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Jacob Duck, Wartender Reiter am Fluß

„ … ein Kunstsammler bezahlte (1830) aber … 100 . für dieses Blatt “

Duck, Jacob (Utrecht um 1600 – begr. ebda. 1667). Die Flußlandschaft mit dem wartenden Reiter nach links (sic!, siehe unten). Dieser dominant ganz vorn in Erwartung eines durch den Fluß kommenden zweiten, beides wohl Offiziere. Kleinfigurig hinter diesem ein knietief watender Soldat mit wohl Lanze in der Rechten, indes die Linke auf eine schwimmende oder flößende kleine Figur weist. Auf links im Bild hart zum Ufer abfallendem Felsen des jenseitigen Ufers ein Gebäude mit schwerem Rundturm. Ein weiteres Gebäude unten am Ufer ganz linksaußen. Und zum rechten Bildrand hin ein Gebäude-Ensemble mit hohem Turm mit Zwiebelspitze, dahinter der Fluß eine Biegung nach links macht, in der Ferne auf Höhe eines diesseitigen Höhenzuges befahren von einem Segler. Radierung. Blattgröße 18 × 23,3 cm (7⅛ × 9⅛ in).

Hollstein 8; Nagler, Monogramm., III (1863), Ducq, 2184, 8; Wurzbach I (1906), 434, Duck, 8; Katalog Davidsohn I (1920), Ducq, 1378 („Zweifelhaftes Blatt … Sehr selten“, verweisend im übrigen auf Weigel, Supplement, SS. 24 f. + Dutuit V, Seite 47). – Schlußblatt einer 4blätt. Folge – das 3. eine Reitschulscene am Pilar – , deren erste beide von Roman de Hooghe (1645-1708) stammen, der auch schon mit der Gesamtfolge in Verbindung gebracht wurde. So auch noch lesbare hs. Zuweisungen rückseits der hiesigen beiden Blätter, auf anstehendem zusätzlich auch noch der Name Philips Wouwerman’s.

Mit der Nr. 4 unten rechtsaußen im weißen Rand, doch wohl kaum mit den von Nagler „Vorn in der Mitte des Grasbodens, etwas nach links, bemerkt(en) … Buchstaben I D f.“, diesbezüglich denn auch Wurzbach vermerkt „Nach Nagler angeblich bez. …“. Auch Brulliot wäre es entgangen, siehe unten. – Mit nahezu complettem großen Wz. Aufgerichteter Löwe in doppelt eingefaßtem Kreis unter Lilie mit Schwert in der Rechten und Pfeilen in der Linken als Variante zu Heawood 3140-3145 (1651 bis ca. 1689) einschließlich der Kreisfüllsel, doch ohne deren Wappenschild. – Unten rechts geprägter kleiner ovaler Sammlungs-Stempel A (?, H? R?), für den hier in Lugt keine Auflösung recherchiert werden konnte.

Das malerische Blatt im vorzüglichen Druck der Sammlung J. H. Anderhub .

Figurierte, wie auch weitere Graphik, nicht auf der 1963er Bücher-Versteigerung der „Bibliotheca Hippologica I. H. Anderhub“. (Yale Center for British Art: „… the bulk of this collection, with the exception of some individual prints and plates, was sold in 1963“.)

Dreiseits bei 2-4 mm umlaufendem Rändchen auf Plattenkante geschnitten, oben eher auf Bildeinfassung bei indes viel weißem Plattenfeld. Dieses linksaußen und Mitte mit bemerkbarem ganz schwachen Bräunungsanflug. Zwei durchgehende feine vertikale Quetschfältchen bildseits nur oberhalb von Pferd + Reiter erwähnenswert. So auch eine leichte diagonale Faltspur im rechtsseitigen weißen Bildfeld.

Überholtermaßen 1863 von Nagler Jan le Ducq in Den Haag als einem „der trefflichsten niederländischen Meister“ zugewiesen, wie denn lt. Thieme-Becker (1914) die Werke von Jacob Duck (etwa 1660 bis 1661 in Den Haag) seit dem 18. Jahrhundert meist unter le Ducq’s Namen liefen. Und 1906 auch schon Wurzbach:

„ Er ist wohl zu unterscheiden von … Jan le Ducq … mit welchem seine künstlerische Persönlichkeit lange identifiziert oder verwechselt wurde. Er ist nach dem Darstellungskreise seiner Bilder mit Peter Codde und Ant. Palamedes verwandt …“

„ Dieses geistreich radirte Blatt – so Nagler – beschreibt Brulliot im Catalog Aretin No. 4401 mit der Bemerkung, dass es in le Ducq’s Manier radirt sei. Er übersah die (wohl irrtümlichen, s. o., Signatur-)Buchstaben,

ein Kunstsammler bezahlte aber bei der (1830er) Auktion

100 . für dieses Blatt “ ( !! ) .

Davidsohn-Schätzpreis 90 Jahre später dann 300 RM. Und nach knapp weiteren 100 Jahren beförderten engagierte Auktions-Bieter den 600-Euro-Schätzpreis eines provenienzlosen Exemplars auf einen Endpreis von nunmehr 1408 Euro !!

Dabei Nagler – wie auch Wurzbach als mutmaßlich übernommen, da gleichfalls nur dieses eigens beschreibend – den Reiter als „in Profil nach rechts“ kennzeichnend, indes er hier nach links steht, ohne damit aber eine spiegelbildliche Kopie zu begründen. Denn konform zu Nagler stehen das Gebäude am jenseitigen Ufer und der Rundturm auf dem Felsenberge darüber linksseits. Eine Stellung des Reiters nach rechts entspräche überdies nicht dem landschaftlichen Arrangement. Korrekt hält der Reiter denn auch die Reitgerte mit der Linken, die Zügel aber mit der Rechten, wie auch der Soldat im Wasser seine Lanze. Diese übliche Handhaltung analog auch zu obiger hiesiger Dressurszene als Blatt 3 der Folge.

Zu Jacob Duck’s Ölen siehe Nanette Salomon, JAKOB DUCK and the Gentrification of Dutch Genre Painting, 1998.

Angebots-Nr. 28.978 | EUR 630. | export price EUR 599. (c. US$ 724.) + Versand


„ … Die (vom Schwiegervater geerbten Par force-Jagd) Ridinger … habe ich in meinem Arbeitszimmer bestens neben einem Gobelin plaziert und möchte sie nicht mehr verkaufen. Besten Dank und ein Kompliment an Ihr Haus, dass Sie nach so vielen Jahren noch an mich gedacht haben “

(Herr K.-A. H., 2. Februar 2004)