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niemeyer’s
nun in der Göhrde

Wie ein Meer aus Bäumen liegt die Göhrde da, ein dichter Mischwald im Naturpark Elbufer-Drawehn. Kaum etwas lässt erahnen, dass der stille, abgeschiedene Wald einst das Hofjagdrevier der hannoverschen und preußischen Herrscher gewesen ist. Ihre Jagdleidenschaft war es, die den Wald über Jahrhunderte in unveränderter Form verharren ließ. Noch heute ist die Göhrde ein großes geschlossenes Waldgebiet mit reichem Wildbestand. Die Jagd dort begleitet ein Hauch der Vergangenheit, wenn Jäger den Pirschstiefel auf das Terrain setzen, wo Kaiser und Könige Strecke machten …

Paul Dahms, Göhrde – Hofjagdrevier des Hochadels in Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen, München 2005 (ISBN 3-405-16652-7), SS. 42-55.

dem Hof- & Par Force Jagd-Revier

Johann Elias Ridinger, Die Ankunfft des Fürsten auf dem Rendevous
Johann Elias Ridinger, Die Ankunfft des Fürsten auf dem Rendevous

Nachdem Herzog Georg Wilhelm 1648 die Regentschaft übernommen hatte, entwickelte sich die Göhrde langsam zu einem Zentrum der Parforcejagd und zu einem weit über die Landesgrenzen hinaus gerühmten Jagdgebiet. Der Herzog, der die berittene Hetzjagd auf ein einzelnes Stück Wild liebte, ließ in der Göhrde ein neues Jagdhaus und den »Celler Stall« errichten, der 79 Pferden Platz bot. Mit der Durchführung der Jagden war der Jägerhof beauftragt, den Georg Wilhelm 1677 in Celle gegründet hatte und der später als Hannoverscher Jägerhof für seine tüchtige und weidgerechte Jägerei bekannt war … Die höfischen Prunkjagden in der Göhrde waren ein großes gesellschaftliches Ereignis …

Paul Dahms, Göhrde – Hofjagdrevier des Hochadels in Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen, München 2005, S. 45.

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Par force Jagd des Hirschen und deren ganzer Vorgang mit ausführlicher Beschreibung. (Augsburg, Selbstvlg., 1756.) Vierteilige Folge von 16 Blatt in Radierung mit Kupferstich (ca. 31-31,5 × 47,5-48,5 cm [12¼-12⅜ × 18¾-19⅛ in). – Thienemann + Schwarz 49-64. – Thiébaud (1934) 783: «Une des plus belles suites de Ridinger». – Prachtvolle Drucke leuchtenden Hell-Dunkels auf schwerem Bütten mit wohl WANGEN-Wz. als einem der von Ridinger bevorzugten Papiere mit einheitlich seitlich ca. 5-6,5 bzw. oben/unten 6 cm breitem Rand, ergebend ein Blattformat von ca. 43,5 × 59,5 cm (17⅛ × 23⅜ in). Als aus anderer Quelle ergänzt worden abweichend Th. 60 mit 4,5-7,2 cm Randbreite für oben/unten nebst aufschlußreicher Sammler-Notiz in Bleistift links unten »Th 60! nach 10 Jahren Suche.«. – Aufliegend sämtlichs plano (ohne Mittelfalte!) bei gleichwohl leichter reiner Bild-Wellung als solchermaßen vom Druck herrührend, wie auch in Harmonie mit dem ergänzten Blatt Th. 60. – Die breiten Ränder beidseits meist nicht frei von schwachen Stockstippen oder ähnlich übersehbarer Schmuddelig- und Spurigkeit aus mehr als 250 Jahren. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung für eine detailierte Betrachtung der einzelnen Tafeln.

Angebots-Nr. 16.260 | EUR 16000. | export price EUR 15200. (c. US$ 18375.) + Versand

der Herzöge von Braunschweig

100 Jahre Jagdrecht
Jagdedikte der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg 1705-1805

Die Göhrde gelangte im 15. Jahrhundert in den Besitz der Herzöge von Lüneburg. Wenig ist aus der Zeit davor überliefert, als der üppige Laubwald Grenzland zwischen Sachsen und Wenden war, die sich um das Gebiet stritten … Dörfer gab es in der Göhrde keine mehr. Frühe Siedlungen waren wüst gefallen und die Herzöge hatten an einer Wiederbesiedlung ihres wildreichen Jagdgebietes wenig Interesse …

Paul Dahms, Göhrde – Hofjagdrevier des Hochadels in Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen, München 2005, SS. 43 f.

