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Literaturunbekannter Zwischenzustand

vor Vollendung des zweiten Zustands

Brussel, Hermanus van (Haarlem 1763 – Utrecht 1815). Die Landschaft mit den beiden Anglern am Wasser. In reicher Auenlandschaft mit Kirchturm in der Distanz des gegenüberliegenden Ufers. Radierung. Um 1805. Bezeichnet oben links: 3. 13,5 x 20,5 cm.

Hermanus van Brussel, Die Landschaft mit den beiden Anglern am Wasser

Sliggers 15, (vor ?) II; Nagler 14. – Auf Plattenkante oder innerhalb des Plattenrandes geschnitten in möglicher Analogie zu der einschließlich Titel 7blätt. Folge der Verschijen Landschap, von denen bis zu vier Blatt auf insgesamt lediglich 3 Platten geätzt worden waren, die erst für die 1815er postume Ausgabe geteilt wurden. – Oben links winzige Eckverletzung im freien Feld der Bildeinfassung und gesamthaft bildseits etwas altersspurig bzw. verso, und damit weniger relevant, durchweg altersfleckig und mit drei alten Montageflecken.

Sehr schöner Druck des charmanten Blattes ,

gegenüber dem Exemplar des zweiten Zustands im British Museum (1856,0712.241) im Blattwerk des linken Baumes noch Fehlstellen aufweisend und in den Himmelspartien wohl auch noch zarter geätzt. Vor allem aber beherrscht auf hiesigem Blatte noch

– als wohl noch dem Erstzustand zugehörig –

ein einzelner großer schwarzer Busch rechts unterhalb der Kuppe den ansonsten grasbewachsenen Hügel in Bildmitte. Auf dem Londoner Exemplar ist dieser bereits deutlich verkleinert und auf Kuppe + linkem Hang um zwei weitere Büsche ergänzt, wie sie sich unbeschadet weiterer Veränderungen dann auch im dritten, endgültigen Zustand finden (vgl. Abb. Sliggers 15, III, sowie BM 1856,1213.86).

Ansonsten ohne die beiden rastenden Figuren der Erstversion rechts vom linken Baum, aber mit den beiden Anglern in Bildmitte am Ufer sowie den drei zusätzlichen Vögeln und dem ausgearbeiteten Himmel als nach Sliggers den Merkmalen des zweiten Zustandes. Solchermaßen ein

die Reihe der Unica des graphischen Œuvre bereichernder

begehrenswerter unbeschriebener Zwischenzustand

und damit zugleich reizvoller Blick über des Meisters Schulter :

„ Angesichts der Tatsache, daß beispielsweise im Kupferstichkabinett zu Leiden die meisten Radierungen einzig im letzten Zustand (bisweilen sogar in mehreren Exemplaren) vorliegen, können wir annehmen, daß Van Brussel die früheren Zustände als dem Entstehungsprozeß zugehörig betrachtete. Die Sammlung im Haarlemer Gemeentearchief ist einzigartig, als diese zu einem Großteil aus dem Nachlaß des Künstlers stammt … und daher alle ‚Zustandsdrucke‘ umfaßt “

(B. C. Sliggers, Hermanus van Brussel, Biografie en catalogus van zijn prentwerk, 1999, S. 15).

Auf diese weist auch Nagler, Monogrammisten III, 1621, hin:

„ Diese Blätter … sind geistreich radirt, und es existieren Druckverschiedenheiten, mehr oder weniger vollendete Abdrücke, und dann auch solche mit Veränderungen … (H. v. B.) wird zu den vorzüglichsten holländischen Meistern seiner Zeit gezählt … hier aber handelt es sich nur um die radirten Blätter, welche … aber theils zu den Seltenheiten gehören “

Bezüglich letzterem denn auch hier rückseits in Bleistift früherer Hand „H. v. Brussel / Selten“. Wie sich denn auch in den meisten bekannten Sammlungen lediglich Abdrucke aus der postumen 1815er Ausgabe sowie einer lediglich durch einen undatierten Umschlag im Haarlemer Gemeentearchief bekannten Dresdener Ausgabe von 16 kleinen Landschaften finden. Im übrigen aber knüpfte

„ Die freie Landschaftsgraphik (in Holland) mehr oder weniger an die in der Mitte des 18. Jahrhunderts unter dem Einfluß von Van Ruisdael und seiner Umgebung in Deutschland – u. a. von Johann Alexander Thiele, F. E. Weirotter, Johann Christian Klengel, J. Nothnagel und Heinrich Herterich – geschaffenen Arbeiten an … Die neue Richtung in der Landschaftskunst konzentrierte sich vor allem auf Haarlem … Von den 60 hinterlassenen Radierungen (H. v. B.s) stellen 45 Landschaften dar. “

Und die Qualität seiner Landschafts-Radierungen kennzeichnet nichts Geringeres, als daß „auf einer 1851er Amsterdamer Versteigerung eine Radierung seiner Hand als ein unbekanntes Werk von Simon de Vlieger (1601-1653)“ gehandelt wurde

(Sliggers, a. a. O., SS. 13 + 4).

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„ … wartete das (Eulen-)AHA auf mich … Das Foto von den Waldohreulen(-Jungen in Ihrem Garten) fand ich sehr gelungen, es fügt sich nahtlos in die Stiche ein. Ein wenig beneide ich Sie, denn mir (als aktivem Waidmann) war es bisher nicht vergönnt, diese Tiere in freier Wildbahn zu erleben. Niemeyers Garten ist tatsächlich ein heimlicher Wildpark “

(Herr P. D., 1. Juli 2015)