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In  fremdländischen  Revieren

JAGENDES  GROSSWILD

Franz Heckendorf, Löwenüberfall auf ein Wildschwein in der Oase

GEJAGTES  GROSSWILD

 

Heckendorf, Franz (Berlin 1888 – München 1962). Löwenüberfall auf ein Wildschwein in der Oase. Öl auf Hartfaserplatte. 55 x 69,8 cm. In 3teil. handwerklichen Holzrahmen, wohl des Künstlers selbst, in aufgefrischtem Grau- und Schwarz-Anstrich. – Abbildung oben

Kleine Fehlstelle in der rechten Oberecke, wenig davon entfernt eine weitere in Form eines dicken Stecknadelkopfes. Die Kanten mit minimalen, rahmenbedingten Abstoßungen, sonst bestens.

Herausragend typische, sprich prankenhaft dynamische, Arbeit aus der Gruppe der grossen Formate, hier die bildmächtige Szenerie des dem Hauptschwein im Nacken sitzenden Löwen als eines der großen, figürlich austauschbaren Themen der abendländischen Malerei, hier des Expressionismus. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 29.061 / Preis auf Anfrage

Kostbar  auch  das  Material  – Pergament !!

Die  Jagd  auf  den  Majestätischen

Le Brun – Löwenjagd. Teils berittene mehrköpfige Gruppe unterschiedlicher Kopfbedeckung, auch ohne, mit Spieß, kürzerer Stoßwaffe, Schwert und Köcher mit Pfeilen im Kampf mit zwei Löwen, deren einer schon erlegt ist und unter übergeworfener Decke nebst pfeilgefülltem Köcher das untere rechte Bild dominiert. Der zweite hingegen hat im Mittelfeld einen abgeworfenen Jäger unter sich gebracht, dessen Pferd kraftvoll nach links abgeht, indes er selbst sich mit dem Schwert zu erwehren sucht und die Linke noch im Schild steckt. Ein Barhäuptiger mit nicht identifizierter Stoßwaffe, wie auch von weiterem geführt, eilt ihm von links kraftvoll ebenso zu Hilfe wie von oberhalb zwei Berittene, deren rechter, auf Tierfell sitzend, mit dem Spieß ausholt. Baum- + Palmenstaffage. Bister-Federzeichnung über partiell durchgängiger, flüchtiger Entwurfsskizze in Bleistift auf Pergament mit schmaler schwarzer Einfassungslinie, möglicherweise aus der Werkstatt Charles Le Brun’s (1619 Paris 1690). 435 x 572 mm.

Charles Le Brun - Löwenjagd-Zeichnung auf Pergament

Von  Rasanz  bestimmte  wandtüchtige  große  Arbeit

durchaus noch ungeklärter Fragen zu Genesis und Bestimmung, nachdem gelegentlich eines Besuchs Christian von Heusinger die Möglichkeit einer Vorlage für einen Gobelin der von Le Brun geführten Manufacture royale des tapisseries oder, zuvor, der Manufaktur Nic. Fouquet’s angesichts des Materials als „viel zu kostbar“ spontan zurückwies und, so mit anschließendem Brief vom 31. Juli 2009, eine spätere Fertigung zur Nutzung als literaturvernachlässigtes Transparent unter Verweismöglichkeit auf das 1823er lithographische Triumphtransparent Nr. 63a des Katalogs zu der von ihm kuratierten 1985/86er Ausstellung Kunst der Goethezeit – Zeichnungen und Graphik aus dem Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig zu überlegen gab. „Vielleicht ist das ein Weg, der schönen klassizistischen Zeichnung etwas näher zu kommen.“ Eine Wegempfehlung, der sich anzuschließen hier schwerfällt. Zumindest wäre mangels jeglicher rückseitig erkennbarer Befestigungsspuren das Pergament hierzu nicht genutzt worden. Vor allem aber hebt sich nach hiesiger Ansicht der männlich-kräftige Gesamteindruck der Zeichnung doch zu sehr vom altertümelnden weichen Stil jener Periode deutscher Kunst ab. Zumindest gedacht sei aber auch des schon älteren Doppelpunktes hinter dem „o“ der Nummerung in Bister unten rechts – No: 159. – wie etwa bei Ridinger (1698-1767) gang und gäbe.

