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unerreicht — unwiederholt

DIE IMPERIALEN

Hier denn
in ihrem elitärsten , weltweit unikaten Zustand

Johann Elias Ridinger
Ulm 1698 – Augsburg 1767

Johann Elias Ridinger, Die Par Force Jagd Eines Hirschen und Wie Er Erlegt Wird

Die Par Force Jagd Eines Hirschen und Wie Er Erlegt Wird. – Venatio Libera Et Violenta Cervi, Ejusque Occisio. »Ein prächtiger Hirsch von zwanzig Enden, von vielen Hunden gepackt, gewürgt und niedergezogen, erhält vom Fürsten mit dem Hirschfänger den Gnadenstoß« (Th.). Kupferdruckplatte im Gegensinn. Bezeichnet: Johann Elias Ridinger inven. fecit et excud. Aug. Vindel., ansonsten wie vor und nachfolgend. 54,6 × 75,8 cm (21½ × 29⅞ in).

Angebots-Nr. 16.181 / Preis auf Anfrage

Johann Elias Ridinger, Wie das Wild-Schwein gehæzt und Ihm der Fang Gegeben Wird

Wie das Wild-Schwein gehæzt und Ihm der Fang Gegeben Wird. – Qua Ratione Aper Exagitatus tandem Prosternatur. Von Hunden und Jägern umgeben, gibt der Fürst dem gestellten Keiler mit dem Sauspieß den Fangstoß. Kupferdruckplatte im Gegensinn. Bezeichnet: Johann Elias Ridinger inven. fecit et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor und nachfolgend. 54,1 × 75,6 cm (21¼ × 29¾ in).

Angebots-Nr. 16.182 / Preis auf Anfrage

oder als Set

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Die optisch hervorragend erhaltenen Pendants

der originalen Druckplatten

in ihrer für Ridinger und seine Zeit typischen Mischtechnik von Radierung mit Kupferstich zu Thienemann + Schwarz 67-68 und Schwerdt III, 135 (»… of the largest and most artistic plates engraved by Ridinger himself«)

im rotgoldenen Glanze

ihres ca. 270 Jahre alten Kupfers .

Und kostbares, hier weit über Thieme-Becker (Bd. XXVIII, 1933, S. 308) hinaus nahtlos direkt bis in den Ridinger-Nachlaß selbst recherchiertes, von Thienemann 1856 noch für verloren gehaltenes, weltweit unikates Sammlungsstück von Graden dazu. Denn

» Erhaltene originale Druckplatten aus dem 18. Jahrhundert

sind eine große Seltenheit «

(Stefan Morét im Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, SS. 62 f. Siehe auch die dortigen Kupferdruckplatten I.13, I.8 + I.11, Farbabbildung 6 + SW-Abb. SS. 63 f.).

Und speziell zu denen Ridingers:

» Vom hohen technischen und qualitativen Niveau der Werke Ridingers und seiner Söhne, die im Verlag vor allem als Stecher mitarbeiteten, künden die (nur noch sehr partiell) erhaltenen Druckplatten noch heute. «

Im  selben  Sinne  schon  vorher  Bernadette Schöller  in Der Kölner Graphikmarkt zur Zeit Wenzel Hollars innerhalb Wenzel Hollar – Die Kölner Jahre, hrsg. von Werner Schäfke, Köln 1992, S. 19:

» Die Kupferplatten ,

die aufgrund ihres Materialwertes wie auch der darin investierten Arbeitszeiten

eine weit höhere Wertschätzung genossen

als etwa eine allzu oft achtlos behandelte Vorzeichnung … «

Wie denn auch anderwärts:

» Der Nürnberger Verleger Frauenholz war so angetan von diesem Blatt, daß er die Platte für eine beträchtliche Summe von Reinhart (1761-1847) erwarb « (Teeuwisse III [2007], 29).

Und ganz konkret Cornelis Koeman in Atlantes Neerlandici II (1969), SS. 138 + 345:

» (Eines der dramatischsten Ereignisse in der frühen Geschichte der kommerziellen Kartographie in Amsterdam war der Verkauf von Jodocus Hondius Jr.’s Kupfer-Platten an Willem Jansz. Blaeu 1629, dem Jahr seines Todes. Wenigstens 34 Platten, von denen Jodocus II zu eigenem Nutzen Einzelkarten gedruckt hatte, wechselten in die Hände seines großen Konkurrenten. Unmittelbar darauf veranlaßten sein Bruder Henricus und [dessen Schwager] Joannes Janssonius das Stechen identischer Platten.) «

Wobei das mitgeteilte Procedere dieses Auftrags einmal mehr

die ganze Werthaltigkeit von Kupferdruckplatten

dokumentiert.

