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1220/21 800. Geburtstag 2021

Alexander’s Jaroslawitsch Fürst von Nowgorod etc.
Weltweit benamt und gefeiert als

Alexander Newski

Will heißen, Alexander von der Newa.
In deren sumpfigem Mündungsgebiet am Finnischen Meerbusen

Alexander Wilbrecht, St. Petersburg
Newa-Mündungs-Detail von Alexander Wilbrechts Petersburger Umgebungskarte von ca. 1796/1800
in einem Abdruck auf weißem Leder als von letzter Kostbarkeit. – Siehe auch Schluß.

am 15. Juli 1240 der 19/20jährige (Pereslavl Zalessky [die fürstliche Residenzstadt Über den Bäumen] 1220/21 – Gorodez/Wolga 1263, beigesetzt in Wladimir) die einfallenden Schweden im Nebel überraschte und vernichtend schlug, begründend damit seinen Ruhm als

National-Held Rußlands

Dem die Russisch-Orthodoxe Kirche 300 Jahre später ihrerseits ein

National-Heiliger

hinzufügte. Dankend für seine Wehrhaftigkeit, mit der er päpstlichem Locken mit dem Ziel einer Verbrüderungs-Kirche widerstanden hatte. Und dem nunmehr

Rußland ein 2021 widmet

Generalstabsmäßig initiiert 2014 seitens seines Präsidenten.

Und in eben jenes strategisch wichtige 1240er sumpfige Terrain stemmte 1703 Peter der Große als neue Residenzstadt sein nach seinem Schutzheiligen benanntes St. Petersburg. Und mit ihm eine binnen weniger Jahrzehnte unvergänglich aufblühende Kultur-Metropole. Der er 1725 noch eine Kaiserliche Akademie der Wissenschaften schenkte. Die nur zwanzig Jahre später schon mit dem Atlas Russicus den ersten vollständigen, originär russischen Atlas kreierte, wie es »von Deutschland damals noch keinen so vollständigen Atlas gab«, so Leonhard Euler als Mitherausgeber (Bagrow-Skelton, Meister der Kartographie, 1963, Seite 251).

An Hand dessen 20blätterigem Kartenwerk in zeitgenössisch koloriertem ersten Druck der lateinisch-französischen Erstauflage hiesigen Designer-Exemplars in nicht zuletzt Russisch-Leder denn auch die nachfolgende Illustrierung der weiteren Stationen von

Алекса́ндр Не́вский

Atlas Russicus

fortfahrend mit dem 5. April 1242, als dieser nur zwei Jahre nach seinem Newa-Debüt für Nowgorod das einfallende Ritterheer von Deutschem Orden nebst seit 1237 integriertem estländisch/livländischen Schwertbrüder/Schwertritter-Orden im (am) Peipus-See (Czuckoe Ozero) buchstäblich untergehen ließ. So Gigant Eisenstein in seinem 1938er Alexander Newski. Eingegangen in die Geschichte zurückhaltender als

Die Schlacht auf dem Eis

Estland, Livland, Nowgorod
Detail der Estland/Livland-Karte des Atlas Russicus mit dem in die Narwa abfließenden Peipus-See im Mittelfeld nebst Stadt/Fürstentum Pskow und dem sich östlich anschließenden, 1236 vom Vater, Großfürst Jaroslaw von Wladimir, übertragen erhaltenen Newki’schen Fürstentum Nowgorod mit letzterem selbst an der Nordspitze des Ilmen-Sees. – Im Norden noch Petersburg, im Atlas Karte 2 der Einzelkarten.

Peipussee, Nowgorod, St. Petersburg
Links unten die Nordspitze des Czuckoe Ozero (Peipus-See). Dominant das nördl. Fürstentum Nowgorod.

Vorangegangen war des Deutschen Ordens 1240er Speerspitzen-Eroberung der Handelsstadt Pskow (Pleskau) an der Südspitze des 3teiligen Peipus-Sees als einer handfesten Bedrohung des strategisch wichtigen Nowgorod. Fünftgrößter See Europas – etwa siebenmal größer als der Bodensee – , bildet er die Staatsgrenze zwischen Estland und Rußland mit letzterem als dem größeren Anteilseigner.