Die rückseitige Zuschreibung an Le Brun indes von Fabian Stein, der über diesen promovierte, nach Fotoansicht mangels dessen persönlichen Duktus’ nicht bestätigt, wenngleich

„ Einzelne Elemente der Figurengruppe … durchaus Ähnlichkeiten mit Le Brun’schen Kompositionen (aufweisen); ich glaube unter Anderem in der Alexanderfolge mich an Vergleichbares zu erinnern, etwa für den Verletzten am Boden, den ihm zu Hilfe Eilenden, für die Pferde. Man darf jedoch nicht vergessen, dass Le Brun in solchen Kompositionen oft selbst ‘zitiert’, und etwa auf Rubens oder Italienisches zurückgreift. “

So handelt es sich bei dem Verletzten um den mittig der Granikos-Überquerung unter dem Schimmel des sich mit Alexander messenden Memnon Liegenden. Und der ihm im Pergament zu Hilfe Eilende harmoniert in Stellung und Aktion mit dem im Öl gleichfalls linksseitigen Krieger, der dort aber eigenständig agiert und einen am Boden liegenden Gegner erledigt. Aber auch das Tierfell als Reitdecke des Jägers rechts oben korrespondiert mit solchen der Le Brun-Öle. Deren autorisierte grandiose Kupfer-Ausgabe von Audran-Edelinck im Auftrage Ludwigs XIV. – „ Man  kann  sich  kaum  schönere  Kupferstiche  vorstellen “ , Thieme-Becker 1908  +  „ Monumente  der  Geschichte  der  Druckgraphik “ , AKL 1992 – hier derzeit in einem Exemplar letzter Schönheit des Erstzustandes in adäquater Designer-Bindung aufliegend.

Die für Blätter dieser Größe geradezu nur außerordentlich geringfügige, praktisch übersehbare Wellung wohl von der Handwärme des Zeichners herrührend (vgl. Meder, Handzeichnung, Seite 169). Namentlich in der oberen Himmels- bzw. Baumpartie fleckig, doch kaum störend. Die völlig geglättete Mittelfalte bildseits nur noch schemenhaft wahrnehmbar. Vereinzelte stecknadelspitzen- bis -kopfkleine (1) Löchlein. In der rechten unteren Ecke besagte hs. Nummerung in Bister. Rückseits in Bleistift: Ch. le Brun. Im übrigen tadellos und

erfüllt  von  der  ganzen  Dynamik  einer  reichen  frühen  Großwildjagd .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.612 / Preis auf Anfrage

Eines  der  Paare  der

„ Besonderen  Vorfallenheiten … “

a l s

„ The  rarest  set

of  Ridinger’s  sporting  line  engravings “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Strauß + Casuar, von erhöhtem Standpunkt einer souveränen Landschaft sich gegen jeweils drei Wölfe (recte wohl eher Schakale als die Füchse der Bibel, Th.) + Luchse verteidigend, deren letzterer einer erledigt ist. 2 Blatt. Radierungen mit Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: XXVI./XXVII. / Joh. El. Ridinger inv. et del. / Mart. El. Ridinger, sculps. A.V. 30 x 24,7-24,9 cm.

Johann Elias Ridinger, Strauß + CasuarJohann Elias Ridinger, Strauß + Casuar

Thienemann + Schwarz 369/70. – Das oben bogenförmig geschlossene Paar XXVI/XXVII („Fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden … wenn (die Nummern) fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.) der 46blätt. Folge der Besondern Ereignisse und Vorfallenheiten bey der Jagd. – Mit jeweils 6zeiligem Untertext. – Mit typograph. Wz. – Im weißen Rand + Textfeld partiell etwas angestaubt und einige schwache Kleinflecken. Blatt 2 linksseits mit rückseitigem Falzstreifen. – Das Casuar-Blatt schon 1900 von Helbing als nochmals zusätzlich „Sehr selten“ qualifiziert. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.123 / EUR  1380. / export price EUR  1311. (c. US$ 1585.) + Versand

Fyt, Jan (1611 Antwerpen 1661). Die Bärenhatz. Der Bär, obschon im Eingang einer Höhle von einer Vielzahl Hunde gestellt, noch längst nicht geschlagen und, sofern nicht noch Jäger auf den Plan treten, wohl mit allen Chancen, das Schlachtfeld siegreich verlassen zu können. Rechts Ausblick auf weites Flußtal. Mit beiger Tonplatte gedruckte Kreidelithographie von Johann Woelfle (Endersbach/Wttbg. 1807 – Faurndau/Göppingen 1893) bei Piloty & Loehle in München. 1837-51. Signiert, bezeichnet. 26 x 33,2 cm.

