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Annibale Carracci, Bürstenhändler

Carracci, Annibale (Bologna 1560 – Rom 1609). Scopettaro. Der seine Ware ausrufende Bürstenhändler um 1600, die er in Händen, am Arm und in und an dem über einem Arm hängenden Korb trägt. Radierung von Simon Guillain II (Paris 1618 – 1658 [?]). (1646.) Bezeichnet: 18 / Annib. Carac. Inu. / Sim. Guillain. Scu., Titel wie oben. Blattgröße 27,3 x 16,4 cm.

Beall I 2; Lipperh. Jba 15; Nagler, Künstler-Lex., II, 390 + V, 445; Allgemeines Künstler-Lex. XVI (1997), 564 ff. + LXV (2009), 247. – Die Ausrufer von Bologna XVIII. – Abdruck der 2. Ausgabe von 1740, der erst die Bezeichnung hinzugefügt wurde. Die Stecher-Signatur nicht bei Beall. – Bis zum Bildrand beschnitten, aber auf breitrandigem Papier alt aufgezogen.

„ Die antiken und zeitgen. Kunstwerken entlehnte Pose der dargestellten Personen (in den Arti di Bologna) führt zu einer Nobilitierung der Unvollkommenheit des lebenden Modells durch das Zitat des großen Beispiels, aber umgekehrt zugleich zur Belebung des abstrakten künstler. Vorbildes mit der Präsenz der real dargestellten Figur. Dieser doppelt gesicherte Realitätscharakter gewährleistet jene C. eigene Ausgewogenheit zw. Naturalismus und Manierismus “

(Giovanna Perini, AKL).

Guillain arbeitete offenbar „v. a. als Reprod.-Stecher nach Vorlagen von Annibale Carracci, wie seine beiden Hauptwerke zeigen: … und die umfangreiche Folge Cris de Bologne“ (AKL). Das dort mit Verweis auf Sandrine Herman, Estampes françaises du XVIIe siècle (2008), genannte Todesjahr möglicherweise auf einer Verwechslung mit dem gleichnamigen Vater, dem Bildhauer Simon Guillain I (um 1581 Paris 1658), beruhend, wie denn bereits Nagler, in Unkenntnis von Vater + Sohn, jenem auch die Kupfer zuschreibt. Th.-B. vermerken für den Sohn lediglich 1646 als letzte Erwähnung.

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Einem sich nicht zu einer 12blätterigen Ridinger-Folge entschließen könnenden Interessenten mailte L.H.N. was sein altmärkischer Großvater zu sagen pflegte, wurde bei Tisch genörgelt: Wer nicht mag, ist der Beste.

Daraufhin der noch gleichen Tages nun zugreifende Reflektant:

„ … Denn : wer doch mag , ist nicht der Schlechteste “

(Herr C. R., 22. Februar 2017)