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Fränkischer Hl. Hubertus in Rom

Reinhart, Johann Christian (Hof 1761 – Rom 1847). Die Landschaft mit dem Hl. Hubertus. In bühnenartig felsig-waldigem Vordergrund zur Linken der erhöht stehende Hirsch, auf gegenüberliegender Seite symbolträchtig besonnt der auf die Knie niedergefallene junge Edelmann mit dem Hirschfänger an der Seite, die Rechte auf die Brust gedrückt und mit der erhobenen Linken grüßend. Hinter ihm Dreier-Meute und das Pferd führender Jagdknecht mit Gewehr. Talwärts geht der Blick mittels Bildöffnung in das in hellem Licht liegende tiefgestaffelte bergige römische Umfeld. Radierung. Bezeichnet auf Stein unten rechts im Bild „R (ligiertes JR?) / 1811.“ + links unterhalb des Bildes J. C. Reinhart inv. et fec. Romæ 1810 (sic!). 20,7 x 26,9 cm.

Provenienz

J. E. Wetterauer

Altmeister-Graphik u. Zeichnungen
dessen kleinerer runder Monogrammstempel in Schwarz verso
(Lugt 4267, nach 2000, nur wenige Monate in Gebrauch)
nebst Inventarnr. 3666

Schlieker, Die Verehrung des hl. Hubertus im Wandel der Jahrhunderte, 2016, Abb. 29/78 (dieses Explr.). – Nicht unter den 172 Abbildungen der gegenüber der 1927er Erstauflage reich vermehrten 1949er zweiten von Huyghebaerts Sint Hubertus Patroon van de Jagers in Woord en Beeld.

Andresen-Feuchtmayer 123, II (von III); Nagler, Monogramm., IV, 3507 (als „R“), 1; Ders., Künstler-Lex., 50. – Blatt 1 der im Unterrand mit 1805, 1810 + 1815 datierten 6blätt. Folge von Landschaften, „deren eine die Legende vom hl. Hubertus enthält“ (Nagler 50-55; Weigel, Kunstlager-Cat., IV [1837], 5327 [Abdrücke auf Tonpapier]).

Eines der wenigen Blätter des Œuvre mit zusätzlichem Monogramm:

„ Die meisten Blätter tragen den Namen des Künstlers, nur wenige den Buchstaben R und C.R. Mit R sind (5) bezeichnet: 1) Die Landschaft mit dem hl. Hubertus, 1811. … “ (Nagler).

Johann Christian Reinhart, Die Landschaft mit dem Hl. Hubertus

DAS BÜHNENARTIG KOMPONIERTE REICHE SUJET – der Heilige gleichwohl dürer-deutsch mit aufbelassenem Federhut ! – in sehr schönem Druck mit 0,3 (unten) bis 0,8 cm Rand rundum auf tonigem Velin. – Rückseitige Bräunung nebst zwei schwachen Wasserstreifen am Rand, erstere bildseits fast nur unten rechts im weißen Rand etwas, von den Wasserstreifen nur der linksrandige und nur kaum bemerkbar.

„ R.s frühe Entwicklung in Deutschland, durch Klengel glücklich geleitet, in Meiningen voll entfaltet, zeigt eine

ungemeine Frische u. Freiheit der Empfindung gegenüber der Natur ,

besonders in Zeichnung u. Radierung. Hier zählt er zu den bedeutendsten Entdeckern der intimen, nahe gesehenen Landschaft, zu den Befreiern eines neuen dinglichen Sehens aus den Fesseln holländ. Tradition in Deutschland. Diese erquickende Ursprünglichkeit der Beobachtung hält auch noch in der ersten röm. Zeit vor … ja erst dort sind seine lebensvollsten Tier-Radierungen entstanden, die ihn neben die Erneuerer der Tierdarstellung … stellen und weit ins 19. Jahrh. hineinweisen. Das starke Naturerlebnis von Meiningen durchglüht auch noch seine frühen Idyllenbilder in Rom mit ihrer schönen Verschmelzung von Naturalismus und kühner Raumweite … “

„ Ein großer Jagdfreund, staffirte er seine Landschaften gern mit Thieren … aus “

(Thieme-Becker XXVIII [1934], S. 126, bzw. Richard Muther in der ADB [XXVIII, 1889, S. 75]).

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„ Greetings from your Italian friend and Beethoven collector … Please inform me … “

(Sign. L. B., December 10, 2005)