Entsprechend hieß es hierselbst gelegentlich des Wiederauftauchens von Teilen des sogenannten Thieme-Becker-Blocks Ridinger’scher Druckplatten – deren Genesis hier denn bis in den Ridinger-Nachlaß recherchiert werden konnte – »Einer der sensationellsten Funde der Kunstgeschichte … Ridinger’s originale Druck- (sic!!!) Platten«. Daß anstehende

vom Meister eigenhändig allein gearbeitet

sind, sei  eigens  erwähnt . So, wie denn auch entsprechend obiger Signatur dokumentiert.

Für Thienemann wie auch Schwerdt sind es

» die grössten und wohl auch die schönsten ,

welche Ridinger geliefert hat …

so dass man dies(e) Meisterstück(e) nicht genug bewundern kann. «

Neben dem kaiserlichen Privileg-Vermerk tragen sie in gleicher Zeile im übrigen gelegentlich von Neuabdrucken als die einzigen der hier bekannten Platten zusätzlich drei postume Verleger-/Drucker-Adressen des 19. Jahrhunderts – diese samt Privileg, nicht aber die eigenzeilige Ridinger-Signatur, genereller Zartheit und hiesiger zu guter Herauslösung der alten Druckfarbe wegen nur mit bewaffnetem und gutwilligem Auge noch bedingt lesbar – , darunter als faszinierende

» New York Emil Seitz Broadway No. 413 « !

Seitz war der Schwiegersohn des Augsburger Verlegers Ferdinand Ebner I (1786-1859, Kinder Ferdinand II + Tochter Emma), zusammen mit Bruder Ludwig (per Einheirat um 1809) Inhaber (per 1821er Beteiligung) der dortigen Akademischen (Herzberg’schen) Kunsthandlung, die sich technisch wie verlegerisch an den Ridinger-Neuausgaben um 1824/25 seitens der dortigen Engelbrecht’schen Kunsthandlung beteiligte. Der Ridinger-Verlag samt Plattenbestand war einige Jahre zuvor auf letztere übergegangen. Unabhängig hiervon gründete Ferdinand 1823 noch einen Eigenverlag, der nach seinem Ableben 1860 verkauft wurde und unter dem Nachfolger Bauer 1864 in Konkurs ging. Die Herzberg’sche Handlung war mangels Nachfolger seitens Ludwigs um 1852 noch von diesem selbst liquidiert worden. Seitzens Verbindung mit Emma Ebner ging eine Zusammenarbeit mit deren Bruder Ferdinand (II) in Berlin voraus. Die Hochzeit fand 1852 in New York statt, wohin Emil Seitz Ende 1850 übergesiedelt war. Mit Broadway-Adresse von Anfang an. Nur in der allerersten Zeit no. 233, dann, ein für allemal, 413! Die NEW YORK TIMES widmete ihm 1911 einen Nachruf. Da hatte er sich bereits 25 Jahre zuvor endgültig vom Geschäft zurückgezogen! Es war eine amerikanische Karriere!

Die Seitz-Adresse auf diesen Kronenplatten geradezu amerikanischen Anspruchs

ist solchermaßen excellent verzahnt mit dem Ridinger’schen Platten-Nachlaß .

Mehr zu diesem Komplex im hiesigen illustrierten flyer Der da klotzte – Emil Seitz + Ridinger am Broadway.

Wobei ihr Attribut als »die größten« im übrigen dahingehend zu ergänzen ist, daß mehrere von oder bei Johann Andreas Pfeffel gearbeitete Schabblätter nach Ölen wohl aus den frühen Jahren Ridingers – hier verfügbar aus englischem Vorbesitz der einzig Thienemann bekannt gewordene beeindruckend monumentale Vierersatz Reh-Schwein-Bär-Wachtel – von ähnlichem Format sind und Schwerdt III, 149 zudem einen als praktisch Unikat zu bezeichnenden und seit 1939 hier nicht mehr nachweisbaren Hl. Hubertus nach Johann Caspar Sing (Braunau/Inn 1651 – München 1729) verzeichnet, der mit 85 × 61,8 cm (33½ × 24⅜ in) diese nochmals übertrifft und unbeschadet Ridingers »nur« Verleger-»excudit« eigenhändig sein dürfte. Das mit 75,5 × 91,8 cm (29¾ × 36⅛ in) hiesiger Blattgröße tatsächlich monumentalste, indes noch drittseits gestochene Blatt des Œuvre aber ist die frühe Belagerung und Eroberung von Halicarnassos (Th. 917) aus dem Alexander-Zyklus.

