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Die  klassische  Wanderung

Königssee — Obersee — Fischunkel Alp

Viehbeck, Carl Ludwig Friedrich (Niederhausen, Franken, 1769 – Wien 1827). Ober-See und Fischunkel-Alp im Nationalpark Berchtesgaden unterhalb des Röthbachfalls als dem höchsten Wasserfall Deutschlands. Blick von Süden über die Alp mit dem noch ursprünglichen, 1840 abgebrannten und dann wiedererrichteten bekannten Blockhaus – „beliebtes Ausflugsziel von Touristen nach einer Königsseeschifffahrt … eingebettet in einer eindrucksvollen Gebirgslandschaft“ (Wikipedia) – nebst unweit links von diesem liegender Blockhütte über den See hinweg auf den Watzmann mit vorgelagertem Hachelkopf. Im Vordergrund reiche Viehstaffage von Rindern + Schafen, auch Ziegen, sowie Hüte- + Melkfrau. Umriß-Radierung von Carl Heinrich Rahl (Hoffenheim/Baden 1779 – Wien 1843). (1815.) 46 x 54,5 cm.

Carl Ludwig Friedrich Viehbeck, Ober-See und Fischunkel-Alp bei Berchtesgaden

Kleines Wz. – Im breiten weißen unteren Plattenrand von alter (ursprünglicher?) Hand in Bleistift bezeichnet: Die Fischungl Alpe in Berchtesgaden. – Zwei hinterlegte kleine Randrisse. – Nach Hauptmann Viehbeck, der sich

„ als Zeichner einen rühmlichen Namen (machte). Wir verdanken ihm einen Cyklus malerischer Ansichten der österreichischen Monarchie in Aquarell, welche 1820 von berühmten Künstlern zu Wien radirt und colorirt erschienen “

(Nagler XX [1850], 229).

Im Gegensatz zu jenen mit nur ca. 17,5 x 26 cm erheblich kleinformatigeren Blättern (erschienen sowohl mit als auch ohne topographische Bezeichnung) hier indes vorliegend aus der

weitaus  selteneren  früheren ,

zudem  sichtlich  großformatigeren  Ausgabe

dieser schönen, nach der Natur gezeichneten Blätter. Offenbar in Lieferungen erschienen, ist hier allein in der British Libary eine mit nur 3 Blatt überdies unkomplette Serie von 4 Ansichten von Salzburg von der Nord-Seite, Hallstadt, dem Kapuziner Berg bey Salzburg, und der Fischungl Alpe am Obersee, geätzt von Jakob Gauermann und Carl Rahl, nachweisbar (Cartographic Items Maps 28327.[3.]). Nagler war – siehe unten – zumindest ein weiteres Motiv im großen Format bekannt. Vorbehaltlich fehlender Maßangaben im Katalog der Österreichischen Nationalbibliothek könnten insgesamt 16 Blatt erschienen sein. Geringfügige Detailabweichungen offenbaren zumindest, daß sich dort von anstehendem Obersee immerhin gleich 4 (!) Exemplare der späteren kleinen Ausgabe finden, aber nur eines der großen (koloriert; Pk 217, 90). Das hiesige nun aber überdies im

Abdruck  noch  vor  aller  Schrift + Kolorit

in  seinem  delikat  differenzierenden  Ursprungs-Schwarz .

Damit aber in seinem von feinem Rand eingefaßten vollen Plattenformat, demgegenüber die farbige Ausführung in der Regel auf allenfalls reines Bildformat von nur ca. 36 x 54 cm beschnitten wurde.

Gestochen von Carl Rahl Vater, den Nagler als Auftakt des Artikels zum gleichnamigen Historienmaler-Sohn einen „berühmten Kupferstecher“ nennt und per Viehbeck abschließend vermerkt „C. Rahl stach grosse Ansichten von Hallstadt und Attrosee (recte wohl eher der Abersee, d. i. Wolfgangsee, als der Attersee), zwei Landseen im Gebirge“ und solchermaßen nur in Teilkenntnis der großformatigen früheren Ausgabe. Und auch Thieme-Becker (XXVII [1933], 571) notieren: „ging 1799 nach Wien, wo er sich als Reproduktionsstecher einen Namen machte“. Solchermaßen avancierte er 1815 zum Mitglied der Akademie, 1829 zum Kammer-Kupferstecher und 1840 zum Akademie-Professor. Bekannt und geschätzt nicht zuletzt auch als Hogarth-Nachstecher, als welcher er hierselbst mit stets gutem Angebot präsent gehalten wird.

Angebots-Nr. 15.843 / EUR  830. / export price EUR  789. (c. US$ 954.) + Versand


„ Lieber Herr Niemeyer, Ich freue mich über Ihr selten gewordenes Qualitätsempfinden! Ein einwandfreies Exemplar des Goltzius wäre mir schon auch lieber! MfG “

(Herr M. N., 21. April 2015)