Jagd-Edicte der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg 1705-1805. Eine Sammlung von 13 einseits bedruckten und damit auch sehr rahmungsreizvollen Verordnungen als für die Plakatierung »in denen Dörffern und sonsten an gewöhnlichen Orten und Enden« bestimmten Einblattdrucken mit jeweils mit L(oco) S(igilli)-Marke gedruckten Unterschriften der regierenden Herzöge der älteren, Wolfenbüttler Linie und, meist, ihrer Ersten Minister sowie dekorativer großer Holzschnitt-Initiale »V« in so ansprechenden Querformaten von 31,5-35 × 35,2-42,5 cm (12⅜-13¾ × 13⅞-16¾ in). Unter rahmungsgerechten säurefreien Schrägschnitt-Zier-Passepartouts mit goldgeprägtem Datum in rubinroter Maroquin-Kassette mit Zierbünden und zwei grünen Rückenschildchen, Titel auf Vorderdeckel, Ridinger-Hirsch-Vignette auf Rücken- und Filete auf beiden Deckeln, alles in Goldprägung, sowie rubinroten Elefantenhaut-Innenspiegeln mit goldgeprägter Potentaten-Abfolge eingangs. – Kontinuierlich dargestelltes jagdrechtliches Wollen eines ganzen Jahrhunderts seitens eines Fürstenhauses, das in seinem Ansehen und in seinen familiären Verbindungen bis, engstens, zu Kaiser Karl VI. zu den hervorragendsten des Ridinger’schen 18. Jahrhunderts zählt. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 12.567 | EUR 6493. | export price EUR 6168. (c. US$ 7456.) + Versand

Johann Elias Ridinger, Das umstellte Jagen
Johann Elias Ridinger, Das umstellte Jagen

Den reichen Rot- und Schwarzwildbestand bejagten sie nach »teutscher Art«, im eingestellten Jagen. Die Vorbereitungen dafür waren sehr aufwendig und konnten sich über Tage und sogar Wochen hinziehen. Eine große Zahl von Treibern war notwendig, um Wild in einen bestimmten Waldbereich zu drücken, wo es durch Jagdlappen, Netze und Tücher am Zurückwechseln gehindert wurde. Bei der Jagd selbst trieb man das Wild dann durch eine Öffnung in den Tüchern den Schützen zu. Die Bewohner aus den Dörfern um die Göhrde herum mussten Jagdfrondienste leisten und auch noch die herzoglichen Jäger und deren Hunde verpflegen …

Paul Dahms, Göhrde – Hofjagdrevier des Hochadels in Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen, München 2005, SS. 44 f.

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Das umstellte Jagen. »Es ist dieses vorneml. in Teutschland sehr gebräuchlich u. geschiehet auf folgende Weise …« Die ganze Vielfalt von Auffahrt, Schießhütte, action und Reserven. Im Mittelgrund bricht ein kapitaler Spiegelhirsch zusammen. Radierung mit Kupferstich. (1729.) Bezeichnet: avec privil. de Sa. Maj. Imp. / I. El. Ridinger inv. pinx. sculps. et excud. A.V., ansonsten wie vor und mit dt.-franz. Lehr-Untertext. 33.4 × 41,5 cm (13⅛ × 16⅜ in). – Thienemann + Schwarz 22. – Aus der unnumerierten frühen 36blätt. Suite Der Fürsten Jagd-Lust, seitens der Literatur als deren Blatt 10 geführt. – Dreiseits 4-4,5, oben 2,5-3,2 cm breitrandig. – Einige säurefrei hinterlegte Kleinsteinrisse im breiten weißen Rand. – Herrlicher Abdruck nuancenreichen Hell-Dunkels. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.471 | EUR 1250. | export price EUR 1188. (c. US$ 1436.) + Versand

Johann Elias Ridinger, Wie das Wild=Schwein gehæzt und Ihm der Fang Gegeben Wird
Johann Elias Ridinger, Wie das Wild=Schwein gehæzt und Ihm der Fang Gegeben Wird