Jan Fyt, Bärenhatz

Nagler, Woelfle, 51 (die dortige Angabe „roy. fol.“ wohl auf das Papierformat der Piloty’schen Edition der „Vorzüglichsten Gemälde aus der königl. Gemäldegalerie zu München und Schleißheim“ bezogen). – Vgl. Nagler XI, Piloty, 312 ff. + IV, Fyt, 539 f. – Nicht bei Schwerdt. – Auf aufgewalztem China. – Rechts im Unterrand ganz schwache Stockfleckchen, ein Randeinriß säurefrei hinterlegt. Sonst von blütenreiner Frische.

Fyt , „bedeutender vlämischer Tier-Stillebenmaler (und) Schüler von F. Snyders, in dessen Art er … größere Jagdstücke malt“ (Bernt, Die niederländischen Maler d. 17. Jhdts.), war „einer der größten (Künstler) seiner Zeit, malte Thiere jeder Art mit Meisterhand“ (Nagler).

Angebots-Nr. 28.066 / EUR  302. / export price EUR  287. (c. US$ 347.) + Versand

Rund  um  die  Uhr  belauscht :

Ridingers  Löwen  in  ihrer  Freiheit

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Löwen. Hauptfolge von sechs Blatt. Radierungen mit Kupferstich. Bezeichnet: J(oh). El. Ridinger (ad viv.) del. fec. (sculps.) et exc(ud). Aug. Vind., ansonsten wie unten. 26,5-26,7 x 25,3-25,7 cm.

Thienemann + Schwarz 517-522. – Oben bogenförmig gerundet. – Typograph. Wz.– Kleiner Rostfleck im unteren Plattenrand von Th. 518. – Selten so schön.

Johann Elias Ridinger, Majestätische Löwe

Der majestaetische Löw – Der Löw von hinten – Der brüllende Löw – Der auf den Angriff laurende Löw – Der schlaffende Löw (sehr schön sichtbar hier die zusätzlichen Atemlöcher im Gaumen) – Der an seiner Mutter liegende Löw.

Auch  zustandsmäßig  gleichmässig  herrliche  A-Qualitäten  der eigentlichen Blätter 1-6 dieser ganz großartigen Suite – inspiriert von der 1664er gleichfalls 8blätterigen Folge Marc de Bye’s nach Paulus Potter? – , deren Blätter 7 + 8 richtiger als weiterführendes Supplement anzusehen sind, da thematisch, Augsburger Menagerieszenen, wie unterschriftlich abweichend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 12.350 / EUR  2454. / export price EUR  2331. (c. US$ 2818.) + Versand

– – – Der Wolff in der Grube zu fangen mit dem Schafe. Im Vordergrund einer baumbestandenen Gebirgslandschaft eine Wolfsfalle mit aufragendem Stamme nebst Wagenrad an der Spitze, auf dem ein Lamm liegt, dessen Blöken vier Wölfe herbeigelockt hat, deren erster bereits in die Grube stürzt. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung. Ca. 1729. Rückseits mit Graphit hs. bezeichnet wie vor. 292-295 x 422-423 mm.

Johann Elias Ridinger, Der Wolf in der Grube zu fangen mit dem Schafe (Ursprungszeichnung)

Malerisch ganz vollkommen durchgeführte, herrliche Arbeit als Ursprungszeichnung vor deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung für die gleichnamige Radierung Thienemann 41 als der großen Version der beiden Wolfsgruben-Blätter der ab 1729 erschienenen Suite „Der Fürsten Jagd-Lust“ und vermutlich – vlg. Th. SS. 273 + 274, a 41 – dem sich auf den Ridinger-Nachlaß stützenden importanten, indes nur unzulänglich beschriebenen Weigel’schen Bestand entstammend. – Auf leichtem Bütten mit umlaufend bis zu 17 mm breitem Rand. – Stecknadelkopfkleines Löchlein, gegelättete Längs- + Querfalte und gesamthaft etwas zeitspurig, die von unveränderter Farbfrische bestimmte Bildwirkung indes praktisch nicht beeinträchtigend. Vom früheren Unterlagekarton ganz schwach durchgeschlagene Stockflecken bis auf einen nur rückseits wahrnehmbar. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.450 / Preis auf Anfrage

– – – Schlag=baum vor (für) einen Luchs aufgestelt. Mondhelle Felsengrotte mit dem soeben zum Sprung auf den auf der Schnur hängenden toten Vogel ansetzenden Luchs. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung über Graphit. 213 x 346 mm.

