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(Mellin, August Wilhelm Graf von.) Versuch einer Anweisung zur Anlegung, Verbesserung und Nutzung der Wildbahnen so wohl im Freyen als in Thiergärten. Mit 2 Holzschnitt-Vignetten und

118 Kupfern

incl. Frontispiz, Titelvignette + Dedications-Wappen-Kupfer. Berlin u. Stettin, Joachim Pauli, 1779. 4°. XXI, 1 (Errata), 356 SS. Dklgrün. marmor. Pp.-Bd. d. Zt. m. leerem Bibl.-Rückenschild. Verblaßter Punktierschnitt.

Holzmann-Bohatta IV, 9279; Lindner 11.1427.01; Schwerdt II, 22 („a beautiful and scarce book“); Nagler, Monogrammisten, II, 430 + 457, + V, 1598; Thieme-Becker XXIV, 366; Lipperheide Tf 19; Kat. d. Ornamentstichslg. Bln. 3354. – Nicht bei Souhart. – Dediciert dem „würklichen Geheimen= Etats= Kriegs= und dirigirenden Minister Freiherrn von der Schulenburg“ (Lewin Rudolf v. d. Sch.?, ADB XXXII, 667).

Die bald rein instruktiven, bald bildschönen Kupfer unterschiedlichen Formates bis hin zu (Fast-)Seitengröße überwiegend von Mellin nach eigenen Vorlagen, teils „ad vivum“ gearbeitet, jedoch auch nach Jacques de Sèves (um 1742 – nach 1788) und Joseph Halfpenny (Bishopsthorpe 1748 – York 1811) sowie

mindestens 9 nach Johann Elias Ridinger ,

darunter der Windhetzer Th. 124 aus Jäger u. Falconiers (S. 316), das flüchtige Reh Th. 453 aus Entwurf einiger Thiere (S. 164), verschiedene Hunde aus der gleichen Folge (SS. 199, 295, 209, 215), Das umstellte Jagen Th. 22 der Fürstenlust (S. 268), das im freyen auf den ball gehaezte Schwein Th. 66 (S. 301) sowie innerhalb einer Geweihtafel drei nach Th. 244, 247 und dem dritten von Th. 249, alle aus den Wundersamsten Hirschen (S. 142). Gegenüber den Vorlagen teils seitenvertauscht und durchaus der nötigen Verkleinerung entsprechend in der Darstellung etwas vereinfacht. Darüberhinaus dürfte ein springendes Schwein nach einer Vorlage Joh. Heinrich Tischbein’s II gearbeitet sein.

Nach Einleitung und Generellem über Wildbahnen, gegliedert in Hege, Naturgeschichte der edeln Thiere und Von der Jagd derselben. Im einzelnen u. a. über Hirsch-, Dam-, Reh- und Schwarzwildpretbestand sowie Wechselwildpret und dessen Sicherung für das eigene Revier, die Anlage, Einfriedung, Einrichtung und Verzierung sowie Nutzung des Tiergartens im allgemeinen wie speziell für Rehe, Schwarzwild, Hasen und Kaninchen, Schutz von Bäumen + Sträuchern vor Verbiß, deren aller Naturgeschichte und schließlich deren Jagd mit all ihrem Zubehör und in allen nur möglichen Facetten. Und dem großen Schuhu als Beschluß-Vignette.

Etablierter preußischer Familie entstammend, besuchte Mellin zunächst das von Herzog Carl I. (reg. 1735-1780) gestiftete Braunschweiger Collegium Carolinum als einer neuzeitlichen Fachhochschule und gesellschaftlicher Bildungsanstalt, sodann die Universität Halle. Neben seinen wissenschaftlichen und sprachlichen Studien interessierten ihn zunehmend zoologische Zeichnungen und Gemälde. Zurückgekehrt auf seine Besitzung Damizow bei Stettin, bereicherte er diese um einen zoologischen Garten und eine Fasanerie, stand in regem Austausch mit Naturwissenschaftlern wie Buffon, Schreber und Bloch und ritt im übrigen sein ureigenstes Steckenpferd, die Jagd.

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(Herr K. R., 19. Juni 2009)

 

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