König Georg V. von Hannover war blind und jagte demzufolge nicht, dafür kamen die Prinzen jährlich im November oder Dezember und veranstalteten recht kostspielige Jagden. Mehr und mehr wurde unter Verwendung des hohen Jagdzeugs und unter Einsatz der Saufindermeute auf Schwarzwild gejagt. Die Streckenberichte weisen steigende Abschusszahlen auf. Im Dezember 1865, nach der letzten Jagd in hannoverscher Zeit, lagen fünf Hirsche, 23 Stück Rotwild und 106 Stück Schwarzwild auf der Strecke …

Paul Dahms, Göhrde – Hofjagdrevier des Hochadels in Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen, München 2005, S. 48.

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Wie das Wild=Schwein gehæzt und Ihm der Fang Gegeben Wird. – Qua Ratione Aper exagitatus tandem Prosternatur. Von allen Seiten von Hunden gepackt, aber auch von mehreren geworfenen umgeben, ist der Keiler am Fuße einer mächtigen Eiche gestellt und erhält vom Fürsten den Fang mit der Saufeder. Links mehrere Jäger, das Pferd und weitere Hunde haltend, von rechts je zwei Jäger und Jagdknechte hinzukommend, davon zwei ebenfalls mit Saufedern. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: Johann Elias Ridinger inven. fecit et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 53 × 74,2 cm (20⅞ × 29¼ in). – Thienemann + Schwarz 68. – Provenienz: Herzöge von Arenberg (ovaler blauer Sammlungsstempel verso mit den drei dem Wappen des Hauses entlehnten Mispel-Blüten sowie der Devise CH(RISTUS). PROTECTOR MEUS [Lugt 567]); Englische Sammlung. – Auf schwerem Linienpapier mit wohl Wangen-Wz. und Nebenmarke FAvI (?). – Dreiseits mit 8-15 mm breitem weißen Papierrand um den ca. 1 cm breiten weißen Plattenrand. Lediglich linksseits bei partieweise noch feinem Papierrändchen auf Plattenkante geschnitten. Die linke Unterecke und der rechte weiße Seitenrand etwas knitterspurig. In letzterem sowie mittig im Untertext zudem je ein professionell erledigter Einriß. Eine ehemalige Mittelfalte vollkommen geglättet und nur rückseits noch als schwacher Schatten wahrnehmbar. Diese angesichts der bei diesen Übergrößen fast stets zu konstatierenden Erhaltensmängel geradezu minimalen Altersspuren indes gänzlich zurücktretend hinter der hervorragenden Druckqualität dieses zeitgenössischen Abdrucks in seinem herrlichen Helldunkel. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 16.185 | EUR 4300. | export price EUR 4085. (c. US$ 4938.) + Versand

Johann Elias Ridinger, Suchjäger
Johann Elias Ridinger, Ducitur ducit(ur)que vicissim – Er leitet und wird hinwiederum geleitet

Die Jagd in der Göhrde erwachte zu neuem Leben, als Herzog Ernst August von Cumberland die Regierung in Hannover übernahm … Ernst August, der einmal jährlich in der Göhrde weilte, ließ auch das traditionelle Bestätigungsjagen wieder aufleben. Diese Jagdart stellte hohe Anforderungen an das Können der Hofjäger und ihrer Hunde. Die Hirsche mussten in freier Wildbahn bestätigt und anschließend mit dem Schweißhund in einen bestimmten Revierteil getrieben werden. Dort umstellten die Jäger das Wild mit hohem Jagdzeug. Ein Jäger mit dem Schweißhund am Riemen folgte dann langsam der Fährte des Hirsches, bis dieser den Stand des Jagdherren anwechselte.

Der Hannoversche Schweißhund ersetzte bei den Bestätigungsjagden die inzwischen ausgestorbenen Leithunde

Paul Dahms, Göhrde – Hofjagdrevier des Hochadels in Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen, München 2005, S. 47.

