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Ohnehin schon selten genug

und nun gleich auch noch so vollkommen schön

Larmessin, Nicolas II de (ca. 1638 Paris 1694). Habit de Chaudronnier. Der Kupferwarenhändler, reich behangen und bekleidet mit Kupferwaren. Mit Landschaftsstaffage. Kupferstich mit Radierung bei/von Gerard Valck (1651/2 Amsterdam 1726). Ca. 1695-1720. Bezeichnet: G. Valck. Excudit., ansonsten wie vor. 28,2 x 18,9 cm.

Nicolas de Larmessin, Chaudronnier

HABIT DES MÉTIERS ET PROFESSIONS. – Lipperheide Pe4 (andere Ausgabe); Colas 1779; British Museum I,7.195 (dreiseits innerhalb der Bildeinfassung, unten innerhalb der Plattenkante bei Teilverlust der Verleger-Signatur geschnitten). – Vgl. R. A. Weigert, Sur Larmessin et les costumes grotesques, in Nouvelles de l’Estampe, 2, 1969, SS. 67-75. – Auf feinem, gleichwohl festem, dreiseits unbeschnittenem holländischen Bütten wie auch von dem späten Ridinger für seine kostbaren illuminierten Folgen als dem „hierzu … anständigste(n) und beste(n)“ verwandt. – Typogr. Wasserzeichen. – An den Seiten 1-1,3, oben + unten 2-2,8 cm breitrandig. – Im Oberrand die ursprünglichen Löchlein der lieferungsweisen Heftung.

Prachtvoller , tiefschwarzer Abdruck

vor der Numerierung

aus Valcks Folge zeitgenössischer Nachstiche, erschienen in sechs Lieferungen zu à sechs Blatt.

Inwieweit die unterschiedlichen Titel, unter denen die Blätter bekannt sind – neben obigem Habit des métiers et profession auch Costumes grotesques et les métiers oder auch nur Costumes grotesques – ihren Ursprung in den verschiedenen Ausgaben haben oder letztlich schon auf Fortsetzungen seitens Larmessins zurückgehen, mag dahingestellt bleiben.

Lt. Colas alles in allem wohl 97 Blatt umfassend, erfreute sich die 1695 erschienene Folge großer Beliebtheit und entsprechend zahlreicher Ausgaben und Kopien. Gleichwohl sind vollständige Exemplare praktisch nicht nachweisbar. So finden sich in der Lipperheideschen Kostümbibliothek lediglich 38 Kupfer zuzüglich 40 Nachstiche, von denen 23 nicht im Original vorhanden sind. Und der Sammelband der Bibliothèque des Arts décoratifs in Paris weist gar nur 35 von 77 (sic!) Tafeln auf, ergänzt um – einschließlich einiger Doubletten – gleichfalls 40 Kopien im Gegensinn sowie zwei dem späten 18. Jahrhundert entstammende anderweitige Torsi. Auch das British Museum verfügt neben einem einzigen Larmessin-Kupfer nur über 25 Valck-Nachstiche, darunter eine Doublette. Derzeit am Markt zudem eine Folge von 38 seitenverkehrten Kopien.

Besagten seitenverkehrten Kopien als tatsächlichen Raubkopien gemein neben dem Wegfall der landschaftlichen Staffage vor allem das Fehlen jeglicher Künstler-, Stecher- oder Verleger-Bezeichnung.

Valcks Nachstiche hingegen

— so auch hier —

mit der vollen Staffage und zudem seitenrichtig

und überdies mit dessen Excudit versehen.

Anstehender Chaudronnier übrigens zumindest sowohl in Paris als auch besagtem Marktexemplar fehlend. Wie denn generell auch Einzelblätter gleich welcher Ausgabe nur vereinzelt und vielfach in beklagenswerter Erhaltung – so sind denn auch die Blätter des British Museum durchweg wenigstens bis zur Bildeinfassung, vielfach auch innerhalb dieser beschnitten und auch sonst zeitspurig – vorkommen.

Nach Weigert ausschließlich Nicolas II zuzuschreiben, sollte indes nicht zuletzt in Hinsicht auf den Umfang der Folge zumindest eine Mitarbeit des jüngeren Bruders Nicolas III (1640 Paris 1725) – dem die Folge anderwärts auch zugeschrieben wird – nicht à priori ausgeschlossen werden.

Mit den Attributen des jeweiligen Gewerbes nicht allein behangen, sondern mehr oder weniger bekleidet – so bilden hier Kannen und Krüge Arm- + Beinkleid, während Kessel den restlichen Körper umhüllen und ein Eimer als Hut dient – , schließen Larmessins Darstellungen an die Grotesken des Manierismus an und lassen an Sujets von Guiseppe Arcimboldo (1530 Mailand 1593) als wichtigen Vorläufern des Surrealismus denken. Wie Lipperheide denn auch von Allegorien der Handwerke und Gewerbe spricht.

Hier vorliegend denn der Kupferwarenhändler im zeitgenössischen seitenrichtigen Nachstich bei Gerard Valck von, es sei wiederholt,

absolut perfekter Druckqualität + makelloser Erhaltung

auf dreiseits unbeschnittenem Linienpapier

und solchermaßen ebenso selten wie selten so schön .

Angebots-Nr. 15.777 | EUR 870. | export price EUR 827. (c. US$ 1000.) + Versand


„ perfekt, Vielen Dank! “

(Frau S. N., 4. Mai 2017)