Johann Elias Ridinger, Schlagbaum vor einen Luchs (Ursprungszeichnung)

Voll durchgeführte Ursprungszeichnung vor deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung für Blatt 14 – Thienemann 82 – der 1750 erschienenen Folge der „Fangarten der wilden Thiere“, jenes „28 schöne und merkwürdige Blätter (enthaltenden) höchst interessanten Werkes“ (Nagler), von Ridinger selbst „nach dem Leben gezeichnet“. – Auf dünnem Bütten mit typograph. Wz. – Rückseits an den Rändern Spuren früherer Montage. – Drei hinterlegte kleine Randeinrisse, sonst makellos frisch. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.675 / Preis auf Anfrage

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Selbst=Geschoss, auf einen Bähren. Der hochgestreckt in angespannter Erwartung nach dem von zahllosen Bienen umschwirrten Honigtopf greifende und schleckende Bär im Augenblick der von zwei Seiten sich lösenden Schüsse. Der mit zwei Seilen verbundene Köder ist am Querbalken eines in starker Verpalisadierung aufgerichteten Gerüstes angebracht. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung über etwas Graphit. 213 x 345 mm.

Johann Elias Ridinger, Selbstgeschoß auf einen Bären (Ursprungszeichnung)

Voll durchgeführte Ursprungszeichnung vor deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung für Blatt 8, Thienemann + Schwarz 76, der 1750 erschienenen Folge der „Fangarten“ wie oben. – Auf dünnem Bütten mit typograph. Wz. – Rückseits an den Rändern einige Spuren früherer Montage. Rechte Oberecke mit unauffälliger winziger Restaurierung, ein 2 cm tiefer Randeinriß hinterlegt, sonst makellos frisch. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.973 / Preis auf Anfrage

Naturjagdliches  Moment  –

dominiert  von  künstlerischer  Ergriffenheit

Snyders, Frans (1579 Antwerpen 1657). Zwei junge Löwen verfolgen einen Rehbock. Mit gelblicher und ockerfarb. Tonplatte gedr. Kreide-Lithographie von Ferdinand Piloty (Homburg, Pfalz, 1786 – Mchn. 1844). (1816.) Bezeichnet: f. Snyders pinx: / f. Pilotj. 39,3 x 54,7 cm.

Frans Snyders, Junge Löwen verfolgen Rehbock

Winkler, Die Frühzeit der dt. Lithographie, 622/25, II (von IV bzw. V) + 954, 16. – INKUNABEL DER LITHOGRAPHIE . – Der dank seines zusätzlichen Gelbs leuchtende 2. Zustand vor Fortnahme auch des „del:“ in der Piloty-Signatur. – Ganz vorzüglich erhalten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.623 / EUR  940. / export price EUR  893. (c. US$ 1080.) + Versand

Erregende  große  zeichnerische  Bärenhatz

der  Ridinger-Zeit

Oudry, Jean Baptiste (Paris 1686 – Beauvais 1755) – Umkreis – Bärenhatze. Bär in noch frischem Kampf mit fünf Hunden, deren ersten er erledigt und einen zweiten im Griff hat. Drei weitere hinzukommend. Feder- + Tuschpinselzeichnung in abgestuftem Schwarz, brauner Lavierung und etwas Weißhöhung. 347 x 557 mm.

Auf dünnem graublauen Bütten. – Alt auf Bütten montiert und rückseits von anderer Hand mit Jean Baptist Oudry bezeichnet. – Von den drei bereits das Montagepapier einbeziehenden Längsfalten nur die mittlere als Bugfalte schärfer. Bereibungen, einige kleine, per Rahmung und/oder Passepartout überdies abgedeckte kleine Papierausfälle im äußersten Rand der beiden Seiten und unten links.

Jean Baptiste Oudry (Umkreis), Bärenhatze

Herausragende Arbeit von großer Dichte deren enorm gesteigerte Spannung durch Verzicht auf praktisch jegliche Staffage erzielt wird, wie schon in Beispielen der alten Niederländer begegnend und dem etwa Peter Boels Hauptblatt einer Schweinsjagd ihre mitreißende Dynamik verdankt. Kontrastierend hierzu der anstehendenfalls vom Zeichengrund mitgetragene weiche Duktus wie für Oudry vielfach so charakteristisch. Indes die gewundene Haltung des Bären ebenso spontan an Graphik und Öl Ridingers denken läßt, weniger indes die Gesichtssprache namentlich der Hunde. Gesamthaft ein Blatt, dessen noch ausstehende Identifizierung gut für eine Überraschung sein könnte. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 13.021 / Preis auf Anfrage