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Ducitur ducit(ur)que vicissim – Er leitet und wird hinwiederum geleitet. Suchjäger (Besuchsknecht) mit Leithund an langer Leine, aus dem Wald in freies Gelände tretend. Im zurückgesetzten Mittelgrund vor Baumkulisse ein verhoffender Kapitaler. Am Horizont hoher Kirchturm. Radierung mit Kupferstich. (1740.) Bezeichnet: Ducitur ducitqe vicissim. / I. E. Ridinger inv. del. et sc. A. V. 15,3 × 23,3 cm (6 × 9⅛ in; Blattgröße 45,5 × 31,5 cm [17⅞ × 12⅜ in]). – Thienemann + Schwarz (Bd. I, Tafel X) 162. – 1,5 × 0,2 cm (⅝ × ⅛ in) kleiner Ausriß im 4,5 cm breiten linken Außenrand und schwache Randpatina, nur die rechte Unterecke vom Umblättern etwas stärker. – Das TITELBLATT zur 23blätt. Folge der ABBILDUNG DER JAGTBAREN THIERE mit derselben angefügten Fährten und Spuhren … nach der Natur gezeichnet … Verfertiget und heraus gegeben von Johann Elias Ridinger, Mahlern in Augspurg. Anno 1740 nebst dem blattfüllenden rückseitigen VORBERICHT in seiner schönen großen Typographie. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.798 | EUR 290. | export price EUR 276. (c. US$ 334.) + Versand

Hofjagden haben zu allen Zeiten nicht nur die Jagdlust der Herrschenden befriedigt. Sie funktionierten auch als Rahmen für politische und diplomatische Verhandlungen und dienten besonders der Repräsentation. Als Wilhelm II. 1888 Kaiser und oberster Jagdherr wurde, machte er letzteres nicht an Prunk, sondern an der Stückzahl des erlegten Wildes fest. Die Hofjagden, die später zwischen der Göhrde und dem Saupark Springe abwechselten, verkamen zu einem Massenabschießen …

Paul Dahms, Göhrde – Hofjagdrevier des Hochadels in Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen, München 2005, S. 48.

Heute jagen hier allerdings
Johann Elias Ridinger, Wölffe von 3. bis 4. Iahren und ausgewachsenen Alter
Johann Elias Ridinger, Wölffe von 3. bis 4. Iahren und ausgewachsenen Alter

statt der Welfen die Wölfe

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Wölffe von 3. bis 4. Iahren und ausgewachsenen Alter haben auf einmahl 8. bis 9. Iunge, leben bis 20. Iahr. Von Felsen umgeben fünf heulende Wölfe in abwechselnder Stellung. Radierung mit Kupferstich. (1736.) Bezeichnet: 21. / Cum Priv. Sac. Cæs. Majest. / I. El. Ridinger invent. delin. Sculps. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor dt., franz., lat. + unten. 34,5 × 42 cm (13⅝ × 16½ in). – Thienemann + Schwarz 216. – Blatt 21 der BETRACHTUNG DER WILDEN THIERE mit dem Untertext des Hamburger Dichterpapstes, Juristen + Senators, vor allem aber Ridinger-Freundes Barthold Heinrich Brockes (1680-1747) in Deutsch. – Dreiseits 2,7-3,2, rechts 5,5 cm breitrandig. – Von leuchtend-herrlicher Qualität und damit Seltenheit.

Angebots-Nr. 15.589 | EUR 690. | export price EUR 656. (c. US$ 793.) + Versand

… die artgerecht zu behandeln
Johann Elias Ridinger, Der Wolff in der Grube zu fangen mit dem Schafe
Johann Elias Ridinger, Der Wolff in der Grube zu fangen mit dem Schafe. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung. Ca. 1729.

eine robustere Gesellschaft einst noch wußte

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Wolff in der Grube zu fangen mit dem Schafe. Im Vordergrund einer baumbestandenen Gebirgslandschaft eine Wolfsfalle mit aufragendem Stamme nebst Wagenrad an der Spitze, auf dem ein Lamm liegt, dessen Blöken vier Wölfe herbeigelockt hat, deren erster bereits in die Grube stürzt. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung. Ca. 1729. Rückseits mit Graphit hs. bezeichnet wie vor. 292-295 × 422-423 mm (11½-11⅝ × 16⅝ in). – Auf leichtem Bütten mit umlaufend bis zu 17 mm breitem Rand. – Stecknadelkopfkleines Löchlein, geglättete Längs- und Querfalte und gesamthaft etwas zeitspurig, die von unveränderter Farbfrische bestimmte Bildwirkung indes praktisch nicht beeinträchtigend. Vom früheren Unterlagekarton ganz schwach durchgeschlagene Stockflecken bis auf einen nur rückseits wahrnehmbar. – Malerisch ganz vollkommen durchgeführte, herrliche Arbeit als Ursprungszeichnung vor deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung für die gleichnamige Radierung Th. 41 als der großen Version der beiden Wolfsgruben-Blätter der ab 1729 erschienenen Suite Der Fürsten Jagd-Lust.

