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Zu Beginn einer jahrzehntelangen Kette

Johann Elias Ridinger, Maultier von vorn (1714)

Des 16jährigen Ridinger
vollgültige Maultier-Zeichnung

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Maultier von vorn. Mit langem Geschell + Futtersack, beidseits austariert abgedeckt bepackt. Rötelzeichnung. Bezeichnet: 1714. 203 × 148 mm (8 × 5⅞ in).

Auf festem Bütten. – Von perfekter Erhaltung unbeschadet einer grundlosen kleinen Hinterlegung zwischen den Vorderfüßen.

Den von Jugend an langen Atem des Meister’s dokumentierende Arbeit

des gerade erst 16jährigen, deren Datierungs-4 sich aus der Darstellung halber Acht-Werte ergibt, sprich, kleiner als die übrigen Ziffern, schräggestellt und oben offen. Und sich sinnfälligerweise themen- und selbst zeitgleich entsprechend von der normalen 8 einer hier dokumentierten, mit „Ridinger/del./1718“ bezeichneten, Bleistift-Studie zu Th. 503, Grosses Maul Thier beladen, nach links, unterscheidet. Siehe auch den gleichfalls 1718er Bleistift-Maultier-Umriß unten. Anstehende schon 1714er Rötel-Arbeit im übrigen zugehörend dem hier mit 1710 einsetzenden

Johann Elias Ridinger, Maultier von vorn (Datumsdetail)

Aufgalopp des zeichnerischen Werkes .

Denn die von Timm Luckhardt aufgespürte und mit „Johan Elias, 7 Jahre“ bezeichnete schwarze Kreidezeichnung eines auf einem Hügel postierten Zehnenders vis-à-vis eines von zwei Nadelbäumen bestandenen höheren Hügels und voller Sonne rechts oben geht trotz bemerkenswert gesehener zweier Greife am Himmel noch nicht über eine Kinderarbeit hinaus.

Ernstzunehmendes zeichnerisches Debüt gab spätestens der 12jährige Ridinger

— lernmäßig unergiebiger Lehrantritt beim Ulmer Maler Christoph Resch lt. 1764er Biographie des Schülers und Freundes Gg. Christoph Kilian (s. Th. SS. XI f.) erst als 14jähriger, also etwa 1711/12 — .

So per Sammelnummer 6 – „10 Blatt. Verschiedene Pferde. Früheste (bezeichnete Rötel-)Arbeiten (in Quarto) von 1710 bis 1717“ – der schönen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstichen Joh. El. Ridinger’s aus dem Besitze eines bekannten Sammlers 1890 bei Wawra in Wien. 1717 auch frühestes Datum im 305blätterigen Pferde-Konvolut von „Studien, Contoure(n) und ausgeführte(n) Zeichnungen“ als Pos. 318 des Ridinger-Appendix des 1869er Weigel’schen Zeichnungs-Katalogs.

Dem professionell bepackten Maultier, -esel und Pferd, ja, selbst dem Hirsch (Fabel XVIII, Th. 782), widmete Ridinger über die Jahrzehnte wieder und wieder seine Aufmerksamkeit. Dennoch findet sich

analog zum hiesigen zeichnerischen Maultier von vorn

Johann Elias Ridinger, Maultier von vorn

einzig und allein das gestochene Maul Thier von hinten , Th. 509 .

Alle anderen thematisch heranziehbaren Blätter sind Seitenansichten oder doch seitlich gesehen, auch wenn die Bezeichnung auf eine Sicht „von Vornen“ deutet wie beim Maul Esel im Stat von Vornen (Th. 507) aus dem 1754 erschienenen siebten Teil der 126blätt. Entwurfs-Folge.

Hiesige 40 Jahre zuvor geschaffene Zeichnung

war also spiritus rector ,

ohne selbst vervielfältigt zu sein !

Und in ihrem Belegwert ein gar nicht zu überschätzender

ECKPUNKT DES ZEICHNERISCHEN RIDINGER-ŒUVRE .

Erfreuend in seiner Jugendfrische zugleich die Augen . In der Lade hin und wieder , an lichtgeschützter Wand permanent . So oder so , eine Pretiose für die Sammlung .

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