» Eine deutliche Zäsur in der Erinnerungsgeschichte Alexander Newskis markiert die Regierungszeit Peters des Großen (1682-1725). Der erste russländische Imperator ließ die Gebeine des Fürsten 1723/24 von Wladimir in die neu gegründete Residenzstadt St. Petersburg verlegen, gründete dort ein prächtiges Alexander-Newski-Kloster und erkor den Heiligen zum Schutzpatron der neuen Hauptstadt und des ganzen Reiches. Es waren vor allem die Verdienste Alexanders im Kampf gegen die Schweden, die Peter I. bewogen, den Helden von der Newa symbolisch derart aufzuwerten. Nach seinem eigenen Triumph über König Karl XII. im Großen Nordischen Krieg beabsichtigte Peter, seinen eigenen Ruhm mit dem seines Vorfahren zu verschmelzen und dadurch zu vergrößern … «

(Frithjof Benjamin Schenk, Alexander Newski / Russlands unsterblicher Held. OST-WEST. Europäische Perspektiven (OWEP), 2020, H. 3, SS. 210 ff., basierend auf dessen Aleksandr Nevskij: Heiliger – Fürst – Nationalheld. Eine Erinnerungsfigur im russischen kulturellen Gedächtnis [1263-2000], Köln 2004).

Die Atlas-Karte des Guberniums Moskau

In nahezu bestem Mittelfeld Pereslavl Zalessky — Geburtsort Alexander Newski’s

indes das am Wolga-Knie nördlich Nischni-Nowgorods gelegene Gorodez als Sterbeort unbenannt bleibt.

Und mit Fürstentum Nowgorod + Großfürstentum Wladimir (per 1252, hier Wolodimer)

Gubernium Moskau (Atlas Russicus)

zuzüglich Kiew’s , siehe unten , das Machtzentrum welches.

Indes Moskau noch auf seine Stunde wartete.
Auf die Verlegung des Sitzes Wladimir nach Moskau (1328).

Als Hauptstadt der Rus.
Und damit Geburtsstunde eines künftigen Imperiums.

Frei dann vor allem von der Tributpflicht der Mongolen/Tartaren.

Genereller historischer Hintergrund

» Die im 9. Jahrhundert entstandene Kiewer Rus (Rus stammt vom finnischen Ruotsi ab und bedeutet in etwa Ruderer) war ein mittelalterlicher Vorläuferstaat der heutigen Staaten Russland, Ukraine und Weißrussland, mit Zentrum in Kiew … Aus der Fusion von Skandinaviern und Slawen mit byzantinischer Kultur und Religion reifte zur ersten Jahrtausendwende das russische Volk. Unter dem Großfürsten Wladimir I. (978-1015) und Jaroslaw Mudry (1019-1054) erlebte die Kiewer Rus ihre Blütezeit. Nach dem Bürgerkrieg (1132-1134) zerfiel die Rus in unabhängige, untereinander rivalisierende, russische Fürstentümer, was wiederum die schrittweise Unterwerfung dieser Gebiete durch die 1223 einfallenden Mongolisch-Tartarischen Horden [Stämme] des Dschingis-Khan begünstigte «

(Sergej M. Eisenstein / Meisterwerke. Begleitheft zu 5er IceStorm-DVD-Kassette).

» Die Regentschaft Alexander Jaroslawitschs als Fürst von Nowgorod fiel in eine außenpolitisch turbulente Zeit. In den Jahren 1237 bis 1240 unterwarfen die Mongolen bis auf Nowgorod alle russischen Teilfürstentümer unter ihre Tributherrschaft. Warum Nowgorod zunächst das Schicksal der Eroberung erspart blieb, ist in der Forschung umstritten. Möglicherweise wurden die Krieger vom einsetzenden Tauwetter gehindert, weiter nach Norden vorzustoßen. Akute Gefahr drohte der Handelsrepublik in diesen Jahren weniger von Seiten der Mongolen als von den katholischen Nachbarn im Norden und Westen …

