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Händels große Interpretin

Caterina Gallis Liebeslied als Monkeyana

Landseer, Thomas (1795 London 1880). When first I saw thee graceful move. Liebesszene auf einer Bühne vor Hafenkulisse. Sie zierlich und schmachtend, er hingerissen singend. Im Hintergrund Schlägerei. Die Personen in menschlich gekleideter Affengestalt. Radierung. (1827/28.) Bezeichnet: T. Landseer, ansonsten wie unten. 16,6 x 20,2 cm.

Rümann, Das Illustrierte Buch des 19. Jhdts., Leipzig 1930, SS. 99 ff.; Nagler 1; Thieme-Becker XXII, 305. – Auf besonders breitrandigem, schwerem Papier. – Unter- und Seitenränder in den Außenpartien schwach stockfleckig. – Mit Vers aus Caterina Gallis Liebeslied:

Thomas Landseer, When first I saw thee graceful move

„ When first I saw thee graceful move. Ah me, what meant my throbbing breast
Say soft confusion, art thou Love! If Love thou art — then farewell rest. “

Caterina Galli (Cremona? ca. 1723 – Chelsea 1804) kam 19jährig nach England und erlangte als Mezzosopran vor allem in Hosenrollen große Beliebtheit. 1754 für gut zehn Jahre nach Italien zurückgekehrt, folgten zahlreiche Premierenauftritte an den führenden Opernhäusern von Genua, Venedig und Neapel. Wieder in England, hatte sie 1773 am Haymarket Theatre in der Alt-Rolle des Messias einen besonderen Triumph. Bleibendes Vermächtnis denn auch generell ihre Partien – vielfach in Uraufführungen – in Händels Oratorien, darunter Judas Maccabaeus, Joshua, Alexander Balus, Solomon und Theodora.

Schöner Abdruck auf großem Papier aus der berühmten Monkeyana-Suite , einem der nur wenigen frühen und somit typischen Werke Landseers :

„ Daß man Thomas Landseer nur nach solchen Illustrationen beurteilen darf, beweist ein kleines Büchlein mit Holzschnitten, die so gut wie nichts von seinem Geist fühlen lassen “ .

Ab 1827 geschaffen, erschienen die einschließlich Titel insgesamt 25 mit Untertexten aus Klassikern versehenen Radierungen lieferungsweise 1828 in drei Ausgaben: Normalausgabe in Quart, Ausgabe auf größerem Papier in groß-4° sowie als Ausgabe mit Zustandsdrucken, gleichfalls in groß-4°. Daneben Exemplare auf aufgewalztem China.

Im übrigen qualifiziert Rümann unter anderem :

„ Viel bedeutender war Edwins Bruder Thomas Landseer …

… in den zwanziger Jahren trat er selbständig mit einer Serie von 25 Blatt hervor, die 1828 unter dem Titel ‚Monkeyana‘ … erschienen (Abb. 57).

Technisch sind seine Radierungen meisterlich ,

nicht minder bewundernswert ist die geistige Beherrschung des Stoffes. Mit viel Humor und scharfer Beobachtung versetzt er das bürgerliche Leben seiner Zeit ins Affenleben. Sein Spott ist beißend, fast bösartig. “

Hinsichtlich letzterer Wertung dürfte für vorliegendes Sujet indes der zeitgenössische Nagler – Monogrammisten V, 686 – treffender urteilen :

„ … die Sitten, Trachten und Thorheiten der Zeit
(hat Landseer) ergötzlich carrikirt “ .

Und Stechow resümiert souverän :

„ Affen haben Künstler seit jeher fasziniert “

(Pieter Bruegel, Köln 1977, Seite 76).

„ Der Affe als das dem Menschen ähnlichste Tier spielt seit der Antike in der Kunstgeschichte eine wichtige Rolle.

Als figura diaboli ,

als Symbol der Sünde und des Sündenfalls ,

als Narr , als Vanitasfigur

kommt er in unterschiedlichstem Zusammenhang vor … (A)uch der übliche religiöse Bezug in der Sinngebung des Affen als

des in seiner Leidenschaft für weltliche Dinge

verstrickten Menschen … “

(Hella Robels, Frans Snyders, München 1989, Seite 43).

Später widmete sich Thomas Landseer vorwiegend der Wiedergabe der Tierdarstellungen des Bruders Sir Edwin.

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