Angebots-Nr. 15.450 | EUR 35000. | export price EUR 33250. (c. US$ 40195.) + Versand

Mit der Einbürgerung von Mufflons erfuhr die Göhrde ab 1903 eine Bereicherung der Wildbahn. Die Wildschafe gewöhnten sich recht gut an ihren neuen Lebensraum und wurden 1910 für jagdbar erklärt. Ein Jahr darauf konnte Wilhelm II. das erste mal einen Muffelwidder erlegen …

Paul Dahms, Göhrde – Hofjagdrevier des Hochadels in Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen, München 2005, S. 50.

Das vor gut 100 Jahren eingebürgerte Muffelwild als wohl weltweit letzter reinrassiger Population haben sie schon ausgerottet …

Johann Elias Ridinger, Ein Wolff den Raub verzehrend
Johann Elias Ridinger, Ein Wolff den Raub verzehrend

… und mancher hofft ideologisch-korrekt,
daß sie nun gleiches bei Rot- & Rehwild besorgen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Ein Wolff den Raub verzehrend. In felsigem Waldambiente lustvoll einen Rehbock aufreißend. Kolor. Radierung mit Kupferstich. (1740.) Bezeichnet: J. E. R. fec. / N. 70., sonst wie vor. 18,5 × 15,1 cm (7¼ × 6 in). – Thienemann + Schwarz 460. – Blatt 70 (in späterer Ausgabe 58) der instruktiven Suite Entwurf einiger Thiere (»Diese Tafeln sind sehr gesucht und oft copiert«, Th. 1856). – Abdruck der 1. Ausgabe auf feinem Bütten. – Von späterer Hand in attraktiver sujetgemäßer Palette koloriert wie ziemlich ungewöhnlich für originale Drucke.

Angebots-Nr. 15.740 | EUR 180. (c. US$ 218.) + Versand

Johann Elias Ridinger, Schießtabelle
Johann Elias Ridinger, TABELLA Was an Roth= und schwartz Wiltprett … geschossen und gefangen worden

Am 30. und 31. Oktober 1913 gab es zum letzten Mal eine Hofjagd in der Göhrde, »64 Hirsche, 90 Stück Rotwild, 288 Stück Schwarzwild, vier Rehe und ein Hase« kamen dabei zur Strecke. Als Ehrengast war Österreichs Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand angereist, ein rücksichtsloser Schießer. Seine Ermordung löste den Ersten Weltkrieg aus, der das Ende der Kaiserzeit und damit auch der Hofjagden einleitete. Es wurde still in der Göhrde und blieb still selbst in der Zeit des Dritten Reiches. Reichsjägermeister Göring erklärte das ehemalige Hofjagdrevier zwar zur Staatsjagd, nutzte es aber nicht …

Paul Dahms, Göhrde – Hofjagdrevier des Hochadels in Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen, München 2005, S. 50.