» Nach dem Tod seines Vaters wurde Alexander im Jahr 1248 vom Großchan der Goldenen Horde (in Sarai) mit der

»Herrschaft über ›Kiew und das ganze russische Land‹,

Smolensk/Kiew/Bjelgorod/WoroneshKiew
Details der Smolensk/Kiew/Bjelgorod/Woronesh-Einzelkarte 5 des Atlas Russicus mit noch Moskau, als Ganzes jenes Gebietes, das im 2. Weltkrieg mit Stalingrad (siehe nachfolgende Wolga-Karte-Details)
als Napoleon’s Moskau/Beresina nachdrücklichst Alexander Newski’s Versprechen einlöste:
Wer mit dem Schwert kommt, wird mit dem Schwert gerichtet werden.
Entgegen der Kartusche zur Kiew-Bjelgorod-Karte 7, s. u., die hiesige friedlichem Leben zugedacht.

Kiew/Bjelgorod/Woronesh

» betraut, während sein Bruder Andrei die Nachfolge als Großfürst von Wladimir antreten durfte. Vier Jahre später rückte Alexander selbst zum Großfürsten (des letzteren) auf. Nicht nur Alexander profitierte von dem neuen Herrschertitel,

» den er 1252 in Sarai, dem Sitz der Goldenen Horde, erhielt .

Zarizyn/Wolga (Stalingrad/Wolgograd)
Details der Strom-Karte der unteren Wolga des Atlas Russicus mit dem nördlich von Carizyn (Zarizyn; seit 1925 Wolgograd als dem zwischenzeitlichen Stalingrad) abzweigenden Achtuba-Nebenarm (»Weiße Hügel«) als der etwa 120 km oberhalb Astrachans/Kaspisches Meer gelegenen Mongolen-Hauptstadt.

Wolga und Achtuba bei Zarizyn (Wolgograd/Stalingrad)

» Auch den Mongolen war der mächtige Fürst von Nowgorod von großem Nutzen, schließlich gelang es ihm 1259 mit massivem militärischem Druck, die Tributpflicht der Mongolen auch in der reichen Handelsrepublik durchzusetzen « (Frithjof Benjamin Schenk a. a. O.).

» Nach der Unterwerfung des Fürstentums Wladimir-Susdal durch die Heere von Batu Khan 1238 mussten dessen Herrscher nach Sarai reisen, um vom Khan der Goldenen Horde den Fürstentitel zu empfangen « (Dt. Wikipedia, Dezember 2020). Welchem Verlangen sich auch Alexander Newski zu unterwerfen hatte.

Sarai (gottbeschütztes Haus) wurde zu Anfang der 1240er von Batu Khan (reg. 1236–1255; Enkel des Dschingis Khan) als Hauptstadt seines neu errichteten Khanats der Goldenen Horde gegründet. Gelegen an der Seidenstraße, etwa 120 km flußaufwärts Astrachans an der Achtuba als eines Nebenarms der Wolga, entwickelte es sich mit bis zu ca. 600 Tausend Vielvölker-Bewohnern auf 10 km längs des Flusses zu einer der größten Städte Eurasiens des Mittelalters. Hundert Jahre später erfolgte mit Neu-Sarai eine Verlegung der Hauptstadt um etwa 60 km weiter stromaufwärts beim heutigen Kolobowka (ehem. Zarew).

Traditionell bestand ein Khanat aus je einem rechten und linken Flügel von jeweils einer, farblich weiß und blau differierender Horde unter indes einheitlichem Namen. Die Rückführung des hiesigen bald auf deren Reichtum, bald auf die Zeltfarbe des Dynastie-Gründers. Mit einem Aktionsradius von Ost-Europa bis West-Sibirien unter bis heute nachdrücklich belegtem Einbezug der Krim (Krim-Tartaren),

Bjelgorod/Kiew
Details der geographisch tlw. noch ungenauen Bjelgorod/Kiew-Einzelkarte 7 des Atlas Russicus. – Zur Gesamtkarte siehe den Bilduntertext zu obiger Karte 5, Smolensk/Kiew/Bjelgorod/Woronesh. Konträr zu deren friedlicher Kartusche die hiesige entsprechender einem Sieg über den türkischen Halbmond gewidmet. Des letzteren Standarten, Gerät und Tote auf dem Boden zerstreut, triumphal dagegen der russische Doppel-Adler mit Krone und siegreicher Speerspitze, seitlich ergänzt von der Weltkugel unter dem Kreuz.

