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Martin Elias Ridinger, Wundersamste Hirsche

Die wundervolle Memorabilie

des hier als die originale Kupferdruckplatte aufliegenden
Wundersamsten-Titelkupfers als eines
» Denkmal(s) der Söhne … für den … Vater «

Martin Elias + (?) Johann Jacob Ridinger (1730-1780 + 1735-1784, jeweils Augsburg). Genaue und richtige Abbildungen der wundersamsten Hirschen, welche von grossen Herren selbst gejagdt und geschossen wurden. Gezeichnet und gestochen von Joh. Elias Ridinger (1698-1767) Mahler & Kupferstecher in Augspurg. Kupferdruckplatte im Gegensinn. (1768.) Bezeichnet wie vor. 38,3 × 27 cm (15⅛ × 10⅝ in).

Die optisch hervorragend erhaltene

originale Druck-Platte

zum Titelblatt (Radierung mit Kupferstich, Thienemann 242; Zeichnungen hierzu Weigel, 1869, 522 + Schwerdt III, 217e) der 101blätterigen Folge der Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere

im rotgoldenen Glanze

ihres 250 Jahre alten Kupfers

mit der geänderten Beschriftung

unter Fortfall auch des den ursprünglichen deutsch-französischen Untertext trennenden Ornamentausläufers (Schwarz 242a) gelegentlich der 50blätt. Neuausgabe nur der Hirsche (s. Th. S. 62) 1824/25 durch Engelbrecht/Herzberg in Augsburg. Und hiesigerseits weit über Thieme-Becker (Bd. XXVIII, 1933, Seite 308) hinaus nahtlos recherchiert bis in den Ridinger-Nachlaß selbst. Und damit Thienemann (1856) berichtigend, der die Platten der Wundersamsten für verloren hielt. Somit aber von besonderer Kostbarkeit. Denn, generell:

» Erhaltene originale Druckplatten

aus dem 18. Jahrhundert

sind eine große Seltenheit «

(Stefan Morét im Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, SS. 62 f. Siehe auch die dortigen Platten I.13, I.8 + I.11, Farbabbildung 6 + SW-Abb. SS. 63 f.).

Und speziell zu denen Ridingers:

» Vom hohen technischen und qualitativen Niveau der Werke Ridingers und seiner Söhne, die im Verlag vor allem als Stecher mitarbeiteten, künden die (nur noch sehr partiell, darunter der von den Kunstsammlungen Augsburg angekaufte 12er-Satz der Paradies-Folge, vorgestellt 2001 innerhalb der Ausstellung »KUNSTREICH« als den bedeutenden Erwerbungen des letzten Jahrzehnts) erhaltenen Druckplatten noch heute. «

Wobei nicht allein nach hiesigen Erkenntnissen – indem nämlich Stubbe (Joh. El. Ridinger, Hbg./Bln. 1966, SS. 16 f. + Taf. 34) Th. 722 bezüglich seiner Lichtbehandlung als einen künstlerischen Zenit des Spätwerkes feiert, erweist er zugleich, da an Hand dessen Kupfer, nicht der Zeichnung, urteilend, auch Martin Elias als dem Ätzer/Stecher jener Arbeit seine Reverenz – die Bedeutung des Ältesten, Martin Elias, als zweifellos dem Stecher auch anstehender Platte – Johann Jacob arbeitete überwiegend in Schabkunst – für das Ridinger-Œuvre sichtbar über eine nur engagierte Mitarbeit als Stecher hinausgeht. Schon als 30jähriger wirkte er geradezu als ein spiritus rector hinter den Kulissen. Der dafür sorgte, daß Folgen nicht vorzeitig abgebrochen wurden, wie gerade auch die kolossale der Wundersamsten, von deren letzten 27 Arbeiten er allein 21 auf die Platte übertrug. Ohne ihn wäre das Œuvre um – zumindest in dieser Imposanz – Legendäres ärmer, gäbe es auch die anstehende Platte nicht. Denn die 1779 der Vorfallenheiten-Folge als »Titel-Blättlein« (Th. 343) dienende 1752er Zeichnung Johann Elias‘ sollte eigentlich die Wundersamsten-Suite abschließen, an der tatsächlich dann aber noch fünfzehn Jahre bis hin zu Th. 331 vom April 1767 als der hier gleichfalls durchgelaufenen letzten eigenen Kupferarbeit des Meisters gearbeitet worden ist. Der dann

abschließend , krönend und gedenkend zugleich

anderen Jahrs die hiesige folgte .

Ihre Komposition erinnert an so bekannte Details des Œuvres wie den vom Leithund bewachten Hirsch Ludwigs VIII. von Hessen-Darmstadt samt Gewehrlauf mit Riemen von Th. 299 (Abb. siehe Siebert-Weitz S. 29; die Platte hier gleichfalls durchgelaufen), hier vor gegen den Sockel einer Dianen-Büste gelehnten loorbeerumkränzten Schießscheibe. Der seitlich den toten Hasen verteidigende Schirmer aus dem Frühlings-Blatt der Vier Jahreszeiten der Hunde (Th. 105, die für die Platten-Übertragung verwandte gegriffelte und verso gerötelte malerische Vorzeichnung hier verfügbar), der behaubte Falke auf der anderen Seite grüßt dominant vom Titel der 1750er Fangarten-Suite (dessen Platte per 16.132). Die beiden weiteren Hunde, wohl auch die reiche Jagdtasche wollen erst noch lokalisiert werden, die Fontaine des Hintergrunds erscheint anstehenden Zusammenhanges als mehr als nur ein Versatzstück früherer Arbeiten, vielmehr als ein Hinweis auf die vom Vater verworfene Hippokrene als einer sich als immer wichtiger erweisenden Eigenidentifikations-Arbeit (deren hiesige Erstauflage noch nicht vergriffen), als das detailreichst inszenierte künstlerische Credo seines Ex-libris (Schwarz 1569) Nulla dies sine linea – kein Tag ohne Pinselstrich. Wozu ihm die graphische Tagesarbeit bekanntlich gleichwohl zunehmend keine Gelegenheit mehr ließ.

