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Weirotter, Franz Edmund (Innsbruck 1733 – Wien 1771). Weite Flußlandschaft mit Blick auf eine Stadt. Links Auen, rechts steinerne Brücke, jenseits Anwesen. Radierung. Bezeichnet: 2 / F. E. Weirotter fecit. 5,5 x 21,2 cm.

Franz Edmund Weirotter, Weite Flußlandschaft mit Blick auf eine Stadt

Nagler 16, 2. – Blatt 2 der 6blätt. Folge der „Six différantes vues d’après nature“, gewidmet dem in Paris tätigen Maler, Miniaturisten, Zeichner und Kupferstecher Johann Anton de Peters (1725 Köln 1795). Der mit Wille befreundete Peters, Grand-Maître de l’Ordre Teutonique und um 1763 von Ludwig XV. in den Adelsstand erhoben, war seit einem mehrjährigen Aufenthalt in Brüssel Hofmaler Karl Alexanders von Lothringen und Bar, Statthalter der Niederlande, und – seit 1768/69 – Christian VII. von Dänemark. – Auf festem Bütten. – Atmosphärisch stimmungsreiche Landschaftsszenerie.

Die Landschaftsradierung erlebte mit Weirotter einen schönen Höhepunkt und Schmutzer, seinerzeitiger Direktor der Wiener Akademie, empfahl Maria Theresia 1766 die Berufung des noch jungen Künstlers an die Akademie, damit er dort das Landschaftsfach übernehmen könne. Laut Schmutzers Bericht an die Kaiserin verdiente der Mittdreißiger

„ mit seinen geätzten Landschaften ,

welche in England , Holland und Deutschland gerne gekauft würden ,

jährlich 4-5000 . “.

Der Berufungsvorschlag wurde vom Staatsrat umgehend angenommen, da Weirotter sonst „bereits einen Ruf nach Sachsen in Händen habe“. Bei seinem allzu frühen Tode jedoch fand „sein gesamter künstlerischer Nachlaß in Wien keine Abnehmer; er ging nach Paris. Kenner und Freunde seiner Blätter

mußten die Abdrücke einzelner Blätter theuer bezahlen …

Als Radierer zählt Weirotter zu den hervorragendsten Künstlern … “

(ADB XLI [1896], 520 f.),

wobei er „auf den beiden ihm (in Wien) zugewiesenen Gebieten, der Landschaftszeichnung und der Radirung, eine wahrhaft staunenswerte Tätigkeit entwickelt

u. Impulse gegeben (hat) , die heute noch fortwirken “

(Thieme-Becker XXXV [1942], 309, Carl von Lützow zitierend).

Sein ganzes Können spiegeln die Arbeiten nach eigener Vorlage wider (wie denn auch hier). Seine Hochschätzung bei den Zeitgenossen ergeben Briefe von und an Wille als dem in Paris residierenden deutschen Kunstpapst. So Winckelmann gelegentlich Weirotters Aufenthalt in Rom „Herr Weirotter hat mir … ein Geschenk mit eigenen Arbeiten gemacht,

die ich zu den besten in der Art rechne

… Dieser junge Künstler wird seinem Vaterlande Ehre machen“. Und in Rückblick auf den vorangegangenen Pariser Ausbildungsaufenthalt bei Wille (1759/63) dieser an Hagedorn in Dresden „Er ist so fertig im Zeichnen geworden, daß seine Zeichnungen weit leichter als seine Gemälde aussehen“. Und als Sammler der Leipziger Bankier Gottfried Winckler „Ich zweifle nicht, daß uns H(err).

Weirotter nach der Italienischen Reise wird vil schönes liefern “.

Zitiert nach Décultot et al. als Hrsg., Wille-Briefwechsel, Tübingen 1999, SS. 314, 316, 318, jeweils aus 1764.

„ Weirotter – so Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jhdts., 2. Aufl., 1983, S. 338 – arbeitete auch nach P. Molijn, Jan van Goyen, Aert van der Neer – und Dietricy.

Seine eigenen Erfindungen sind entsprechend holländisch . “

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„ Das Bild ist heute zu meiner vollsten Zufriedenheit eingetroffen … Für die reibungslose und prompte Lieferung dankend, verbleibt mit den besten Endjahreswünschen, freundlichst Ihr … “

(Herr K. v. F., 16. Dezember 2008)