Ridinger’s geistiges + gesellschaftspolitisches vor-1789er Credo

und mit Thienemann 722

ein künstlerischer Höhepunkt des Spätwerks

Die  Folge  der  BIG  FIVE

in der Ridinger / Brockes mit den Blättern 1-4

mit deren Kühnheit gleichziehen

und in Vorwegnahme der Epoche des Sturm + Drang

per raffiniertest

verpackter Verpackung ein denkbar aggressives

Fanal  für  Freiheit  +  Menschlichkeit

setzen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Kämpfe reissender Thiere. Folge von 8 Blatt. Radierung und Kupferstich von Joh. Elias (1-4) und Martin Elias (1731 Augsburg 1780) Ridinger. (1760.) Gr.-2° (Plattengröße ca. 38 x 29,5 cm). Büttenbezogener Ppbd.-Bd. mit Vorderdeckel-Braunprägung „Johann Elias Ridinger Anno 1760. / Mit beygefügter vortrefflichen Poesie des hochberühmten Herrn Barthold Heinrich Brockes“ in Schuber.

Thienemann + Schwarz 716-723; Katalog Weigel 16545 ( „alte jetzt nur selten vorkommende Abdrücke“, 1847!) + XXVIII (1857), 40 A (von C); Slg. Friesen 1030 (nur 2 Blatt, 1847); Slg. Coppenrath 1564 (tlw. angerändert, 1889); (Ridinger-)Katalog Helbing XXXIV (1900), 1259 als

„ Sehr  seltene  Folge “,

(Th. 717 dort in späterem Abdruck); Schwerdt III, 143; Stubbe, Ridinger, 1966, SS. 16 f. + 25 f. nebst Taf. 33 f.; Ausstellungs-Katalog Augsburg 1967 (3 Blatt) 75-77 + Abb. 15, irrig in der kompletten Stichzuweisung an Martin Elias; Ridinger-Kataloge Kielce, 1997, 126 f. (Th. 720 f.) + Darmstadt, 1999, IV.1-IV.7 (ohne Bl. 8), jeweils sämtlichs abgebildet. – Mit den Brockes-Versen (1-4) bzw. den jenem nachempfundenen im Unterrand.

Szenerien  wilder  Schönheit

Johann Elias Ridinger, Flußpferd + Löwe

der  BIG  FIVE  in  Savanne  und  Felsenbergen

doch auch in der Nähe des Menschen. Darunter

„ Der  wütige  Leopard  (recte Tiger)  wie  er  einen  Esel  zerreißt “

bei Gleichsetzung des Raubtiers mit Alexander von Macedonien. Die Folge beschränkte sich ursprünglich auf die von Brockes (Barthold Heinrich B., Jurist, Senator, Mitbegründer der Patriotischen Gesellschaft und, bleibend, Hamburgs wortgewaltiger Barockdichter, 1680-1747) betexteten und ausschließlich von Johann Elias auf die Platte übertragenen Blätter 1-4. Und war damit über obige Alexander-Widmung hinaus

als  Ganzes  das  Freiheitsfanal ,

als das sie hier erstmals analysiert wird. Und weswegen sie denn auch über Jahrzehnte hinweg unveröffentlicht blieb. Hier in der Abfolge

Das Pferd und der Löwe / Die bey ihren Jungen von einem Bären überfallene Löwin / Der wütige Leopard wie er einen Esel zerreißt / Der Elephant und das Nashorn / Der Pardel über einem Cameel / Der wilde Büffel und das Crocodil / Das Flußpferd und der Löwe / Der Auer Ochs und der Tieger.

Die unverbindlich-allgemeine Einbettung der Folge zeichnet Stefan Morét im Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, S. 91, mit den Worten :

„ Das Sujet des Tierkampfes gibt es seit der Antike, in der Graphik seit dem 16. Jahrhundert. Ein berühmtes antikes Beispiel, die Marmorgruppe des von einem Löwen gerissenen Pferdes, auf dem Kapitol in Rom, hat Ridingers erstem Blatt der Serie zum Vorbild gedient “ .