Entsprechend verdeutlicht die Gedenk-Komposition der Söhne als Ganzes ihrerseits die

Einheit von Werk und Person

für den jagdlichen Bereich und gilt über den Lehrmeister und Schilderer der Jagd hinaus offenbar gezielt

Ridinger als Jäger ,

als den er sich selbst in zumindest zwei Zeichnungen gesehen hat. Davon die eine der früheren Sammlung Böhm als in jüngeren Jahren stehende reich gewandete Dreiviertelfigur mit dem von der Linken umfaßten Gewehrlauf, die hier nicht im Bild bekannte andere als auf seine Flinte gestützt und an einen großen Baumstamm gelehnt, umgeben von fünf großen Jagdhunden. Siehe die Positionen 16 + 84 der 1890er Wawra-Versteigerung »… einer schönen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstichen Joh. Elias Ridingers aus dem Besitze eines bekannten Sammlers«.

Ridinger war viel zu bescheiden, als daß er sich ohne Gehalt solchermaßen mit fremden Federn geschmückt hätte. Doch wie er namentlich in jungen Jahren gemalt hat, so mag auch der praktizierende Jäger im Alltag auf der Strecke geblieben sein, sich vielleicht gar auf die frühen drei Regensburger Jahre bei Graf/Baron Metternich beschränkt haben. Immerhin hat die landläufige gegenteilige Auffassung, er sei selbst kein Jäger gewesen, Substantielles hierzu bislang nicht vorgetragen. Auch diesbezüglich könnte die offene Frage nach Reisen, so auch zu seiner aristokratischen Klientele, und damit auch Jagdgelegenheiten, weiterhelfen.

Kunsthistorisch für sich allein genommen,

» verleihen (die verschiedenen Attribute) dem Blatt Züge eines Stillebens. Der damit verbundene Hinweis auf die Vergänglichkeit alles Irdischen, läßt die Büste über einem Sockel mit Inschrift und die Laubgirlande wie Versatzstücke aus der Grabmal- oder Denkmalkunst erscheinen. Der (auch im hiesigen Plattenzustand vorhandene) Gedichttext unterhalb der Dianabüste faßt in Kurzform die Überzeugungen zusammen, die der künstlerischen Arbeit Ridingers zugrunde lagen. Insofern darf man wohl in dem Titelblatt der ‚Wundersamsten Hirsche‘ so etwas wie ein Denkmal der Söhne Ridingers für ihren im Jahr zuvor verstorbenen Vater sehen «

(Morét ebda. SS. 137 f. nebst Abbildung der Radierung im Zustand vor der Schriftveränderung im Unterrand).

Dem sich mit dem von Martin Elias gestalteten 1. Titelblatt zum Kolorierten Thier=Reich (Th. 974) 1770 ein personifiziertes »graphisches Denkmal« (Morét mit Abbildung ebda. S. 62) anschloß.

Unverändert auf anstehender Platte blieb 1824/25 oberhalb des Untertextes auch die in Vignette eingefaßte

Ridinger - Maxime »Virtute et ingenio« – durch Sittlichkeit und Genie

besagter obiger Zeichnung von 1752, das bei 1779er Verwendung derselben als Titelblatt zu den Vorfallenheiten durch La Fuite et la fatique ersetzt wurde) ?>

Bei aller seiner Persönlichkeit entsprechenden Bescheidenheit war sich der Meister von Anfang an seines Werkes wohlbewußt. Vorwegnehmend die Wertungen durch die Jahrhunderte. So W. Schmidt 1889 in der ADB (XXVIII, 505 ff.):

» R. … war auch jederzeit anerkannt, im Gegensatz zu so vielen anderen aus dem 18. Jahrhundert, deren Ruhm bald erblaßte. In dem coventionellen Stile, der jene Epoche charakterisirt,

wirkten seine Thierdarstellungen wie ein frischer Naturquell. «

Entsprechend denn 1901 Ernst Welisch für das Landschaftsfach; 1966 Wolf Stubbe für die künstlerische Gesamterscheinung; 1969 die exemplarisch herausgehobene Ehrung seitens der tschechoslowakischen Post; 1997 die zugleich in die Zukunft weisende polnische Stimme Alojzy Obornys; 2002 die Meininger Museen, ihn »in seiner ganzen Größe« vermessend.

Hier denn und heute schließlich als potenziertes weltweites Unikat + Sammlungsstück

die des Wirkens gedenkende Titelfassung der Söhne zu den Wundersamsten

als der einzigen erhaltenen der beiden Gedenk - Platten !

»Es ist immer wieder atemberaubend, was für Angebote Sie machen können«, so ein internationaler Verleger bei früherer anderer Gelegenheit.

Mittels feinen Lackauftrags vor Umwelteinflüssen geschützt, ist die Platte im Rahmen ihres altersmäßigen Gebrauchs generell noch druckfähig. Angeboten und verkauft wird sie gleichwohl als Kunstwerk und Sammlungsstück, also unbeschadet ihrer schlußendlichen Druckqualität. – Kurz,

ein denkbar erfreuendes , weltweit unikates Absolutum .

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