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Thoman(n) von Hagelstein, Ernst Philipp (1657 Augsburg 1726) oder (?) Sohn Tobias Heinrich (1700 Augsburg 1764, siehe unten). Marder am Gelege eines Wildenten-Paares im Schilf. Neben drei Küken mehrere Eier, davon je eines angeplatzt bzw. aufgeschlagen bei interessanter Darstellung des schon fertigen Kükens. Schabkunstblatt in Braundruck. Bildgröße 34,8 x 51,2 cm.

Zwecks Einpassung in einen Sammelband wohl unter Verlust des Untertextes dreiseits auf Platten-, unten denn auf Bildkante geschnitten, alt auf Bütten montiert und mit Bisterlinie eingefaßt. – Im weißen Oberrand alt aktualisierte Inv.-Beschriftung: Nro 5 / Tom: X / Fol 92. – Geglättete Mittelfalte. – Zwei haarfeine Fältchen am Hals des Marders.

Ernst Philipp Thoman von Hagelstein, Marder am Wildentennest

Prächtiges , auch  zoologisch  interessantes  Blatt  im  herrlichen  Druck

eines umfassenden alten Bestandes, reich nuanciert in seinem Hell-Dunkel und, wie alle Schabblätter Ernst Philipp’s – „eine(r) der besten Künstler seiner Zeit“, Nagler – , doch, gegebenenfalls, auch des Sohnes, außerordentlich selten. So denn auch als einziges Blatt unter den rund 27600 der ersten 28 Abteilungen des Weigel’schen Kunstlager-Catalogs (1838/57; 6.211) nur das Portrait Rauner als auch Nagler einzig bekanntem, indes ein Marder, Taubennest ausnehmend (19.715) als von Tobias Heinrich figurierend. Wobei die Eindeutigkeit hiesigen Entenpaares für eine abgewandelte Wiederholung seitens des Sohnes spricht, andererseits angesichts des hier sicherlich fehlenden Untertextes samt mutmaßlicher Signatur auch eine flüchtige Weigel-Betitelung nicht auszuschließen ist.

So oder so, anstehendes Blatt auch nicht bei Schwerdt, der III, 170 f. beide Thomänner führt und dabei für Ernst Philipp zwei jeweils 4blätterige Folgen aus Baillie-Grohman’s Collection verzeichnet, davon die der Lehrstücke des Jagens. Desgleichen mit Die Erden / La Terra ein außerhalb etwaiger Spezialliteratur erster Hinweis auf eine 4blätterige Suite der Elemente.

Über die ursprünglich in Lindau ansässige, über 200 Jahre florierende Künstler-Dynastie der Thomänner siehe ADB XXXVIII, 65 f. Und Nagler zu Ernst Philipp: „In der späteren Zeit seines Lebens befasste er sich mit der schwarzen Manier, und

hatte  hierin  in  Augsburg  nur  Einen  Vorgänger “,

die diesbezüglichen, so die ADB, „Einige Thier- und Jagdstücke“ nur nach Hinweisen des jüngeren Paul von Stetten (1731-1808) nennend, davon „wir aber keines derselben näher bezeichnet fanden“. Diese generelle Seltenheit der Schabblätter ergibt sich bereits aus deren Technik. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50-60 (!) … hernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“.

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“ … I continue to enjoy my Keele-Pedretti (Leonardo) volumes … ”

(Mr. M. W., November 20, 2011)

 

Die  Auslese  des  Tages