gehörte die Goldene Horde

» zu den spätmittelalterlichen Großmächten des östlichen Europas. Bis um 1360 war sie straff organisiert, verfiel dann aber in interne Auseinandersetzungen um das Erbe der erloschenen Linien der Gründerkhane Batu und Berke. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts spalteten sich mehrere Teilreiche ab … Weite Teile des Territoriums um den Dnepr gingen an das Großfürstentum Litauen verloren … Außerdem sah sich die Goldene Horde den von Moskau angeführten, erstarkenden russischen Fürstentümern gegenüber. Der Versuch Mamais, Russland mittels eines neuen großen Plünderungszuges zu schwächen, mündete 1380 in der vollständigen Vernichtung seines Heeres durch vereinigte russische Kräfte unter Dmitri Donskoi in der Schlacht auf dem Kulikowo Pole. Zwar rächten sich die Mongolen 1382 unter Khan Toktamisch mit einem blutigen, diesmal erfolgreichen, Feldzug an den Russen und richteten unter anderem ein großes Blutbad in Moskau an, jedoch war mit dem – wenn auch vorerst noch nicht endgültigen – russischen Sieg von 1380 der Nimbus der unbesiegbaren Mongolen gebrochen und der Grundstein für ein neues Selbstbewusstsein der Russen gelegt « (Deutsche Wikipedia wie vor).

Aber bereits 1366 war »(Alt)-Sarai von den russischen Uschkuiniki geplündert und niedergebrannt« worden.

Wolga/Achtuba
Einzelkarte 11 des Atlas Russicus mit der Achtuba als Kartuschen-Begrenzung. Das russische Heer hinter dem Doppel-Adler-Banner mit der Zaren-Krone. Davor getötete Mongolen.

Алекса́ндр Не́вский

» Wir reichen jedem die Hand,

der zu uns friedlich als Gast kommt.

Sollte es jedoch einem einfallen,

mit dem Schwert zu kommen,

so werden wir ihn

mit dem Schwerte richten.

A. Paul Weber, Napoleon und der russische Winter
Napoleon’s Selbstverschulden 1812 nach Moskau + Beresina.
Signierte Lithographie von A. Paul Weber. 1975. 28,8 × 40,8 cm.

» Dieses Wort hat Gültigkeit

und wird

stets Gültigkeit haben

für

unsere russische Erde «

Schriftband als résumé von Sergej M. Eisenstein’s
1938er Alexander Newski in der Gestalt Nikolai Tscherkassow’s
im IceStorm Filmvertrieb

Und 1395 ereilte Neu-Sarai das gleichwohl selbstverschuldete gleiche Schicksal seitens des zentralasiatischen Mongolen-Führers Timur Tamerlan. Gelegentlich dessen Zuges denn auch die Krim verwüstet wurde. Aufgespalten ab Mitte des 15. Jahrhunderts, wurde das Restreich der Goldenen Horde auch als Große Horde bezeichnet. Längst Neben-Geschichten von gestern. Indes

der Atem Alexander Newski’s

Atlas Russicus: Generalkarte (Kartusche)
Detail der 56,5 × 98 cm messenden Gesamtkarte des Atlas Russicus. Verbindend Europa und Asien.

noch heute das Land durchweht.

