in deren Innerem er auf eine Dalmatien und dem Balkan nicht unähnliche Landschaft traf, von der noch heute der Kreuzfahrt- und Pauschaltourist nichts ahnt, wie umgekehrt dem in die Schluchten mit ihren teilweise ganzjährigen kleinen Wasserläufen eintauchenden Wanderer die nur wenige Kilometer entfernten heutigen Bettenburgen als einer anderen, unwirklichen Welt zugehörig erscheinen müssen.

Die kargen Berge hier zusammentreffend mit dem bereits von Kirchner angeführten »Farbenspiel der üppigen südlichen Flora mit Palmen, Cypressen und hohen Agavenstauden« längs der Ufer des in die Tiefe führenden Flüßchens, zugleich daran erinnernd, »daß Heckendorf auf seine(n) Reise(n) nur aquarelliert und skizziert hat, und daß die Ausführung in Öl erst im Atelier nach dem Gedächtnis erfolgte«. Seine Aquarelle solchermaßen also von letzter lokaler Originalität sind.

Wenngleich in seiner bildlichen Dramatik nicht vergleichbar, finden sich die Grundzüge der Komposition auch bei dem von Horst Ludwig beschriebenen, drei Jahre später entstandenen Aquarell Bäume:

» Obschon (sic!) es sich um Aquarelle handelt, wird der Stil Heckendorfs dennoch anschaulich. Bei der Arbeit ‚Bäume‘ zeigt er einen Weg, der in die Bildtiefe führt und links und rechts von Bäumen umstanden wird. Hier geht es dem Maler weder um das Detail, noch um das naturalistische Abbild: Vielmehr wird die Naturszene zum Anlaß genommen, eine autonome Bildwelt aufzubauen, die das Charakteristische des Vorbildes betont, während anderes vernachlässigt wird. Wichtig sind ihm die dunklen Baumstämme, die Tiefenräumlichkeit schaffen und die Fläche stark rhythmisieren. Kontrastierend zu diesen kompakten, festen Formen treten die Bodenformationen und das Blattwerk, die flächig angelegt sind … Der stoffliche Charakter der Objekte, die Struktur der Blätter, sollen nicht wiedergegeben werden, sondern das Gegeneinanderstehen blaugrüner Flächen gegen dunkelbraune Geraden. Gleichwohl wird dadurch ein Natureindruck vermittelt, der strukturell dem gesehenen Geländeteil entspricht, ohne ihn sklavisch nachzuahmen «

(Horst Ludwig, Aspekte zu Leben und Werk von Franz Heckendorf, in Katalog Hagemeier, SS. 4 f.).

Wobei anstehendenfalls die Tiefenwirkung durch die sich von vorne rechts bis in Bildmitte neigende Palme noch besonders akzentuiert wird. Aber auch in obiger Spanischer Landschaft von 1925 führt der Blick durch die die Stadt teilende Schlucht in die Tiefe zu den sich im Hintergrund erhebenden Bergen.

Mit dem völligen Verzicht auf die vielfach – aber gleichfalls nicht in der Spanischen Landschaft – anzutreffende narrative, gleichwohl gesichtslose Figuration im übrigen aber Natur pur, in der einzig die Brücke die Anwesenheit des Menschen andeutet.

Herrlich farbintensive Arbeit

mit den sprichwörtlich »kräftigen, leuchtenden Lokalfarben« auf genarbtem festen Aquarellpapier (verso gebräunt) aus der für Heckendorf so bestimmenden Gruppe der gebirgigen südlichen Landschaft, fußend auf den »Studienaufenthalte(n) in … Italien, Dalmatien u. Kleinasien … Pflegt neben d. Ölmalerei auch Pastell u. Aquarell … Das Reifste, was Heckendorf bisher (1923) geschaffen hat, sind seine Landschaften …« (Vollmer in Thieme-Becker bzw. in Vollmer).