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). TABELLA Was an Roth= und schwartz Wiltprett wie auch Raubthier, Feder Wiltprett, und Raub Vögel meistens in Höchster Gegenwarth Ihro Hochfürstl: Durchlaucht der Regirenden Herrn Herrn Ludwig Georg Marggrafen von Baaden Baaden p.p. in Höchst-dero Landen geschossen und gefangen worden in Anno 17... Kupferstich mit Radierung. (1753.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger sculps. Aug. Vind. Blattgröße 26,3 × 37,2 cm (10⅜ × 14⅝ in). In bordeauxroter Rindleder-Kassette (48 × 61 × 3 cm [18⅞ × 24 × 1⅛ in]) auf Zierbünden mit Goldfilete auf Rücken + beiden Deckeln, Vorderdeckel-Prägung Johann Elias Ridinger / La Légendaire Gravure + wappenbezugnehmend Goldenem Vlies in den vier Eckzwickeln, Rückdeckel-Prägung ligierter red series RS-Stempel als Mittelstück, schwarzen Rücken-Schildchen Johann Elias Ridinger / Th. 161 sowie text- + seltenheitsbezogener Innenspiegel-Prägung auf rotem Grund. Alles 23,5karätig in Gold. – Thienemann (»ich lasse ein sehr seltenes Blatt folgen …«) + Schwarz 161 (Tafel I, IX); Helbing, Kunst-Lager-Katalog XXXIV (1900), J. E. und M. E. Ridinger, Nr. 324 (»Das seltenste Blatt von Ridinger, welches fast nie im Handel vorkommt«). – Fehlanzeige in den hier ab ausgehendem 19. Jahrhundert praktisch abschließend vorliegenden Ridinger’schen Bestandsverzeichnissen von Rang, Fehlanzeige auch rund ums seinerzeitige Ausstellungs-Karussell zum 300ten Geburtstag und deren Kataloge. – Herrlicher Druck kontrastreichen Leuchtens auf fein strukturiertem leichten Bütten mit Wz. Krone unter Reichsapfel nebst Anhänger A H (?) mit feinem Rand rundum, gleichwohl auf oder knapp innerhalb der Plattenkante geschnitten und vermutlich schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts unter Velin-Kulisse mit Wz. H SMITH 1815 montiert. Letzterem könnte durch Spannung die rückseits bemerkbare generelle leichte Knitterung zumindest mit geschuldet sein. Bildseits indes bis auf die linksaußen von oben bis mittig zum Schloßsockel reichende Quetschfalte nahezu gänzlich vernachlässigbar.

Angebots-Nr. 16.115 | Preis auf Anfrage

Johann Elias Ridinger, Wie die Jagd angeblasen wird
Johann Elias Ridinger, Wie die Jagd angeblasen wird

Seit einigen Jahren ertönt im Herbst wieder Hörnerklang, Hundegeläut und Hufschlag in der Göhrde. In Erinnerung an die lange Parforcejagd-Tradition finden rund um das Jagdschloss einmal jährlich die Jagdreiter- und Parforcehornbläsertage statt.

Paul Dahms, Göhrde – Hofjagdrevier des Hochadels in Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen, München 2005, S. 53.

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Wie die Jagd angeblasen wird. „Wann die Herrschafft auf dem Jagdplatz angekommen versamlet sich die gantze Jägerey …“ Mit Netzen + Tüchern abgegrenzter Platz im Walde, darinnen im Vordergrund rechts die Jagdhütte. Vor dieser zahlreiche Treiber, Hunde und blasende Jäger, alle in Richtung des mit dem fürstlichen Wappen geschmückten Quertuches, das zu Beginn der Jagd fallengelassen wird. Außerhalb der Umzäunung weitere Jäger nebst Hundekoppeln, Kutschen, Reiter, Relaispferde. Radierung mit Kupferstich. (1729.) Bezeichnet: avec privil. de Sa. Maj. Imp. / I. El. Ridinger inv. pinx. Sculps. et excud. Aug.Vind., ansonsten wie vor und mit dt.-franz. Lehr-Untertext. 33,3 × 41,1 cm (13⅛ × 16⅛ in). – Thienemann + Schwarz 25. – Aus der unnumerierten frühen 36blätt. Suite Der Fürsten Jagd-Lust, seitens der Literatur als deren Blatt 13 geführt. – Nur andeutungsweise sichtbares Wz. Große (Straßburger?) Lilie. – Zweiseits 1,7-3,4, unten + rechts 5-5,7 cm breitrandig. – DAS FESTLICH-MALERISCH SCHÖNE BLATT IN WUNDERVOLLEM ABDRUCK NUANCENREICH HERRLICHEN HELL-DUNKELS wie in solcher Qualität von altersher selten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.465 | EUR 1200. | export price EUR 1140. (c. US$ 1378.) + Versand

ridinger niemeyer — ganzjährig für sie da


“ I am curious as to the history of this (original Ridinger printing) plate (I just bought) and the others you have offered. Did you purchase them from the Ridinger estate (indirectly, indeed) or a private collector? These are truly rare one of a kind pieces ”

(Mr. L. A. F., October 28, 2003)