» Vor allem staatliche und kirchliche Stellen pflegen das Erbe Alexander Newskis im heutigen Russland. Im Dezember 2010 verlieh der russische Präsident erstmals den staatlichen Alexander-Newski-Verdienstorden der Russischen Föderation, der an die Tradition gleichnamiger Auszeichnungen aus dem Zarenreich und der UdSSR anknüpft. Bereits 2007 feierte der russische Außenminister Sergei Lawrow den Helden aus dem 13. Jahrhundert als Begründer einer flexiblen russischen Außenpolitik, die für Allianzen mit unterschiedlichen Partnern in West und Ost offen sein müsse … Im Jahr 2021

soll in Russland im großen Stil

der 800. Geburtstag eines Mannes gefeiert werden ,

den viele Russen als Nationalheld verehren und den manche sogar als bedeutendste Persönlichkeit der eigenen Geschichte betrachten … Auch innerhalb der ROK laufen die Geburtstagsvorbereitungen auf Hochtouren. Hier werden die Planungen von keinem geringeren als Patriarch Kirill geleitet.

» Die Erinnerung an Alexander Newski ,

das machen die Aktivitäten zu seinem 800. Geburtstag deutlich, erlebt im heutigen Russland eine erstaunliche Konjunktur … « (Frithjof Benjamin Schenk, a. a. O.).

Gut zu wissen, daß dabei Unaufgeregtheit die Regie führen wird. Und schon

» im Jahr 2008 (wählte) das russische Fernsehpublikum

Alexander Newski

zur wichtigsten Figur der Geschichte Russlands. «

So im Vorspann zu Schenk’s Beitrag in obiger Vierteljahres-Zeitschrift OST-WEST (OWEP).

Die Stationen dieses vorwärtstobenden Lebens

als alles stets aufschlagbar

im hier in einem Designer-Exemplar aufliegenden

Atlas Russicus

der von Peter dem Großen 1725 gegründeten Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften von 1745 mit seiner mehrfach gefalteten Generalkarte als zweiter russischer (56,5 × 98 cm / 22¼ × 38⅝ in) und den 19 doppelblattgroßen Detail-Karten (ca. 49-50 × 56 cm / c. 19¼-19¾ × 22 in) nach Joseph Nicolas De L’Isle (1688 Paris 1768) und anderen, alles in Kupferstich in sattem Flächenkolorit der Zeit

von der ganzen Qualität seines Alters

wie nur höchst selten ,

als des entscheidenden Meilensteins

auf dem Wege ins moderne Rußland

vor 276 Jahren ,

begleitet von Titelblatt + 14seitigem Textteil .

Letzteres als einer Beschreibung der Karten hinsichtlich Begrenzung, Entstehung, Genauigkeit und Durchführung der Vermessung; Transkription des russ. Alphabets; teils ausführlicher russ. Worterläuterungen; gestochener Zeichenerklärung mit reicher Aufschlüsselung bis hin zu Salinen und Thermen. In latein.-franz. Paralleltext (russisch- + deutschsprachige Version noch gleichen Jahres mit geringerem Textvorspann = Phillips 4059 bzw. 3109 mit jeweils irrtümlichem Hinweis für Karte 19 »showing the extreme point of Alaska and the Aleutian islands«, recte vielmehr Kamtschatka + Kurilen).

Textteil mit den Honig-Wzz. HONIG / IV + bekrontes großes Lilienwappen mit ligiertem Anhänger WR. – 1 Karte innerhalb des unteren Kartenrandes geschnitten, doch ohne Verletzung des Kartenbildes selbst, 5 Karten auf bzw. unter Verlust der oberen bzw. unteren Einfassungslinie geschnitten, je eine Karte unter Anschnitt bzw. Verlust des Meilenzeigers und der Numerierung innerhalb des weißen Plattenrandes geschnitten. Ansonsten lediglich vereinzelte kleine, hinterlegte Randeinrisse und zwei nicht störende Ausrisse.

Extravagant gebunden in

Atlas Russicus

Russisch-Leder

mit von Prägungen in Gold begleiteten braunen Spiegeln + Vorsatz, darunter auf dem Rückspiegel großes ligiertes RS-Monogramm als Markenzeichen der hiesigen Red Series als Mittelstück sowie geprägten red series bzw. niemeyer fine arts auf Innendeckel-Unterkante + JayAitchDesign auf Rückdeckel-Unterkante. Verblaßter marmor. Farbschnitt. In gleichartigem Halb-Juften-Schuber (53 × 33 × 3 cm), dessen efalinpapierne schwarze Deckelbezüge den

Petersburger Doppel-Anker in Goldprägung wiederholen .