Und speziell zur vorangegangenen Dalmatien-Reise mit den Malerfreunden Eugen Spiro und Ludwig Batò 1923 Max Osborn:

» Jene bunte und schimmernde Welt, wo Italien und Balkan, Antike und Orient sich begegnen, wollte man ‚in die Hand nehmen‘ … Heckendorf aber, der Jüngste, aufgewachsen in der Berliner Expressionistenluft, nimmt den ungewohnten Eindruck der fremden Natur, um selbständig aus getürmten Farbflächen das Land gleichsam von sich aus neu aufzubauen … Die ganze Natur ist ja hier große Form. Mächtig, olympisch, ziehen sich die königlichen Linien der Berge zum Himmel empor, um dann wieder mit großer Geste zur Erde abzufallen – diese Felsmassive, deren majestätische Konturen nicht durch die buschigen Kronen von Laub- und Tannenwäldern gebrochen werden … Wie ein fröhlicher junger Gott spielte Heckendorfs unverbrauchte, derbe, frische Kraft mit diesen willkommenen Motiven, und die Helligkeit der südlichen Tage, die Reinheit der Luft an der Küste und im Gebirge, die phantastische Mannigfaltigkeit der Töne bei bewölkten Tagen befruchtete zugleich seine Palette … «

(Max Osborn, a. a. O., S. 180).

» (Heckendorf) fand einen neuen Stil, der unter grundsätzlicher Aufgabe aller rein imitativen Absichten darauf ausging, ‚alles optisch Wahrnehmbare zu vergeistigen und in die Sphäre des visionär Geschauten zu übersetzen‘; das bedeutete die

Erfüllung des Programms des modernen Expressionismus ,

zu dessen überzeugendsten Verkündern H. zählt … «

(Vollmer 1923). Und 1953 fortfahrend:

» Schüler der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums und der Akad., im wesentlichen aber Autodidakt (gleich den Altersgenossen Heckel + E. L. Kirchner und wie diese ausgehend vom Impressionismus). Einer der begabtesten Vertreter der jungen deutschen Künstlergeneration … In allen Techniken gerecht und ein ungemein leicht produzierendes Talent … pflegt H. neben der Ölmalerei das Pastell, Aquarell und die Lithographie … «

Bei charakteristischem Aus-sich-heraus-Leuchten – wie auch hier – als seinerseitiger Widerspiegelung des, eben, »visionär Geschauten«. So denn auch – Kirchner nahezu wörtlich übernehmend – treffendst auf den Punkt gebracht von Rainer Zimmermann im Katalog der Kunstfreunde Bergstraße:

» Der Vergeistigungsprozess, den der Künstler durch die Farbe aber auch durch Rhythmus und Linie hervorbringt, ist wohl am leichtesten in seinen Landschaften zu erkennen.

In der Wahl der Farben findet die ganze leidenschaftliche Verve

seines übersprudelnden Temperamentes ihre höchste Befriedigung .

Visionäre Lichteffekte vervollständigen den Reiz.

Seine Farben glühen , zucken und blitzen

oder sind voll dunkler Schwermut «

(a. a. O., S. 11; Sperrung + Zentrierung nicht im Original).

» Die führende Rolle, die (Heckendorf) schon beim Beginn seiner Laufbahn unter den gleichalterigen Kollegen einnahm, ist ihm verblieben, und es bedeutet wohl eine allgemeine Anerkennung seines Könnens, wenn er in diesem Jahre (1924)

zusammen mit den bedeutendsten Namen der deutschen Malerwelt

auf der internationalen Kunstausstellung in Rom mit mehreren Arbeiten vertreten sein durfte «

(Joachim Kirchner in Jahrbuch der jungen Kunst 1924, S. 190). Hier denn, nur ein Jahr später, von nahezu unbekannter Studienreise

aus dem Inneren Teneriffas wie bis heute Individualisten & Connoisseurs vorbehalten .

Angebots-Nr. 29.126 | Preis auf Anfrage

… an die Adria!