Allseits bis hin zu letzterem und, zuvor (1966), Wolf Stubbe bislang gänzlich übersehen indes jener Gleichklang zwischen Ridinger und Brockes, der das Bild zweier Männer zeichnet, wie es, zumindest bezüglich Ridinger’s, denkbar unbekannter , denkbar aggressiver , denkbar moderner kaum vorstellbar ist. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.449 / Preis auf Anfrage

Aus  der  Heimat  der  Par Force Jagd

Die  „französische  Jagd“

im  Jahrhundert  nach  Ridinger

Vernet, Carle (eigentlich Antoine Charles Horace, Bordeaux 1758 – Paris 1836). (La chasse à Courre [au cerf].) Folge von 24 Blatt. Kupferstiche mit Radierung (21,2-22,8 x 30,2-30,9 cm) von (Schwerdt: F.) Gamble. Ca. 1804/14. Hldr.-Bd. d. Zt. m. Rückenverg. und braun marmor. Deckelbezügen.

Dayot 16; Thiébaud 927 (in Unkenntnis der Erstzustände bei Dayot, Schwerdt + Jeanson bzw. hierselbst, siehe unten); Schwerdt III, 65 (per Gamble): „Highly interesting set“ (vor der Numerierung); Jeanson, 1987, 574 (vor Numerierung, dabei irrig Thiébaud’s „um 1830“ für dessen spätere Ausgabe übernehmend). – Nicht bei Souhart und in Slg. Schoeller.

VERNET’S  24blätterige  SUITE

als  der

großartige  Akkord  von  Instruktivität , Vielfalt  und  Bildreichtum ,

hier im endgültigen Zustand wie von Dayot als einzigem beschrieben, also sowohl mit der Adresse (wie schon Jeanson und zu unterstellendermaßen Schwerdt) „Déposé à la Bibliothèque Impériale“ als auch der Numerierung oben rechts. Thiébaud kennt die Folge nur als gleichfalls numerierte spätere Ausgabe mit der Adresse „Paris, Veuve Turgis“ und datiert sie solchermaßen zu spät auf „vers 1830“.

Die  klassische  Interpretation  eines  neuen  Jahrhunderts

als Antwort auf die barocke Fülle des übermächtigen Ridinger, der sich interessanterweise außerhalb Deutschlands gerade auch in Frankreich bis zur Revolution größter Wertschätzung erfreut hatte. Nun aber Vernet. Erst hochbezahlter Meister des Adels, dann mit der roten Jakobinermütze, aber unbeirrt in der Darstellung dessen, was großer Herren Lebensart ist. Vernet der Mittlere, Sohn und zugleich Vater berühmter Kollegen.

Seine außerordentlich seltene Folge übertrifft die 1756er Ridinger’sche nominell bereits um das Anderthalbfache, läßt aber zusätzlich die Details deutlicher hervortreten. Immer ist das Geschehen selbst der Nabel, dem das Umfeld nachgeordnet bleibt. Daß ein unvergleichlich herrlicher Pferdeaspekt hinzutritt, liegt in der Natur des Künstlers – Vernet war ein Pferdenarr. So sind denn auch die hiesigen Parforcepferde von einer Rasse, die den Betrachter kribbelig macht, nicht gleich aufsitzen zu können. Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., XVI, 144 hebt daneben auch die Jagden und Hunde hervor. Kurz,

das  ganze  Spektrum  einer  Parforcejagd  gedieh  Vernet  zur  Lust .

Sämtlichs mit Situationsbezeichnung, Künstler- (4 x Dessiné par C. Vernet, Rest Vernet delt.) + Stecher-Signatur (4 x Gravé par Gamble, Rest Gamble sc.) sowie dem Déposé à la Bibliothèque Impériale als Datierungshilfe. Eine solche auch seitens der Stecher-Signatur gegeben. – Die linken Plattenränder überwiegend etwas scharf eingedrückt und vorsorglich säurefrei hinterlegt. So auch zwei Unterrandeinrisse. Die breiten Papierränder zwei- bis dreiseits meist nur wenig und zudem im Außenrand stockstippig, die Innenränder mit wohl von entfernten Deckblättern herrührenden Montageresten, der vordere Vorsatz mit altem Papier erneuert. Der Einband mehr oder weniger stark beschabt bzw. bestoßen, dennoch nicht unproper und als zeitgenössisch patinahaft-schön. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.049 / Preis auf Anfrage


“ It came!  My plate [already documented as lost] was delivered and it is in excellent condition. I cannot explain all of the delays or what happened. It is in the original packaging that you described and it was delivered by DHL, not the postal service (as  far as I can tell – it was left on the porch [!!]). So thank you and so glad that this long story has such a nice ending. It was nice dealing with you, thank you for the plate! ”

(Mrs. J. C., May 8, 2010)

 

Die  Auslese  des  Tages