Angebots-Nr. 16.278 | Preis auf Anfrage

»Juften

( russisch, fälschlich Juchten ) ,

lohgares Leder , welches früher ausschließlich in

Rußland

dargestellt wurde und sich durch Stärke, Geschmeidigkeit, einen eigentümlichen Geruch, durch die Eigenschaft, von den Insekten nicht angegriffen zu werden und dem Wasser einen großen Widerstand zu bieten auszeichnet. Man stellt es aus guten Häuten von jungem Rindvieh dar.

Den Geruch

Lorenz Ekeman Allesson, Birke
Inkunabel-Lithographie
von Lorenz Ekeman Allesson. 1819. 32 × 22,6 cm.

verdankt das J. dem Birkenteeröl, (mit dem es auf der Narbenseite eingerieben wird) … Das beste J. kommt aus der Gegend von Nowgorod und aus Südrußland, aber auch außerhalb Rußlands wird die Ware in vortrefflicher Qualität hergestellt … «

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., IX [1889], Seite 302).

!ЮФТЬ!

Atlas Russicus

niemeyer’s — wo selbst noch das leder stimmt

Алекса́ндр Не́вский’ɜ

Jean Baptiste Le Prince, La diseuse de bonne Avanture

Матушка Россия

( Mütterchen Rußland )

einer Wodjakin/Udmurdi-Braut westlich des Urals

die Zukunft deutend.

Radierung mit Aquatinta von Jean Baptiste Le Prince.
Im Bild unten links bezeichnet: Le Prince 1764.
22,5 × 17,7 cm / 8⅞ × 7 in.

Blatt 2 wohl der 8blätt. Suite Nagler 9, Divers amusements et usages de Russie, von Le Prince während seines von 1758-1763 währenden Rußland-Aufenthaltes nach der Natur gezeichnet. – Der Untertext die Wodjaken fälschlich als sibirisches Volk kennzeichnend (»La fille … est habillée a la maniere des Votiacks peuple de Siberie«). – Untertext und breiter weißer Rand etwas stockfleckig. – Typograph. Wasserzeichen.

» (Le Prince’s) wenige Jahre später veröffentlichten Darstellungen der russischen Bevölkerung sind wahrscheinlich der bedeutendste Beitrag bildlicher Dokumentation der Zeit « (Karen F. Beall, Kaufrufe und Straßenhändler / Cries and Itinerant Trades, 1975, Seite 483).

» Die ersten russischen Siedler kamen im 12. Jahrhundert in das von Udmurten bewohnte Gebiet. Nachdem das Khanat Kasan 1552 an Russland gefallen war, mehrten sich die russischen Zuzügler « (Dt. Wikipedia Dec. 2020). – Heute ist Udmurtien eine der Republiken im russischen Föderationskreis Wolga.

Frühes Beispiel der Anwendung von Aquatinta, deren Erfindung Le Prince mit 1768 (sic!) landläufig zugeschrieben wurde. Dies scheint durch ein aufgetauchtes Blatt Charpentier’s aus 1756 überholt zu sein.

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Aufliegend von Le Prince zudem aus 1767/68 Le Remouleur. Der Messerschleifer, den Zimmerleuten beim Zusammenfügen der Stämme eines Blockhauses als, so der Untertext, deren einzigem Werkzeug die Axt schleifend. 16,2 × 18,4 cm (6⅜ × 7¼ in). – Ohne Aquatinta-Beizug.

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Atlas Russicus
Atlas Russicus (Innenspiegel)

niemeyer’s — wo man weiß , was man bekommt

1220/21

Алекса́ндр Не́вский’ɜ

Alexander Wilbrecht, St. Petersburg (Detail)
Rußland’s Doppel-Adler
als Kartuschen-Detail von Alexander Wilbrecht’s Petersburger Umgebungskarte
im Abdruck auf weißem Leder.

Россия

2021


“ Many years ago I bought from you the print/litho from Mourot ‘Sophia....’ We are still very happy with this acquisition. For my collection and family history/genealogy I am looking for some very special prints … ”

(Mijnheer P. van de W., May 19, 2012)