Franz Heckendorf, Mittelmeerlandschaft

Mittelmeerlandschaft. Charmanter kleiner Ort an buchtenreicher Küste zu Füßen eines Bergmassivs. Vorn rechts dominierende Dschami (Kullijet) mit spitzem, sehr schlankem Turm wie für die türkischen Minarets typisch, über- und hineinragend in die Berge, sowie umlaufende Scherife für die Muezzins, wie überhaupt die ein turmartiges weiteres Gebäude umfassende, über den Ort aufsteigende Gesamtanlage der Moschee bildhaft schön erfaßt ist. Des weiteren Boote + Figurinen, darunter Maultierreiter. Aquarell über Bleistift. Bezeichnet mit letzterem unten rechts: Franz Heckendorf (19)39. 39,7 × 48,7 cm (15⅝ × 19⅛ in).

Herrlich farbfrische Arbeit

mit den sprichwörtlich »kräftigen, leuchtenden Lokalfarben« aus der für Heckendorf so bestimmenden Gruppe der gebirgigen südlichen Landschaft, fußend auf den »Studienaufenthalte(n) in … Italien, Dalmatien u. Kleinasien … Pflegt neben d. Ölmalerei auch Pastell u. Aquarell … Das Reifste, was Heckendorf bisher (1923) geschaffen hat, sind seine Landschaften … besonders aber die Landschaften, die er während des (1.) Weltkrieges als Kampfflieger an der Ostfront,

auf dem Balkan , am Bosporus und am Tigris

zu malen Gelegenheit hatte« (Vollmer in Thieme-Becker bzw. in Vollmer).

Die Figuration, wie vielfach bei ihm, mittels konturenloser (Nicht)Gesichter bewußt sichtbar nachgeordnet. Peter Bürger wird Generationen später bezüglich Kirchner’scher Straßengestalten

von »maskenhaft vereinfachten Gesichtszügen«

als Ausdruck »allgemeiner Beziehungslosigkeit«

sprechen (Flaneure überdehnen die Stadt … Kirchner und der Manierismus, FAZ 23. Juli 2001). Aber auch schon Hogarth bediente sich beispielsweise in Times I (1762) in persona Lord Temple’s dieses Stilmittels letztlich biblischen Herkommens, nämlich sich kein Bildnis zu machen, wie denn auch die Kinder strenggläubiger Mennoniten mit gesichtslosen Puppen spielen.

Angebots-Nr. 14.776 | Preis auf Anfrage

Franz Heckendorf, Schiffe im Hafen (Triest)

Schiffe im Hafen (Triest?). Drei Segelschiffe verschiedener Größe vor und zwischen zwei Dampfern. Auf der Mole im Vordergrund drei Schifferfigurinen. Im Hintergrund angedeutete Bergkette. Bleistift und farbige Pastellkreiden auf feinem Zeichenpapier. Bezeichnet unten links: F. H. (19)41. 138 × 220 mm (5⅜ × 8⅝ in).

Reizvolle blattfüllende Skizze in kräftigem Strich und zarten Farben

der das Bildgeschehen beherrschenden, dicht gestaffelten Schiffe im Hafen als Momentaufnahme während seiner wiederholten Reisen nach Italien und dem Vorderen Orient. Wiederaufgenommen und großformatig umgesetzt in kräftiger Tempera acht Jahre später unter Hinzufügung einer linksseitigen Mole sowie Häusern am rückwärtigen Quai und dramatischer Akzentuierung der in hiesiger vor Ort gefertigter Skizze lediglich lapidar angedeuteten Bergkulisse als für Heckendorf so bestimmendem Element der südlichen Landschaft. Siehe die gleichnamige 1949er Tempera-Malerei hierselbst.

Hafenansichten bzw. -landschaften durchziehen Heckendorfs Œuvre. So beispielsweise aus jüngerem Marktvorkommen das atmosphärische 1927er Aquarell vom Hafen von Marseille und der Hafen in Südfrankreich aus einem Skizzenbuch von 1944. Oder das großformatige Öl Industriehafen der 1985er Ausstellung Hagemeier aus 1952. Aus gleichem Jahr auch das hiesigen Dampfer erneut aufgreifende Aquarell Südliche Hafenlandschaft.