In ihrer künstlerischen und

als Ein-( !! ) – Platten – Arbeiten

zudem technischen Bravour

aber zählen die Pendants innerhalb der Jagdgraphik aller Zeiten zu den schönsten Jagdbildern schlechthin. Zugleich bilden sie nach Abschaffung der Par Force Jagd die letztgültige graphische Darstellung jenes jagdhistorischen Zenites.

» Dem Stil nach dürften sie am Ende der vierziger Jahre entstanden sein … Beide … werden in der Literatur wiederholt als die gelungensten Arbeiten Ridingers bezeichnet «

(Rolf Biedermann im 1967er Augsburger Ridinger-Katalog, Nr. 67). Und so stehen  sie denn in ihren

unvergleichlich kostbaren

originalen Kupferdruckplatten

für den Gleichklang

von Wohlstand + Kupfer .

Ist der eine ohne das andere nicht denkbar, so bedarf es für den Besitz anstehender musealer Platten des ersteren. Damit aber, allem Egalité-Neid zum Ärgernis,

ein fürwahr unvergleichlich

unerhört königliches Sammlungsstück

von gleichzeitig, es sei wiederholt, höchstem (Mit)Belegwert für den künstlerischen Schaffensprozeß, ganz im Sinne jenes postulaten Benn’schen Zurück »zu den Quellen, zu den Müttern« in der Nachfolge Dantes, Goethes, Kierkegaards oder Nietzsches.

Mittels feinen Lackauftrags vor Anlaufen geschützt, sind die Kupferdruckplatten, deren Papierabzüge durch die Zeiten hinweg selten waren und sind, im Rahmen ihres altersmäßigen Gebrauchs generell noch druckfähig. Angeboten und verkauft werden sie indes als Kunstwerke und Sammlungsstücke, also unbeschadet ihrer schlußendlichen Druckqualitäten. Als

ein Flaggschiff in der Tat geradezu amerikanischen Volumens

– als Ein–Platten-Arbeiten zugleich Monumente ihrer selbst –

sprengen diese Kupferdruckplatten-Pendants nahezu jede Vorstellung von dem, was selbst anspruchsvollste Sammler objektmäßig zu erreichen noch für möglich halten. Es ist die Chance jener Kategorie, die ein internationaler Verleger bei anderer Gelegenheit dahingehend qualifizierte:

» Es ist immer wieder atemberaubend , was für Angebote Sie machen können. «

Ihnen angetragen im übrigen mit der Empfehlung einer zeitlos-eleganten rahmenfreien Hängung (Vorrichtung anbei), um Sie der jeweiligen Licht-Reflexe am schönsten teilhaftig werden zu lassen.

Und was sagten private Ridinger-Platten-Erwerber generell?

» … haben Sie mich überrascht «

so ein Vorsitzender Richter i. R. und zwei dieser Zimelien erstehend, von denen er auch Abzüge machen ließ
(siehe Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, I.10 + I.12).

» Ich möchte mich bei Ihnen bedanken,
die Platten sind schöner , als ich erwartet hatte,
ich übernehme beide , gar keine Frage «

so ein Unternehmer, der zwischenzeitlich drei weitere erwarb.

Und die Kunstsammlungen Augsburg präsentierten 2001 den erworbenen 12er Satz zur Paradies-Folge
(innerhalb der Ausstellung »KUNSTREICH« als den bedeutenden Erwerbungen des letzten Jahrzehnts
(Katalog KUNSTREICH Nr. 102, SS. 198-201).


– – – Wie das Wild=Schwein gehæzt und Ihm der Fang Gegeben Wird. – Qua Ratione Aper exagitatus tandem Prosternatur. Radierung mit Kupferstich in zeitgenössischem Abdruck aus Vorbesitz der Herzöge von Arenberg mit deren ovalem blauen Sammlungsstempel mit den drei dem Wappen des Hauses entlehnten Mispel-Blüten sowie der Devise CH(RISTUS). PROTECTOR MEUS verso. – Auf schwerem Linienpapier mit wohl Wangen-Wz. und Nebenmarke FAvI (?). – Die angesichts der bei diesen Übergrößen fast stets zu konstatierenden Erhaltensmängel geradezu minimalen Altersspuren gänzlich zurücktretend hinter der hervorragenden Druckqualität mit ihrem herrlichen Helldunkel als adäquat dessen, was dieses unsagbar schöne Blatt so unerreicht und unwiederholt bleiben läßt. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 16.185 / Preis auf Anfrage