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Franz Edmund Weirotter, Ruine der Ponte Sublicio am Tiber

Weirotter, Franz Edmund (Innsbruck 1733 – Wien 1771). Ruine der Ponte Sublicio am Tiber. Vorn zwei netzeinholende Fischer, am jenseitigen Ufer imposante Gebäude nebst Aquädukt. Radierung. Bezeichnet: F. E. Weirotter fecit / 10. 14,2 x 19,8 cm.

Nagler V, 10. – Mit hs. alter Bister-Bezeichnung „On the Tiber, without Rome“.

Mit Darstellung eines jener legendären Aquädukte

als großartigsten Schöpfungen der alten Baukunst .

„ (Denn) weit ausgebildeter finden wir die Aquädukte bei den Römern, wo sie selten unterirdisch, sondern meist auf gewölbten Bogenstellungen hingeführt wurden und zu den großartigsten Schöpfungen der alten Baukunst gehörten. Die Leitungen bestanden aus Holz, Blei, ja Leder, meistens aber aus Steinkanälen. Die in die einzelnen Häuser führenden Leitungen waren … gewöhnlich aus Blei “

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., I, 107).

Die Landschaftsradierung erlebte mit Weirotter einen schönen Höhepunkt und Schmutzer, seinerzeitiger Direktor der Wiener Akademie, empfahl Maria Theresia 1766 die Berufung des noch jungen Künstlers an die Akademie, damit er dort das Landschaftsfach übernehmen könne. Laut Schmutzers Bericht an die Kaiserin verdiente der Mittdreißiger

„ mit seinen geätzten Landschaften ,

welche in England , Holland und Deutschland gerne gekauft würden ,

jährlich 4-5000 . “.

Der Berufungsvorschlag wurde vom Staatsrat umgehend angenommen, da Weirotter sonst „bereits einen Ruf nach Sachsen in Händen habe“. Bei seinem allzu frühen Tode jedoch fand „sein gesamter künstlerischer Nachlaß in Wien keine Abnehmer; er ging nach Paris. Kenner und Freunde seiner Blätter

mußten die Abdrücke einzelner Blätter theuer bezahlen …

Als Radierer zählt Weirotter zu den hervorragendsten Künstlern … “

(ADB XLI [1896], 520 f.),

wobei er „auf den beiden ihm (in Wien) zugewiesenen Gebieten, der Landschaftszeichnung und der Radirung, eine wahrhaft staunenswerte Tätigkeit entwickelt

u. Impulse gegeben (hat) , die heute noch fortwirken “

(Thieme-Becker XXXV [1942], 309, Carl von Lützow zitierend).

Sein ganzes Können spiegeln die Arbeiten nach eigener Vorlage wider (wie denn auch hier). Seine Hochschätzung bei den Zeitgenossen ergeben Briefe von und an Wille als dem in Paris residierenden deutschen Kunstpapst. So Winckelmann gelegentlich Weirotters Aufenthalt in Rom „Herr Weirotter hat mir … ein Geschenk mit eigenen Arbeiten gemacht,

die ich zu den besten in der Art rechne

… Dieser junge Künstler wird seinem Vaterlande Ehre machen“. Und in Rückblick auf den vorangegangenen Pariser Ausbildungsaufenthalt bei Wille (1759/63) dieser an Hagedorn in Dresden „Er ist so fertig im Zeichnen geworden, daß seine Zeichnungen weit leichter als seine Gemälde aussehen“. Und als Sammler der Leipziger Bankier Gottfried Winckler „Ich zweifle nicht, daß uns H(err).

Weirotter nach der Italienischen Reise wird vil schönes liefern “.

Zitiert nach Décultot et al. als Hrsg., Wille-Briefwechsel, Tübingen 1999, SS. 314, 316, 318, jeweils aus 1764.

„ Weirotter – so Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jhdts., 2. Aufl., 1983, S. 338 – arbeitete auch nach P. Molijn, Jan van Goyen, Aert van der Neer – und Dietricy.

Seine eigenen Erfindungen sind entsprechend holländisch . “

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„ … sind die Dachse perfekt verpackt und verschnürt bei mir … angekommen. Schon das Auspacken des Bildes hat mir große Freude gemacht und der ‚Ridinger‘ gefällt mir sehr gut, da es eine realistische Stimmung am Bau wiederspiegelt … werde ihn unter meiner Dachsschwarte aufhängen … Ich nehme dies zum Anlaß auch weiterhin in ihrem Fundus zu suchen … Besonderen Dank auch für die Beilage der Dez. 08 Ausgabe von Wild & Hund mit dem gelungenen (Ridinger-)Artikel … Ihnen nochmals herzlichen Dank für ihre fabelhafte Arbeit … “

(Herr K. R., 19. Juni 2009)