„ Was diesem Maler der Sonne der Norden an Farbeindrücken nicht zu bringen vermochte, bot ihm die Adriaküste in vollem Maße … Auch … die Häfen mit den an den Molen liegenden Schiffen, die im Licht flimmernden Häuserreihen … Bei dieser Gelegenheit mag nicht unerwähnt bleiben, daß Heckendorf auf seiner Reise nur aquarelliert und skizziert hat, und daß die Ausführung in Öl erst im Atelier nach dem Gedächtnis erfolgte “

(Kirchner 1924).

Auf dem 1949er Bild rückseits Fragment eines alten Klebezettels mit maschinenschriftlicher Bezeichnung „HAFEN VON T(?)..E(?)S.“. – Vom Vorbesitzer bemerkenswert unprofessionell mittels punktuellem Klebestreifen mittig auf das Einlagepapier eines Fotorahmens montiert. – Am linken Seitenrand die Darstellung praktisch nicht beeinträchtigender, knapp 4 cm ins Bild reichender Braunfleck/-streifen, die linke Unterecke zudem mit vollkommen geglätteter diagonaler Knickfalte und verso leicht fingerschmutzig.

Angebots-Nr. 29.039 | EUR 980. | export price EUR 931. (c. US$ 1125.) + Versand

… wenn nicht Ascona
Franz Heckendorf, Lugano (Gartencafé)
dann Lugano?

Lugano. Gartencafé am See, dominiert von freistehender offener Pergola, deren dunkle Stangenhölzer für die ihm wichtigen »dunklen Baumstämme (stehen), die Tiefenräumlichkeit schaffen und die Fläche stark rhythmisieren« (Horst Ludwig) bei wie meist mittels konturenloser (Nicht)Gesichter bewußt-sichtbar nachgeordneter Figuration. Aquarell und Gouache über schwarzer Kreide. Bezeichnet unten rechts mit Bleistift: F. Heckendorf / (19)56 / Logano (sic!, über zunächst Ascona, von dessen Seepromenade eine auch formatmäßig gleichartige Arbeit selben Jahres existiert). 35,8 × 47,8 cm (14⅛ × 18⅞ in).

Vgl. die aus anderer Perspektive gesehene gleiche Szenerie des als Gartencafé 1956 geführten Öls (Hartfaser, 80 x 60, bez. u. l.: F. Heckendorf 56) der farbigen Deckel-Illustration des 1985er Hagemeier-Katalogs sowie das weitere dortige Öl Gartencafé gleichen Jahres (SS. 40 f.) nebst seiner undatierten Kohlezeichnung SS. 22 f. Aus Marktvorkommen der 1990er heranziehbar rücksichtlich ihrer jenseitigen Erhebungen ferner ein als Belebte Hafenbucht geführtes 1921er Öl (Holz, 27 x 32,5 cm, bez. l. u.: F. Heckendorf. 21.) und ein 1951er Aquarell Badende in südlicher Landschaft (50 x 64,5 cm, bez. u. l. F. Heckendorf 51).

Auf leicht genarbtem beigefarbenen dünnen Aquarellkarton. – Oberrand bildseits mit übersehbaren verbliebenen Klebspuren von früherer Rahmung, sonst bestens.

Herrlich farbfrische Arbeit

mit den sprichwörtlich

» kräftigen , leuchtenden Lokalfarben. «

Hier denn, überdies, hinreißend schön :

»Lugano« — in seiner »wundervolle(n) Lage am Luganer See«

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., X [1889], 996).

Angebots-Nr. 15.618 | Preis auf Anfrage


“ That would be great! I will send out a check tomorrow for … Followed by a payment in July then one in August. Thank you for your flexability. Kindest Regards ”

(Mr. L. A. F., June 22, 2004)