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„ … es  scheint , als  habe … Ridinger  eine  zweite  Folge  der

‚ Fürstlichen  Personen  zu  Pferde ‘

beabsichtigt “

Ridinger, Martin Elias (1731 Augsburg 1780). Ludovjcus VIII. D. G. Landgravius Hassiæ-D(armstadiæ). Princeps Hersfeldiæ, Comes in … Nidda, Schaumburgo, Isenburgo et Budinga etc. Sacræ Cæsareæ ac Regiæ Hungaricæ et Bohemicæ Apostol. Majestatis Supremus Campo Mareschallus … . Auf seinem sprichwörtlichen Apfelschimmel mit auf den rechten Oberschenkel gesetztem Marschallstab. Im Hintergrund Truppenaufstellung in hügeliger Landschaft. Radierung + Kupferstich nach Georg Adam Eger (1727 Murrhardt 1808). Bezeichnet: G. A. Eger Serenissimi Landgr. Pictor, pinxit. / Mart. El. Ridinger sculps. Aug. Vind., ansonsten wie vor mit dem reichen, von Löwen-Schildhaltern gehaltenem Wappenschild in der Mitte. 37 x 26,3 cm.

Georg Adam Eger, Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt

Thienemann-Stillfried (1876) + Schwarz (1910) 1378; Reich auf Biehla 280 ( „Schönes Blatt … Höchst selten“, 1894 ! ); Slg. Hamminger 1869 (irrtümlich L. XIII;  „Aeusserst seltenes  Blatt … mit [lediglich] Stichrand“, 1895 ! ); Siebert, Kranichstein (1969), Abb. S. 62; Ridinger-Katalog Darmstadt (1999) VI.25 nebst Abb.; Siebert-Weitz, Ridinger – Bilder zur Jagd in Hessen-Darmstadt (1999), SS. 52 f. nebst Abbildung; Kölsch, Gg. Adam Eger … Katalog der Werke im Museum Jagdschloss Kranichstein, 2010, 4 nebst Abb.

Nicht  in  den  umfassenden  Ridinger-Beständen

bei Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/56), Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885), Coppenrath (1889/90), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) + Schwerdt (1928/35) sowie der opulenten Ridinger-Sammlung Gräflich Faber-Castell (1958) und den hippologischen Sammlungen Anderhub (1963) + Sarasin (1999). Wie denn auch hierselbst über die Jahrzehnte hinweg nun erstmals vorliegend.

Das  vielerorts – so  denn  überhaupt  bekannt – schmerzende

Reiterbildnis-Desiderat

auf schwerem Bütten mit umlaufend meist 8 mm breitem Rand, hier aus der reichen Ridinger-Sammlung von Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen (1922-2004), von dessen Hand vermutlich im weißen Rand unten rechts die Bleistiftanmerkung „Th.St, 1378. Sehr selten“ stammt.

„ Ein Blatt, welches nach Grösse und Form der (etwas kleinformatigeren) Serie fürstl. Personen zu Pferde sich anreiht “

(Graf Stillfried). Und damit dem jüngst hier durchgelaufenen Reiter-Porträt Fürst Karls zu Löwenstein-Wertheim, noch von Thienemann selbst per 835 eingeführt mit den Worten

„ Hiermit (Th. 834) wäre nun diese Folge (der ‚Fürstlichen Personen zu Pferde‘) beendigt. Nun besitze ich aber eine ähnliche, doch grössere Kupfertafel (von Joh. Elias R. nach Joh. Christian Fiedler) … Carolus … Wir geben ihm die Nummer 835 … Auch unter den Zeichnungen befinden sich einige in grösserem Format als obige sechzehn, wornach es scheint, als habe … Ridinger eine zweite Folge beabsichtigt. “

„ Das Reiterbildnis Ludwigs VIII. (1691 Darmstadt 1768, regierend seit 1738/39, verheiratet mit Charlotte Gräfin von Hanau-Lichtenberg) gliedert sich einer … Folge fürstlicher Personen zu Pferde an. Während die übrigen 16 Darstellungen (der Stammfolge) von Johann Elias Ridinger sowohl gezeichnet wie auch gestochen worden sind, liegt dem Reiterbildnis des Jagdlandgrafen ein Gemälde Georg Adam Egers zugrunde (wie besagter anderer Löwenstein-Wertheim’schen Ergänzung ein solches von Fiedler). Möglicherweise entstand unser von Martin Elias Ridinger gestochenes Blatt zur gleichen Zeit wie die nach Entwürfen Egers gestochenen (vier) Tafeln der ‚Wundersamsten Hirsche‘ (Th. 318 f. + 339 f.), also um die Mitte der 1760er Jahre “ (1763/64 + 67/68; Kölsch „wohl um 1765/68“

(Stefan Morét in Katalog Darmstadt).

„ Bildnis  des  Regenten  auf  einem  Apfelschimmel ,

der nach Art einer Piaffe … auf der Stelle tritt … (Ludwig) trägt einen Küraß sowie die weiße Uniform des königlichen wirklichen Generalfeldmarschalls, die ihm … Maria Theresia … 1741 für seine Unterstützung im Österreichischen Erbfolgekrieg verliehen hatte. Unter den verschiedenen Orden sticht der (gleichen Jahres erhaltene) polnische Weiße Adlerorden, getragen als Ordenskreuz am Halsband sowie als Bruststern am Revers, hervor.

Das  Dekorum  entspricht  somit  weitgehend  dem  Staatsporträt

Ludwig VIII., das Johann Christian Fiedler seit 1741 in zahlreichen Fassungen … ausführte … (D)er in Fiedlers Staatsporträt sonst übliche, rote Fürstenmantel mit Hermelinfutter fehlt indes.

  Die Beischrift des Kupferstiches weist ausdrücklich auf die Vorlage eines Gemäldes von Eger hin,

das  als  verschollen  gelten  muss

(WVZ 67) … Fiedlers Reiterporträt dürfte vor 1741 und der Verleihung der Würde des Generalfeldmarschalls entstanden sein und wurde von Eger letztlich

durch  Angleichung  von  Kleidung  und  Orden

an diese hohe Auszeichnung abgewandelt. Diese Variation dürfte Eger kaum vor Fiedlers Tod im Jahre 1765 geschaffen haben “

(Gerhard Kölsch).

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siehe auch
Johann Christian Fiedlers großformatiges Ganz-Portrait
in Schabkunst von Johann Jacob Haid


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Die  Auslese  des  Tages